Die Arbeit am Schreibtisch ist für viele Menschen Alltag. Die Folgen sind es leider auch. Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, und was war mit der Strandfigur? Die langen Arbeitstage im Sitzen fordern ihren Tribut. Doch wo einst der Physiotherapeut zum Jobwechsel riet, gibt es heute eine deutlich günstigere Alternative: das Walkingpad.
Das kompakte Laufband macht es möglich, während des Bürojobs in Bewegung zu bleiben. Ob es nun ums Schreiben und Planen geht oder ein XXL-Video-Call ansteht: Ausdauertraining und Arbeit finden dank Walkingpad parallel statt. Während die Füße gehen, bleiben Kopf und Hände frei für alles andere. Für diese Arbeitsteilung braucht es auch kein Multitasking-Gen.
Walkingpad-Test: Diese Produkte haben wir getestet
Weitere lohnende Modelle
Die folgenden Walkingpads waren nicht Teil des Tests, könnten aber ebenfalls interessant sein:
Testergebnis: Dieses Walkingpad überzeugt
Sieger in unserem Test ist das Tretmann Walking Pad Pro. Der Hersteller ist erst seit wenigen Jahren am Markt und beweist mit diesem Gerät, dass seine Entwicklung auf der Höhe der Zeit ist. Details wie der eingebaute Schrittzähler, die hohe Belastbarkeit und das Konzept zur platzsparenden Lagerung konnten uns im Test überzeugen.
Das Gefühl, eine kleine Ungerechtigkeit zu begehen, hatten wir beim Kingsmith WalkingPad Treadmill R3Hybrid+. Das stabile und hochfunktionale Gerät ist Laufband fürs Joggen und Walkingpad für den Büroeinsatz in einem. So rechtfertigt es seinen hohen Preis. Zwar landet es als Walkingpad auf Platz zwei, wird aber eher als Laufband zur echten Kaufempfehlung. Mit dem Skandika Nordik K6-H schafft es ein weiteres Walkingpad aufs Podest, das sich insgesamt gut schlägt. Das fürs Wohnzimmer kompatible Design ist das große Plus. So wird es zu unserem Design-Tipp.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Über den Tester
Ja, das ständige Sitzen am Schreibtisch ist ein echtes Problem. Ich habe das erst nach einigen Jahren gespürt, dann aber richtig. Die Bandscheibe sorgte für eine längere Schaffenspause und damit zugleich für die Anschaffung eines nagelneuen, höhenverstellbaren Schreibtischs. Was für ein Unterschied, was für eine Erleichterung! Das Walkingpad ist für mich die logische Weiterentwicklung dieser Idee. Auf das Sitzen folgt das Stehen, folgt das Gehen. Experte für Walkingpads zu werden, war damit ganz einfach: Ich musste einfach nur losgehen.
Weitere Informationen über Karl Lüdecke
Vergleichstabelle: Walkingpad im Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Maße (L x B x H) in cm | 125 x 51 x 11 | 147 x 80 x 84 mit Stütze (gefaltet 102 x 80 x 19,5) | 123 × 54 × 12 | 108 x 50 x 10 | 122 x 53 x 12.5 | 120 x 56 x 102/12,5 | 123 x 49 x 12 | 121 x 60 x 22 | 128 x 57 x 11 | 122 x 48 x 13 |
| Lauffläche (L x B) in cm | 100 x 38 | 120 x 44 | 104 x 44 | 90 x 38 | 100 x 40 | 100 x 40 | 103 x 40 | 110 x 42 | 100 x 40 | 104 x 39 |
| Gewicht in kg** | ca. 21 | ca. 42 | ca. 22 | ca. 15,9 | ca. 21,5 | ca. 20 | ca. 17 | ca. 32 | ca. 22 | ca. 22,2 |
| Maximale Gewichtsbelastung in kg** | 150 | 120 | 120 | 136 | 120 | 150/160 | 120 | 159 | 120 | 100 |
| Geschwindigkeitsbereich in km/h** | 0,8 bis 6 | 1 bis 6/12 | 1 bis 6 | 1,5 bis 6 | 1 bis 6 | 1 bis 12 | 1 bis 6 | 1 bis 6 | 1 bis 6 | 1 bis 6 |
| Motorleistung max.** | 2,5 PS | 1 PS | 0,41 PS (Dauerleistung) | 2,5 PS | 1 PS | 2,75 PS | 440 W / 0,6 PS (bis 2 PS Peak) | bis 2,5 PS | 500 W / (Peak bis 1,2 PS) | 559 / 0,75 PS |
| Farbe | Schwarz | Schwarz | Eiche dunkel oder natur, Schwarz | Schwarz | Schwarz | Rot-Schwarz | Schwarz | Blau oder Silber | helles Holz | Schwarz |
| Fernbedienung | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ |
| Geschwindigkeits-Feinregelung in km/h** | 0,1 | 0,1 / 0,5 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | keine Angabe des Herstellers | 0,1 | 0,1 | keine Angabe des Herstellers |
| Klappfunktion | Nein | Ja | Nein | Nein | Nein | nein (Stütze klappbar) | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Schrittzähler | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✘ | ✘ |
| Einstellbare Steigerung | 10% | Nein | Nein | 6% | 6% | 9% | Ja | bis 14 % | Ja | Nein |
| App-Kompatibilität | externe App | eigene App | externe App | externe App | eigene App | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein |
| Bluetooth | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✘ |
| Erhältlich bei |
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* Herstellerangabe
So haben wir die Produkte ausgewählt
Das sind unsere Rahmenkriterien für die Produktauswahl:
- Gute Verfügbarkeit: Die Produkte sind im Regelfall bei mehreren Online-Händlern erhältlich. Wenn Sie nach der Testlektüre Interesse haben, gibt es also keine Enttäuschungen. In diesem Fall fiel uns auf, dass die Teilnehmer im Verlauf des Tests ihre Produkte bei Amazon offline nahmen und jetzt stattdessen andere Online-Händler bemühen. Daher finden Sie viele Produkte eher bei Decathlon, eBay oder Otto.
- Glaubwürdige Bewertungen: Nicht jedes 5-Sterne-Ranking im Netz ist echt, aber eine Vielzahl von Stimmen und detaillierte Sach-Kommentare sind ein starkes Indiz dafür, dass das jeweilige Produkt Anklang bei den Käufern findet und den aufwendigen stern-Test lohnt.
- Breite Abdeckung: Die Anforderungen unserer Leser an die Produkte sind unterschiedlich. Wir wollen im Test deshalb ein breites Spektrum abdecken. Produkte, bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis ersichtlich nicht stimmt, nach oben oder unten, schließen wir jedoch aus.
- Willkommene Anregung: In vielen unserer Tests finden Hybride Berücksichtigung. Dabei handelt es sich um Geräte, die alle Testvoraussetzungen erfüllen, aber noch mehr bieten. Im Walkingpad-Test ist es das Gerät von Kingsmith, das die Eigenschaften des Walkingpads mit denen eines klassischen Laufbands verbindet. Ein spannendes Produkt! Seine besondere Ausstattung findet in der Benotung keine Anwendung, wir bewerten es wie ein reguläres Walkingpad. Unser Ziel ist es, so herauszufinden, ob Hybridgeräte spannende Alternativen sind.
In einem umkämpften Markt wie den Walkingpads wird es immer Produkte geben, die alle Auswahlkriterien erfüllen, es aber aufgrund der schieren Masse der Angebote dennoch nicht in den Test schaffen. Fünf dieser Kandidaten finden Sie als Ergänzung in unserer Vergleichstabelle oben.
So haben wir getestet
Normale Walkingpads bringen zwischen 20 und 25 Kilogramm auf die Waage, beim Hybrid-Gerät von Kingsmith sind es sogar mehr als 40. Wir haben die Sache daher so organisiert, dass schon bei Lieferung der Geräte mindestens zwei Personen vor Ort waren. Das erleichtert das Handling deutlich.
Bei unseren Tests haben wir gelernt, dass der erste Eindruck wichtig ist. Das ist wie beim persönlichen Kennenlernen: Wir wissen instinktiv, ob es mit dem Gegenüber passt oder nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel … Beim Unpacking gab es dieses Mal kaum Überraschungen. Eckenschoner und Styropor sichern das wertvolle Gut. Wir haben uns die Walkingpads und das Zubehör schon beim Auspacken genau betrachtet, wozu auch die Haptik gehörte. Alle Bänder sind vollständig vormontiert und geschmiert. Einmal aus der Kiste genommen, müssen wir sie nur noch auf eine ebene, feste Fläche legen. Stecker in die Steckdose, den Hauptschalter betätigen: Los geht's, hier sogar im Wortsinn.
In der Testpraxis folgten eine Überprüfung des Zubehörs und das Einsetzen der Knopfzelle in die Fernbedienung. Anschließend haben wir die bei allen Walkingpads in Papierform beiliegende Betriebsanleitung gelesen und uns gegebenenfalls die jeweils empfohlene App aufs Handy geladen. Eine inhaltliche Bewertung der App – die auch von Drittanbietern kommen kann und herstellerübergreifend funktioniert – war nicht Teil dieses Tests: wohl aber, ob die Verbindung funktioniert.
Im entscheidenden Teil unseres Tests waren wir auf dem Laufband unterwegs, unter Nutzung der angebotenen Modi, also im freien Training oder mit den vorprogrammierten Einstellungen, mit und ohne mechanische Steigung, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit verschiedenen Zielvorgaben. Das konnten etwa die Anzahl der Schritte oder auch der Kalorienverbrauch sein. Wir – ein junger, großgewachsener Kollege und der Autor – haben dabei gerade bei der subjektiven Einschätzung zum Laufkomfort weitgehend unabhängig voneinander bewertet, die Einschätzungen dann wechselseitig begründet, um bei Uneinigkeit mit weiteren Lang- oder Kurzstreckentests zu einem einheitlichen Bild zu kommen.
Zu den Tests gehörten auch eine Dezibel-Messung mit einem ungeeichten Messgerät und der Abgleich mit den Herstellerangaben. Außerdem haben wir überprüft, wie gut wir die Walkingpads verstauen konnten, wenn sie nicht genutzt werden: Also zum Beispiel, ob eine vertikale Lagerung im Homeoffice-Eck möglich und sicher ist.
1. Testsieger mit Anspruch: Tretmann Walking Pad Pro
Der erste Eindruck: Das Tretmann Walking Pad Pro kommt im hellgrünen Karton, gut mit Styropor gesichert, und ist nach dem Auspacken in weniger als einer Minute betriebsbereit. Schon beim Anschließen an den Strom fällt uns auf, dass dieses Gerät mit Liebe zum Detail entwickelt wurde. Stromkabel und Buchse sind so geformt, dass der Netzanschluss zum integralen Bestandteil des Gerätes wird und damit keinen zusätzlichen Platz in der Länge beansprucht. Die beiliegende Bedienungsanleitung ist farbig gestaltet und überzeugt mit guten Grafiken. Rechts am Rahmen des Walkingpads befindet sich ein markiertes Feld, an dem die Fernbedienung automatisch haftet. Es sind nicht zuletzt diese vermeintlichen Kleinigkeiten, die sich zum positiven Gesamtbild summieren.
Zum Lieferumfang gehören das Walkingpad, das Stromkabel, die Fernbedienung mit zwei AAA-Batterien, zwei Inbusschlüssel, Silikonöl und die bereits erwähnte Bedienungsanleitung.
Das Walkingpad Pro von Tretmann wiegt rund 21 Kilogramm. Zwei Rollen im vorderen Bereich erleichtern das Versetzen im Raum. An der Unterseite befinden sich zusätzlich zwei Beine, die wir per Hand ausklappen, um damit eine Steigung von zehn Prozent zu simulieren. Trainingsintensität und Kalorienverbrauch steigen damit signifikant. Es wird anstrengend.
Im Testbetrieb: Nachdem wir den Hauptschalter am Gerät betätigt und den Start-Button auf der Fernbedienung, gedrückt haben, läuft das Laufband leise und sanft an. Die niedrigste Geschwindigkeit liegt bei 0,8 und die höchste bei 6 km/h. Das Spektrum reicht also im unteren Bereich weiter nach unten als bei den Konkurrenten, die nicht unter 1 km/h starten. Als Alleinstellungsmerkmal für die Kaufentscheidung genügt das nicht, vielleicht aber ein anderer Superlativ: Die maximale Belastung gibt der Hersteller mit 150 Kilogramm an. Das sind stolze 30 Kilogramm mehr als bei den meisten Konkurrenten.
Tretmann unterscheidet bei seinem Angebot zwischen freiem Training und festen Trainingsprogrammen, von denen zwölf zur Verfügung stehen. Wir probieren beide Varianten aus, nutzen im freien Training also zunächst die Plus- und Minustaste, um das Tempo in Schritten von 0,1 km/h zu regulieren. Nach einem kurzen Countdown startet das Band, begleitet von einem Piepen. Falls Sie das Piepen stört, genügt ein Druck auf das Lautsprechersymbol auf der Fernbedienung – schon ist kein Ton mehr zu vernehmen. Das ist gut gelöst und sehr angenehm. Auch sonst stimmen Lautstärke und Laufkomfort. Wir messen 37 dB zum Start und 55 dB bei der höchsten Belastung. Das empfinden die meisten Menschen als leise, und es entspricht dem Summen eines modernen Kühlschranks. Das Laufen empfinden wir in Schuhen und auf Socken auch über längere Distanzen und „bergan“ als angenehm. Die Dämpfung passt. Bei den Trainingsprogrammen übernimmt die Automatik die Geschwindigkeitsregulierung. Das bedeutet, dass das Tempo mehrfach wechselt, bei vielen der Programme im Minutentakt. Wir müssen uns zunächst daran gewöhnen, schätzen diese Form der Abwechslung aber letztlich. Jedes Programm dauert in der Grundeinstellung 20 Minuten, wir stellen es wahlweise zwischen 5 und 99 Minuten variabel ein. Jenseits der Programme wählen wir im Vorfeld die gewünschte Distanz, Trainingsdauer und Schrittzahl sowie den Kalorienverbrauch. Ist der Wert erreicht, stoppt das Band automatisch und wir wissen: Ziel erreicht.
App: Das Walkingpad Pro von Tretmann ist App-kompatibel. Der Hersteller empfiehlt die App „FitShow“, aber auch „Kinomap“ und andere beliebte Alternativen stellen eine Option dar. Das „Tretmann-Pad“ finden wir in der Geräteliste der jeweiligen App, die Kopplung funktioniert auf Knopfdruck.
Lagern: Wir lagern das Walkingpad auf der langen Schmalseite stehend. Damit sparen Sie im Alltag viel Platz.
Fazit: Das Gerät von Tretmann ist ein klassisches Walkingpad, das viele Vorteile vereint. Es ist gut verarbeitet, verbraucht bei der Lagerung nur wenig Platz und ermöglicht ein angenehmes Laufen. Das Pad arbeitet auch im Dauerbetrieb sehr leise, die akustischen Signale stellen wir per Knopfdruck ab. Die angegebene Belastbarkeit ist mit 150 Kilogramm ungewöhnlich hoch, zumal das Pad selbst mit gut 20 Kilogramm eher ein Leichtgewicht ist. Uns hat dieses Walkingpad rundum überzeugt.
+ Vorteile
- gutes Gesamtkonzept
- hohe Belastbarkeit
- akustische Signale abstellbar
- Training mit Steigung möglich
- integrierter Schrittzähler
- guter Preis
– Nachteile
- Lauffläche relativ schmal
2. Robuster Zwitter fürs Laufen und Gehen: Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+
Der erste Eindruck: Beinahe 50 Kilogramm Gewicht erreichen uns mit dem Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+ per Post. In Anbetracht des Gewichts ist der Lieferant nicht bereit, das Gerät zu uns in den ersten Stock zu bringen. Zu zweit gelingt die „letzte Meile“ schließlich, was auch für Sie als potenzielle Käufer heißt: Hier ist zwingend Unterstützung gefragt. Das liegt vor allem daran, dass das Kingsmith-Gerät Walkingpad und echtes Laufband in einem ist. Wir haben uns für dieses Produkt entschieden, weil der Hersteller im Online-Handel zum Beginn des Tests ausgesprochen beliebt war und uns die Frage interessiert hat, ob der hybride Modus Mehrwert oder Makel ist.
Bis das Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+ betriebsbereit ist, dauert es eine, höchstens zwei Minuten länger als bei den getesteten Konkurrenten. Der Unterschied ist also gar nicht so groß. Neben der gewohnten Stromversorgung von Gerät und Batterie kommt beim klappbaren Hybriden noch das Ausklappen hinzu. Dafür müssen wir zunächst den Handlauf ganz ausziehen, um Platz für die zweite Hälfte der Laufbandfläche zu schaffen. Das Ausklappen selbst gelingt problemlos, jagt uns aber einen großen Schrecken ein: Es klingt, als hätten wir das stabile Tuch durchgerissen. In der Betriebsanleitung heißt es dazu: „Möglicherweise hören Sie beim Ausklappen des Laufbretts ein reißendes Geräusch und spüren beim Betreten des Laufgurts einen kleinen Spalt. Diese Geräusche sind normal und verschwinden bei fortgesetztem Gebrauch.“ Die Sätze dürften dem Support-Team schon viele Anrufe erspart haben, und tatsächlich tritt das Geräusch bereits bei der dritten Anwendung nicht mehr auf.
Zum Lieferumfang des Walkingpads von Kingsmith gehören neben der reduzierten Fernbedienung mit Knopfzelle und Armband, je einem Netzkabel nach UK- und EU-Standard, dem Benutzerhandbuch, dem Silikonöl und dem Inbusschlüssel auch zwei schwere Handgriffe und ein Sicherheitsschlüssel. Die Handgriffe benötigen wir nur im Laufband-Modus, während der Sicherheitsschlüssel in allen Modi obligatorisch ist. Auch beim Gehen mit bis zu 6 km/h müssen wir den Schlüssel in den dafür vorgesehenen Schlitz stecken. Leider befindet sich dieser an der Stütze, die im Walking-Modus flach auf dem Boden liegt. Das Sicherheitsfeature wird damit eher zur Stolperfalle als zum Retter in der Not.
Von dieser Kleinigkeit mal abgesehen, spielt das Gerät optisch und haptisch in einer neuen Liga. Alles ist massiv und vertrauenserweckend. Das breite Laufband lädt uns geradezu dazu ein, es ausgiebig zu nutzen.
Im Testbetrieb: In unserem Test konzentrieren wir uns aufs Gehen mit bis zu 6 km/h. Wir benutzen dafür wahlweise den M-Modus, also den manuellen Modus, oder den A-Modus, den Automatikmodus. Manuell bedeutet, dass wir die Plus- oder Minus-Taste an der Fernbedienung drücken, um das Tempo zu regulieren. Das geht in Schritten von 0,5 km/h, was deutliche Sprünge bedeutet und eher zum Lauf-Modus mit bis zu 12 km/h passt, um schnell auf Tempo zu kommen.
Das Gehen auf dem Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+ macht richtig Spaß. Wir bekommen schnell viele Schritte zusammen und der Automatikmodus gehört zu den Test-Highlights schlechthin. Er basiert auf einer Fußerkennung, die bewirkt, dass das Band beim Gehen im vorderen Bereich die Geschwindigkeit erhöht und im hinteren verlangsamt, – ganz ohne Knöpfe zu drücken.
Der hohe Laufkomfort entsteht beim Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+ nicht unbedingt durch innovative Extravaganzen bei der Dämpfung, sondern durch die üppige Lauffläche, die grundsolide Bauart und das große, helle Display. Wir empfinden das Gerät zudem als ausgesprochen leise, was die 33 bis 54 Dezibel bei unserer Messung bestätigen. Im unteren Tempobereich nehmen wir kaum wahr, dass der Motor seine Arbeit verrichtet. Bei der Erstnutzung gab es allerdings einen hellen Oberton, der später wieder verschwand und dessen Ursache wir nicht ermitteln konnten. Irritiert hat uns auch, dass die Anzeige gelegentlich „nachlief“, also das Band stand, das Display aber dennoch wechselnde Werte anzeigte.
App: Kingsmith löst Sonderwünsche seiner Kundschaft über die „KS Fit“-App und vermeidet es damit, die Fernbedienung zu überfrachten. In der App variieren wir nicht nur das Tempo bequem in 0,1‑Schritten, sondern schalten auch störende Töne und Lichteffekte ab oder aktivieren die Kindersicherung. Dazu gibt es persönliche Trainingspläne, Kurse und motivierende Bestenlisten. Die App, die vorrangig zur Steuerung dient, ist kostenlos.
Lagern: Das hybride Gerät zu verstauen, bedarf guter Planung. Tatsächlich ist das hohe Gewicht dank der kleinen Rollen im vorderen Bereich gar nicht so entscheidend, ganz wie bei einem Rollkoffer. Wir heben das Walkingpad im eingeklappten Zustand hinten leicht an und bugsieren es dann dank der Rollen einfach durch die Wohnung. Bei uns gibt es zwischen Einsatz- und Ablageort allerdings auch weder Stufen noch Teppiche. Wenn wir das Pad flach lagern, sind in der Höhe mindestens 20 Zentimeter an Freiraum erforderlich, besser noch etwas mehr, um das Rangieren zu erleichtern. Wir stellen es einfach senkrecht in die Ecke.
Fazit: Das Kingsmith WalkingPad Treadmill R3 Hybrid+ ist ein hochwertiges Produkt. Das hohe Gewicht zahlt auf die Stabilität und die Verarbeitungsqualität ein. Für alle, die vorrangig ein Walkingpad für den Schreibtisch suchen, würden wir es dennoch nicht unbedingt empfehlen. Das liegt nicht an Mängeln, das Pad ist dafür schlicht „überqualifiziert“ und zu teuer. Wir haben es als vollwertiges Laufband mit Walking-Modus erlebt, nicht unbedingt als Walkingpad mit Lauf-Erweiterung. Der Kauf lohnt sich für alle, die regelmäßig auf einem Gerät gehen und laufen wollen. Auch unterschiedliche Wünsche von mehreren Familienmitgliedern erfüllen Sie damit.
+ Vorteile
- exzellente Verarbeitung
- kostenlose App zur Steuerung
- Klappmechanismus und Möglichkeit zur vertikalen Lagerung
- großer Funktionsumfang durch Hybrid-Ansatz
- innovative Steuerung über Schritterkennung
– Nachteile
- hohes Gewicht
- Zwang zum Sicherheitsschlüssel im Geh-Modus
3. Design-Tipp fürs Wohnzimmer: Skandika Nordik K6-H
Der erste Eindruck: Das Skandika Nordik K6-H kommt in einem stabilen Karton bei uns an. Mit gut 25 Kilogramm konnte der Tester ihn gerade noch allein handhaben. Nach dem Lösen der Klebebänder treffen wir auf eine echte Schönheit. Der Rahmen dieses Walkingpads ist aus massivem Eichenholz gefertigt, was dem Gerät die Anmutung eines hochwertigen Möbelstücks verleiht. So stellen wir uns Technik vor, die gegen harte Konkurrenz um einen Platz in Wohn- oder Arbeitsräumen kämpft. Prädikat: absolut homeoffice-tauglich.
Eine Aufbauphase gibt es quasi nicht. Im Falle von Wacklern könnten wir die Füße verstellen, aber das Laufband steht von Beginn an sicher auf dem Parkett. Mit wenigen Handgriffen ist es mit dem Strom verbunden. Auch die Verbindung zur Fernbedienung klappt auf Knopfdruck tadellos.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Walkingpad, Fernbedienung nebst Knopfzelle und Halteband sowie einer übersichtlichen Bedienungsanleitung auch ein Inbusschlüssel und ein Fläschchen mit Schmiermittel. Beides benötigen wir zu diesem Zeitpunkt nicht: Das Laufband ist ab Werk entsprechend vorbereitet; es läuft im Wortsinn wie geschmiert. Der Schlüssel wiederum käme zum Einsatz, um das Band über zwei Stellschrauben mittig zu justieren, falls es nach links oder rechts driften sollte. Auch das ist bei unserem Testgerät nicht nötig.
App: Wir folgen der Empfehlung im Booklet und laden uns zunächst die „Kinomap“-App herunter. Sie ist mit dem Walkingpad von Skandika kompatibel, was unter anderem bedeutet, dass wir uns mit Standortanzeige auf ausgewählten Routen bewegen. Um die App zu nutzen, müssen wir einen Account erstellen. Anschließend startet eine kostenfreie Testphase der Vollversion, laut Skandika mit einer Laufzeit von 60 Tagen. Laut App sind es üblicherweise 14. Für die meisten Nutzer des Walkingpads dürfte die App aber ohnehin ein Add-on bleiben, denn beim Walking am Schreibtisch zeigt unser Bildschirm eher Dokumente in Bearbeitung oder Gesprächspartner an, selten schöne Strecken in Städten und Landschaften.
Im Testbetrieb: Das Walkingpad deckt einen Geschwindigkeitsbereich von 1 bis 6 km/h ab, den wir in 0,1-Schritten einstellen. Hatten wir anfangs gedacht, dass ein höheres Tempo wünschenswert wäre, werden wir jetzt eines Besseren belehrt. Beim Arbeiten kommen uns schon 5 km/h rasant vor, meist sind wir im Arbeitsmodus nur mit 2 km/h unterwegs. Dafür bietet auch die Fernbedienung eine sehr praktische Funktion: Während wir üblicherweise über die Plus- oder Minustaste für mehr oder weniger Tempo sorgen, gibt es für 2 und 4 km/h einen Extra-Knopf. Ein Druck darauf und das Laufband wechselt automatisch auf die gewünschte Geschwindigkeit.
In puncto Laufkomfort kann das Skandika Nordik K6-H unsere Erwartungen erfüllen. Wir fühlen uns beim Gehen sicher. Breite und Länge des Bandes sind völlig ausreichend, auch bei einer Körpergröße von fast 1,90 Metern. Wir laufen darauf gleichbleibend angenehm. Steigungen sind mit diesem Pad nicht zu bewältigen, denn dafür fehlt die mechanische Möglichkeit zur Schrägstellung. Das kann für sportliche Nutzer ein Nachteil sein.
Skandika gibt an, dass die Lautstärke des Bandes beim Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h auf 61,9 dB steigt. Wir bleiben bei unserer Messung auf Ohrenhöhe mit 55 dB sogar deutlich darunter. Auf der niedrigsten Geschwindigkeit sind es nur 36 dB, was einem zarten Blätterrascheln entspricht. Mit diesem Laufband werden wir weder Bürokollegen noch Nachbarn stören, jedenfalls nicht durch das Geräusch im Dauerbetrieb. Das Piepen beim Start, inklusive Countdown von 3 auf 1 und bei jeder Änderung, wäre da schon eher als Ärgernis geeignet. Wir haben keine Möglichkeit gefunden, es abzustellen.
Die dreigeteilte LED-Anzeige des Walkingpads ist mit ihren hellen Ziffern gut lesbar. Sie zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegte Distanz, den Kalorienverbrauch und die absolvierte Trainingszeit an. Einen Schrittzähler gibt es nicht. Den könnten die Fans der 10.000-Schritte-pro-Tag-Maßgabe tatsächlich vermissen. Bei unseren (nicht repräsentativen!) Umfragen im Bekanntenkreis, wer denn ein Walkingpad besitzt und wenn ja, warum, kam relativ häufig: um trotz Schreibtisch-Job auf meine tägliche Schrittzahl zu kommen.
Lagern: Dank der kleinen Rollen vorn links und rechts am Gerät ist die Beförderung leicht: Wir heben das Pad hinten an und rangieren es dann wie eine Schubkarre mühelos. Menschen mit einem hochflorigen Teppich könnten allerdings Probleme bekommen. Die Bodenfreiheit ist begrenzt und die Rollen sind mit einem Durchmesser von rund drei Zentimetern relativ klein. Da Walkingpads eher auf harten Böden stehen sollten, spielt das in der Praxis höchstens beim Verstauen eine Rolle. Bei Nichtbenutzung schieben wir dieses flache Walkingpad etwa unter die Couch. Wenige Zentimeter Höhe genügen. Auch das Lagern auf einer der stabilen Längsseiten ist denkbar, beispielsweise zwischen Wand und Schrank.
Fazit: Das Nordik K6-H ist ein robustes, platzsparendes Walkingpad mit edlem Design. Es passt damit auch in Wohnräume, ist also wie fürs Homeoffice gemacht. Die Lauffläche ist gut gedämpft und hat die nötige Größe. Wir haben die Lautstärke nicht als störend empfunden, das Piepen bei der Nutzung neuer Funktionen könnte aber ein Nachteil sein. Positiv ist, dass wir die Geschwindigkeit präzise in 0,1 km/h-Schritten regulieren. Der Bereich bis 6 km/h reicht dabei völlig aus. Wer schneller unterwegs sein will, benötigt ein Laufband, kein Walkingpad.
+ Vorteile
- tolle Optik mit Massivholz-Rahmen
- gute Verarbeitung
- durchdachte Fernbedienung mit Fix-Geschwindigkeiten
– Nachteile
- kein Schrittzähler
- keine Steigungen
- Töne nicht abstell- oder regulierbar
4. Günstige Alternative: Superun Home Treadmill BA10-B
Der erste Eindruck: Das Walkingpad aus der BA-Serie von Superun kostet keine 120 Euro, bekommt aber regelmäßig gute Bewertungen. Bei einigen Parametern – zum Beispiel bei der Belastbarkeit mit 136 Kilogramm – liegt es sogar vor der Konkurrenz. Viel Laufband für wenig Geld somit, wo ist der Haken? Der erste kritische Blick offenbart keine Auffälligkeiten. Das Gerät ist sehr kompakt, wiegt knapp 16 Kilogramm und ist damit gut zu handhaben. Der Abstand zwischen Laufband und Gehäuse fällt etwas größer aus als bei den anderen Testgeräten, aber es geht um Millimeter und ist deshalb eher eine Randbemerkung.
Etwas verwirrend für uns ist: Wir haben bei Amazon ein BA04 zum Testen bestellt und erhalten als Lieferung ein BA10, während sich auf der .de-Website von Superun nur ein BA06 und BA07 und auf der .com-Seite neben dem BA07 noch ein BA09 und BA16 befinden. Lustige Zahlenspiele … Aber da 10 > 4, freuen wir uns beim BA10 ja vielleicht sogar über ein kostenfreies Upgrade. Die Produktbeschreibung suggeriert zumindest keine Abstriche.
Zum Lieferumfang des BA10-B gehören neben dem Walkingpad auch die Fernbedienung mit winzigem Schraubenzieher und Knopfzelle, ein Fläschchen mit Schmiermittel, ein Inbusschlüssel, die Bedienungsanleitung und ein Quick & Easy Guide. Der Quick Guide ist in Englisch, die Bedienungsanleitung auch in Deutsch, allerdings in einer sehr unsauberen Übersetzung.
Im Testbetrieb: Wir drückten den An/Aus-Knopf auf der Fernbedienung. Er befindet sich mittig zwischen den Plus- und Minusknöpfen, mit denen wir die Geschwindigkeit regulieren. Weitere Knöpfe gibt es nicht, was wir durchaus als angenehm empfinden. Das Walkingpad von Superun verfügt über ein Display, in dem die Werte für Geschwindigkeit, Zeit, Distanz und Kalorien im 5-Sekunden-Rhythmus wechseln. Besteht eine Bluetooth- beziehungsweise WLAN-Verbindung, leuchten die entsprechenden Symbole. Die Anzeige ist relativ matt und der Wechsel der Zahlen beim Laufen ist für uns nur schwer zu verfolgen. Hier macht sich der günstige Preis dann wohl doch bemerkbar.
Im Test haben wir mit dem Laufband keine Probleme. Es ist mit 38 bis 58 dB relativ leise, wir haben den Geräuschpegel nie als störend empfunden. Bei den Signaltönen ist allerdings genau das Gegenteil der Fall: Sie sind sehr laut eingestellt und das können wir auch nicht ändern. Das Band läuft, ohne zu ruckeln. Auch mit ausgeklappten Füßen im Steigungsmodus hatten wir ein gutes und sicheres Laufgefühl. Ein Manko ist, dass die niedrigste Geschwindigkeit bei 1,5 km/h liegt. Für ein langsames Dahinschreiten während einer Videokonferenz ist uns das schon zu schnell.
App: Wenn wir den Funktionsumfang erweitern wollen, brauchen wir die Verbindung zur PitPat-App, die via Bluetooth über jedes Smartphone leicht gelingt. Für das Gehen am Schreibtisch benötigen wir die Daten aber nicht unbedingt, und wenn doch, nutzen wir die kostenlose App, über die wir das Training auch steuern. Wer bezahlt, bekommt Zugang zu Wettbewerben mit Gewinnchancen, Analysen, KI-Trainingsplänen und erweiterten Inhalten. Die Kosten liegen bei circa zehn Euro im Monat. Es gibt aber einen Gratismonat, den wir empfehlen, denn sehr übersichtlich ist die App-Gestaltung nicht.
Lagern: Die Lagerung des Walkingpads ist nur liegend, also waagerecht, möglich. Dank der geringen Höhe und der kompakten Maße sollten Sie aber einen Platz unter dem Bett oder Schrank finden.
Fazit: Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Superun Home Treadmill BA10-B überzeugt. Wer auf Nice-to-have-Funktionen verzichtet, dürfte mit diesem Sparmodell gut über die Runden kommen. Der unterste Geschwindigkeitsbereich fehlt allerdings und wir empfehlen, nach Möglichkeit vor dem Kauf zu testen, ob das für die eigenen Nutzungsgewohnheiten ein Nachteil ist. Tests zur Langlebigkeit haben wir selbst nicht durchgeführt, aber auch keine Häufung negativer Äußerungen in den einschlägigen Portalen dazu gefunden.
+ Vorteile
- sehr niedriger Preis
- hohe Belastbarkeit
- kompakte Bauweise und geringes Gewicht
– Nachteile
- relativ kleine Lauffläche
- Minimaltempo bei 1,5 km/h
- gewöhnungsbedürftiges Display
- Signaltöne nicht abstellbar
5. Ordentliches Walkingpad aus Berlin: Sportstech sWalk Lite
Der erste Eindruck: Die Berliner Firma Sportstech bietet ein breites Portfolio an Laufbändern und Walkingpads an. Das Programm umfasst rund 20 unterschiedliche Geräte, was auch bedeutet: Wenn wir etwas an der Ausstattung vermissen sollten, uns also zum Beispiel eine Klappfunktion oder einen helleren Rahmen wünschen, würden wir bei Sportstech ganz bestimmt fündig. Das sWalk Lite ist für den Betrieb im Homeoffice oder Wohnzimmer optimiert und zählt zu den kleineren Geräten im Test. Die reine Lauffläche ist 40 Zentimeter breit und einen Meter lang, was fürs sichere Gehen genügt. Selbst wenn wir noch rund 20 Zentimeter für den Rahmen addieren, passt das Laufband gut unter fast jedes Pult, den höhenverstellbaren Schreibtisch oder vor den Fernseher.
Das sWalk Lite ist vollständig in Schwarz gehalten und hat im oberen Bereich vier Display-Felder. Wir entdecken auf den ersten Blick keine Besonderheiten, was sich allerdings ändert, sobald wir es mit dem Strom verbunden haben. Später mehr dazu. Zum Lieferumfang gehören eine Fernbedienung mit Knopfzelle, ein Inbusschlüssel mit Kreuzschlitzschraubenzieher, das Netzkabel, die Bedienungsanleitung und vier Pads für die sichere Hochkantlagerung, die nur im Bedarfsfall zum Einsatz kommen. An der Unterseite des Geräts klappen wir zwei kleine Beine aus, um im Trainingsbetrieb eine 6-prozentige Steigung zu simulieren.
Im Testbetrieb: Nachdem wir das sWalk Lite sicher auf das Parkett gebracht haben, wird deutlich, dass das Laufband nicht mittig verläuft. Wir greifen zur Bedienungsanleitung, die darüber Aufschluss gibt, wie in solchen Fällen zu verfahren ist. Es geht um eine leichte Drehung mit dem Inbusschlüssel, eine Sache von Sekunden. So straffen wir das Band, wenn es mal stocken sollte. Mit dem Anschluss an den Strom und der Betätigung des Hauptschalters leuchtet vorn über die gesamte Breite ein blaues Leuchtband auf. Später im Training stellen wir fest, dass es je nach Geschwindigkeit seine Farbe wechselt – in sieben Stufen von Blau über Türkis, Grün, Hellgrün und Gelb hin zu Rot und Magenta. Das innovative Lichtkonzept dürfte vor allem bei einer Nutzung vor dem Fernseher zum Tragen kommen, da hier kein Schreibtisch die Sicht verdeckt. Auf Wunsch schalten Sie es aber auch ganz ab, per Knopfdruck auf der Fernbedienung. Die Pieptöne durften wir jedoch weder in ihrer Lautstärke verändern noch abschalten. Interessant für alle Besitzer eines Pulsgurts oder einer kompatiblen Smartwatch: Sie verbinden die Geräte via Bluetooth, womit auch das Lichtkonzept wechselt. Statt der Geschwindigkeit richtet sich die Farbe jetzt nach der persönlichen Pulsfrequenz.
Wir gehen davon aus, dass die meisten ihr Walkingpad dafür nutzen, um das ewige Sitzen zu vermeiden und „nebenbei“ aktiv zu sein, ohne gleich ein Fitnesstraining zu absolvieren. Dafür muss sich das Pad möglichst leise in der gewünschten Geschwindigkeit bewegen. Wir wollen uns beim Gehen sicher fühlen und keine Probleme mit den Gelenken bekommen. All das kann das Sportstech sWalk Lite erfüllen. Wir konnten die Geschwindigkeit in Schritten von 0,1 km/h frei wählen oder eines der vorgefertigten Trainingsprogramme auf dem Gerät nutzen. Auch diese Programme passen Sie individuell an Ihre Bedürfnisse an. Die Bedienung über die Fernbedienung funktioniert intuitiv. Bei der Lautstärke haben wir je nach Geschwindigkeit zwischen 38 und 57 dB gemessen.
App: Sportstech bietet mit „Sportstech Live“ eine eigene App an, über die wir zahlreiche Inhalte bis hin zu Rezepten abrufen und das Walkingpad bedienen. Mit Nutzung der App – die Basisversion ist kostenfrei – wandert die Anzeige über das Handy-Display auch am Schreibtisch wieder in den sichtbaren Bereich. Wir stellen über die App unter anderem die Farbe des LED-Lichts unabhängig von anderen Parametern individuell ein – und nach dem Workout auf dem Walkingpad gibt es motivierende Worte wie „starke Leistung“. Ein Nachteil ist, dass es für die Synchronisation mit anderen Geräten wie dem iPhone ein Abo (Sportstech Live+) erfordert, das mit 10,99 Euro monatlich oder umgerechnet 7,49 Euro bei einem Jahresabo zu Buche schlägt. Wir hatten im Test das Problem, dass die App-Anmeldung mehrfach nicht funktionierte. „Etwas ist schiefgelaufen“, hieß es dann. Letztlich klappte es aber doch.
Lagern: Mehr als ein Gimmick ist die Möglichkeit, das Walkingpad hochkant rutschfest zu lagern. Dafür haben wir zwei der vier mitgelieferten Gummifüße an der vorderen Schmalseite des Geräts angeschraubt. Schrauben und Schraubenzieher waren bei der Lieferung ebenfalls mit dabei. Die senkrechte Lagerung ist allerdings nur ohne angeschlossenes Netzkabel möglich.
Fazit: Das Sportstech sWalk Lite ist gut verarbeitet und hat uns nicht enttäuscht. Das Lichtkonzept ist eine positive Überraschung und als „Ambiente-Licht“ mit Funktion ein Kaufargument. Mit seinen kompakten Maßen und der Möglichkeit zur platzsparenden Lagerung sehen wir das Sportstech sWalk Lite als lohnende Anschaffung. Alle, die bereit sind, in ein Abo zu investieren, erhalten zusätzlich Zugang zu einer Vielzahl von Trainingsplänen und anderen Inhalten. Die persönlichen Gesundheitsdaten lassen sich dann auch geräteübergreifend synchronisieren.
+ Vorteile
- kompakte Form und gute Verarbeitung
- innovatives Lichtkonzept
- Training mit sechs Prozent Steigung möglich
- platzsparende, auch senkrechte Lagerung
– Nachteile
- akustische Signale nicht abstellbar
Walkingpad: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Worauf sollte ich beim Kauf eines Walkingpads achten?
Entscheidend sind die Größe und Dämpfung der Lauffläche, die Lautstärke, die Belastbarkeit, die Lautstärke, die Kraft und die Langlebigkeit des Motors sowie das gute Handling. Hinzu kommen Kriterien, die sich nach den individuellen Ansprüchen richten. Das Spektrum reicht von der Optik und Funktionen wie dem Steigungswinkel bis hin zur Kompatibilität bestimmter Apps.
Worin unterscheiden sich Walkingpads und Laufbänder?
Walkingpads sind leichter gebaut als klassische Laufbänder. Auf seitliche Griffe verzichten die Hersteller meist, da es sie bei einer moderaten Geschwindigkeit nicht braucht. Ein Walkingpad ist fürs Gehen gemacht, auch sehr zügiges Gehen, aber eben nicht fürs Joggen. Die meisten Geräte sind mit einem Gewicht um die 20 Kilogramm noch gut zu handhaben und platzsparend verstaubar.
Wie hoch ist das Tempo bei einem Walkingpad?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt meist bei 6 km/h. Zum Joggen reicht das nicht, aber wer das Walkingpad am höhenverstellbaren Schreibtisch nutzt, braucht kein höheres Tempo. Weit wichtiger ist die Möglichkeit zur präzisen Regulierung, idealerweise mit Abstufungen von 0,1 km/h.
Brauche ich auf dem Walkingpad spezielles Schuhwerk?
Mit einem guten Laufschuh macht das Gehen vielleicht noch mehr Spaß, benötigt werden sie aber nicht. Ob Budapester, Socken oder gleich ganz barfuß: Alles ist möglich und hat seine Fans.
Kann ich das Walkingpad per App betreiben?
Walkingpads sind in der Regel webkompatibel. Das gilt auch für alle Produkte in unserem Test. Hersteller wie Kingsmith oder Sportstech bieten eigene Apps an, andere setzen auf die Konnektivität zu Drittanbietern. In den meisten Fällen nutzen Sie die Apps in der Basisversion kostenfrei, während Premium-Inhalte extra kosten. Im Abo sind es oft ungefähr zehn Euro im Monat. Viele Walkingpads lassen sich auch via App steuern.
Wie aufwendig sind Pflege und Wartung des Walkingpads?
Walkingpads gelten als pflegeleicht. Drei Punkte sollten Sie beachten:
- Sie sollten das Gerät aus hygienischen Gründen nach dem Training oder mindestens einmal wöchentlich mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abwischen.
- Um einen möglichst reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, muss das Band zudem gelegentlich geölt werden. Die Hersteller empfehlen reines Silikonöl, ein Fläschchen gehört zum Lieferumfang. Das Öl tropfen Sie seitlich unter die Lauffläche, die Bewegung des Laufbands verteilt es später von selbst. Die genaue Vorgehensweise finden Sie in der Bedienungsanleitung. Wie oft Sie ölen sollten, richtet sich nach der Nutzungsdauer. Ein Richtwert liegt bei 50 Betriebsstunden. Bei einer wöchentlichen Nutzung von fünf Stunden wäre das Ölen also nach rund 2,5 Monaten fällig.
- Spannung und Geradeauslauf des Walkingpads stellen Sie über zwei Schrauben ein und justieren jederzeit nach. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Band zu rutschen beginnt, also nicht richtig greift oder nach links oder rechts abdriftet und schleift, ziehen Sie die Schrauben mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel einfach etwas fester an.