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Oben ohne: Gentest ja oder nein?

Sind wir genetisch

Keiner will wissen, ob er vielleicht unheilbar krank ist. Doch was, wenn es Mittel und Wege gibt, die Krankheit zu besiegen? Dann kann ein Gentest Leben retten. Eine schwere Entscheidung.

Will man eigentlich immer wissen, was die Zukunft für einen bereit hält? Nein, will man nicht; es würde die Spannung nehmen, aber irgendwie auch den Spaß – wie ein Weihnachten, bei dem man alle Geschenke kennt. Wenn über dir allerdings das Damoklesschwert des Krebses hängt, dann wäre es grob fahrlässig, nicht genau hinzuschauen und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Deshalb will ich wissen, was in mir los ist - ich bin ein großer Freund der genauen Diagnose. Der genetische Brustkrebs sieht zum Beispiel anders aus als andere Krebsarten. Daher sollte man sich in dem Fall in die Hände eines Spezialisten begeben.

Damit die Krankenkasse meine Spezialisten und die Hochrisikosprechstunde bezahlt, musste ich einen Gentest machen. Da auch dieser sehr teuer ist, musste ich durch Angaben über die Art, Alter und Familiengrad von Familienmitgliedern mit Krebserkrankungen zugelassen werden. Danach dauerte es aber auch noch einige Monate, bis ich das BRCA2-positiv Ergebnis auf dem Tisch liegen hatte.

Die Entscheidung, einen solchen Gentest durchzuführen, ist eine sehr schwere: Sie ist ja nicht nur für mich wichtig. Da sind noch meine Töchter, meine Schwester, meine Tanten und meine Cousine. Kinder dürfen nicht getestet werden. Dass man zum Einverständnis mündig sein muss, finde ich auch richtig. Meine große Tochter wird bald 15. Sie sagt, dass sie sich dann testen lassen will. Mit meiner kleinen Tochter möchte ich darüber noch nicht reden. In die Entscheidungen meiner Kinder mische ich genauso wenig ein, wie in die meiner restlichen Familie. Sie haben allerdings den Vorteil, dass sie sich nur auf meine beiden bekannten pathogenen Mutationen testen lassen müssen.

Ich kann nachvollziehen, wenn jemand sich nicht testen will. Jeder Mensch tickt anders. Natürlich ist es auch wichtig, um welche Krankheit es sich beim Gentest handelt. Wenn es keine Möglichkeit zur Heilung oder Vorsorge gibt, ist das eine enorm schwere Entscheidung, die man ganz allein für sich und seine persönliche Situation treffen muss. Gibt es allerdings Vorsorge-Möglichkeiten oder ähnliches, sollte die Familie meiner Meinung nach hinzugezogen werden, denn man trägt gegenseitige Verantwortung. Der SWR hat zu Thema eine sehr gute Dokumentation produziert.

Ich wünsche Ihnen allen viel Glück bei dieser Entscheidung.

Noch ein Hinweis:
es gibt Seiten im Internet die schreiben, das Brustkrebsgen sei ein Mythos, „vererbt“ würde nur die „schlechte Ernährung“. Diese Seiten unterstützen Shops mit Nahrungsergänzungsmitteln und sie bieten teure Ernährungskurse an. Ein Schelm, der was Böses dabei denkt ...

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