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Zahnpflege: Besser bürsten

Wer seine Zähne sauber halten will, hat die Wahl zwischen Hunderten von Schrubbgeräten, Pasten, Fäden und Spülungen. Was Fachleute empfehlen.

Zahnärzte raten zu einer weichen bis mittelharten Zahnbürste mit einem geraden, kleinen Feld von Kunststoffborsten. Sie sollte spätestens alle zwei Monate gewechselt werden, weil sich die Borsten abnutzen und Bakterien, Pilze und Viren mit der Zeit die Bürste besiedeln. Kinder benutzen eine Kinder- oder Babyzahnbürste. Elektrische Zahnbürsten sind kein Luxus, ihre kleinen, rotierenden Bürstenköpfe reinigen optimal. Bei den modernen Modellen vibriert der von einem kleinen Elektromotor angetriebene Bürstenkopf im Schallbereich, wodurch Zahnbeläge rüttelnd entfernt werden.

Fluoridhaltige Zahnpasta

hilft entscheidend, das Kariesrisiko zu vermindern. Kleinkinder, die oft einen größeren Teil der Reinigungscreme verschlucken, sollten statt der üblichen eine Kinderzahnpasta mit geringerer Fluoridmenge benutzen. Die Zahnpasta sollte keine zu grobkörnigen Putzsubstanzen (wie etwa Kreide oder Salzkristalle) enthalten, weil damit der Zahnschmelz geschädigt werden kann.

Für die Zahnzwischenräume und Kontaktpunkte der Zähne, die mit den normalen Bürsten schwer zu erreichen sind, nimmt man

Zahnseide

. Am effektivsten ist ungewachste Zahnseide, die allerdings leichter ausfranst und reißt als gewachste.

Zwischenzahnraumbürsten

(Interdentalbürsten) sind nicht in jedem Falle empfehlenswert. Wird zu kräftig damit geputzt, können Schäden im oberen Zahnwurzelbereich entstehen. Hilfreich sind die kleinen, einbüscheligen Bürsten eventuell bei einem Gebiss mit größeren Zahnlücken oder bei festsitzendem Zahnersatz und Implantaten.

Mundduschen

reinigen die Zahnzwischenräume nicht so effektiv wie Zahnseide. Außerdem besteht das Risiko von Infektionen mit Bakterien aus dem Wasserschlauchsystem sowie von Schleimhautverletzungen bei zu starkem Wasserstrahl.

Fluoridhaltige Mundspülungen

sind sinnvoll, ersetzen aber nicht die Mundhygiene. Spüllösungen, die bakterienabtötende oder zahnhärtende Wirkstoffe wie Chlorhexidin, Zinkchlorid oder Amin- und Zinnfluorid enthalten, sollten nur nach ärztlicher Verordnung, zum Beispiel bei Zahnfleischerkrankungen, benutzt werden. Mundwässer, die anders als Spülungen verdünnt werden, dienen höchstens dazu, mangelnde Mundhygiene kosmetisch zu überdecken.

Für die Reinigung der Zwischenräume von Schneide- und kleinen Backenzähnen können aushilfsweise, wenn man etwa unterwegs ist, auch medizinische, mit Fluoriden präparierte

Zahnhölzer

verwendet werden, allerdings wegen der Verletzungsgefahr mit Vorsicht.

Ebenfalls gut geeignet für zwischendurch: zuckerfreie

Zahnpflegekaugummis

. Sie reinigen die Zähne mechanisch und regen den Speichelfluss an. Das ist besonders wichtig nach dem Genuss saurer Speisen und Getränke. Dann ist ausnahmsweise die Zahnbürste mal nicht das beste Reinigungsmittel: In Kombination mit Säure greift die Bürste den Zahnschmelz an. Der durchs Kaugummikauen gebildete Speichel hingegen kann Säurereste wegschwemmen.

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