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Transplantation: Zahl der Organspenden dramatisch gesunken

Organspenden können Leben retten, doch nach wie vor gibt es viel zu wenige Spendewillige. Im letzten Jahr ist die Zahl der Organspenden sogar zurückgegangen. Experten fordern nun, die Koordinierung von Transplantaten zu vereinfachen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht wegen des deutlichen Rückgangs der Organspenden in 2008 großen Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der gespendeten Organe bundesweit von 4140 in 2007 auf 3945 gefallen. Nur 1198 schwer kranken Patienten konnte durch die Organe geholfen werden - das sind 8,8 Prozent weniger als noch 2007. Das bedeutet, dass die Zahl der Spender pro einer Million Einwohner von 16 auf 14,6 gesunken ist. Angesichts dieser Entwicklung forderte die Stiftung eine Reform des Transplantationsgesetzes. Eine große Ausnahme bildet das Land Nordrhein-Westfalen: Entgegen dem Trend gab es dort acht Prozent mehr Spenden als 2007.

Derzeit warten insgesamt rund 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. DSO-Vorstand Günter Kirste kritisierte, dass die Stiftung zwar einerseits bundesweit damit beauftragt sei, Organspenden zu koordinieren, die Koordination aber zugleich eine Gemeinschaftsaufgabe von Krankenhäusern, Ärztekammern, Gesundheitsverwaltungen und Ministerien sei.

Das deutsche System sei schlecht strukturiert, deshalb würden viele Spender gar nicht erst erkannt. "Die Anzahl der Spenden lässt sich auch in Deutschland durch geeignete Strukturen verdoppeln", sagte Kirste. Er bemängelt, dass die DSO bislang lediglich auf Anfrage tätig werden kann und fordert, dass sie künftig von sich aus in Kliniken aktiv werden darf. Der Professor verwies auf das spanische Modell als großes Vorbild. Dort gebe es pro einer Million Einwohner 34 Spender. Dieser Erfolg liege unter anderem darin begründet, dass dort die Organisation aller Abläufe gebündelt in einer Hand liege und es in jeder relevanten Klinik Spendebeauftragte gebe.

AP / AP

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