Koffein-Kombi
Mahlen, brühen, glücklich sein: Fünf Kaffeemaschinen mit Mahlwerk im Test

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Der stern-Kaufkosmos-Test
Frisch gemahlen & gebrüht: Ist die Kaffeemaschine mit Mahlwerk eine Alternative zu Siebträger und Vollautomat? Der stern-Test
© Jan Sägert / stern

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Mit frisch gemahlenen Bohnen und direkt aufgebrüht schmeckt Filterkaffee am besten. Welche Kaffeemaschine mit Mahlwerk diesen Anspruch am besten erfüllt, zeigt der stern-Test.

Ein Tag ohne unser morgendliches Koffeinsüppchen ist möglich, aber sinnlos. An die Künste eines Baristas reichen wir in der Redaktion nicht heran. Kaffeemaschinen mit Mahlwerk vielleicht schon. Ihr Clou: Ein integriertes Mahlwerk zerkleinert die Bohnen frisch und brüht sie sofort auf. Das verspricht mehr Aroma als fertig gemahlener Kaffee und weniger Pulver auf der Arbeitsfläche als bei einer separaten Mühle. Fünf Modelle haben wir getestet: Sie mahlen die Bohnen frisch, brühen sie unmittelbar auf und lassen den Filterkaffee in eine Glas- oder Thermoskanne tröpfeln. Welches Gerät am besten abschneidet, lesen Sie im stern-Kaufkosmos-Test Kaffeemaschine mit Mahlwerk.

Diese Kaffeemaschinen mit Mahlwerk haben wir getestet

  1. Philips All-in-1 Brew HD7900 zum Shop
  2. Severin KA 4813 zum Shop
  3. Melitta Aroma Fresh Therm Pro X zum Shop
  4. Russell Hobbs Grind & Brew zum Shop
  5. Beem Fresh Aroma Perfect III zum Shop

Diese Modelle sind auch einen Blick wert

Folgende Kaffeemaschinen mit Mahlwerk haben wir nicht getestet: Bei der Recherche fielen uns die Geräte aber ins Auge. Deshalb möchten wir sie an dieser Stelle ebenfalls kurz vorstellen.

Testergebnis: Diese Kaffeemaschine hat uns umgehauen

Mit Geschmackssache hatte das Ergebnis unseres Tests zwar auch – aber bei Weitem nicht nur – zu tun. Letztlich lag das beste Gesamtpaket im stern-Kaufkosmos-Test von Kaffeemaschinen mit Mahlwerk knapp mit dem Ausgießer vorn. Philips hat bei der All-in-1 Brew HD7900 fast alles bedacht, was für Alltags-Kaffeetrinker:innen wichtig ist. 

Und das Ganze auch technisch gut umgesetzt. Allein die fehlende Thermoskanne kreiden wir den Niederländern negativ an. Das Mahlwerk war das mit Abstand leiseste im Test, der Wassertank ist abnehmbar und der Kaffee kommt heiß, aber trinkbar aus der Maschine. Besonderer Clou: Im separierten Bohnenbehälter ist Platz für zwei verschiedene Bohnenarten – zum Beispiel für eine Sorte entkoffeinierte einerseits und eine klassische Arabica-Bohne andererseits.

Nur eine Kaffeebohne dahinter sicherte sich die Melitta Aroma Fresh Therm Pro X unser Prädikat „Design-Tipp“. Der schlanke Wassertank und die Struktur am Gehäuse gefielen uns am besten. Allerdings bauchen Interessenten dicke Wände: Das Scheibenmahlwerk ist mit 82,5 dB in der Spitze eins der lautesten im Test. Dafür tropft der Kaffee zügig durch den Papierfilter in die Thermoskanne. Manko gegenüber dem Testsieger: Der Bohnenbehälter ist fest verbaut. Immerhin assistiert die Maschine beim Entkalken.

Keine zwei Meinungen gab es im Kampf um die Preis-Leistungs-Krone. Die geht an die Severin KA 4813, die im Angebot schon für etwas mehr als 100 Euro zu haben ist (Stand: 13. Mai 2026). Dafür bekommen Filterkaffee-Fans eine zwar etwas behäbige, dafür aber leicht zu bedienende Maschine, die ein Heißgetränk mit gutem Aroma kreiert. Auch das unvermeidbare Putzen klappt mit überschaubarem Aufwand.

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© Domenic Driessen

Über den Tester

Ein Tag ohne Kaffee ist möglich, aber sinnlos – findet der Autor dieses Tests – frei nach Loriot. Ein Kaffee-Gourmet ist er nicht, etwas mehr als die in heißes Wasser gerührten Instantkrümel darf es aber schon sein. Bisher klappte das mit einer French Press nebst elektrischer Kaffeemühle hervorragend. Die stieß bei Familienfesten jedoch schnell an ihre Grenzen, sodass die ausrangierte Filterkaffeemaschine aus der Kammer einspringen musste. Für einen Siebträger oder gar einen Kaffeevollautomaten fehlt der Platz. Höchste Zeit also für einen besseren Plan B. Ob eine Kaffeemaschine mit Mahlwerk die Lösung ist, zeigt der stern-Vergleich mit fünf aktuellen Modellen, die erst die Bohnen mahlen und das Kaffeemehl danach direkt überbrühen können.
Weitere Informationen über Jan Sägert

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Vergleichstabelle Kaffeemaschine mit Mahlwerk

Preis
Testsieger
Philips All-in-1 Brew
Philips All-in-1 Brew*
1.
Preis-Leistungs-Tipp
Severin KA 4813
Severin KA 4813*
2.
Designtipp
Melitta AromaFresh Therm Pro X
Melitta AromaFresh Therm Pro X*
3.
Russell Hobbs Grind & Brew
Russell Hobbs Grind & Brew*
4.
Beem Fresh Aroma Perfect III
Beem Fresh Aroma Perfect III*
5.
Melitta EPOS
Melitta EPOS*
6.
Krups Grind Aroma KM8328
Krups Grind Aroma KM8328*
7.
Barista Kaffeemaschine mit Mahlwerk | Filterkaffeemaschine mit Glaskanne | 900W Filtermaschine mit Touchdisplay & Timerfunktion für bis zu 10 Tassen | 1,25 Liter Kaffeekanne | Für Bohnen & Pulver
Barista Kaffeemaschine mit Mahlwerk | Filterkaffeemaschine mit Glaskanne | 900W Filtermaschine mit Touchdisplay & Timerfunktion für bis zu 10 Tassen | 1,25 Liter Kaffeekanne | Für Bohnen & Pulver*
8.
€ 186,99
123,99 €
€ 205,56
€ 134,99
Zum Anbieter
€ 279,95
133,00 €
142,49 €
Bewertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung
Max. Leistungsaufnahme 1000 Watt 1000 Watt 1080 Watt 1000 Watt 1000 Watt 1515 Watt 1000 Watt 900 Watt
Volumen Wassertank 1,25 Liter 1,37 Liter 1,1 Liter 1,5 Liter 1,25 Liter 1 Liter 1,25 Liter 1,25 Liter
Wassertank abnehmbar -
Aufheizzeit 26 s 25 s 90 s 50 s 60 s k.A. k.A. k.A.
Gewicht 4,2 kg 4,45 kg 4,0 kg 4,83 kg 4,47 kg 4,6 kg 4,57 kg k.A.
Abmessungen (H x B x T) 430 x 270 x 245 mm 430 x 215 x 315 mm 463 x 268 x 252 mm 430 x 270 x 210 mm 440 x 220 x 300 mm 357 x 359 x 311 mm 430 x 216 x 328 mm 340 x 220 x 280 mm
Geräuschpegel Mahlwerk 78 dB 83,5 dB 82,5 dB 81 dB 81,5 dB nicht getestet nicht getestet nicht getestet
Display/Bedienung Tasten LED-Touchscreen TFT-Farbdisplay LCD/Tasten Touch-Display Touchpanel LED mit Bedienfeld LED-Touchscreen
Brühsystem Filterbrühung mit Aroma-Twister Filterbrühung Filterbrühung Filterbrühung Filterbrühung Pour-over Filterbrühung Filterbrühung
Mahlwerkstyp Kegelmahlwerk Edelstahl-Kegelmahlwerk Scheibenmahlwerk (Keramik) Kegelmahlwerk Kegelmahlwerk Kegelmahlwerk Kegelmahlwerk Kegelmahlwerk
Anzahl der Mahlgrade 3 - 11 3-5 3 7 stufenlos einstellbar k.A.
Volumen Bohnenbehälter 450 g (2 Behälter) 200 g ca. 180 g ca. 200 g ca. 180 g 125 g 180 bis 200 g 180 bis 200 g
Timer
Kannenart Glaskanne Glaskanne Thermoskanne Thermoskanne Thermos- und Glaskanne Glaskanne Glaskanne Glaskanne
Filtertyp Dauerfilter Dauerfilter Papier Papier Permanent-Goldfilter Papier Papier Permanentfilter
Erhältlich bei
186,99 €
229,99 €
224,39 €
123,99 €
138,99 €
139,99 €
-24%
205,56 €
269,99 €
205,56 €
213,90 €
-16%
134,99 €
159,99 €
279,95 €
279,95 €
-33%
133,00 €
199,99 €
133,00 €
133,00 €
135,90 €
-5%
142,49 €
149,99 €

* Herstellerangaben
** Das Gerät wurde uns für den Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. 

So haben wir die Produkte ausgewählt

Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Test der Kaffeemaschinen mit Mahlwerk ausgewählt:

  • Hersteller: In die engere Auswahl kamen zunächst renommierte Hersteller, die sich im Bereich der Kaffeezubereitung etabliert haben und für solide Verarbeitung sowie zuverlässige Technik bekannt sind.
  • Verfügbarkeit: Alle getesteten Kaffeemaschinen sind regulär im Handel erhältlich – sowohl online als auch im Fachhandel – und damit für die meisten Nutzer problemlos zugänglich.
  • Technik: Für den Testpool qualifizierten sich nur Geräte mit Dauer- oder handelsüblichem Papierfilter, Bohnenbehälter und einem integrierten Mahlwerk.
  • Alltagstauglichkeit: Sämtliche Testmaschinen haben einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von mindestens einem Liter.
Kaffeemaschinen mit Mahlwerk: Welches der fünf Testmodelle konnte überzeugen?
Glänzender Auftritt: Fünf beliebte Kaffeemaschinen mit Mahlwerk stellten sich dem stern Kaufkosmos-Test
© Jan Sägert / stern

So haben wir die Kaffeemaschinen mit Mahlwerk getestet

Im ersten Schritt haben wir die Maschinen ausgepackt, die Qualität der verarbeiteten Materialien begutachtet und geprüft, wie stabil die mitgelieferten Kannen sind. Im Anschluss wollten wir herausfinden, wie logisch und intuitiv die Bedienung des Geräts funktioniert. Weitere wichtige Testkriterien: das Gewicht und die Abmessungen der Maschinen.

Ans Eingemachte ging es danach beim Testen des Mahlwerks, bei dem wir den integrierten Bohnenbehälter mit jeweils 60 Gramm identischen Bohnen (Lavazza Rossa) füllten, die gewünschte Stärke auf „Mittel“ einstellten und auf einem mittleren Mahlgrad die Mahlund die Lautstärke überprüften. Hierbei achteten wir zudem darauf, wie viel Restkaffee im Mahlwerk verblieb.

Im dritten Teil füllten wir den Wassertank bis zur Acht-Tassenmarke mit frischem und kaltem Leitungswasser und brühten den zuvor gemahlenen Kaffee (60 Gramm) mit einer Filtertüte oder dem Dauerfilter auf. Dabei konzentrierten wir uns darauf, wie lange es dauert, bis der erste Tropfen in der Kanne landet, und wie viel Zeit die Kaffeemaschine mit Mahlwerk insgesamt zum Aufbrühen benötigte. Unmittelbar nach dem Aufbrühen der acht Tassen kontrollierten wir mit einem Lebensmittelthermometer die Temperatur des Kaffees.

In einem Geschmackstest bewertete unser Tester im Anschluss unter anderem das Aroma und die Bitterkeit des frisch aufgebrühten Kaffees.

Nicht beliebt, aber wichtig: Wie schnell und praktisch kann die Maschine gereinigt werden? Hier waren für uns der abnehmbare Bohnen- und Wasserbehälter, ein gut erreichbares Mahlwerk und der Tropfstopp sowie das Reinigen von Filter oder Filteraufnahme die wichtigsten Kriterien. Pluspunkte gab es für automatische Reinigungsoptionen.

Der Testablauf im Überblick

  1. Unboxing/Verarbeitung/Aufbau
  2. Mahlwerk-Test
  3. Brühvorgang
  4. Verkostung/Kaffeequalität
  5. Reinigung & Alltagstauglichkeit

1. Testsieger: Philips All-in-1 Brew HD7900

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Testsiegerin Philips All-in-1 Brew
Technisch durchdacht und vollmundig im Geschmack: Die Philips All-in-1 Brew ist unser Testsieger
© Jan Sägert / stern

Was bei Philips einst mit Glühlampen begann, ist längst zu einem vielfältigen Sortiment für Küche, Bad und Wohnzimmer gewachsen – Kaffeemaschinen inklusive. Vor allem solche für Menschen, die morgens möglichst zügig und unkompliziert eine Tasse Kaffee genießen möchten. Mit der All-in-1 Brew hat Philips eine Maschine auf dem Markt, die Bohnen mahlen und im Anschluss direkt überbrühen kann. Wie schnell das in der Praxis geht und ob das Aroma mit Kaffees aus Vollautomaten mithalten kann, haben wir getestet.

Philips All-in-1 Brew
Philips All-in-1 Brew*
186,99 €
229,99 €
224,39 €

Unboxing/Verarbeitung/Aufbau: Beim Auspacken knistert es gewaltig, denn das gesamte Gerät sowie die Glaskanne und der Deckel für den Wassertank sind separat in Plastik verpackt. Einmal entblättert steht eine Maschine in überwiegend mattem Schwarz mit transparentem (und abnehmbarem) Wasserbehälter und einem Bohnendepot „on top“ vor uns. An den verarbeiteten Teilen gibt es auf den ersten Blick nichts auszusetzen. Der Schwenkarm für den Dauerfilter wurde mit einer Metallic-Blende versehen. Das Gerät steht sicher auf gummierten Füßen. 

Das Bedienpanel unter dem Wassertank ist nicht zu verfehlen. Dazu fällt ein Drehknopf an der Front ins Auge, mit dem zwischen Tassen- und Kannenmodus hin- und hergeschaltet werden kann. Für Fragezeichen sorgt zunächst der in den Deckel des Bohnenbehälters integrierte Drehschalter. Doch dazu später mehr. Direkt verraten können wir, dass der Maschine ein Reinigungspinsel sowie ein Messlöffel beiliegt, falls statt Bohnen mal nur Pulverkaffee im Haus ist. 

Mahlwerk-Test: Philips hat in der All-in-1 Brew ein typisches Kegelmahlwerk verbaut, das seinen Dienst im Test nicht nur zuverlässig, sondern vor allem vergleichsweise leise verrichtet. Das dB-Meter zeigt maximal 78 dB und damit den Bestwert im stern-Kaufkosmos-Test. In weniger als 30 Sekunden rieseln die gemahlenen Bohnen in den Dauerfilter. An der Konsistenz des Mahlguts gibt es nichts auszusetzen. Je nach eingestelltem Mahlgrad wird es etwas feiner oder eben grobkörniger. In jedem Fall ist es gleichmäßig gemahlen. Genial: Kaffeetrinker haben die Wahl zwischen zwei Bohnenkammern. So lässt sich koffeinfreier Kaffee kreieren, ohne dass dafür im Anschluss der Bohnenbehälter geleert werden muss. Aus welcher Kammer sich das Mahlwerk bedient, wird über einen Drehknopf in der Mitte ausgewählt.

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Testsiegerin Philips All-in-1 Brew
Teilen macht Spaß: Philips glänzt bei seiner Maschine mit zwei separaten Kammern für verschiedene Bohnenarten
© Jan Sägert / stern

Brühvorgang: Nicht einmal eine Minute dauert es, bis der erste Tropfen Kaffee in die Kanne fällt. Reicht das, um den Kaffee auf eine gute Trinktemperatur zu bringen? Knapp acht Minuten vergehen, bis der Wassertank leer und die Glaskanne mit dem fertigen Filterkaffee gefüllt ist. Die Menge des Kaffees entspricht exakt der eingefüllten Menge Wasser. Es verdampft also kaum etwas. Eine Trinktemperatur von 84°C zeigt das Thermometer unmittelbar nach dem Durchlaufen. Heißer war kein anderer Kaffee im Test.

Verkostung/Kaffeequalität: Auch der Geschmack des Filterkaffees aus der Philips All-in-1 Brew überzeugt im Test. Wir nehmen keine Bitternote wahr. Das Aroma des frisch gemahlenen und aufgebrühten Kaffees überrascht. 

Reinigung/Alltagstauglichkeit: Das Reinigen der All-in-1 ist Handarbeit. Wer die Betriebsanleitung aufmerksam studiert, entdeckt recht schnell die Clean-Funktion für die Trichterschütte, das reinigungsintensivste Bauteil dieser Maschinen. Für eine frische Kanne Kaffee muss der Dauerfilter entleert und mit Wasser ausgespült werden. Das ist etwas zeitaufwendiger, als bei Maschinen mit Papierfilter. Fürs Entkalken genügt ein Brühvorgang mit flüssigem Entkalker oder verdünnter Essiglösung.

Testergebnis: Eine einfache, aber sehr praktische Idee, verhalf der Philips All-in-1 Brew zum Testsieg. Dass man auf zwei separate Behälter mit Bohnen zugreifen kann, ist aus unserer Sicht ein , der den Unterschied macht. Dazu glänzte das Gerät technisch und der Kaffee überzeugte bei Trinktemperatur und Geschmack.

➕ Vorteile:

  • zwei Bohnenkammern (für je 225 g Bohnen)
  • abnehmbarer Wassertank
  • leises Mahlwerk
  • perfekte Trinktemperatur
  • aromatischer Kaffee

➖ Nachteile:

  • keine Thermoskanne im Lieferumfang

2. Preis-Leistungs-Tipp: Severin KA 4813

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Severin KA 4813
Preis-Leistungs-Tipp: Die Severin KA 4813 punktet mit ihrer schicken Optik und aromatischem Kaffee
© Jan Sägert / stern

Viel mehr Tradition als bei Severin geht nicht. Seit 1892 entwickelt und produziert das Unternehmen aus dem Sauerland elektrische Haushaltsgeräte. Darunter neben Wasserkochern und Staubsaugern auch Kaffeemaschinen mit Mahlwerk. Für den stern-Kaufkosmos-Test haben wir uns die Severin KA 4813 angeschaut und waren gespannt, ob das günstigste Gerät mit den Premiumprodukten mithalten kann.

Severin KA 4813
Severin KA 4813*
123,99 €
138,99 €
139,99 €

Unboxing/Verarbeitung/Aufbau: Wie die deutlich teurere Philips kommt auch die Maschine von Severin dick eingewickelt aus dem Karton. Immerhin verhindert das akkurate Auspolstern Schäden am Gerät und der Glaskanne. Ausgepackt steht das kompakte Teil stabil auf vier Gummifüßen und das schwarz lackierte Gehäuse macht einen edlen ersten Eindruck. Dafür sorgt insbesondere die verchromte Front mit dem schick eingefassten Touch-Display. Auch die Glaskanne und die Heizplatte wurden mit Edelstahl aufgewertet.

Was ebenfalls direkt auffällt: Der Wassertank ist fest und etwas ungünstig hinter dem Bohnenbehälter verbaut. Beim Einfüllen des Wassers sind Fingerspitzengefühl und Treffsicherheit gefragt. Das sieht man schon vor dem Einschalten. Schön finden wir dagegen, dass der Schwenkarm für den Filtereinsatz elegant über einen Druckknopf geöffnet werden kann. Bedient wird das Gerät via Touch-Display, dessen Symbolik im Wesentlichen selbsterklärend ist. Nur die fiepende akustische Begleitung beim Einstellen der Uhrzeit stresst den Tester.

Mahlwerk-Test: Auch den Severin-Bohnenbehälter füttern wir mit 60 Gramm Kaffeebohnen aus Italien. Für Mahlgrad und Kaffeestärke wählen wir die goldene Mitte, bevor wir die Maschine zum ersten Mal starten. Um die 40 Sekunden lässt sich das bis zu 84 dB laute Kegelmahlwerk fürs Mahlen der eingefüllten Bohnen Zeit. Unabhängig von der auffallend höheren Lautstärke ist das fast doppelt so lange, wie das Gerät von Beem im Test zum Mahlen benötigte. Merkwürdig finden wir, dass der Mahlgrad laut Bedienungsanleitung nur während des Mahlvorgangs verändert werden kann. Wofür dann „+“ und „-“ an dem Drehregler stehen, erschließt sich uns nicht. 

Kaffeemaschine mit Mahlwerk Test: Severin KA 4813
Der Bohnenbehälter ist bei der Severin KA 4813 fest verbaut, die Gummilippe soll das Aroma der Bohnen schützen
© Jan Sägert / stern

Brühvorgang: Umso schneller heizt die Severin danach ein, denn bis der erste Tropfen Kaffee in die Glaskanne fällt, vergehen danach nur noch 25 Sekunden. Mit einer Gesamtbrühzeit von rund achteinhalb Minuten liegt die KA 4813 am Ende des Testfelds. Was das für die Qualität des Kaffees bedeutet, erfahren Sie gleich. 79°C heiß war der Kaffee in der Kanne, nachdem er komplett überbrüht wurde – der Spitzenwert bei den günstigeren Modellen in diesem Test.

Verkostung/Kaffeequalität: Nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich kann die Severin mit den Spitzenmodellen mithalten. Zwar nicht ganz so heiß, dafür aromatisch und mit solidem Körper kommt der Kaffee beim Verkosten aus der Tasse. Bitterstoffe nehmen wir kaum wahr. Dabei haben wir die optionale Blooming-Funktion im Test noch gar nicht berücksichtigt. Hierbei wird das Kaffeepulver vor dem Überbrühen mit heißem Wasser durchfeuchtet, damit es aufquillt und noch intensiver schmeckt.

Reinigung & Alltagstauglichkeit: Fürs Reinigen der KA 4813 sollte etwas Zeit eingeplant werden. Ein Grund: Im Schacht für den Dauerfilter stecken zusätzlich der Filterhalter und ein Plastikdeckel, der auf dem Halter liegt. Alle drei Teile müssen per Hand von Kaffeemehlresten befreit werden. Leider fehlt der Reinigungspinsel. Wer also nicht ohnehin schon einen im Haus hat, sollte sich dieses Werkzeug zulegen. Das erleichtert zumindest die Grobreinigung.

Testergebnis: Severin liefert mit der KA 4813 eine zuverlässige, optisch ansprechende und preiswerte Kaffeemaschine mit Mahlwerk. Überzeugt hat uns neben der hochwertigen Verarbeitung vor allem das, was beim Verkosten in der Tasse landete. Die Blooming-Funktion ist ein Extra, das selbst hochpreisige Maschinen nicht selbstverständlich anbieten. Damit ist das Gerät von Severin unser Preis-Leistungs-Tipp in diesem stern-Kaufkosmos-Test.

➕ Vorteile:

  • hochwertige Verarbeitung
  • attraktiver Preis
  • Blooming-Funktion
  • ansprechendes Kaffeearoma

➖ Nachteile:

  • Bohnenbehälter fest verbaut
  • vergleichsweise lange Mahldauer
  • eher lautes Mahlwerk
  • keine Thermoskanne im Lieferumfang

3. Design-Tipp: Melitta Aroma Fresh Therm Pro X

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Melitta AromaFresh Therm Pro X
Schlankes Design, volles Aroma: Die AromaFresh Therm Pro X Kaffeemaschine von Melitta ist der Design-Tipp in unserem Test
© Jan Sägert / stern

An dieser Stelle zunächst ein Kaffeelöffel Klugscheißerwissen: Die Dresdnerin Amelie Auguste Melitta Bentz erfand Anfang des 20. Jahrhunderts den Einweg-Kaffeefilter. Heute werden diese Filtertüten – inzwischen weiterentwickelt und optimiert – noch in vielen Haushalten zum Kaffeekochen verwendet. Melitta ist nach wie vor ein Familienunternehmen mit Sitz im westfälischen Minden, das neben Kaffeefiltern unter anderem auch Wasserkocher, Milchaufschäumer, Kaffeemaschinen und Kaffee vertreibt. In den stern-Kaufkosmos-Test Kaffeemaschine mit Mahlwerk schickte Melitta eines seiner Flaggschiffe, die Aroma Fresh Therm Pro X.

Melitta AromaFresh Therm Pro X
Melitta AromaFresh Therm Pro X*
205,56 €
269,99 €
-24%
205,56 €
213,90 €

Unboxing/Verarbeitung/Aufbau: Nur in dünne Plastikfolie gehüllt, ziehen wir die Aroma Fresh Therm Pro X samt Thermoskanne aus dem Karton. Auf eine Glaskanne verzichtet Melitta. Ähnlich wie Philips setzen die Westfalen dafür auf einen abnehmbaren Wassertank, der ebenso schlank ins Gerät integriert wurde wie die kompakte Bedieneinheit mit nur wenigen Tasten. Die mit exakt vier Kilogramm leichteste Maschine im Test ist auch auf den zweiten Blick hochwertig und elegant verarbeitet. Die Designer setzen auf ein edles Gehäuse in Schwarz mit einer Rillenstruktur, die am Wassertank, dem wuchtigen Filterhalter und unter dem Bohnenbehälter geschickt aufgegriffen wird. Zum klassischen, leider für Fingerabdrücke sehr sensiblen Chrom griffen sie nur bei der Thermoskanne.

Bedient wird die AromaFresh Pro X über ein kleines Panel unter dem Wassertank. Die Symbolik der Tasten ist eindeutig und intuitiv. Wie die anderen Maschinen im Test wurde ein Timer integriert, damit das Gerät zu einer bestimmten Zeit selbstständig mit dem Zubereiten des Kaffees beginnt. Eine praktische Funktion für alle, die morgens wenig Zeit und nach dem Aufstehen zunächst andere Aufgaben haben. Als kleines Extra hat Melitta einen leicht gebogenen Reinigungspinsel mit weichen Borsten einerseits und etwas härteren andererseits beigelegt.

Mahlwerk-Test: Solide 26 Sekunden benötigt das Keramik-Scheibenmahlwerk der AromaFresh im Test, um die 60 Gramm Kaffeebohnen gleichmäßig in einen mittleren der elf Mahlgrade zu zerkleinern. Mit etwas mehr als 82 dB in der Spitze gehört es nach unserer Messung zu den Lauteren der getesteten Geräte. Dafür finden wir später nur noch wenige Kaffeekrümel im Mahlwerk. Für acht Tassen Kaffee und die entsprechende Wassermenge mahlt die Maschine also ziemlich genau 60 Gramm Bohnen.

Brühvorgang: Beim Aufbrühen lässt sich die Aroma Fresh Therm Pro X nicht stressen. Nach dem Mahlen dauert es noch etwa eine Minute, bis der erste Kaffee durch den Papierfilter gesickert und in der Thermoskanne gelandet ist. Dennoch liegt die Melitta bei der Gesamtbrühzeit sogar noch knapp vor dem Testsieger von Philips. Das Wasser wird also viel langsamer erhitzt, läuft danach aber deutlich schneller durch den Filter. Gleichauf liegen Philips und Melitta bei der Temperatur des Kaffees kurz nach dem Aufbrühen der acht Tassen. Auch hier messen wir sehr ordentliche 84°C.

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Scheibenmahlwerk der Melitta AromaFresh Therm Pro X
Blick ins Scheibenmahlwerk der AromaFresh Therm Pro X: Der Mahlgradregler kann für die Reinigung der Maschine entnommen werden
© Jan Sägert / stern

Verkostung/Kaffeequalität: Der Kaffee aus der Melitta Aroma Fresh Therm Pro X ist nicht nur heiß, sondern auch aromatisch. Aus unserer Sicht einen Tick schwächer als bei Philips, aber auf einem hervorragenden Niveau. Stark: Nach etwa zehn Minuten in der Thermoskanne zeigte unser Thermometer immer noch eine Kaffeetemperatur von mehr als 80 Grad an.

Reinigung/Alltagstauglichkeit: Einen klaren Vorteil hat die Melitta-Maschine beim Reinigen von Filter und Filterhalter. Der Kaffeesatz landet samt Tüte im Biomüll, die Halterung muss nur einmal heiß aus- und abgespült werden. Überschaubar ist auch die Pflege des Mahlwerks. Der Mahlgradregler ist leicht abnehmbar und kann mit der mitgelieferten Reinigungsbürste im Handumdrehen von Kaffeekrümeln befreit werden. Gleiches gilt für den Trichter. Hier ist es sinnvoll, ein Gefäß unter den Auslass zu halten, während die Kaffeekrümel aus dem Mahlwerk gekehrt werden. Obendrein hat Melitta der Therm Pro X ein automatisches Entkalkungsprogramm spendiert. Das dürfte alle Kaffeefans freuen, die mit hartem Leitungswasser zu kämpfen haben.

Testergebnis: Die Melitta Aroma Fresh Therm Pro X ist ein Hingucker. Frei nach dem Motto: Das Auge schlürft mit. Keine andere Maschine im Test hat ein derart stimmiges Design, was dem stylischen Gerät aus Westfalen den Design-Tipp einbringt. Der Bohnenbehälter könnte flexibler und das Mahlwerk etwas weniger aufdringlich sein. Zum Testsieg fehlten für uns nur Nuancen. Am Kaffeegeschmack lag es in jedem Fall nicht, denn da lag die AromaFresh auf Tassenhöhe mit der All-in-1 Brew von Philips.

➕ Vorteile:

  • attraktives Design
  • geringes Gesamtgewicht
  • abnehmbarer Wassertank
  • intuitive Bedienung
  • perfekte Trinktemperatur
  • Automatisches Entkalkungsprogramm

➖ Nachteile:

  • etwas kleinerer Wassertank
  • relativ lautes Mahlwerk
  • Bohnenbehälter fest verbaut (nur Mahlgradregler abnehmbar)

4. Beem Fresh Aroma Perfect III

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: BEEM Fresh Aroma Perfect III
Neben der Glaskanne gehört zur Beem Fresh Aroma Perfect III auch eine Thermoskanne zur Basisausstattung
© Jan Sägert / stern

In der südhessischen Provinz liegen die Wurzeln von Beem, das sich in den 1970er und 80er Jahren in Deutschland mit elektrischen Samowaren einen Namen machte. Mittlerweile firmiert die Marke unter dem Dach der DS Unternehmensgruppe des aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannten Investors Ralf Dümmel und hat neben einem Teesortiment auch Produkte für die Zubereitung von Kaffee im Portfolio. Wie sich die Beem Fresh Aroma Perfect III im Vergleich mit den vier anderen Maschinen schlägt, wollten wir im Test herausfinden.

Beem Fresh Aroma Perfect III
Beem Fresh Aroma Perfect III*

Unboxing/Verarbeitung/Aufbau: Übertrieben viel Plastik(folie) wurde auch bei der Beem in den opulenten Karton gepackt, um die Maschine vor Transportschäden zu schützen. Dass die Verpackung größer ist als alle anderen, hat aber einen erfreulichen Grund: Die Fresh Aroma Perfect III kommt als einzige in diesem Test direkt mit Glas- und Thermoskanne. Das Gehäuse ist in mattem Schwarz gehalten, die Metallic-Akzente an der Heizplatte und als Rahmen für Anzeige und Filterschwenker stehen der Maschine gut. Das Gerät wirkt auch durch das würfelähnliche Display etwas wuchtiger als die anderen Maschinen im Test. Das kantige Design hebt sie optisch aber auch vom Rest des Feldes ab. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. 

Der mit einer Tassenskala markierte Wassertank wurde in den hinteren Teil der Beem integriert. Zum Wasserauffüllen muss eine kleine Einfüllöffnung reichen. Uns ist das mit der mitgelieferten Kanne nicht ohne kleinere Pfützen unter der Maschine gelungen. Die Symbolik an der Frontseite ist dagegen leicht zu durchschauen. Die Beem wurde sowohl mit einem Timer als auch mit einer Entkalkungsfunktion ausgerüstet. Dazu kann der Kaffee auch in Pulverform überbrüht werden, wenn die letzte Bohne gemahlen und kein Nachschub im Haus ist. Auch beim Display selbst mussten wir die Betriebsanleitung nicht bemühen, um die entsprechenden Einstellungen vorzunehmen. Über einen Drehknopf über dem Display lässt sich zudem leicht zwischen den drei Mahlgraden „Grob“, „Medium“ und „Fein“ wählen.

Mahlwerk-Test: Auf dem Kegelmahlwerk der Fresh Aroma Perfect III steckt ein Behälter für etwa 180 Gramm Bohnen, der mit einem simplen Drehtrick abgenommen werden kann. Das ist insbesondere fürs Reinigen des Mahlwerks sinnvoll. Wie bei den anderen Maschinen auch landen 60 Gramm Bohnen unter dem Deckel, der das Aroma der Bohnen bewahren soll, wenn mal länger nicht gemahlen wird. Herausragende 22 Sekunden braucht die Beem, um die Bohnen auf einen mittleren Mahlgrad zu zerkleinern. Mit 81,5 dB in der Spitze ist auch die Lautstärke akzeptabel.

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Blick ins Kegelmahlwerk der BEEM Aroma Fresh
Das Kegelmahlwerk der Beem Aroma Fresh Perfect III zerkleinert 60 Gramm Bohnen binnen 22 Sekunden
© Jan Sägert / stern

Brühvorgang: Etwa 60 Sekunden vergehen im Test, bis die ersten Tropfen Kaffee in der Glaskanne landen. Binnen sechseinhalb Minuten plätschern acht Tassen hinein. Schneller war keine der anderen Kaffeemaschinen in diesem Vergleich. Etwas ernüchternd fällt dafür der Temperatur-Check aus. Nur 73°C zeigt das Thermometer unmittelbar nach dem Aufbrühen. Mit Kaffeesahne oder Milch verfeinert, ist dieser Kaffee binnen kurzer Zeit lauwarm. Satte elf Grad Celsius heißer war der Kaffee bei den besten Maschinen dieses Tests.

Verkostung/Kaffeequalität: Vermutlich auch wegen der deutlich zu niedrigen Temperatur hat uns der frisch aufgebrühte Kaffee aus der Beem Fresh Aroma Perfect III nicht überzeugt. Schwaches Aroma, leichte Bitternote. Auch beim Geschmack kann die Beem nicht mit den Maschinen von Philips, Melitta und auch Severin mithalten und reiht sich mit klarem Abstand dahinter ein.

Reinigung/Alltagstauglichkeit: So schnell wie das Mahlwerk und der Durchlauf, so wenig überzeugend war der Tropfstopp dieser Maschine. Im ersten Durchlauf lief zunächst Kaffee außen an der Kanne entlang auf die Heizplatte, womöglich weil der Tropfstopp nicht exakt unter dem Auslass platziert war. Anders als beim Papierfilter ist das Spülen und Trocknen eines Dauerfilters zeitraubend.

Testergebnis: Würden wir nur die Hardware der Kaffeemaschinen miteinander vergleichen, läge die Beem Aroma Fresh Perfect III auf Augenhöhe mit den Testsiegern. Das Mahlwerk leistet ganze Arbeit, das Touch-Display ist leicht zu verstehen und zu bedienen. Dazu kommt das Gerät als einziges standardmäßig mit Glas- und Thermoskanne. Doch bei Kaffeemaschinen zählt eben vor allem, was am Ende in die Kanne läuft. Hier konnte uns die Beem nicht überzeugen. Der Kaffee war nicht nur der am wenigsten heiße im Test, auch das Aroma empfanden wir als belanglos – obwohl in jeder Maschine die gleichen Bohnen gemahlen und aufgebrüht wurden.

➕ Vorteile:

  • Glas- und Thermoskanne inklusive
  • sehr schnelles Mahlwerk
  • intuitives Display

➖ Nachteile:

  • Trinktemperatur nach dem Aufbrühen zu gering
  • Tropfstopp im Test unzuverlässig
  • kleiner Einfüllstutzen am Wassertank

5. Russell Hobbs Grind & Brew

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Russell Hobbs Grind & Brew
Die Edelstahloptik an der Frontseite der Russell Hobbs Grind & Brew gefällt
© Jan Sägert / stern

Die Briten William Russell und Peter Hobbs entwickelten in den 1950er Jahren die erste elektrische Kaffeemaschine mit Warmhaltefunktion und sicherten sich damit ihren Platz in den Geschichtsbüchern über Haushaltsgeräte. Mittlerweile gehört das Unternehmen einer großen US-Konsumgütermarke, die auf ein breites Sortiment im unteren bis mittleren Preisbereich setzt. Ob die Russell Hobbs Grind & Brew Kaffeemaschine ihren Mitbewerbern damit das Wasser reichen kann, haben wir im Test untersucht.

Russell Hobbs Grind & Brew
Russell Hobbs Grind & Brew*
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Unboxing/Verarbeitung/Aufbau: Um zwei Hände voll Verpackungsmüll kommen wir auch beim Auspacken der Russell Hobbs Grind & Brew nicht herum. Maschine und Thermoskanne erblicken komplett in Plastiktüten gewickelt das Licht der Welt. Wie bei Beem und Severin müssen wir mit einem fest verbauten Wassertank klarkommen. Der fasst allerdings üppige 1,5 Liter, so viel wie kein anderer in diesem Vergleich. Auf den ersten Blick wirkt das matt-dunkelgraue Gerät solide, aber nicht ganz so hochwertig verarbeitet wie die übrigen Testmaschinen. Besonders irritiert uns die Kanne, die für unseren Geschmack schlecht ausbalanciert ist. Zudem wirkt der Griff etwas billig. Schick ist der in gebürstetem Edelstahl verblendete Filterhalter.

Wenig Aufhebens macht Russell Hobbs um die Bedieneinheit. Sechs unmissverständlich bedruckte Tasten, und dazu zwei fürs Einstellen der Uhr finden sich direkt unter dem Wasserbehälter. Das LCD-Display könnte etwas größer sein – reicht bei den wenigen Funktionen aber aus. Ähnlich wie bei der Maschine von Beem lässt sich das Mahlwerk über einen Drehknopf auf der Oberseite feinjustieren. Fünf Mahlgrade bietet die Grind & Brew hier an. Der Behälter für die Bohnen kann aus der Verankerung gedreht und abgenommen werden. Gleiches gilt für das Mahlwerk.

Mahlwerk-Test: Und auch hier finden wir Parallelen zur Maschine von Beem. Denn die Russell Hobbs Grind & Brew mahlt die Bohnen für acht Tassen Kaffee in beachtlichen 23 Sekunden. Ein Blick in den Bohnenbehälter verrät aber, dass deutlich weniger gemahlen wurde als die 60 Gramm, die wir eingefüllt hatten. Das Nachwiegen belegt, dass Russell Hobbs in unserem Test mit nur fünf Gramm Kaffee pro Tasse kalkuliert. Fast 20 Gramm verbleiben also im Bohnenbehälter. Mit maximal 81 dB reiht sich das Mahlwerk bei der Lautstärke im Mittelfeld ein.

Brühvorgang: Beim Brühen legt die Russell Hobbs ein gutes Tempo vor. 45 Sekunden zeigt unsere Stoppuhr, als wir die ersten Tropfen Kaffee in die Thermoskanne laufen hören. Mit gut sechseinhalb Minuten strömt das braune Gold dann beinahe so schnell durch den Filter wie bei der Beem. Doch auch hier wirkt sich das auf die Temperatur des frisch aufgebrühten Kaffees aus. 76°C lassen wir gerade noch durchgehen.

Verkostung/Kaffeequalität: Beim Testschlürfen ließ uns die Russell Hobbs ratlos zurück. Aus unserer Sicht reicht die gemahlene Menge Bohnen nicht, um acht Tassen soliden Filterkaffee mittlerer Stärke aufzubrühen. Neben dem Kaffee aus der Beem-Maschine gefiel uns das nur bedingt heiße Heißgetränk von Russell Hobbs am wenigsten. Durch die nachweislich geringere Menge gemahlener Bohnen kam er uns am „dünnsten“ vor.

Kaffeemaschine mit Mahlwerk im Test: Papierfilter der Russell Hobbs
Der Papierfilter fiel im Test etwas in sich zusammen, sodass etwas heißes Wasser am Filter vorbeilief
© Jan Sägert / stern

Reinigung/Alltagstauglichkeit: Weil in die Grind & Brew die klassischen 4x1-Papierfiltertüten passen, ist der Kaffeesatz nach dem Aufbrühen fix entsorgt. Der Filterhalter muss nur mit heißem Wasser abgespült werden. Die Tropfstopp-Funktion machte im Test, wofür sie vorgesehen ist. 

Testergebnis: Von außen glänzt die Russell Hobbs Grind & Brew in der Reihe der Testgeräte dank der Front in Edelstahl. Auch das Mahlwerk und der üppige Wassertank konnten uns überzeugen. Wenig begeistert waren wir aber vom Kaffee, den wir uns nach dem Aufbrühen selbst servierten. Der hätte zum einen heißer, aber in jedem Fall kräftiger sein müssen. Fünf Gramm Kaffeebohnen pro Tasse reichten für einen mittelstarken, aromatischen Filterkaffee bei Weitem nicht aus. 

➕ Vorteile:

  • flottes Mahlwerk
  • üppiger Wassertank

➖ Nachteile:

  • Kaffeemenge pro Tasse zu gering
  • Thermoskanne schlecht ausbalanciert
  • Kaffee auf mittlerer Stufe zu „dünn“

Kaffeemaschine mit Mahlwerk: Die wichtigsten Fragen & Antworten

1. Was ist der Vorteil einer Kaffeemaschine mit Mahlwerk?

Der größte Vorteil einer Kaffeemaschine mit integriertem Mahlwerk ist der frisch gemahlene Kaffee. Kaffeebohnen verlieren nach dem Mahlen relativ schnell einen Teil ihrer Aromen, da Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit auf das Pulver einwirken. Wird der Kaffee jedoch direkt vor dem Brühvorgang gemahlen, bleiben deutlich mehr Aromastoffe erhalten. Das Ergebnis ist meist ein intensiverer, voller Geschmack in der Tasse. Außerdem kann man die Bohnen individuell auswählen und so den Geschmack stärker beeinflussen als mit vorgemahlenem Kaffee. Viele Geräte erlauben zusätzlich, Mahlgrad und Kaffeestärke einzustellen. Dadurch lässt sich der Kaffee besser an persönliche Vorlieben anpassen – etwa kräftiger am Morgen oder etwas milder am Nachmittag.

2. Welche Kaffeebohnen eignen sich für Kaffeemaschinen mit Mahlwerk?

Grundsätzlich können alle ganzen Kaffeebohnen verwendet werden, allerdings gibt es Unterschiede bei Röstgrad und Ölgehalt. Für klassische Filterkaffeemaschinen mit Mahlwerk sind mittel- bis hellgeröstete Bohnen oft die beste Wahl, weil sie ein ausgewogenes Aroma liefern und weniger Öl enthalten. Besonders dunkel geröstete Bohnen – etwa für Espresso – sind häufig öliger, was langfristig zu Ablagerungen im Mahlwerk führen kann. Auch aromatisierte Bohnen sind nicht ideal, da die zugesetzten Aromen Rückstände hinterlassen können. Empfehlenswert sind hochwertige Arabica-Bohnen oder Mischungen aus Arabica und Robusta, je nach gewünschtem Geschmack. Wichtig ist außerdem, die Bohnen luftdicht und möglichst kühl zu lagern, damit sie ihr Aroma behalten.

3. Kann man auch gemahlenen Kaffee verwenden?

Viele Kaffeemaschinen mit Mahlwerk bieten eine zusätzliche Funktion für bereits gemahlenen Kaffee. In solchen Fällen lässt sich das Mahlwerk deaktivieren oder es gibt eine separate Pulverschublade, in die das Kaffeepulver eingefüllt wird. Das ist praktisch, wenn man gelegentlich eine andere Kaffeesorte ausprobieren möchte oder entkoffeinierten Kaffee trinken will, ohne den Bohnenbehälter zu leeren. Allerdings sollte man darauf achten, nur die vom Hersteller empfohlene Menge Pulver zu verwenden, da zu viel Kaffeemehl das Brühsystem verstopfen kann. Geschmacklich bleibt frisch gemahlener Kaffee meist überlegen, doch die Pulverfunktion sorgt für mehr Flexibilität im Alltag und macht die Maschine vielseitiger.

4. Wie laut ist das Mahlwerk bei solchen Kaffeemaschinen?

Das Mahlwerk ist in der Regel der lauteste Teil des Brühvorgangs, da die Bohnen mechanisch zerkleinert werden. Wie laut das Gerät tatsächlich ist, hängt stark vom verbauten Mahlwerktyp ab. Besonders verbreitet sind Kegelmahlwerke aus Edelstahl oder Keramik. Sie arbeiten häufig leiser und gleichmäßiger als einfache Schlagmahlwerke, bei denen die Bohnen mit rotierenden Messern zerkleinert werden. Hochwertige Maschinen setzen fast immer auf Kegel- oder Scheibenmahlwerke, weil sie ein gleichmäßigeres Mahlbild erzeugen und dabei weniger Lärm verursachen. In der Praxis dauert der Mahlvorgang nur wenige Sekunden bis etwa eine halbe Minute – ähnlich laut wie ein kurzer Einsatz einer elektrischen Kaffeemühle.

5. Wie aufwendig ist die Reinigung und Pflege?

Damit eine Kaffeemaschine mit Mahlwerk dauerhaft guten Kaffee liefert, ist regelmäßige Reinigung wichtig. Dazu gehört vor allem das Entkalken, da sich in vielen Regionen Kalk aus dem Wasser im Inneren der Maschine ablagern kann. Je nach Wasserhärte sollte dies alle paar Wochen oder Monate erfolgen. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Bohnenbehälter gelegentlich zu reinigen und alte Bohnenreste zu entfernen. Auch das Mahlwerk kann mit der Zeit feine Kaffeereste ansammeln, weshalb manche Hersteller spezielle Reinigungsgranulate oder Bürsten empfehlen. Der Filterhalter, die Kanne und andere abnehmbare Teile lassen sich meist einfach unter fließendem Wasser oder in der Spülmaschine reinigen. Insgesamt ist der Pflegeaufwand überschaubar, wenn man ihn regelmäßig einplant.

Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.