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Studie zur Jugendsexualität: Teenager in Deutschland haben später Sex

Überraschendes Ergebnis einer Studie: Jugendliche in Deutschland lassen sich mit ihrem "ersten Mal" mehr Zeit als noch vor fünf Jahren. Und mit der Verhütung klappt es offenbar besser als je zuvor.

In der Regel erleben deutsche Jugendliche ihr "erstes Mal" in einer festen Beziehung

In der Regel erleben deutsche Jugendliche ihr "erstes Mal" in einer festen Beziehung

Porno-Seiten auf dem Handy, Sex-Videos im Internet, freizügige Bilder im TV: Trotz der Einflüsse der modernen Medienwelt haben Jugendliche in Deutschland später Sex als noch vor fünf Jahren. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Studie "Jugendsexualität 2010" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor.

Demnach sank der Anteil 14-jähriger Jungen mit Erfahrungen im Geschlechtsverkehr in den letzten fünf Jahren von zehn auf heute vier Prozent. Bei den Mädchen lag der Anteil nur noch bei sieben statt zwölf Prozent. Bei den 17-jährigen Mädchen reduzierte sich der Anteil derjenigen mit Sex-Erfahrungen von 73 auf 66 Prozent, bei den Jungen dieser Altersgruppe blieb er mit 65 Prozent nahezu konstant. Das bedeutet, dass bis zu einem Alter von 17 Jahren mehr als ein Drittel der jungen Frauen und Männer noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.

"Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht", erklärte die Direktorin der bundesanstalt. Die aktuelle Studie zeige vielmehr, dass seit Mitte der 90er-Jahre die sexuelle Aktivität Jugendlicher fast unverändert und jetzt sogar rückläufig sei.

Verhütung klappt besser als früher

Nur acht Prozent der deutschen Mädchen und Jungen geben an, beim ersten Sex keine Verhütungsmittel benutzt zu haben. Das ist der bisher niedrigsten Wert seit Beginn der repräsentativen Erhebung 1980. Damals lag dieser Anteil mit 20 Prozent bei den Mädchen und 29 Prozent bei den Jungen um ein Vielfaches höher. Die neuen Zahlen zeigen zudem, dass Jungen beim ersten Mal mittlerweile ebenso gut verhüten wie Mädchen.

Das Kondom ist nach wie vor mit deutlichem Abstand das Verhütungsmittel Nummer eins beim ersten Mal. Drei Viertel der deutschen Jungen und Mädchen nutzen beim ersten Geschlechtsverkehr ein "Gummi".

Unterschied zwischen Deutschen und Migrantenkindern

Für die Studie wurden rund 3500 Jugendliche befragt, darunter rund 1000 mit Migrationshintergrund. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Jungen aus Migrantenfamilien sind demnach früher und häufiger sexuell aktiv als deutsche Gleichaltrige. Mädchen mit Migrationshintergrund hingegen sind deutlich zurückhaltender und begründen dies damit, zu jung zu sein.

Erfahrungen mit sexueller Gewalt hat hingegen bereits fast jedes fünfte Mädchen (19 Prozent) mit Migrationshintergrund gemacht. Von den deutschen Mädchen berichteten 13 Prozent von Situationen, in denen sie sich gegen unerwünschte sexuelle Übergriffe zur Wehr setzen mussten

fw/DPA/AFP / DPA
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