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Günter Grass: Warum Flüchtlinge nicht zwangsweise einquartieren?

Immer mehr Flüchtlinge suchen Rettung in Europa. Günter Grass hat nun dafür plädiert, sie in Notfällen auch zwangsweise einzuquartieren - so wie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Schriftsteller Günter Grass hat sich während eines Treffens der Autorenvereinigung PEN dafür ausgesprochen, Flüchtlinge notfalls auch zwangsweise einzuquartieren. Zwar seien die Deutschen bereit zu helfen. Sollte es aber Notfälle bei der Unterbringung von Flüchtlingen geben, hält er auch Zwangseinquartierungen für eine Option.

Grass erinnerte daran, dass dies nach dem Zweiten Weltkrieg auch gemacht wurde - teilweise unter Murren. Aber die 14 Millionen Deutschen und Deutschstämmigen aus dem Osten seien so wieder schnell auf die Beine gekommen. Ohne diese Menschen, wie später auch die Gastarbeiter, hätte es das deutsche Wohlstandswunder nicht gegeben.

Die deutsche PEN-Sektion hatte sich getroffen, um über die "Festung Europa" zu diskutieren und darüber, wie sie zu knacken ist. Die Autoren beklagten "eklatantes Versagen der Politik", nicht nur bei der Flüchtlings- und Asylpolitik. Der Westen habe nach dem Mauerfall Hoffnungen auf ein Ende des Blockdenkens und eine Überwindung des Gegensatzes von Arm und Reich, enttäuscht. "Wir sind in eine neue Gefahrenzone geraten", beschrieb PEN-Präsident Josef Haslinger die Weltlage.

car/DPA / DPA
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