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Oben ohne: Ich hasse Tierversuche. Ich habe ich ihnen aber mein Leben zu verdanken

Ohne Medikamente, gibt Uta Melle zu, "wäre ich nur bedingt lebensfähig". Dass für deren Entwicklung zum Teil schreckliche Tierversuche nötig sind, wurde ihr vor drei Jahren erstmals bewusst.

Medikamente haben meinen Krebs besiegt. Seit 30 Jahren nehme ich auch gegen meine Epilepsie Medikamente. Ohne sie bekomme ich Grand-Mal-Anfälle, ohne sie wäre ich nur bedingt lebensfähig. Ich verdanke Medikamenten mein Leben.

Neben- und Wechselwirkungen kenne ich leider sehr gut. Sie können einen physisch und psychisch kaputt machen. Um die Wirksamkeit von neuen Präparaten und ihre Nebenwirkungen erforschen zu können, werden sie an Tieren erprobt. Ich liebe Tiere und hasse die Ungerechtigkeit, die wir Menschen uns herausnehmen, Tieren so etwas anzutun. Aber ich bin Nutznießerin.

Lange Zeit habe ich weggesehen, bin dem Gewissenskonflikt aus dem Weg gegangen. Vor 3 Jahren änderte sich dies. Ich sah einen kleinen youtube-Film über Ex-Labor-Schimpansen, die im Gnadenhof Gut Aiderbichl das erste Mal nach draußen durften. Einige waren 30 Jahre in Käfigen, einige hatten noch nie das Sonnenlicht gesehen. Sie umarmten sich, Freude und Glück machten sich breit.


Gleichzeitig kam mein schlechtes Gewissen hoch: sie haben gelitten, damit ich leben kann. Also: was kann ich tun? Als erstes wurde ich „Aiderbichlerin“, heißt: ich spende einen monatlichen Betrag für das Affenrefugium.

Dann begann ich mich mehr mit dem Thema Tierversuche auseinander zu setzen und ich fing an, zu trennen: für die Medizinforschung muss ich lernen, zu akzeptieren, dass es Tierversuche gibt – allerdings ist es wichtig, dass diese Forschungseinrichtungen gut mit den Tieren umgehen, dass sie nicht zu lange in den Einrichtungen bleiben und dass sie danach in eine gute, schöne, dankbare Einrichtung kommen.

Es gibt allerdings noch andere Tierversuche: Kleidung, Kosmetik, Tabak, sogar Tierfutter werden erprobt. Dafür werden Versuchstiere in Labors gehalten: z.B. Hamster, die mit geschorenem Bauch auf Bretter gebunden und Sonnenstrahlung voll ausgesetzt werden, um Sonnencreme zu testen. Ist das alles nötig? Was kann man dagegen machen?

Ich habe mich für die defensive Methode entschieden: ich kaufe Produkte ohne Tierversuche. Unter wermachtwas.info findet man eine Liste von Firmen, die Tierversuche machen und die ohne auskommen.

Ich weiß, dass es nur kleine Beiträge sind, die ich da leiste, ich wäre auch lieber nur auf der Seite der Guten. Aber ich will auch leben und die Welt ist nicht schwarz und weiß. Lasst uns so wenig grausam wie nötig und so gut wie möglich sein - zu uns und unseren tierischen Mitbewohnern auf dieser Erde!

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