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EKG-Erfinder: Willem Einthoven: Der Niederländer, der das Fenster zum Herzen öffnete

Mit seiner genialen Idee öffnete Willem Einthoven der Medizin vor mehr als 100 Jahren das Fenster zum menschlichen Herzen. Der Niederländer erfand das Elektrokardiogramm, kurz EKG. Google widmet ihm an seinem 159. Geburtstag ein Doodle.

Willem Einthoven

Vor mehr als 100 Jahren legte der niederländische Mediziner Willem Einthoven - hier ein Bild aus dem Jahre 1924 - die Grundlage für das heute so selbstverständliche Elektrokardiogramm

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In der Medizin ist das Elektrokardiogramm, kurz EKG, heute so selbstverständlich wie wie Schmerztabletten oder Antibiotika. Doch wer das Gerät erfunden hat, das Ärzten ermöglicht, bei ihren Patienten die Aktivität des Herzens zu messen und zu kontrollieren, ob es störungsfrei läuft, weiß kaum jemand. Der Mann heißt Willem Einthoven. Heute wäre der Arzt aus den Niederlanden 159 Jahre alt geworden. Google ehrt den genialen Neuphysiologen deshalb mit einem animierten Doodle, das den 1860 in Indonesien geborenen Mediziner bei der Verwendung eines frühen EKGs zeigt.

Einthoven: Pionierleistung für die moderne Medizin

Google Doodle EKG Einthoven

Google ehrt den EKG-Erfinder Einthoven mit einem Doodle

1913 soll Einthoven die mathematisch-theoretischen Grundlagen für das spätere EKG festgelegt haben. Bereits zehn Jahre zuvor gelangen ihm erstmals elektrographische Aufzeichnungen. Er entwickelte das sogenannte Saitengalvanometer und erkannte, dass man die elektrischen Impulse des menschlichen Herzens ableiten und in Kurvenform wiedergeben kann. Mit jedem Schlag des Herzens entsteht schwacher Strom mit einer Spannung von etwa einem Tausendstel Volt. Heute werden diese Impulse mit Hilfe von Elektroden abgeleitet, durch ein EKG-Gerät verstärkt und auf einem Bildschirm als Kurve dargestellt oder auf Papier ausgedruckt. 

Mittlerweile sind selbst Smartphones und Armbanduhren in der Lage, einfache EKGs zu erstellen. Erst im März 2019 stellte Apple die neue Funktion an seiner Apple Watch 4 vor. 

Nobelpreis drei Jahre vor seinem Tod

Als Würdigung seiner Pionierleistungen auf dem Gebiet der Elektrokardiographie verlieh die Schwedische Akademie der Wissenschaften Einthoven 1924 den Nobelpreis für Medizin. Drei Jahre später verstarb er im Alter von 67 Jahren in Leiden (Südholland), wo er bis zuletzt als Rektor der Universität amtierte. 1960 wurde auf der Brabant-Insel in der Antarktis der Einthoven Hill nach dem genialen Mediziner benannt.

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js
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