Stahlharter Fahrradschutz
Jetzt auch mit Knackversuch: Fünf Faltschlösser im Test

Faltschloss Test: Fünf Produkte im Vergleich
Zum Faltschloss-Test treten unterschiedliche Modelle an, einige klassische und eines sogar mit App-Anbindung
© Mathis Vogel / stern

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Der stern-Faltschloss-Test: Wer sein Fahrrad liebt, greift zu Faltschlössern aus Stahl. Sie versprechen den besten Schutz. Wir nehmen vorweg: Eines gibt im Knacktest nach.

Faltschlösser gelten als der Alleskönner unter den Fahrradschlössern. Sie bieten deutlich mehr Flexibilität als klassische Bügelschlösser, Sie transportieren sie platzsparend am Rahmen, und sie versprechen gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit. Folgerichtig gehören sie inzwischen zu den beliebtesten Schlossarten für Alltagsräder, Trekkingräder und E-Bikes.

Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie aus Stahlgliedern bestehen und einem dieses Zollstock-Gefühl vermitteln. Im Alltag zeigen sich dann die feinen Unterschiede: Manche Halterungen sitzen bombenfest und geben das Schloss mit nur einem Handgriff frei, andere verlangen beim Anschließen Geduld. Einige Schlösser überzeugen mit durchdachten Details wie Alarmfunktionen oder besonders hochwertigen Schließzylindern, andere punkten hauptsächlich über ihren Preis.

Wir haben fünf beliebte Faltschlösser getestet. Dazu sind wir ihnen mit dem Bolzenschneider, Hammer und Meißel zu Leibe gerückt. Außerdem wollten wir wissen, welches Schloss das beste Handling bietet – also im Alltag am wenigsten nervt.

Faltschloss-Test: Diese haben wir getestet

  1. Abus Bordo Granit 6500K zum Shop
  2. Abus Bordo One 6000A zum Shop
  3. Trelock FS 580/90 Toro zum Shop
  4. Kohlburg Florenz zum Shop
  5. Fischer Fahrrad Faltschloss Protec FK85 zum Shop

Diese Modelle sind auch einen Blick wert

Folgende Faltschlösser haben wir nicht selbst getestet. Sie sind uns jedoch bei der Recherche aufgefallen:

Testergebnis: Dieses Faltschloss nutzten wir im Alltag am liebsten

Wie gut ein Fahrradschloss ist, zeigt sich nicht erst dann, wenn jemand versucht, das Fahrrad zu stehlen. Es zeigt seine Qualität jeden Tag: beim schnellen Anschließen vor dem Supermarkt, auf dem Weg zur Arbeit oder wenn es nach der Fahrt möglichst unauffällig am Rahmen verschwinden soll. Alle fünf Schlösser hinterließen einen insgesamt soliden Eindruck und bieten einen deutlich besseren Diebstahlschutz als einfache Kabelschlösser. Vier von fünf Schlössern im Test konnten wir nicht knacken. Eines gab beim Bolzenschneider nach. Die gute Nachricht: Hammer und Meißel konnten alle Schlösser standhalten. Unterschiede fanden wir auch bei der Verarbeitung, der Halterung und der täglichen Handhabung. Während manche Modelle mit einer besonders präzisen Mechanik und durchdachten Details überzeugten, zeigten andere kleinere Schwächen beim Transport oder beim Auf- und Zusammenfalten.

Am Ende setzte sich das Abus Bordo Granit 6500K knapp durch. Es kombiniert eine hervorragende Verarbeitung mit einer hochwertigen Sicherheitsausstattung und einer Handhabung, die trotz des vergleichsweise hohen Gewichts überzeugt. Dahinter folgt das Trelock FS 580/90 Toro, das besonders mit seiner unkomplizierten Bedienung und einer gelungenen Halterung punktete und unser Preis-Leistungs-Tipp wurde. Dritter, mit nur hauchdünnem Abstand, ist das Abus Bordo One 6000A, das mit seiner Alarmfunktion zusätzliche Sicherheit bietet, dafür aber etwas mehr Aufmerksamkeit bedarf.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Mathis Vogel

Über den Tester

Mein Fahrrad für die Stadt ist ein typischer alter Drahtesel, der das ganze Jahr über draußen steht und mich zuverlässig durch Hamburg bringt. Würde es geklaut werden, wäre das keine große finanzielle Katastrophe, aber natürlich ärgerlich. Darum hat mich beim Faltschloss-Test unter anderem interessiert, wie leicht ich das Schloss knacken kann – so ist es immerhin vor Gelegenheitsdieben geschützt. Weil ich mein Fahrrad im Hamburger Alltag ständig an unterschiedlichen Orten anschließe, habe ich zudem auf Handhabung, Transport und Bedienkomfort Wert gelegt.
Weitere Informationen über Mathis Vogel

Vergleichstabelle: Faltschloss-Test

Preis
Testsieger
Abus Bordo Granit 6500K
Abus Bordo Granit 6500K*
1.
Abus Bordo One 6000A
Abus Bordo One 6000A*
2.
Preis-Leistungs-Tipp
Trelock FS 580/90 Toro
Trelock FS 580/90 Toro*
3.
Kohlburg Florenz
Kohlburg Florenz*
4.
Fischer Protec FK85
Fischer Protec FK85*
5.
Kryptonite Keeper 585*
Kryptonite Keeper 585**
6.
Trelock FS 280 Two.Go*
Trelock FS 280 Two.Go**
7.
Hiplok Switch*
Hiplok Switch**
8.
Abus Bordo Lite 6055C*
Abus Bordo Lite 6055C**
9.
Voxom Faltschloss 90*
Voxom Faltschloss 90**
10.
€ 163,36
€ 186,66
€ 79,70
79,20 €
€ 19,99
€ 44,99
€ 41,99
€ 72,79
€ 59,98
114,54 €
Bewertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung
Sicherheitslevel* Abus Level 15/15, Sold Secure Gold Abus Level 10/15, Sold Secure Bronze Trelock Level 15/18, Sold Secure Gold k. A. k. A. Kryptonite Level 4/10 Trelock Level 7/18 Sold Secure Bronze Abus Level 7/15 Sold Secure Gold
Länge/Umfang ca. 90 cm ca. 120 cm ca. 90 cm ca. 110 cm ca. 85 cm ca. 85 cm ca. 80 oder 100 cm ca. 85 cm ca. 85 cm ca. 90 cm
Gewicht 1905 g 1761 g 1592 g 1482 g 835 g ca. 0,77 kg ca. 0,5 kg ca. 1,09 kg ca. 0,51 kg ca. 1,76 kg
Alarmfunktion nein ja, ca. 100 dB nein nein nein nein nein nein nein nein
Schließsystem Schlüssel, XPlus-Zylinder App/Bluetooth, schlüssellos Schlüssel, IN-X-Zylinder Zahlencode Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Zahlencode Schlüssel
Halterung ja, sehr stabile SH-Halterung ja, SH-Halterung ja, X-Press-Halterung ja ja ja ja ja, Switch-System ja ja
Bolzenschneider-Test (60 cm) Nicht durchtrennt Nicht durchtrennt Nicht durchtrennt Nicht durchtrennt Durchtrennt nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung
Aufbruchversuch Hammer & Meißel Nicht geöffnet, nur Kunststoff beschädigt Nicht geöffnet, nur Kunststoff beschädigt Nicht geöffnet, nur Kunststoff beschädigt Nicht geöffnet, nur Kunststoff beschädigt Nicht geöffnet, nur Kunststoff beschädigt nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung
Besonderheiten hochklassige Zertifizierungen, gleichschließend bestellbar App-Steuerung, Alarm, Standortfunktion, digitale Schlüsselweitergabe verdecktes Fach für Tracker, Schlüsselloch-Abdeckung 110 cm Länge, Zahlencode günstiger Preis, einfache Montage mit Schrauben oder Klettbändern leicht und kompakt günstiger Trelock-Einstieg am Rad oder Körper tragbar sehr leicht, ohne Schlüssel Sold-Secure-Gold-Zertifizierung
Verarbeitung und Material sehr hochwertig, massive Anmutung sehr hochwertig, großes Elektronikgehäuse hochwertig, nüchterner als Abus ordentlich, schlichtere Halterung einfach, funktional nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung
Handhabung und Alltag sehr unkompliziert, Halterung top komfortabel, aber mit Eingewöhnung sehr angenehm und schnell solide, kleinere Fummelei unkompliziert, aber kurze Länge nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung nicht in der Wertung
Sicherheit und Robustheit sehr hoch hoch, plus Alarm hoch solide solide bis mittel moderat eher moderat moderat eher niedrig bis mittel hoch
Vor allem geeignet für hochwertige Fahrräder und E-Bikes Nutzer, die App-Komfort und Alarm wollen Pendler und Alltagsfahrer mit gutem Preis-Leistungs-Fokus Alltagsräder, wenn Länge wichtiger ist als Premium-Mechanik preisbewusste Nutzer mit einfachem Stadtrad kurze Stopps und leichtere Alltagsräder leichte Alltagsnutzung Pendler, die flexibel tragen wollen Sport- und Stadträder mit geringem Diebstahlrisiko Nutzer, die ein zertifiziertes schweres Faltschloss suchen
Erhältlich bei
163,36 €
186,66 €
79,70 €
79,20 €
-20 %
19,99 €
24,99 €
24,99 €
20,99 €
25,94 €
24,99 €
33,99 €
33,99 €
-46 %
44,99 €
83,34 €
-44 %
41,99 €
74,99 €
56,10 €
-9 %
72,79 €
79,99 €
59,98 €
74,50 €
79,95 €
-5 %
75,99 €
79,95 €
114,54 €

* Herstellerangabe

So haben wir die Produkte ausgewählt

Nach diesen Kriterien haben wir das Testfeld zusammengestellt:

  • Markenbekanntheit: Wir haben Faltschlösser von Herstellern ausgewählt, die sich im Bereich Fahrradsicherheit einen Namen gemacht haben. Dazu gehören etablierte Marken wie Abus, Trelock und Fischer. Wir ergänzten das Testfeld durch Kohlburg als kleinere Marke, deren Faltschlösser in Onlineshops und Kundenbewertungen regelmäßig positiv auffallen.
  • Beliebtheit: Grundlage unserer Auswahl waren Modelle, die Verbraucherinnen und Verbraucher in bekannten Onlineshops wie Amazon, Otto oder Fahrrad-Fachgeschäften häufig gekauft und gut bewertet haben. Zusätzlich haben wir unabhängige Testberichte berücksichtigt, um besonders empfehlenswerte Modelle in das Testfeld aufzunehmen.
  • Verfügbarkeit: Alle getesteten Faltschlösser sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung regulär im Handel erhältlich. Produkte, die nur vereinzelt oder über Restbestände verfügbar waren, haben wir bewusst nicht berücksichtigt.
  • Bauart: Wir haben ausschließlich klassische Faltschlösser miteinander verglichen. Bügel-, Ketten- und Kabelschlösser unterscheiden sich konstruktionsbedingt deutlich und würden den direkten Vergleich verzerren.
  • Preisbereich: Unser Test deckt sowohl günstige Einsteigermodelle als auch hochwertige Premiumschlösser ab. Die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller liegen je nach Modell zwischen rund 60 und 200 Euro und spiegeln damit einen Großteil des Marktes für Faltschlösser wider.
  • Ausstattung: Damit die Produkte sinnvoll miteinander vergleichbar sind, mussten alle Modelle eine Halterung für den Transport am Fahrrad mitbringen. Unterschiede gibt es unter anderem bei Schließsystem, Sicherheitsausstattung, Länge sowie zusätzlichen Funktionen wie Alarmtechnik oder Smartphone-Anbindung.

So haben wir getestet

Der Test jedes Faltschlosses beginnt mit dem Auspacken. Zunächst prüfen wir den Lieferumfang und die Verarbeitungsqualität. Dabei begutachten wir Material, Verarbeitung der Stahlglieder, Schließzylinder, Gelenke sowie die mitgelieferte Halterung. Außerdem kontrollieren wir, ob das Schloss sauber verarbeitet ist, leichtgängig öffnet und schließt und einen hochwertigen Gesamteindruck vermittelt.

Anschließend widmen wir uns der Handhabung im Alltag. Dafür montieren wir die Halterung an einem Fahrrad und nutzen jedes Schloss über mehrere Tage unter möglichst identischen Bedingungen. Mehrfach täglich schließen wir das Fahrrad an Fahrradständern, Laternen, Geländern und anderen festen Anschließpunkten an. Dabei dokumentieren und bewerten wir unter anderem, wie leicht wir das Schloss aus der Halterung entnehmen, wie flexibel wir es um unterschiedliche Objekte legen können und wie komfortabel das Öffnen und Verriegeln funktioniert.

Zusätzlich haben wir die Schlösser einem einfachen Aufbruchtest unterzogen. Dafür kam bei jedem Modell derselbe 61 Zentimeter lange Bolzenschneider von Knipex zum Einsatz. Wir setzten ihn jeweils an einem Stahlglied an und versuchten für maximal 60 Sekunden, dieses mit maximalem Kraftaufwand zu durchtrennen. Danach probierten wir Gleiches noch am Scharnier mit Hammer und Meißel. Dieser Versuch führte bei keinem der Modelle zum Erfolg. Ziel unseres Aufbruchversuchs war es, zu überprüfen, wie gut die Schlösser einem Angriff mit gewöhnlichem und leicht verfügbarem Werkzeug standhalten. Gegen deutlich schwereres oder professionelles Gerät, wie es organisierte Diebesbanden in Lieferwagen mitführen, sind viele Fahrradschlösser ohnehin chancenlos.

Faltschloss Test Bolzenschneider
Die stern-Tester sind allen Schlössern mit Hammer und Meißel sowie Bolzenschneider zuleibe gerückt. Am Ende gab eines nach
© Mathis Vogel / stern

Natürlich berücksichtigen wir auch Besonderheiten einzelner Modelle. Dazu gehören beispielsweise integrierte Alarmfunktionen, besonders kompakte Halterungssysteme, innovative Schließmechanismen oder zusätzliche Sicherheitszertifizierungen. Solche Ausstattungsmerkmale bieten je nach Einsatzgebiet einen echten Mehrwert und fließen deshalb ebenfalls in unsere Bewertung ein. Auch auf die Verarbeitung haben wir Wert gelegt. Am Ende gewichten wir die einzelnen Kategorien wie folgt:

GewichtungKategorie
40 %Handhabung
35 %Aufbruchtest
15 %Halterung & Transport
10 %Verarbeitung & Qualität

1. Der grundsolide Testsieger: Abus 6500K

Faltschloss Test: Abus 6500K
Das Abus Bordo Granit 6500K hat ausreichend Länge für die meisten Situationen in der Stadt
© Mathis Vogel / stern

Verarbeitung und Material: Schon beim ersten Anfassen wird deutlich, warum das Abus Bordo Granit XPlus 6500K seit Jahren zu den bekanntesten und beliebtesten Faltschlössern gehört. Die massiven Stahlstreben wirken äußerst verwindungssteif, sämtliche Gelenke laufen präzise. Auch der Schließzylinder vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Die weiche Kunststoffummantelung der Stahlglieder sitzt sauber und dürfte den Fahrradrahmen zuverlässig vor Kratzern schützen. Die Halterung schrauben wir an oder sichern sie mit Spannern. Den Sicherungsmechanismus bedienen wir mit einem Knopf, der sich hochwertig anfühlt.

Handhabung und Alltag: Mit knapp zwei Kilogramm gehört das Bordo Granit XPlus 6500K nicht zu den leichtesten Faltschlössern. Bei Faltschlössern, die aus gelenkverbundenen Stahlstreben bestehen, erwarten wir aber ohnehin keine Gewichtswunder. Im täglichen Einsatz fällt das Gewicht dann auch kaum negativ auf, weil die Halterung das Schloss sicher am Fahrrad fixiert und auch auf unebenen Straßen keine störenden Klappergeräusche entstehen. Besonders positiv fiel uns auf, wie schnell die Bedienung des Schlosses nach kurzer Eingewöhnung in Fleisch und Blut übergeht. Hier nervt einfach nichts. Das Entnehmen aus der Halterung funktioniert zuverlässig, weil der Öffnungsmechanismus mit einem Knopf leichtgängig ist und wir das Schloss nicht herausziehen müssen, sondern nach vorn entnehmen. Das ist für das schnelle Abschließen beim Bäcker oder vor dem Supermarkt ein echter Vorteil. Die Halterung selbst sitzt bombenfest, ob an Schrauben oder dem mitgelieferten Befestigungsmaterial. Bei der Handhabung hat sich Abus zudem ein Schmankerl einfallen lassen: Wenn es bereits andere Abus-Schlösser im Haushalt gibt, bestellen Sie das 6500K auf Wunsch gleichschließend, sodass Sie es mit demselben Schlüssel öffnen. Das klappt auch, wenn Sie zusätzlich ein Akku- oder Felgenschloss nutzen. So müssen Sie nicht zwei Schlüssel für zwei Schlösser am selben Fahrrad mitführen, was den Alltag stark vereinfacht.

Abus Bordo Granit 6500K
Testsieger
Abus Bordo Granit 6500K*
163,36 €

Sicherheit und Robustheit: Die größte Stärke des Bordo Granit XPlus 6500K liegt in seiner Sicherheitsausstattung. Abus verbaut den hauseigenen XPlus-Schließzylinder, dessen aufwendige Mechanik Manipulationsversuche wie das zerstörungsfreie Knacken namens „Lockpicking“ oder das Öffnen mit Schlagschlüsseln erschweren soll. Hinzu kommen hohe Sicherheitsbewertungen und unabhängige Zertifizierungen, etwa von Sold Secure, weshalb es sich besonders für hochwertige Fahrräder und E-Bikes eignet. Auch in unserem Aufbruchversuch bestätigte sich der robuste Eindruck. Mit dem Bolzenschneider gelang es uns nicht, eines der Stahlglieder zu durchtrennen. Trotz maximalen Kraftaufwands entstanden lediglich Beschädigungen an der Kunststoffummantelung. Zusätzlich setzt sich das Abus-Modell noch einmal mit der grundsoliden Schlosshalterung von der Konkurrenz ab, um die man sich im Alltag einfach nicht sorgen muss.

Faltschloss Test: Abus 6500K
Deutliche Blessuren, aber keinen ernsthaften Schaden nimmt das Abus 6500K aus dem Bolzenschneidertest mit
© Mathis Vogel / stern

Fazit: Das Abus Bordo Granit XPlus 6500K leistet sich im Alltag praktisch keine Schwächen. Es überzeugt mit einer hervorragenden Verarbeitung, einer durchdachten Halterung und einer Handhabung, die trotz des vergleichsweise hohen Gewichts angenehm unkompliziert bleibt. Hinzu kommt eine Sicherheitsausstattung, die seit Jahren zu den besten im Bereich der Faltschlösser zählt. Das Schloss ist sicherlich keine günstige Anschaffung. Wer jedoch ein hochwertiges Fahrrad oder E-Bike zuverlässig absichern möchte und ein Faltschloss sucht, das er im Alltag ebenso angenehm nutzen kann wie es Vertrauen vermittelt, findet im Bordo Granit XPlus 6500K für uns das stimmigste Gesamtpaket im Test.

+ Vorteile: 

  • Sehr hohe Sicherheit
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Einfache Handhabung

– Nachteile:

  • Hohes Gewicht
  • Vergleichsweise teuer

2. Das Schloss ohne Schlüssel: Abus 6000A

Faltschloss Test: Abus 6000A
Lange Beine, großer Kopf: Das Abus Bordo 6000A hat eine beachtliche Länge, aber der große Kopf mit der Elektronik kann auch schnell mal im Weg sein
© Mathis Vogel / stern

Verarbeitung und Material: Beim Abus Bordo Granit 6000A fallen uns zunächst zwei Dinge auf: das etwas größere Schlossgehäuse, das den elektronischen Schließmechanismus und die Elektronik beinhaltet, die das Schloss per Bluetooth mit dem Handy verbindet. Und, dass kein Schlüssel, sondern nur eine Plastikkarte mit QR-Code beiliegt. Damit registrieren Sie das Schloss bei Abus und öffnen es dann per Smartphone. Damit rangiert das Schloss eigentlich in einer eigenen Liga innerhalb des Testfelds, auch wenn die passiven Sicherheitsaspekte und die Schlosshalterung weiterhin gewöhnlich sind. Das Schloss wirkt insgesamt etwas massiver als das Schwestermodell Bordo Granit 65000K, was sich auch beim Gewicht bemerkbar macht. Die Verarbeitung bewegt sich dabei auf dem gewohnt hohen Niveau von Abus. Die Stahlstreben sind sauber ummantelt, die Gelenke laufen präzise und die Schlosshalterung ist ähnlich massiv und per Knopfdruck bedienbar, wie beim Schwestermodell.

Handhabung und Alltag: Im täglichen Einsatz ist das Bordo Alarm trotz des Computers im Gummikopf zunächst ein klassisches Faltschloss. Das Auffalten geht leicht von der Hand und auch an Fahrradständern oder Geländern bietet das Schloss genügend Beweglichkeit und Länge. Ab dem Umfang von Straßenlaternen wird es durch die unflexiblen Schlossglieder etwas knapp. Die Halterung hält das Schloss sicher am Rahmen und überzeugte im Test mit einem festen Sitz ohne störende Klappergeräusche. Den größten Unterschied machen das schlüssellose Öffnen und die Alarmfunktion. Anfangs lösten wir sie beim Verstauen oder Anschließen gelegentlich selbst aus – ein Punkt, den auch viele Käufer in ihren Bewertungen erwähnen. Nach kurzer Eingewöhnung passiert das allerdings kaum noch. Sollte etwa ein Fußball gegen das Schloss fliegen und es dadurch erschüttern, erklingt nur ein kurzes Warnpiepen, der Alarm löst aber nicht aus. Erst wenn das Schloss erneut bewegt wird, meckert es durchgehend.

App: Das Öffnen und Schließen des Schlosses funktionierten im Test gut. Sie melden sich dazu in der Abus-App mit dem Code von der mitgelieferten Keycard an. Sie hinterlegen dort auch eine digitale Sicherheitskopie der Keycard. Dann legen Sie entweder fest, dass das Schloss entriegelt, wenn Sie sich mit dem Handy nähern – das klappte im Test mit wenigen Ausnahmen zuverlässig. Oder Sie entriegeln in der App per Knopfdruck. Dann haben Sie 15 Sekunden Zeit, das Schloss zu entriegeln, bevor es wieder schließt. Wenn Sie das Schloss transportieren möchten, stecken Sie es auf halber Position ein, dann ist der Alarm nicht scharfgestellt. Es benötigte etwas Eingewöhnung, bis uns der Alarm, der sich unaufhaltsam per Piep-Countdown ankündigt, nicht mehr ständig erschreckt hat. Das Schloss laden Sie nicht auf, sondern betreiben es mit einer CR2-Lithium-Batterie, die in Langzeittests, je nach Nutzungsverhalten, zwei bis fünf Jahre hielt. Die größten Vorteile des computergestützten Systems sind sicherlich das Entriegeln bei Annäherung und die komfortablen Funktionen der letzten Standortspeicherung und der Weitergabe des digitalen Schlüssels an Dritte. Für Familien, Freundeskreise oder einfach nur vergessliche Menschen ist das vielleicht schon das größte Kaufargument.

Abus Bordo One 6000A
Abus Bordo One 6000A*
186,66 €

Sicherheit und Robustheit: Mit dem Bordo Alarm 6000A verfolgt Abus ein etwas anderes Sicherheitskonzept als beim Granit-Modell. Neben gehärteten Stahlstreben und einem hochwertigen, internen Schließzylinder setzt das Schloss auf einen integrierten Bewegungsalarm, der bei stärkeren Erschütterungen mit rund 100 Dezibel auslöst. Im Test wirkte das allerdings nicht so durchdringend, wie eine ähnlich laut bewertete Rüttelmaschine auf der Baustelle. Es sorgte jedoch für Aufmerksamkeit. Der Alarm hält zwar nur 15 Sekunden an, wird aber durch weitere Wackler am Schloss immer wieder ausgelöst. Kleinere Bewegungen, etwa beim Vorbeigehen oder durch Wind, erkennt das System nach unseren Eindrücken und zahlreichen Nutzerberichten meist zuverlässig. Ansonsten ist die Bauweise grundsolide, wie beim Schwestermodell und Testsieger. Beim Versuch mit dem Bolzenschneider hielt auch das Bordo 6000A stand. Die Kunststoffummantelung bekam sichtbare Spuren ab, das darunterliegende Stahlglied konnten wir jedoch nicht durchtrennen. Mit Hammer und Meißel sorgten wir für ein etwas schwergängigeres Scharnier, aber konnten das Schloss nicht knacken.

Faltschloss Test: Abus 6000A
Da war kein Durchkommen: Das Abus 6000A hält stand
© Mathis Vogel / stern

Fazit: Das Bordo Alarm 6000A richtet sich vorrangig an Fahrradbesitzer, die beim Abschließen ein zusätzliches Sicherheitsnetz schätzen. Die Alarmfunktion funktioniert nach kurzer Eingewöhnung zuverlässig und ergänzt die ohnehin hochwertige Konstruktion sinnvoll. Im Gegenzug müssen Sie ein etwas höheres Gewicht und eine minimal aufwendigere Handhabung in Kauf nehmen. Wer auf die Alarmfunktion verzichten kann und es analog mag, fährt mit dem Bordo Granit XPlus 6500K etwas unkomplizierter.

+ Vorteile: 

  • Smarte Funktionen mit integriertem Alarm
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr stabil

– Nachteile:

  • Hohes Gewicht
  • Teilweise unbeabsichtigtes Auslösen des Alarms möglich

3. Alles, aber günstig – der Preis-Leistungs-Tipp: Trelock FS 580/90 Toro

Faltschloss Test: Trelock FS 580/90 Toro
Praktisch: Ein Extra-Fach in der Schlosshalterung des Trelock FS 580/90 Toro kann einen GPS-Tag aufnehmen
© Mathis Vogel / stern

Verarbeitung und Material: Das Trelock FS 580/90 Toro muss sich hinter den beiden Abus-Schlössern keineswegs verstecken. Die Stahlglieder wirken hochwertig verarbeitet, sämtliche Gelenke laufen sauber und auch der Schließzylinder hinterlässt einen soliden Eindruck. Zwar fällt die Materialanmutung insgesamt etwas nüchterner aus als beim Testsieger, das Schloss macht aber einen durchweg wertigen Eindruck. Positiv fiel außerdem auf, dass wir das Schloss auch nach häufigem Öffnen und Schließen leichtgängig bedienen konnten. Die Kunststoffummantelung der Stahlstreben schützt den Fahrradrahmen zuverlässig vor Kratzern, und auch die Gelenke hinterließen während des Tests einen robusten Eindruck.

Handhabung und Alltag: Dieses Schloss benötigt keine Eingewöhnungszeit und das ist vielleicht sein größter Pluspunkt. Das beginnt schon beim Herausnehmen aus der Halterung, die Sie mit einer Taste bedienen. Das Schloss entnehmen sie nach vorn. Mit wenigen Handgriffen ist es einsatzbereit und ebenso schnell wieder verstaut. Auch beim Anschließen hinterließ das FS 580 einen angenehmen Eindruck. Die Stahlglieder bringen wir leicht in Position und sie bieten genügend Spielraum, um nicht bei jedem Fahrradständer improvisieren zu müssen. Gleichzeitig bleibt das Schloss formstabil genug, um nicht ständig in sich zusammenzufallen. Positiv fanden wir auch die Abdeckung für das Schlüsselloch: Wir schließen sie simpel per Schiebeknopf. Sie bietet etwas mehr Korrosionsschutz und sollte damit die Leichtgängigkeit des Schlosses auf Dauer erhalten. Viele Schlösser, die dauerhaft den Gezeiten ausgesetzt sind, haben damit Probleme. Positiv fiel uns außerdem auf, wie unauffällig das Schloss während der Fahrt ist. Da wackelt nichts – ähnlich, wie bei den Abus-Modellen, allerdings zu einem günstigeren Preis.

Trelock FS 580/90 Toro
Preis-Leistungs-Tipp
Trelock FS 580/90 Toro*
79,70 €

Sicherheit und Robustheit: Trelock setzt beim FS 580 auf gehärtete Stahlstreben und einen hochwertigen Schließzylinder. Das Schloss vermittelt bereits beim täglichen Umgang einen robusten und vertrauenswürdigen Eindruck. Sämtliche Bauteile wirken stabil verarbeitet und auch die Verriegelung rastet sauber und ohne Spiel ein. Im direkten Vergleich erreicht das Sicherheitsgefühl zwar nicht ganz das Niveau des Abus Bordo Granit XPlus 6500K, was vielleicht an den etwas simpler verpressten Gliedern oder dem geringeren Materialeinsatz am Schließzylinder liegt. Aber unserem Aufbruchstest, sowohl mit dem Bolzenschneider als auch mit Hammer und Meißel, hielt das Schloss ohne Wenn und Aber stand. Tests von Stiftung Warentest (Aufbruchssicherheit 1,6 „gut“) und dem Magazin „Bike“ (9 von 10 Punkten) unterstreichen, dass Sicherheitsbedenken unbegründet sind.

Faltschloss Test: Trelock FS 580/90 Toro
Auch beim Trelock blieben nur Blessuren nach der Behandlung mit dem Bolzenschneider zurück
© Mathis Vogel / stern

Fazit: Das Trelock FS 580/90 Toro gehört zu den positiven Überraschungen unseres Testfelds. Es kombiniert eine hochwertige Verarbeitung mit einer ausgesprochen angenehmen Handhabung und überzeugte vorrangig durch seine alltagstaugliche Halterung. Gerade wer sein Fahrrad regelmäßig an unterschiedlichen Orten anschließt, profitiert von der guten Beweglichkeit und der unkomplizierten Bedienung. Unser Preis-Leistungs-Sieger ist hervorragend zu bedienen und günstig, und liegt deshalb am Ende minimal vor dem ebenfalls grundsoliden, aber teureren Abus 6000A.

+ Vorteile: 

  • sehr einfache Handhabung
  • sehr hochwertig verarbeitet
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

– Nachteile:

  • Sicherheitsniveau knapp hinter Testsieger

4. Das Kompaktmodell: Kohlburg Florenz

Faltschloss Test: Kohlburg Florenz
Gefiel uns weniger: Lediglich ein dünner Plastik-Clip fixiert das Schloss im Halter. Wir müssen es nach oben hin hinausziehen
© Mathis Vogel / stern

Verarbeitung und Material: Das Kohlburg Florenz macht nach dem Auspacken gleich eine gute Figur. Die matte Plastikummantelung der Stahlstreben wirkt hochwertig, weil sie sehr sauber entgratet ist. Der Öffnungsmechanismus ist aus Metall. Insgesamt wirkt das Schloss schlank designt. Die Halterung ist konstruktiv etwas schlichter gelöst als bei Abus oder Trelock, bietet aber eine stabile Aufnahme. Die Gelenke öffnen leichtgängig und fühlen sich durch das mattierte Plastik angenehm an.

Handhabung und Alltag: Im täglichen Einsatz zeigten sich nur minimale Schwächen, die aber letztlich eine höhere Platzierung kosteten. So konnten wir das Schloss zwar schnell aus der Halterung entnehmen, allerdings nur nach oben hin. Das erschwert die Montage des Halters nahe an der oberen Stange des Rahmens. Beim Wiedereinsetzen des Schlosses verkantet es sich zudem manchmal ein wenig. Der zweite Versuch kostet zwar nur wenige Sekunden, zeigt aber den kleinen Unterschied zu den höherpreisigen Wettbewerbern. Das Schloss sitzt sicher am Rahmen und blieb während unserer Fahrten weitgehend klapperfrei. Die Halterung ist aus dünnem Plastik gefertigt und der Verschluss ist ein kleiner Plastikhaken, den Sie einklicken müssen – wir erahnen eine mögliche Schwachstelle bei Dauernutzung. Zum Öffnen mussten wir den Haken seitlich herausziehen. Weil keine Stellfeder verbaut ist und das Metallstück erheblich Spiel hat, haben wir manchmal nicht weit genug gezogen und das Schloss blieb verschlossen. Ist die Sicherung geöffnet, gibt es auf dieser Seite keine Führung für das Schloss beim Einschieben und es verhakt sich gelegentlich. Zudem ist der Drehmechanismus beim Einstecken der Sicherung etwas schwergängig, was im Alltag nervt. Das Einstellen der Zahlenkombination am Schloss ist vor allem bei Regen schwierig, weil die Nummernrädchen aus Metall dann rutschig werden. Nach dem Verschließen sollten Sie immer alle Räder drehen, damit niemand den Code errät. Leider konnten wir aus Sicherheitsgründen, wie Kohlburg in der Anleitung angibt, die Nummernrädchen nicht alle auf einmal drehen. Insgesamt funktioniert das Florenz im Alltag dennoch zuverlässig.

Kohlburg Florenz
Kohlburg Florenz*
79,20 €

Sicherheit und Robustheit: Das Schloss konnten wir stabil und einfach anbringen. Der fummelige Öffnungsmechanismus des Schlosses ist zwar aus Metall gefertigt und damit angenehm robust. Eine offizielle Sicherheitszertifizierung gibt der Hersteller nicht an, allerdings erkennt der Versicherer Bikmo das Florenz-Schloss an. Überraschend stark schlug sich das Florenz beim Aufbruchversuch. Mit dem 60 Zentimeter langen Bolzenschneider gelang es uns nicht, ein Stahlglied zu durchtrennen. Die Zange hinterließ lediglich Spuren an der Kunststoffummantelung.

Faltschloss Test: Kohlburg Florenz
Die Plastikummantelung am Faltschloss Kohlburg Florenz ist im Nu eingedrückt, doch die Tester konnten es nicht knacken
© Mathis Vogel / stern

Fazit: Das Kohlburg Florenz ist ein solider Alltagsbegleiter, der sich lediglich aufgrund der etwas hakeligeren Bedienung der Konkurenz geschlagen geben muss: Die Entnahme ist umständlicher, der Schlosskopf etwas hakelig und die Zahlenräder sind gerade bei Nässe nicht besonders angenehm zu bedienen. Wer ganz explizit nicht noch einen weiteren Schlüssel mitführen will, das elektronische System von Abus aber zu umständlich findet, der kann mit diesem Zahlenschloss durchaus glücklich werden.

+ Vorteile: 

  • Ordentliche Verarbeitung
  • Schlankes Design
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

– Nachteile:

  • Bedienung etwas umständlich

5. Das Einsteigerschloss: Fischer Protec FK85

Faltschloss Test: Fischer Protec FK85
Das Fischer-Schloss bietet ausreichend Länge für das Abschließen an Fahrradständern, Schildern und Stangen
© Mathis Vogel / stern

Verarbeitung und Material: Das Fischer Protec FK85 ist ein Einsteiger-Faltschloss im Niedrigpreissegment. Damit gehen einige Einsparungen einher: Das Plastik des Schlosses und der Halterung wirkt eher günstig, besonders die Halterung ist dünn und gratig. Das Schlüsselprofil gibt bereits preis, dass es lediglich drei Stifte im Zylinder zur Seite drückt – eine eher einfache Konstruktion. Die Gelenke haben ein wenig Spiel. Die Halterung schrauben wir entweder an oder fixieren sie mit den mitgelieferten Klettbändern am Rahmen. 

Handhabung und Alltag: All das gesagt, stört das Schloss im Alltag aber auch nicht wirklich. Die Schließmechanik ist ausreichend leichtgängig. Das letzte Glied hängen wir einfach ein, was es beim Anschließen eines Fahrrads zu einem der unkompliziertesten Modelle im Testfeld macht. Allerdings hat es auch ungefähr ein Drittel weniger Material als die größere Konkurrenz, was sich in der manchmal doch recht knappen Länge bemerkbar macht. Die Halterung kommt mit einem einfachen Knopf-Mechanismus, der das Schloss sicher arretiert und unkompliziert freigibt. Hier klapperte nichts. Für manch einen mag die Befestigung mit den mitgelieferten Klettbändern gar ein Vorteil sein, wenn Sie das Schloss noch an weiteren Rädern nutzen möchten. In unserem Test rutschte die Konstruktion aber später immer zur Seite ab und wir mussten sie mitunter nachjustieren.

Fischer Protec FK85
Fischer Protec FK85*
19,99 €
24,99 €
-20%
24,99 €
20,99 €
25,94 €
24,99 €
33,99 €
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Sicherheit und Robustheit: Das Fischer Protec FK85 richtet sich in erster Linie an Besitzer von Alltags- und Freizeiträdern. Die stabile Stahlkonstruktion vermittelt ein ordentliches Sicherheitsgefühl und dürfte Gelegenheitsdiebe vor erhebliche Hürden stellen. Unabhängige Tests haben zwar solide Stabilitätswerte gegen Angriffe mit Hammer und Meißel, sowie Bolzenschneider ermittelt. Bei Bügelsägen oder einer Flex kam das verhältnismäßig dünne Schloss aber an seine Grenzen. Auch bei unserem Aufbruchtest mit dem 60 Zentimeter langen Bolzenschneider fielen Späne: Wir konnten ein Stahlglied vollständig durchtrennen. Damit bietet das Fischer zwar eine unkomplizierte und günstige Lösung für den Alltag, gegen einen Angriff mit größerem Handwerkzeug besitzt es jedoch deutlich weniger Reserven als die stärksten Modelle im Test.

Faltschloss Test: Fischer Protec FK85
Das Fischer-Faltschloss konnten wir mit einem Bolzenschneider innerhalb von Sekunden durchtrennen
© Mathis Vogel / stern

Fazit: Das Fischer Protec FK85 zeigt, dass ein gutes Faltschloss nicht zwangsläufig dreistellige Beträge kosten muss. Zwar müssen Käufer bei Materialanmutung, Mechanik und Sicherheitsausstattung einige Abstriche gegenüber den Premiummodellen machen, im Alltag erledigt das Schloss seine Aufgabe jedoch zuverlässig und unkompliziert. Wer ein besonders hochwertiges E-Bike oder Rennrad absichern möchte, fährt mit den Spitzenmodellen unseres Testfelds besser. Für klassische Alltagsräder bietet das Fischer dagegen ein überzeugendes Gesamtpaket zu einem vergleichsweise attraktiven Preis und ist damit eine interessante Wahl für preisbewusste Käufer.

+ Vorteile: 

  • Günstiges Einsteigermodell
  • Einfache Handhabung
  • Ausreichende Sicherheit für viele Zwecke

– Nachteile:

  • Geringeres Sicherheitsniveau im Vergleich zu teureren Modellen

Faltschloss: Die wichtigsten Fragen & Antworten 

Wie sicher sind Faltschlösser wirklich?

Faltschlösser haben sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Schlossarten entwickelt. Das liegt vor allem daran, dass sie Eigenschaften kombinieren, die sich bei anderen Schlossarten häufig gegenseitig ausschließen. Sie sind deutlich kompakter als Kettenschlösser, flexibler als Bügelschlösser und gleichzeitig wesentlich robuster als einfache Kabelschlösser. Die Sicherheit hängt jedoch stark vom jeweiligen Modell ab. Hochwertige Faltschlösser bestehen aus speziell gehärtetem Stahl, besitzen verstärkte Gelenke und hochwertige Schließzylinder. Günstige Modelle setzen dagegen häufig auf dünnere Materialien oder einfachere Verriegelungen. Im Alltag bedeutet das: Ein hochwertiges Faltschloss kann Gelegenheitsdiebe wirksam abschrecken und einfache Werkzeuge wie kleine Seitenschneider praktisch wirkungslos machen. Einen absoluten Schutz bieten jedoch auch teure Faltschlösser nicht. Professionelle Diebe arbeiten teilweise mit Akku-Winkelschleifern oder hydraulischen Werkzeugen, gegen die letztlich kaum ein mobiles Fahrradschloss dauerhaft bestehen kann. Die Aufgabe eines guten Schlosses besteht deshalb nicht darin, ein Fahrrad unknackbar zu machen, sondern den Aufwand, die Lautstärke und die benötigte Zeit für einen Diebstahl möglichst stark zu erhöhen. Für Alltagsfahrräder, Pendler- und Trekkingräder stellen hochwertige Faltschlösser deshalb häufig einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und Alltagstauglichkeit dar.

Was ist besser: Faltschloss, Bügelschloss oder Kettenschloss?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil jede Schlossart andere Stärken besitzt. Bügelschlösser gelten nach wie vor als Referenz, wenn maximale Sicherheit gefragt ist. Der massive Stahlbügel bietet nur wenige Angriffspunkte und ist gegenüber Hebelwerkzeugen oft besonders widerstandsfähig. Dafür sind Bügelschlösser unflexibel. Nicht jeden Laternenpfahl oder Fahrradständer erreichen Sie problemlos. Kettenschlösser bieten die größte Flexibilität. Durch ihre Länge können Sie Fahrräder auch an breiten Pfosten oder ungewöhnlichen Objekten anschließen. Der Nachteil liegt im Gewicht. Hochwertige Kettenschlösser bringen oft mehrere Kilogramm auf die Waage und viele Nutzer empfinden sie daher als unpraktisch. Faltschlösser liegen genau zwischen diesen beiden Welten. Sie bieten deutlich mehr Flexibilität als Bügelschlösser und sind meist leichter und kompakter als vergleichbare Kettenschlösser. Wer sein Fahrrad täglich nutzt und das Schloss ständig mitführen muss, findet hier oft die ausgewogenste Lösung.

Wie viel sollte ich für ein Faltschloss ausgeben?

Eine Faustregel vieler Versicherer lautet, dass das Schloss ungefähr zehn Prozent des Fahrradwertes kosten sollte. Wer ein 1.000-Euro-Fahrrad fährt, sollte also nicht unbedingt auf ein 15-Euro-Schloss vertrauen. Genauso gilt, dass Sie für ein 4.000-Euro-Fahrrad kein 400-Euro-Schloss kaufen müssen. Diese Regel ist also nicht wissenschaftlich, verdeutlicht aber das Grundproblem. Viele Radler sichern ihre Fahrräder mit sehr einfachen Schlössern, obwohl sie mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Euro wert sind. Dabei ist das Schloss häufig die einzige physische Barriere zwischen Fahrrad und Dieb. Für einfache Alltagsräder können bereits Modelle zwischen 40 und 60 Euro ausreichend sein. Bei hochwertigen Trekkingrädern, E-Bikes oder Lastenrädern empfehlen Experten, in hochwertige Schlösser zu investieren. Gerade bei E-Bikes, deren Anschaffungskosten oft mehrere Tausend Euro betragen, wirkt ein hochwertiges Schloss schnell deutlich günstiger als ein späterer Ersatzkauf.

Welche Rolle spielen Sicherheitsstufen der Hersteller?

Fast jeder Schlosshersteller verwendet eigene Sicherheitsbewertungen. Abus nutzt etwa ein eigenes Punktesystem, Trelock arbeitet mit einer anderen Skala und auch Kryptonite verwendet eigene Einstufungen. Diese Werte eignen sich gut für Vergleiche innerhalb eines Herstellers. Ein Schloss mit Sicherheitsstufe 15 ist dort in der Regel besser geschützt als ein Modell mit Stufe 8. Schwieriger wird es jedoch beim Vergleich unterschiedlicher Marken. Ein Sicherheitslevel 15 bei Hersteller A entspricht nicht automatisch demselben Schutz bei Hersteller B. Deshalb lohnt zusätzlich der Blick auf unabhängige Zertifizierungen. Prüfzeichen wie Sold Secure oder ART gelten vielen Experten als aussagekräftiger, weil sie auf standardisierten Prüfverfahren basieren. Dennoch ersetzen auch diese Kennzeichnungen keinen Blick auf Verarbeitung, Materialstärke und Einsatzbereich des Schlosses.

Wie lang sollte ein Faltschloss sein?

Viele Käufer achten zunächst auf Sicherheitsstufen und Materialstärke, unterschätzen aber die Bedeutung der Länge. Dabei entscheidet gerade sie darüber, wie flexibel ein Schloss im Alltag wirklich ist. Sehr kurze Faltschlösser transportieren Sie einfacher, da sie kompakt und leicht sind. Deren Handhabung kann aber schnell frustrieren. Sobald Sie ein Fahrrad an einem breiteren Laternenpfahl, einem massiven Fahrradständer oder einem Baum anschließen möchten, reicht die Länge oft nicht mehr aus. Modelle zwischen 85 und 100 Zentimetern haben sich deshalb als sinnvoller Kompromiss etabliert. Sie bieten genügend Spielraum für die meisten Alltagssituationen, ohne dass Gewicht und Packmaß übermäßig ansteigen. Wer sein Fahrrad regelmäßig in Innenstädten oder an wechselnden Orten abstellt, profitiert meist von etwas längeren Modellen.

Sind Alarm-Fahrradschlösser sinnvoll?

Alarmfunktionen gehören zu den spannendsten Entwicklungen der vergangenen Jahre. Einige Schlösser verfügen über integrierte Bewegungssensoren und lösen bei Erschütterungen einen lauten Alarm aus. Die Idee dahinter ist einfach: Es soll die Aufmerksamkeit von Passanten wecken und potenzielle Diebe abschrecken. Tatsächlich können solche Systeme insbesondere bei spontanen Diebstahlversuchen sinnvoll sein. Niemand arbeitet gern an einem Fahrrad, das plötzlich mit über 90 Dezibel Alarm schlägt. Allerdings ersetzt ein Alarm keine stabile Schlosskonstruktion. Ist das Schloss selbst schwach gebaut, hilft auch die lauteste Sirene wenig. Alarmfunktionen sollten Sie deshalb immer als Ergänzung und nicht als Ersatz für hochwertige Materialien und eine solide Verriegelung betrachten.

Wo schließe ich mein Fahrrad am sichersten an?

Selbst das beste Schloss nützt wenig, wenn Sie das Fahrrad falsch anschließen. Ein häufiger Fehler besteht darin, lediglich das Vorderrad oder den Rahmen ohne festen Ankerpunkt zu sichern. Idealerweise verbinden Sie immer den Rahmen mit einem fest verankerten Objekt. Geeignet sind insbesondere massive Fahrradständer, fest montierte Geländer oder stabile Laternenpfähle. Wichtig ist, dass Diebe das Fahrrad nicht einfach über den Ankerpunkt hinwegheben können. Ein gewöhnlicher Begrenzungspfosten ist daher in der Regel ungeeignet. Zusätzlich sollten Sie das Schloss möglichst hoch über dem Boden positionieren. Dadurch wird es schwieriger, Werkzeuge anzusetzen oder das Schloss gegen den Boden abzustützen. Zudem sollte das Schloss möglichst eng am Rahmen und am Ankerpunkt anliegen. Je weniger Spiel innerhalb des Schlosses bleibt, desto schwieriger sind Hebel- und Schnittangriffe.

Hat Stiftung Warentest Fahrradschlösser getestet?

Stiftung Warentest hat Fahrradschlösser zuletzt in der Ausgabe 2/25 ausführlich getestet. Dabei hat das Blatt neben Faltschlössern aber auch Bügel- und Kettenschlösser getestet. Besonders interessant ist eine Erkenntnis: Teuer bedeutet nicht automatisch besser. In verschiedenen Tests zeigten bestimmte Schlösser trotz hoher Preise Schwächen bei Schließzylindern, Materialqualität oder Korrosionsbeständigkeit. Gleichzeitig konnten manche günstigeren Schlösser überraschend gute Ergebnisse erzielen. Aber es zeigte sich auch: Faltschlösser sind oft leichter und besser zu transportieren, bieten aber im Schnitt auch weniger Sicherheit als Bügel- oder Kettenschlösser. Ein Abus-Schloss der 6500er-Reihe, wie unser Testsieger, schloss mit „sehr gut“ ab, das Trelock FS 580/90 Toro mit „gut“.

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