Na, was Feines gekocht und es ist noch etwas übrig? Meist stecken wir die Reste in eine Tupperdose oder packen sie in Frischhaltefolie ein. Doch lange haltbar und aromasicher ist beides nicht. Ein Vakuumierer kann das besser: Er saugt um die Lebensmittel herum die Luft ab und versiegelt im Anschluss den Beutel. Das verlängert die Haltbarkeit signifikant – es landet weniger im Müll und mehr im Mund. Kein Wunder, dass sich Dutzende Hersteller von Vakuumierern auf dem Markt tummeln. Wir haben fünf besonders gefragte Modelle vom Einsteigerangebot bis zum Luxusmodell untersucht. Lesen Sie hier, welches wir am intuitivsten bedienen können und welches die besten Schweißnähte macht.
Vakuumierer-Test: Die ausgewählten Produkte
Weitere lohnende Modelle
Folgende Vakuumierer haben wir nicht selbst getestet, sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen:
Testergebnis: Das ist der beste Vakuumierer
Ganz oben landet in unserem Test der Caso VRH 690 advanced und holt sich damit den Testsieg. Das sehr gut ausgestattete Gerät bekommt als einziger der fünf Kandidaten die vollen fünf Sterne. Neben einer vollumfänglichen Ausstattung mit Rollenfach, starker Pumpe, Beuteln und Beutelrolle überzeugt der Caso auch in funktionalen Belangen. Er versiegelt auch bei Feuchtigkeit an der Nahtstelle zuverlässig und sauber und knickt im Dauerbetrieb nicht ein. Einzig die bauart- und ausstattungsbedingten Abmessungen sowie das recht laute Betriebsgeräusch sollten Sie vor einer Anschaffung zu einem Online-Preis von etwa 140 Euro im Auge behalten.
Der Titel des Preis-Leistungs-Tipps der Redaktion geht an den günstigen, aber gut verarbeiteten Bonsenkitchen VS2100. Das in der Praxis rund 30 Euro teure Gerät leistet solide Arbeit und kann dank zweier Adapter im Lieferumfang auch alle gängigen festen Vakuumbehälter luftleer machen.
Vorab noch ein allgemeiner Hinweis zu den laufenden Kosten beim Vakuumieren: Viele Hersteller bieten als Zubehör markeneigene Beutel oder Rollen an. Bei allen getesteten Geräten war aber auch der Einsatz fabrikatsfremder Materialien bis 30 Zentimeter Breite problemlos möglich. Vorteil: Diese sind in aller Regel deutlich günstiger als die Markenware. Auch das Nachkaufen des Hauptverschleißteils, der Vakuumdichtung, ist auf dem freien Markt kein Problem und normalerweise nicht so teuer wie im Marken-Onlineshop. Der Stromverbrauch ist zu vernachlässigen.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Über den Tester
Regelmäßig koche ich für meine fünfköpfige Familie, da ist das mit dem Abschätzen der richtigen Mengen manchmal schwierig. Obwohl es meistens schmeckt, bleibt auch mal was übrig. Für mich sind die Möglichkeiten des Vakuumierens – und damit vor allem das Haltbarmachen von Lebensmitteln – darum besonders interessant. Entsprechend genau habe ich mir die Vorzüge und Nachteile der getesteten Modelle angesehen und kritisch auf den Alltagsnutzen hin überprüft. Die gute Nachricht: Das Angebot brauchbarer Vakuumierer bietet für jeden Geldbeutel eine akzeptable Lösung.
Weitere Informationen über Roland Kontny
Vergleichstabelle: Vakuumierer-Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Gewicht (kg) | 2,8 | ca. 2,7 | 1,0 | ca. 1,1 | 0,8 | 1,6 | 2,7 | 2,5 | 2,1 | ca. 2,0 |
| Abmessungen (ca. in cm) | 40 × 12 x 20 | 45 × 12 x 26 | 38 × 6 x 10 | 39 × 8 x 15 | 35 × 6 x 11 | 37 x 14,5 x 7 | 46 × 15 × 17 | 40 × 12 x 20 | 40 × 8 x 16 | 40 × 10 x 19 |
| Leistungsaufnahme (W) | 130 | 140 | 80 | 125 | 85* | 110 | 120 | 140 | 110 | 110 |
| maximaler Unterdruck (bar) / maximale Ansaugleistung (l/min) | -0,9 / 20 | -0,8 / 15 | k. A. / k. A. | mind. -0,5 / k. A. | -0,65 / k. A. | -0,8 / 9 | k.A. / k.A. | k. A. / 18 | -0,8 / k. A. | -0,8 / 12 |
| Lautstärke in 50 cm Entfernung (gemessen) | 71 dB(A) | 69 dB(A) | 61 dB(A) | 68 dB(A) | 59 dB(A) | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Kabellänge (cm) | ca. 125 | ca. 120 | ca. 120 | ca. 90 | ca. 95 | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| maximale Beutelbreite (cm) | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 28 | 30 |
| Kompatibilität mit Beuteln/Rollen anderer Anbieter | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ |
| Vakuumstufen/Pulse-Funktion | 2 / ja | 2 / ja | 1 / ja | 1 / ja | 1 / ja | 2 / ja | 2 / k.A. | 2 / ja | 2 / ja | 1 / ja |
| Naht | doppelt | doppelt | einfach | einfach | einfach | einfach | k.A. | k.A. | einfach | einfach oder doppelt |
| Rollenfach | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ |
| Cutter | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ |
| Programme | Automatik, Marinieren | Automatik | Automatik | Automatik | 3 Automatiken (dicke Beutel, feuchte Lebensmittel, trockene Lebensmittel) | Automatik, Wet & Dry, Marinieren | Marinieren | intelligente Lebensmittelerkennung, Marinieren | Automatik | Automatik |
| Schlauchanschluss/Auffangschale entnehmbar | ja / ja | ja / nein | ja / nein | ja / ja | nein / nein | ja / ja | ja / ja | ja / ja | ja / k. A. | ja / ja |
| mitgeliefertes Zubehör | Schlauch, 2 Rollen, Aufkleber | 10 Beutel, 1 Rolle, 1 Ersatzdichtung | Schlauch, 10 Beutel | 5 Beutel, Schlauch mit 2 Adaptern | 10 Beutel | Schlauch, 2 x 5 Frischhaltebeutel | Schlauch, 1 Rolle, 8 Beutel | Schlauch mit Adaptern, 2 Rollen, Ersatzdichtung | Schlauch, Rolle, Beutel | Schlauch |
| Überhitzungsschutz | ja | ja | ja | ja | ja | k. A. | k. A. | ja | ja | ja |
| Garantie (Jahre)* | 2/3 mit Registrierung | 2 | 2 | 1 | 1 | 2 | 2 | 3 | k. A. | 2 |
| Erhältlich bei |
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* Herstellerangabe
**Diese Produkte wurden nicht getestet. Alle Angaben sind vom Hersteller übernommen.
So haben wir die Produkte ausgewählt
Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Vakuumierer-Test ausgewählt:
- Hersteller: Bei der Auswahl der Testgeräte bevorzugen wir Marken- oder bekannte Hersteller im getesteten Bereich, da wir nicht immer davon ausgehen, dass No-Name-Produkte mithalten können.
- Beliebtheit: Wir glauben, dass ein Produkt besonders relevant ist, wenn es oft gekauft wird. Darum schauen wir besonders darauf, welche Produkte häufig über die Online-Ladentheke gehen, welche gute Bewertungen erhalten oder gute Testergebnisse einspielen.
- Preis: Es ist uns wichtig, eher die unteren bis mittleren Preisklassen abzubilden, um für Sie möglichst interessante Produkte zu testen. Die Preise erstreckten sich in diesem Test von ca. 30 bis 140 Euro Online-Handelspreis.
- Verfügbarkeit: Wenn ein Produkt gut abschneidet, Sie es aber gar nicht kaufen können, dann ist das ärgerlich. Wir achten auf eine gute Verfügbarkeit in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto und versuchen sicherzustellen, dass die Produkte noch möglichst lange zu bekommen sind.
So haben wir getestet
Unsere erste Kontrolle ist stets die des richtigen Lieferumfangs und die Unversehrtheit des Inhalts: Ist alles Versprochene im Karton und auch alles beim Transport heil geblieben? Es folgt eine erste Einschätzung von Material und Verarbeitung des jeweiligen Vakuumierers. Dann bereiten wir den ersten Einsatz vor und beurteilen, wie intuitiv Aufbau und Bedienung sind – und ob wir an den nötigen Stellen Hilfe in der Betriebsanleitung finden.
Es folgt der erste Einsatz: das luftdichte Einschweißen von Karottenscheiben. Sie repräsentieren die Herausforderung des Vakuumierens recht fester Lebensmittel, aus denen fast keine Feuchtigkeit beim Luftabsaugen austreten kann, also die einfachste der möglichen Aufgaben. Karotten sollten vor dem Vakuumieren blanchiert und abgetupft und im Anschluss eingefroren werden. Nur gekühlt färben sie sich schnell grau und matschig. Wir messen, wie zügig (Stoppuhr) und laut (Schalldruckpegelmessgerät) die Geräte arbeiten und wie präzise die Schweißnaht ist. Nebenbei fällen wir ein Urteil über die Standfestigkeit der Geräte, die vom 800 Gramm schweren Leichtgewicht bis zum Drei-Kilo-Klopper sehr unterschiedliche Voraussetzungen dafür mitbringen.
Schwierigkeitsstufe zwei sind blanchierte und im Sieb abgetropfte Brokkoli-Röschen. Die Frage, die wir damit beantwortet wissen wollen: Wie gut können Geräte mit einem Schonprogramm für das Vakuum solch feuchte Lebensmittel vakuumieren, ohne zu viel Flüssigkeit ansaugen? Wann stoppen die Geräte, wie viel Flüssigkeit landet im für diese Fälle vorgesehenen Auffangbehälter? Wie gut können wir uns mit den manuellen Vakuum-Funktionen, die alle Geräte haben, herantasten? Und gelingt die Schweißnaht auch mit etwas Feuchtigkeit im Bereich der Naht auf der Innenseite des Beutels? Das ist zugegeben ein Härtetest, denn Brokkoli ist extrem wasseranziehend und damit eine besondere Herausforderung. Entsprechend machen wir unsere Notizen und ordnen das Ergebnis ein.
Mit dem darauffolgenden Dauertest überprüfen wir, ob die Modelle auch bei der Massenabfertigung ihren Dienst nach Vorschrift erledigen: Hat das Pumpen und Schweißen ohne Pause Auswirkungen auf die Qualität der Schweißnaht und schalten sich die Geräte später von allein ab? Wie heiß wird das Gehäuse bei dieser Dauerbelastung? Auch diese Ergebnisse fließen in die Gesamtbewertung ein.
Das gilt auch für Programme und besondere Ausstattungen, die der eine oder andere Vakuumierer mitbringt. Sinnvolle Funktionen und nützliches Zubehör wirken sich positiv auf die Gesamtnote aus.
Nach dem Vakuumieren ist vor dem Verstauen: Gibt es ein Fach für das Anschlusskabel im Gehäuse, wie viel Platz nimmt der Vakuumierer bei Nichtgebrauch auf der Arbeitsplatte oder im Küchenschrank ein? Wie gut lässt sich angesaugtes Wasser wieder aus dem Gerät entfernen und wie wahrscheinlich ist es, dass versehentlich Flüssigkeit in die Elektronik eindringen kann? Alle Antworten tragen zum Endergebnis bei.
So gewichten wir die Kategorien:
| Kategorie | Gewichtung |
| Funktion/Leistung | 35% |
| Verarbeitung & Qualität | 15% |
| Betriebskosten/versteckte Gebühren | 5% |
| Benutzerfreundlichkeit & Pflege | 15% |
| Sicherheit & Zuverlässigkeit | 8% |
| Ausstattung & Features | 15% |
| Design & Haptik | 5% |
| Nachhaltigkeit & Verbrauch | 2% |
1. Der Testsieger: Caso VRH 690 advanced
Erster Eindruck: Wir schälen den 2,5 Kilogramm schweren Vakuumierer von Caso aus seinem Transportschutz, der erfreulicherweise ganz aus Pappe und Papier und nicht aus Plastik ist. Neben dem eigentlichen Gerät und der obligatorischen Anleitung finden wir noch zwei Rollen Endlos-Beutel in den Breiten 20 und 28 Zentimeter in der Kiste. Das ist ein gutes Starter-Paket. Das Gehäuse des VRH 690 advanced hat seitlich im Deckel und an der Front drei Flächen aus gebürstetem Edelstahl, der breite Hebel zum Öffnen und Schließen ist gänzlich aus schwarzem Kunststoff. Optisch ansprechend sind die Touch-Taster für alle Funktionen. Alles in allem machen sowohl der Anblick als auch der materielle Eindruck Vorfreude, diesen Vakuumierer einzusetzen.
Bedienung und Funktionen: Alle Bedienelemente finden wir auf der Oberseite des Deckels, die Beschriftung ist auf Englisch. Die insgesamt sieben Taster geben kein haptisches Feedback, reagieren aber so genau auf unseren Fingertipp, dass wir weder zu fest drücken müssen, noch versehentlich einen Befehl auslösen. Leicht irritierend finden wir den Taster für das manuelle Vakuum ganz rechts: Er ist – anders als alle anderen – rund und rot, was wie ein Knopf für einen Notfall aussieht. Der Nutzen daran oder der Grund dafür erschließt sich uns nicht, ist aber letztlich auch eine Frage der recht kurzen Gewöhnung. Die mit dem Vakuumieren verbundenen Wartezeiten sollen wohl der über den Bedienelementen platzierte Fortschrittsbalken, bestehend aus sechs Lämpchen, versüßen. Eine nette Spielerei. Obligatorisch in dieser Preisklasse ist der Schlauch, mit dem wir feste Behälter vakuumieren können. Der große Hebel im Deckel rastet mit leichtem Druck nach unten in der Position ein, in der die Pumpe für das gewünschte Vakuum im Beutel sorgt. Ebenso leicht können wir ihn wieder entriegeln. Auch das Schneiden eines Beutel-Rohlings mit dem innen verbauten Cutter ist spielend leicht.
Leistung: Der Caso VRH 690 advanced liefert einwandfreie Ergebnisse in kurzer Zeit. Seine saubere und breite Doppelnaht überzeugt bei den eingeschweißten Karotten. Mit dem recht feuchten Brokkoli geht das entsprechende Schonprogramm für empfindliche Lebensmittel nicht gerade zimperlich um, jedoch stoppt die Automatik noch so rechtzeitig, dass es kein Mus gibt, sondern die Struktur des grünen Gemüses erhalten bleibt. Allerdings presst das Gerät Brokkoli-Wasser in den Auffangbehälter der Vakuumkammer. Mit dem Programm für Nähte bei feuchten Inhalten erhalten wir die bekannte Doppelnaht, ohne erhalten wir nur eine einzelne, weil noch zu viel Restfeuchte im Inneren des Beutels vorhanden ist. Aber auch diese eine Naht hält absolut dicht. Unsere Empfehlung lautet dennoch, empfindliche Lebensmittel lieber mit der manuellen Pulse-Funktion einzutüten.
Im Härtetest des Dauerbetriebs zeigt der Caso, dass er ein Top-Gerät ist. Auch nach sechs direkt aufeinanderfolgenden Verschweißvorgängen sind die Nähte perfekt gleichmäßig und stabil. Hersteller Caso verspricht, dass 150 Vakuum-Verschweiß-Prozesse unmittelbar hintereinander möglich seien. So weit treiben wir es nicht, können uns das aber gut vorstellen. Praktisch: Eine interessante, aber nicht im Detail durch uns untersuchte Funktion des Caso ist das Marinier-Programm. Dabei entzieht der Vakuumierer über fünf Zyklen per Schlauch die Luft aus einem Vakuumbehälter und lässt wieder die Luft einströmen. Befindet sich darin Fleisch und eine Marinade, dringt die Würzsoße besser in das Fleisch ein. Das Programm des Vakuumierers beschleunigt diesen Prozess gegenüber dem herkömmlichen Einlegen und Hinstellen, so Hersteller Caso.
Reinigen und Aufbewahrung: Das Saubermachen des Caso ist dank einer entnehmbaren Auffangschale superleicht und schnell gemacht. Das Kabel können wir auf der Unterseite des Gehäuses um zwei Kunststoffnasen wickeln, allerdings fehlt uns eine – wie auch immer gestaltete – Aufnahme für das Kabelende, das also letztlich immer etwas lose herumbaumelt. Das geht noch etwas besser, Caso. Wie bei allen anderen Geräten mit integriertem Rollenfach ist beim Wegstellen in den Schrank alles Nötige an einem Platz für die nächste Vakuum-Session – praktisch.
Fazit: Wer das Geld übrig hat und neben dem Vakuumieren auch sehr gerne spontan marinieren will, findet im Caso VRH 690 advanced einen bestens geeigneten Unterdruck-Assistenten für die Küche. Der Vakuumierer lässt in keinem Moment das Gefühl aufkommen, dass etwas fehlen oder nicht funktionieren könnte. Einzige Kritikpunkte sind der Lärm der Doppelkammerpumpe und die fehlende Aufnahme für das Kabelende. Ein rundum gelungenes Gerät, das nicht zu den kleinsten seiner Art zählt, aber gemessen an den Leistungen und Funktionen diesen Platz in Anspruch nehmen darf.
+ Vorteile:
- sehr saubere Doppelnaht
- Dauerbetrieb möglich
- sehr gute Ausstattung
– Nachteile:
- relativ groß
- sehr laut
- hoher Preis
2. Ein dickes Ding: Rommelsbacher VAC 485
Erster Eindruck: Schon der Vergleich der fünf vor uns stehenden Versandkartons verrät uns: Der Rommelsbacher VAC 485 ist ein Vakuumierer mit überdurchschnittlich großen Ausmaßen. Aus dem Styropor und der Plastiktüte (warum eigentlich keine Pappe?) gepellt, nimmt er mit einer Breite von rund 45 und einer Tiefe von zirka 30 Zentimetern wirklich sehr viel Platz auf unserem Küchenblock ein. Das lange Anschlusskabel hilft dabei, nach dem Finden einer freien Fläche in den nötigen Ausmaßen auch noch die nächstgelegene Steckdose zu erreichen. Das Gehäuse kommt ganz in unspektakulärem Schwarz daher, der große Griff wirkt in der Hand etwas billig, hat aber klare Rastpositionen.
Wir finden im Karton fünf kleine und fünf große Beutel sowie eine Rolle Endlosschlauch, den wir mit dem integrierten Schneidemesser zu Beuteln in der Größe unserer Wahl machen können. Außerdem liegt im Karton noch eine Ersatzdichtung für die Vakuumfunktion. Das ist mehr als der Standard. Das Anschlusskabel ist direkt mit dem Gerät verbunden und hat seinen Platz zwischen zwei Haken auf der Geräteunterseite. Bevor es richtig losgeht, öffnen wir die große Klappe, entfernen ein paar Klebestreifen, die Einzelteile für den Transport fixiert haben, und begutachten die Bedienelemente, die auf Deutsch beschriftet sind und am oberen Ende der Oberseite ihren Platz haben.
Bedienung und Funktionen: Wir schließen den VAC 485 an der Steckdose an, woraufhin der Vakuumierer uns mit dem kurzen Aufleuchten aller Kontrolllämpchen seine Einsatzbereitschaft signalisiert. Die Taster im Bedienfeld geben klare Rückmeldungen und benötigen nicht viel Kraft. Drei Positionen des Griffs stehen für „Geöffnet“, „Position bei Nichtgebrauch“ und „Saugen/Versiegeln“. Hersteller Rommelsbacher empfiehlt trotz der Eignung des Geräts für den „Langzeitbetrieb ohne Zwischenpause“ eine Unterbrechung nach 25 Zyklen, damit sich der Vakuumierer zwischendurch mal abkühlen kann.
In den vergangenen Jahren hat sich der Trend des sonntäglichen Vorkochens für die gesamte Woche ausgebreitet. Zu den Vorteilen soll gesünderes, günstigeres Essen mit nahezu keinem Aufwand zu genießen zählen. Regelmäßige sogenannte Meal-Prepper freuen sich über den Schlauchanschluss, um damit feste Behälter luftleer zu pumpen. Ansonsten finden wir einen Taster für ein Schonvakuum für feuchte Lebensmittel sowie für manuelles Versiegeln und Abpumpen. Der Schlauch hat seinen festen und praktischen Platz an der Innenseite des Deckels.
Leistung: Wir starten mit den geschälten und blanchierten Karottenstücken. Hier liefert uns die Pumpe ein hervorragendes Vakuum und eine blitzsaubere doppelte Schweißnaht. Dabei fällt uns der sichere Stand des rund drei Kilo schweren Geräts positiv auf. Ebenfalls auffällig ist die ziemlich laute Pumpe. Ließe sich die vielleicht besser kapseln? Genug Platz im Gehäuse müsste bei diesen Abmessungen doch vorhanden sein. Mit dem blanchierten Brokkoli, als Vertreter nicht so richtig fester und feuchter Lebensmittel, geht der Rommelsbacher etwas unsacht um: Das Automatikprogramm saugt auch bei niedriger Pumpleistung und der Einstellung für feuchte Lebensmittel noch Wasser in den Auffangbehälter. Letztlich sind wir mit der manuellen Ansteuerung der Pumpe und einem frühzeitigen Loslassen nach Augenmaß erfolgreich. Blindes Vertrauen sollten Sie dem Gerät also erst nach einer gewissen Test- und Kennenlernphase entgegenbringen.
Wir versiegeln im Stresstest sechs Beutel unmittelbar hintereinander und finden auch dann noch absolut saubere Nähte vor. Mit dem Rommelsbacher können wir in kurzer Zeit also viele Lebensmittel verarbeiten. Dabei helfen auch die beiden Haken, unter denen man die offene Seite des Beutels anschlagen und einklemmen kann. Das erleichtert uns das schnelle Halten des Beutels in der richtigen Position, ehe wir den Deckel schließen und einrasten.
Die integrierte Schneidefunktion am Rollenfach arbeitet ohne großen Kraft- und Zeitaufwand. Das ist so geschmeidig, dass es schon richtig Spaß macht. Mit einer zuvor manuell angelegten Naht am Schlauchende haben wir so in kürzester Zeit einen passenden Beutel in der Hand. Insgesamt ein sehr angenehmer und einfacher Vorgang.
Reinigen und Aufbewahrung: Das Reinigen des Gehäuses ist ein Kinderspiel, weil es aus großen, glatten Flächen besteht. Gelangt aber tatsächlich mal Flüssigkeit in die Auffangschale, ist deren Reinigung nicht sonderlich spaßig, denn sie ist eher tief und schmal und sehr verwinkelt. Nach dem ersten Brokkoli-Versuch müssen wir die Rinne mit Küchenlappen und einigen Wattestäbchen säubern, ehe wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Das geht bei einigen Wettbewerbern eindeutig besser. Das Kabel können wir auf der Unterseite an zwei Haken aufwickeln und in einer Kunststoffklemme feststecken. Hier ist der Rommelsbacher ganz weit vorn. Mit dem integrierten Rollenfach sind so alle für den Einsatz benötigten Materialien an einem Ort, ohne dass etwas baumelt oder schlackert, was wir sehr praktisch finden.
Fazit: Alles in allem kommt mit dem Rommelsbacher ein zwar großer, dafür aber vollwertig ausgestatteter Vakuumierer ins Haus, der bei gewöhnlichem Gebrauch kaum Wünsche offen lässt und dabei beim Online-Kauf den Geldbeutel nicht über Gebühr in Anspruch nimmt. Für kleine Küchen sollten sich Interessierte darum auch kompaktere Geräte ansehen, die allerdings mit weniger Funktionen daherkommen.
+ Vorteile:
- sehr gute Doppelnaht
- sehr gute Ausstattung inkl. Ersatzdichtung
- gute Verschlussmechanik
– Nachteile:
- sehr groß
- Schonvakuum tendenziell zu stark
- ziemlich laut
3. Aller guten Dinge sind drei Taster: AEG Deli VS4-1-4AG
Erster Eindruck: keine echte Schönheit, wobei die natürlich noch immer im Auge des Betrachters liegt. Fakt ist aber, dass der Vakuumierer von AEG in einem 90er-Jahre-Büromaschinen-Grau und ohne dekorative Elemente im Gehäuse daherkommt. Stopp, nicht ganz: Die vorderen zwei Zentimeter des oberen, vorderen Teils des Deckels sind auf Hochglanz gebracht, während der Rest des Kastens matt bleibt. Zum ersten Eindruck zählt aber auch, dass die kleine Bedieneinheit mit nur drei Tastern erfrischend aufgeräumt ist und ein einfaches Konzept verheißt. Wir sind gespannt.
Bedienung und Funktionen: Der erste Eindruck täuscht uns nicht: Den AEG Deli VS4-1-4AG können wir wegen des überschaubaren Funktionsumfangs gar nicht falsch bedienen. Das ist nicht ironisch gemeint. In einer Zeit und Welt voller Optionen macht uns die Reduziertheit große Freude. Links eine Taste für die automatische Kombination Absaugen/Versiegeln, rechts daneben nur Verschweißen, wiederum rechts davon manuelles Absaugen auf Knopfdruck. Einfach ist hier einfach gut. Die schwergängige Ver- und Entriegelung des Deckels trübt unsere Freude ein wenig. Das Herunterdrücken müssen wir mit so viel Kraft vollziehen, dass wir sehen können, wie das Deckelgehäuse leicht durchbiegt. Auch das Lösen der Verriegelung mit den beiden seitlichen Tastern erfordert von uns beherztes Zupacken und ist sehr laut. Ansonsten bleibt es aber eher ruhig: Die Pumpe ist ziemlich leise, außerdem gibt die Elektronik bei keinem Arbeitsschritt ein Piepsen von sich. Trotz seines geringen Gewichts steht der AEG sicher auf der Arbeitsplatte. Wir arbeiten gern mit diesem Vakuumierer.
Beim Durchtesten unserer Versuchsreihe merken wir schnell, dass der AEG einen einfachen, aber wohl effektiven Überhitzungsschutz hat: Unmittelbar nach einem Absaug-Versiegelungs-Vorgang zwingt er uns zu einer Abkühlphase, denn wir können es erst nach einer Pause weitermachen. Insofern fällt der Belastungstest mit mehreren Vorgängen unmittelbar hintereinander aus. Gut für das Gerät, schlecht für alle, die ganz besonders schnell fertig werden wollen. Letztlich reden wir aber nur über zehn bis 15 Sekunden zwischen den einzelnen Vorgängen. Den Anschluss für den Schlauch für das Vakuumieren in festen Behältern oder wiederverwendbaren Beuteln finden wir in der Unterdruckkammer. Am anderen Ende ist ein fester Adapter verbaut, der den Einsatz des Schlauches auf einen bestimmten Typ des Ventils begrenzt. Wie es der Zufall will, gibt es von AEG genau solche Behälter. Aber keine Sorge: Die gibt es auch von anderen Anbietern.
Leistung: Insgesamt haben wir wenig zu beanstanden. Beim Test mit festen Lebensmitteln liefert es ein ebenso gutes Ergebnis wie bei teureren Geräten, bei feuchten Lebensmitteln müssen wir mit der Pulse-Funktion, also dem stoßweisen Absaugen der Luft, arbeiten, weil es keinen Schongang für das Vakuum gibt. Eine Rakete ist das Gerät nicht, aber wir erzielen durchweg gute Ergebnisse bei absolut vertretbarer Dauer.
Reinigen und Aufbewahrung: Wie bei den meisten Vakuumierern sind die glatten Oberflächen schnell gereinigt. Der neuralgische Punkt ist in diesem Zusammenhang immer die Auffangschale. Die hat einige Winkel und Ecken und lässt sich auch nicht entnehmen. Hier rechnen wir nach gewisser Zeit mit ersten Rückständen. Das ist nicht so appetitlich und sorgt für fummelige Arbeit beim Saubermachen.
Fazit: Ein bisschen Platz für das Kabel auf der Unterseite und eine leichter zu reinigende Auffangschale wären toll. Aber auch so ist der AEG VS4-1-4AG ein grundsolider, einfach zu bedienender Vakuumierer, der allerdings nicht zu den günstigsten seiner Art gehört. Falsch machen können Sie hier kaum etwas.
+ Vorteile:
- sehr einfache Bedienung
- cleverer Überhitzungsschutz
- sehr leise
– Nachteile:
- relativ hoher Preis gemessen an der Ausstattung
- eher altbackenes Design
- schwergängiger Deckelverschluss
4. Preis-Leistungs-Tipp: Bonsenkitchen VS2100
Erster Eindruck: Eine Aussparung für das Durchführen des Kabels auf der Rück- und ein Kabelfach auf der Unterseite. Obwohl der Bonsenkitchen VS2100 in der Economy-Preisklasse kämpft, stecken schöne funktionale Details im Gehäuse. Der große Deckel ist silber und liegt gut in der Hand, während der restliche Korpus schwarz ist. Beide Teile fügen sich zu einem ruhigen Ganzen zusammen. Aus unserer Sicht ein gelungenes Design. Nicht so schön, wohl aber wichtig für den Hersteller war der große gelbe Aufkleber auf der Oberseite, der dem Lesenden erläutert, wie weiche und feuchte Lebensmittel vakuumiert werden sollten. Offenbar sieht Bonsenkitchen hier zu einem frühen Zeitpunkt Aufklärungsbedarf. Den Kleber entfernen wir leicht und rückstandsfrei.
Bedienung und Funktionen: Unter den fünf Funktionsfeldern in der Mitte des Deckels sind Mikroschalter, die klar vermelden, wenn wir erfolgreich gedrückt haben. Eher ungewöhnlich und aus unserer Sicht auch nicht wirklich nötig ist der An-Aus-Schalter rechts. Das Schließen des Deckels erfolgt durch Drücken links und rechts, bis es klickt. Der Kraftaufwand ist überschaubar, ebenso der für das Lösen der Verriegelung mit den beiden seitlichen Tasten. Der leichte Vakuumierer steht erstaunlich gut und sicher auf seinen vier Gummifüßen.
Neben dem Automatik-Programm, das in einem Durchgang pumpt und versiegelt, gibt es noch die Pulse-Funktion für manuelles Pumpen und Nur-Versiegeln. Nicht ganz so hilfreich wie bei anderen Geräten sind die beiden Anschläge in der Unterdruckkammer, an die wir die Kante des zu versiegelnden Beutels anlegen. Wären es zwei Haken, unter die wir das Ende des Beutels klemmen könnten, ginge es etwas leichter von der Hand. So kann die obere Kante des Beutels leicht über die Anschläge nach oben wegrutschen. Das ist aber kein Weltuntergang, aber ein Fall für etwas mehr Fingerspitzengefühl. Wir kommen mit dem Bonsenkitchen spontan ziemlich gut zurecht.
Leistung: Die Nähte sind solide und nach demonstrativem Überkopfhalten der versiegelten Beutel auch absolut dicht, haben aber nicht die Präzision der besser platzierten Geräte. Zudem sind – wie in der Anleitung auch ausdrücklich empfohlen – Pausen zwischen den einzelnen Versiegelungsprozessen empfehlenswert. 20 Sekunden sollen laut Hersteller reichen. Diese Empfehlung hätten wir spätestens nach dem Dauertest ausgesprochen, denn nach schon vier schnellen Versiegelungen hintereinander riecht es deutlich nach verschmortem Plastik, und der Beutel wirft unmittelbar neben der Naht leichte Wellen – ein Anzeichen für zu viel Hitze. Also bitte mit dem Bonsenkitchen-Vakuumierer nicht Vollgas geben.
Reinigen und Aufbewahrung: Dreh- und Angelpunkt einer leichten und schnellen Reinigung eines Vakuumierers ist das Auffangfach in der Unterdruckkammer. Die ist beim Bonsenkitchen-Vakuumierer entnehmbar – und damit ein wunderbar einfach zu reinigendes Bauteil. Danke! Das Abwischen des Gehäuses gelingt ohnehin innerhalb von Sekunden. Besser kann ein Vakuumierer in dieser Kategorie nicht sein. Nicht üblich in dieser Größen- und Preisklasse ist außerdem ein Kabelfach auf der Geräteunterseite – der Bonsenkitchen hat eines, bravo! Das leichte und kompakte Gerät ist gut zu verstauen. Nur die Beutel passen nicht rein, die müssen wir also an einem anderen Ort aufbewahren. Man kann nicht alles haben.
Fazit: Wer es nicht eilig hat und für überschaubare Summen einen brauchbaren Vakuumierer sucht, kann sein Glück bei Bonsenkitchen finden. Seine einfache und selbsterklärende Bedienung ist sein Plus, seine laute Pumpe eher nicht. Der Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf einen Vakuumierer, dem wir zutrauen, diese Zeit bei gewöhnlicher Nutzung schadlos zu überstehen.
+ Vorteile:
- viel Leistung für wenig Geld
- leicht und kompakt
- entnehmbare Auffangschale
– Nachteile:
- recht laut
- schwergängiger Deckelverschluss
- Dauerbetrieb nur bedingt möglich (Hitze- und Geruchsentwicklung)
5. Besser cool bleiben: Raycial Vacuum Sealer 2800
Erster Eindruck: Oha, ist das Ding leicht, so unser erster Gedanke, als wir den Vakuumierer von Raycial das erste Mal in den Händen halten. Auffällig ist das Anschlusskabel, das nicht fest mit dem Gerät verbunden ist und das wir seitlich einstecken. Insgesamt wirkt das Gerät auf uns etwas weniger wertig als alle anderen. Der Hochglanz-Deckel trägt sechs Touch-Taster in sich, die bis auf eine ominöse „Rice“-Taste spontane Assoziationen wecken, welche Funktion wohl jeweils dahintersteckt.
Bedienung und Funktionen: Der Vakuumierer ist mit dem Anschließen am Strom betriebsbereit. Die Taster reagieren auf unsere Anforderung, ohne dass wir großen Druck ausüben müssen. Der Deckel schließt mit moderatem Druck auf die beiden äußeren Ecken, die jeweils einen „Push“-Schriftzug tragen. Weil die gesamte Technik im Deckel steckt, liegt der Schwerpunkt des Raycial ziemlich hoch, was zusammen mit dem geringen Gewicht nur für eine mittelmäßige Standfestigkeit sorgt.
Wir lassen uns von der Anleitung aufklären, was es mit dem „Rice“ auf sich hat: Dahinter verbirgt sich nach dem Leersaugen ein längerer Verschweißvorgang, um auch besonders dicke Beutel erfolgreich zu versiegeln. Das beträfe zum Beispiel auch ungekochten Reis (aha!) und andere sehr feste und tendenziell spitze oder kantige Lebensmittel wie gestoßene Haselnüsse. Die rechts danebenliegenden Versiegelungsprogramme „Wet“ und „Dry“ verschweißen abgestuft mit kürzerer Dauer. Neben diesen drei Programmen haben wir noch die Möglichkeit, selbst die Dauer des Vakuums zu bestimmen („Vac“), und auch nur zu versiegeln („Seal“). Einen Schlauchanschluss hat der Raycial als einziger Vakuumierer im Testfeld nicht.
Die beiden Haken in der Unterdruckkammer zum sicheren Platzieren des Beutels vor dem Verschweißen finden wir gut. Das laute Piepen während des kombinierten Pump-Versiegelungs-Prozesses ist eher irritierend: Warum piept es, wenn das Ganze noch läuft und wir ohnehin nicht einschreiten können? Und warum klingt es so, als liefe die Pumpe auch beim Versiegeln weiter? Das macht sonst kein anderes Gerät im Test.
Leistung: Bei allen angeführten Fragezeichen liefert letztlich auch der preisgünstige Vakuumierer von Raycial solide Ergebnisse. Das Programm für feuchte Lebensmittel geht gnädig mit dem Unterdruck um und schaltet beim Brokkoli so frühzeitig ab, dass das Gerät trotz etwas angesaugtem Wasser eine feste Schweißnaht von rund drei Millimeter Breite hinbekommt. Leichte Wellen im Plastik neben der Naht in allen Programmen legen nahe, dass sich die Hitze auch etwas über die Seiten der Naht hinaus trägt. Nicht ganz so präzise Arbeit also, aber: Alles ist dicht. Wir schließen uns im Übrigen der Empfehlung des Herstellers an, nach jeder Versiegelung eine Pause von mindestens 20 Sekunden einzulegen. Im Dauertest riecht es nach vier Durchgängen streng nach Kunststoff und die Nähte werden unpräziser. Der Raycial ist nichts für Eilige.
Reinigen und Aufbewahrung: Eine gute Idee: Den Boden mit der Überlaufkammer können wir vom Deckel lösen und so den gesamten unteren Teil unter fließendem Wasser ausspülen. Bei der Aufbewahrung nervt das seitlich herausragende Kabel, es macht das Gerät breiter. Ziehen wir das Kabel ab, müssen wir es lose dazulegen. Da haben die meisten Wettbewerber bessere Lösungen gefunden.
Fazit: Auch dieser Low-Budget-Vertreter unter den Vakuumierern entleert passende Beutel und versiegelt sie erfolgreich. Die teils nur mittelmäßige Güte der Nähte, die teilweise skurrilen Formulierungen in der Anleitung (feuchte Lebensmittel werden dort als „Nassfutter“ bezeichnet), das nicht zu Ende durchdachte Gehäuse ohne integriertes Stromkabel und die nur 12 Monate Garantie zeigen uns aber deutlich, wie der Preis zustande kommt. Ja, der Raycial vakuumiert. Der Spaß, der bei anderen Geräten aufkommt, macht sich bei uns aber nicht so richtig breit.
+ Vorteile:
- niedriger Preis
- sehr leise
- abnehmbarer Boden
– Nachteile:
- nicht richtig standfest
- Dauerbetrieb nur bedingt möglich (Hitze- und Geruchsentwicklung)
- nur ein Jahr Garantie
Vakuumierer: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Warum sollte ich einen Vakuumierer kaufen?
Weil sie Lebensmittel länger haltbar machen und die Inhaltsstoffe gut konservieren. Es gibt zwar keine feste Formel und je nach Lebensmittel und Zustand (zubereitet, frisch) Unterschiede bei der Haltbarkeit, jedoch ist sich die Fachwelt einig, dass sich die Haltbarkeit typischer Lebensmittel in der Regel mindestens auf das Doppelte und in bestimmten Fällen auf das Sechsfache gegenüber der Lagerung ohne Vakuum verlängert. Vakuumierte Lebensmittel lassen sich zudem sehr gut einfrieren, was eine besonders langfristige Bevorratung ermöglicht.
Wie funktioniert ein Vakuumierer?
Ganz einfach: Eine Pumpe saugt zunächst den allergrößten Teil der Luft aus dem Beutel, während eine Heizleiste den Kunststoffbeutel im Anschluss dann so stark erhitzt, dass beide Seiten miteinander verschmelzen und der Beutel so versiegelt wird. Nun ist nahezu kein Sauerstoff mehr bei den Lebensmitteln, was es Bakterien und Schimmel sehr viel schwerer macht, sich zu vermehren.
Kann ich mit einem Vakuumierer auch Flüssigkeiten oder Suppen verpacken?
Das ist mit den üblichen Geräten für den Privatgebrauch nur eingeschränkt möglich, da das Gerät Flüssigkeiten schnell ansaugt und sich Flüssigkeit nur schlecht in den Beutel füllen lässt, ohne dass es eine kleine bis mittlere Sauerei gibt. Sogenannte Kammervakuumierer sind hierfür besser geeignet. Sie saugen, wie der Name schon sagt, eine Kammer leer und versiegeln dann die obere Öffnung ganzflächig. Allerdings sind sie recht groß und teuer und für den Hausgebrauch darum nur bedingt geeignet.
Kann ich auch ganz normale Gefrierbeutel zum Vakuumieren verwenden?
Nette Idee, doch das wird nichts. Damit der Vakuumierer die Luft richtig aus dem Beutel saugen kann, muss er eine im Inneren bestimmte Oberflächenstruktur haben, die es ermöglicht, um die Lebensmittel herum die Luft abzusaugen. Diese Struktur dient als Kanäle für die abzusaugende Luft, während die vollkommen glatte Oberfläche im Inneren eines gewöhnlichen Gefrierbeutels das vollständige Absaugen der Luft verhindert. Außerdem sind einige Frischhaltebeutel zu dünn, sie ließen sich nicht richtig verschweißen. Wer erfolgreich vakuumieren will, muss auf die speziellen Beutel – einzeln oder auf einer Endlosrolle – zurückgreifen. Sie müssen nicht auf herstellerspezifische Beutel zurückgreifen, sondern nur auf die richtigen Abmessungen achten und können prinzipiell so gut wie jeden Beutel verwenden. Auf Amazon kostet ein beliebtes 100er-Paket derzeit 15 Euro.
Eignet sich ein Vakuumierer auch für Sous-vide-Garen?
Ja, dieses spezielle Garverfahren im Vakuum bei niedrigen Temperaturen ist mit den im Test eingeschweißten Lebensmitteln nicht nur möglich, sondern eine aktiv beworbene Möglichkeit der Zubereitung. Wärme verteilt sich bei der Zubereitung luftdicht verpackter Speisen besonders gut und gleichmäßig.
Hat Stiftung Warentest Vakuumierer getestet?
Ja, zuletzt waren sechs Geräte im Test, der allerdings schon einige Jahre zurückliegt: In Heft 1/2018 kamen vier der Vakuumierer auf ein „gut“; das Testergebnis können Sie kostenlos bei Stiftung Warentest online abrufen.
Quellen: Hersteller, Gastropodo.de, Wikipedia, Utopia.de