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Sexforschung Wie lange dauert guter Sex?

Wer länger kann, kommt besser an. Oder doch nicht? Amerikanische Wissenschaftler haben bei einer Studie herausgefunden, dass langer Sex nicht unbedingt besser ist. Welche Dauer ideal ist, ermittelten sie mit einer Umfrage unter Sexualtherapeuten.

Wer dachte, beim sexuellen Akt zähle vor allem die Ausdauer, sieht sich durch Professor Eric Cortys' Studie eines Besseren belehrt: Geschlechtsverkehr dauert idealerweise zwischen drei und dreizehn Minuten, am besten sieben bis dreizehn. Corty forscht im Fachbereich Psychologie am Behrend College im US-Staat Pennsylvania. Er und der Student Jenay Guardiani befragten 50 Mitglieder der Society for Sex Therapy and Research in den Vereinigten Staaten und in Kanada. 34 gaben Auskunft, die über Jahre Patienten betreut haben. So konnten sich die Wissenschaftler ein Bild davon machen, welche Sexdauer die professionellen Pärchenberater für normal hielten. Die Fragen seien nicht geschlechtsspezifisch gestellt worden, sagte Corty.

Vorstudien hätten gezeigt, dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen Unzufriedenheit herrscht: Alle wünschten sich ein längeres Vorspiel und auch einen längeren Geschlechtsverkehr. Die befragten Therapeuten beschränkten sich bei ihren Zeitangaben auf den eigentlichen Koitus; das Vorspiel blieb außen vor. Sex, der nach ein oder zwei Minuten zu Ende ist, stuften die Probanden als "zu kurz" ein. Drei bis sieben Minuten hielten sie für "adäquat", sieben bis dreizehn Minuten für "wünschenswert". Sex von zehn Minuten bis zu einer halben Stunde erschien den befragten Therapeuten "zu lang".

Bei der Frage nach der idealen Zeitdauer gaben einige Experten aber auch an, dies hänge auch von dem jeweiligen Partner ab. "Die Leute werden sagen: 'Ich kann fünf Minuten', oder: 'Mein Partner schafft acht Minuten', und sich dann denken: 'Das ist okay'. Sie werden ein wenig entspannter an die Sache herangehen", sagte Corty zu seinen Ergebnissen, die in der Mai-Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Journal of Sexual Medicine" veröffentlicht werden.

Es sei ihm ein Anliegen, die Menschen zu beruhigen, die insgeheim dem Irrglauben anhingen: "Wenn Du Deinen Partner wirklich befriedigen willst, solltest Du ewig können."

Megan K. Scott/AP AP

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