Ein Kurbelradio ermöglicht den Empfang von Informationen unabhängig von Stromnetz, Batterien und Sonnenscheindauer. Das kann im Notfall Leben retten. Hinzu kommen weitere Funktionen wie die Nutzung des Geräts als Ladestation, Lichtquelle oder Alarm. Kurbelradios sind für den Notfall bestimmt, eignen sich aber auch für viele Outdoor-Aktivitäten. Sie gehören zum kleinen Kreis der Gegenstände, die jeder Mensch besitzen sollte. Das fordert auch das BBK, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Die Anschaffung eines Kurbelradios ist der erste Schritt, um sich auf einen Notfall vorzubereiten. Anders als bei der Bevorratung mit Lebensmitteln, Medikamenten oder vielen Hygieneartikeln geht es beim Radio um eine einmalige Anschaffung. Einen Austausch wegen Überalterung braucht es nicht. Viele Camping-Fans und Fernwanderer werden das Kurbelradio aber nicht nur für den Notfall lagern. Sie können es aktiv nutzen. Allen anderen raten wir, sich nach dem Kauf, aber vor dem Eintreten einer Notlage, mit den Funktionen und der Funktionsweise des Geräts vertraut zu machen.
Kurbelradio-Test: Die ausgewählten Produkte
Diese Kurbelradios sind auch einen Blick wert
Folgende Kurbelradios haben wir nicht selbst getestet, sie könnten aber einen Blick wert sein:
Testergebnis: Das beste Kurbelradio
Sieger in unserem Kurbelradio-Test ist das CR1030 von der Marke Mesqool. Das robuste Gerät überzeugt beim Empfang über DAB+ und UKW, aber auch mit Features wie dem großen Akku und der lichtstarken Taschenlampe.
Ebenfalls überzeugt hat uns im Test das DR112 von Albrecht. Das Bedienkonzept ist stimmig und der Radioklang gut auf die Klarheit der Sprache ausgerichtet. Wir sehen das Modell zudem als echten Design-Tipp: Form und Funktionalität sind im perfekten Einklang.
Während das CR1030 und das DR112 mit ihrem Leistungsumfang und der Qualität punkten, beschränkt sich Solarbaby bei seinem Notfallradio auf das Nötigste. Das spart Kosten beim Kauf und könnte all jene überzeugen, die sonst nicht bereit wären, rein in den Notfall zu investieren. Das Kurbelradio von Solarbaby ist daher trotz kleiner Schwächen ein echter Preis-Leistungs-Tipp.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Über den Tester
Morgens, gleich nach dem Aufstehen, schalte ich die Radio-Nachrichten ein. Es ist ein Ritual, die Macht der Gewohnheit. Immerhin habe ich als Nachrichtenredakteur beim Hörfunk angefangen. Da ist es schwer, später wieder auf den Fluss der Worte zu verzichten. Das gilt im Alltag, noch mehr aber bei dem Gedanken an einen Notfall, bei dem jede Information relevant sein kann. Szenarien, in denen wir plötzlich ohne Strom und Mobilfunk dastehen, gibt es einige – auch ohne einen Dritten Weltkrieg. Das Gerät liegt im Keller neben dem Werkzeug, sieht nie das Tageslicht, aber funktioniert. Doch ich könnte es auch einfach beim Camping verwenden. Ob zum Zelten oder für den Ernstfall: Sie sollten sich dringend ebenfalls eines anschaffen. Weitere Informationen über Karl Lüdecke
Vergleichstabelle: Kurbelradio im Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| DAB+ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✔ |
| FM | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ |
| AM und/oder andere Frequenzen | ✘ | ✘ | ✔ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ | ✔ | ✘ |
| Akku in mAh* | 12.000 | 4.000 | 12.000 | 5.000 | 2.000 | 10.000 | 4.500 | 20.000 | - | 1.800 |
| Zusätzliche Batterien einsetzbar | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ | ✔ | ✔ | ✘ | ✔ | ✔ | ✘ |
| Bluetooth | ✔ | ✔ | ✘ | ✔ | ✘ | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ |
| Leistung Lautsprecher in Watt | 5 | 2 x 5 | 5 | 5 | 1 | 3 | 2 | k. A. | k. A. | k. A. |
| Maße (L x B x H) in mm | 173 × 121 × 65 | 174 × 55 x 79 | 170 × 89 x 72 | 190 × 70 x 11 | 128 × 46 x 60 | 193 × 98 x 109 | 170 × 65 x 60 | 202 × 94 x 74 | 167 × 90 x 53 | 180 × 100 x 70 |
| Gewicht in g | 704 | 510 | 520 | 358 | 220 | 740 | 320 | 910 | 329 | 440 |
| Wasserschutz-Standard* | IPX6 | IPX5 | IPX6 | keiner | keiner | IXP3 | keiner | keiner | keiner | IPX4 |
| Uhr und Weckerfunktion | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✔ |
| Sendespeicher | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | ✘ | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ |
| Lautstärke beim Drehen der Kurbel | 69,1 | 66,8 | 66,7 | 61 | 70,6 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Dauer Radio nach 1 min Kurbeln | 00:36 | 01:55 | 01:00 | 00:15 | 10:00 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Dauer Radio nach 1 min Kurbeln | 00:33 | 05:35 | 00:58 | 00:15 | 09:30 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Dauer Radio nach 1 min Kurbeln | 00:30 | 05:15 | 00:58 | 00:15 | 08:21 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Mittelwert Dauer Radio nach 1 min Kurbeln | 00:33 | 04:15 | 00:59 | 00:15 | 09:17 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Dauer Radio nach 30 min Solar | 14:00 | 21:55 | 03:11 | 00:00 | 00:00 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| max. Lautstärke Alarm in dB | 90 | 97 | 108 | 92 | 88 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Helligkeit Taschenlampe | 12.000 | 143 | 4.580 | 261 | 236 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Klangqualität (1 bis 10, 10 ist optimal) | 7 | 8 | 7 | 9 | 5 | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung |
| Erhältlich bei |
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* Herstellerangabe
Hinweis: Einige Produkte in dieser Tabelle sind mit „nicht in der Wertung“ gekennzeichnet. Sie wurden nicht von der Redaktion getestet und bewertet. Alle Angaben bei diesen Produkten sind Herstellerangaben.
So haben wir die Kurbelradios ausgewählt
Für die Aufnahme in den Kurbelradio-Test galten folgende Kriterien:
- Verfügbarkeit am Markt: Unsere stern-Produkttests sind eine Auswahlhilfe für potenzielle Käufer. Wir achten deshalb darauf, dass die Produkte in mindestens einem der großen Online-Shops verfügbar sind. Engpässe sind damit nicht ausgeschlossen, aber deutlich unwahrscheinlicher.
- Nützliche User-Bewertungen: Produkte, die schon seit längerer Zeit auf dem Markt sind, haben oft bereits viele Käufer-Bewertungen gesammelt. Sie dienen uns als Orientierung. Fällt das jeweilige Produkt hier durch, verzichten wir oft auf eigene Analysen. Testplätze sind schließlich rar.
- Technischer Mindestanspruch: Kurbelradios sind für Notfälle konzipiert und sollten bestimmte Standardfunktionen bieten. Dazu gehören für uns neben dem Radioempfang und dem Laden per Kurbel auch die Taschenlampen-Funktion, das SOS-Signal und die Möglichkeit zum Laden von Drittgeräten. Wer weniger bot, kam nicht in den Test.
- Preisrahmen: Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir uns auf Geräte konzentriert, die im Online-Handel deutlich unter 100 Euro kosten. Das entspricht auch der Ausgabe-Bereitschaft für ein Gerät, das im Alltag bei vielen Menschen wenig oder gar nicht zum Einsatz kommt.
So haben wir getestet
Beim Kurbelradio geht es um Verlässlichkeit, weniger um optische oder akustische Höhenflüge. Im Test legen wir deshalb Wert auf Robustheit, eine einfache Bedienung, das gute Handling der Kurbel und die Verständlichkeit der empfangenen Nachrichten.In unseren Tests beurteilen wir daher die Stabilität und Klarheit des Empfangs. Wichtigstes Kriterium ist die Sprachqualität. Dieser Hörtest ist subjektiv, meist herrschte in der 3-Personen-Jury jedoch Einigkeit. Gut, wenn auch das Musikhören zum Erlebnis wird, aber es ist nicht der wichtigste Aspekt. Da alle Kurbelradios über einen SOS-Notruf verfügen, haben wir auch dafür die Lautstärke dieses Alarms ermittelt.
Im Zuge der Tests haben wir alle Geräte ganz oder teilweise über USB-C, das integrierte Solarpanel und die Handkurbel geladen. In verschiedenen Testszenarien ging es uns um die Frage, wie einfach wir das Radio im Notfall tatsächlich nutzen. Unsere Tests bezogen sich auf die Empfangsdauer nach einer Minute Kurbeln mit 125 Umdrehungen sowie nach 30 Minuten Solar-Ladung in der frühherbstlichen Mittagssonne. Der Himmel war wolkenlos, der Empfang lief mit identischem Programm über UKW. Mittelwellenfunk haben wir nicht berücksichtigt, da er im Alltag kaum noch eine Rolle spielt.
Alle Kurbelradios im Test verfügen über eine Taschenlampe, mit deren Hilfe wir uns bei einem Stromausfall orientieren können. Für unseren Test haben wir einen Raum abgedunkelt und ein Luxmeter platziert. Der Abstand zwischen Messgerät und Kurbelradio-Taschenlampe betrug genau einen Meter. Anschließend konnten wir die Beleuchtungsstärke in Lux ablesen und die Lichtstärke in Candela ermitteln, wobei der Zahlenwert im konkreten Fall identisch war (Candela = Lux multipliziert mit dem Quadrat des Abstands).
Die Gesamtnote haben wir ermittelt, indem wir die einzelnen Testkategorien des Prüfkatalogs wie folgt gewichtet haben:
| Gewichtung | Kategorie |
| 35% | Funktion / Leistung |
| 10% | Verarbeitung & Qualität |
| 10% | Benutzerfreundlichkeit & Pflege |
| 10% | Sicherheit & Zuverlässigkeit |
| 20% | Ausstattung & Features |
| 10% | Design & Haptik |
| 5% | Nachhaltigkeit & Verbrauch |
1. Mit voller Kraft zum Testsieg: Mesqool CR1030
Optik und erster Eindruck: Das Kurbelradio CR1030 ist mit mehr als 700 Gramm ein Schwergewicht, die drei optionalen AAA-Batterien noch gar nicht mitgerechnet. Das Gerät bietet fünf Möglichkeiten zur Stromversorgung: über die Handkurbel, über Solar, USB-C oder eben über die Batterien oder den integrierten Akku. Dieser Akku mit seinen 12.000 mAh macht das Kurbelradio zugleich zu einer vollwertigen Powerbank.
Das CR1030 gibt es in unterschiedlichen Farben und von unterschiedlichen Herstellern. Wir haben im Zuge des Tests festgestellt, dass es sich bei den beliebten Notfallradios Mesqool CR1030 und Rocam CR1030 um baugleiche Modelle handelt. In diesem Test haben wir uns das Gerät von Mesqool angesehen.
Das CR1030 hat schon auf den ersten Blick viel zu bieten. Das 2,4-Zoll-Farbdisplay lesen wir problemlos ab, und die Lautstärke regulieren wir bequem über ein seitliches Drehrad. Alle Gehäuseflächen nutzt der Hersteller optimal aus: Den gesamten Bodenbereich besetzt die Kurbel, die Oberseite die Antenne. Links leuchtet die große Taschenlampe, rechts finden wir neben dem Lautstärke-Knopf die drei Ein- und Ausgänge, den Kopfhöreranschluss und einen Umschalter zwischen Batterie und Akku. Die gesamte Rückfront gehört dem Solarpanel, das fast 12 × 8 Zentimeter misst.
Das Kurbelradio hat zwei Ausgänge (USB-A und USB-C), einen Eingang (USB-C) und einen Kopfhöreranschluss. Zum Zubehör zählt neben der Bedienungsanleitung ein Ladekabel. Der Tragegurt ist bereits angebracht.
Folgende Funktionen stehen beim Mesqool CR1030 zur Verfügung:
- Audio über DAB+, UKW (RDS) und Bluetooth, Textmeldungen via DAB+
- Strom via Kurbel (650 mA), Solar (350 mA), USB-C und AAA-Batterien
- Akku mit bis zu 12.000 mAh, als Powerbank nutzbar
- Uhrzeit und zwei Wecker
- Warnsirene als SOS-Notruf
- Taschenlampe oder Leselicht
- Kopfhöreranschluss
Bedienung: Die Bedienung des CR1030 ist erfreulich intuitiv. Nachdem wir den Hauptschalter betätigt haben, wechseln wir mit derselben Taste zwischen den Modi DAB+, FM und Bluetooth sowie dem Wecker. Bei DAB+ und FM stehen uns jeweils 40 Sendespeicher zur Verfügung. Die Lautstärke regulieren wir bequem an einem seitlichen Rad. Über Untermenüs – zu erreichen über längeres Drücken der „Info“-Taste – nehmen wir zahlreiche Feineinstellungen vor und verwalten die Senderlisten. Gewöhnungsbedürftig sind die Tasten für die Taschenlampe und den SOS‑Notruf. Sie sind Teil des normalen Menüs, was die Bedienung erschwert und Verwechslung begünstigt. Um nicht im Dunkeln zu agieren, nutzen wir das Leselicht an der Rückseite des Solarpanels. Das leuchtet in zwei Helligkeitsstufen oder wahlweise gar nicht. Diese Möglichkeiten haben wir bei der Konkurrenz vermisst. Einen Ausschalter fürs Display suchen wir aber auch beim CR1030 vergebens – der könnte beim Stromsparen helfen.
Klang und Lautstärke: Das Radio besitzt einen glasklaren Empfang und 16 Lautstärke-Stufen. Gesprochene Sprache ist gut zu verstehen, Musik bleibt genreunabhängig flach und verschwimmt mit zunehmender Lautstärke. Der beworbene „grenzenlose Hörgenuss“ stellt sich nicht ein, die Klang-Erwartung an ein Notfallradio erfüllt das CR1030 jedoch spielend.
Lade- und Nutzungszeiten: Die Geräte- und Akku-Größe wecken Erwartungen, die das Radio nur teilweise erfüllt. Grandios ist, dass wir das Handy mit dem integrierten Akku in der Praxis mehr als zweimal vollständig laden können. Wollen wir ihn mit Kurbeln wieder füllen, müssen wir allerdings viel Geduld mitbringen. Eine Minute Kurbeln reicht im Test gerade mal für 33 Sekunden Radioempfang. Besser läuft es hingegen beim Laden über das Solarpanel. Nach 30 Minuten in der Sonne können wir 14 Minuten Radio hören.
Taschenlampe: Die Taschenlampe des CR1030 ist mit Abstand die stärkste im Test. Wir messen 12.000 Lux. Auf der oberen Stufe durchdringt das stark gebündelte Licht das Dunkel über hunderte Meter. Beeindruckend! Selbst das rote Licht bei Betätigung der „SOS“-Taste besitzt noch eine gewisse Strahlkraft. Aufgrund der Geräuschkulisse – wir messen 90 dB – geht das allerdings unter.
Fazit: Das Mesqool CR1030 bietet einen klaren Sprachempfang und mehrere Optionen zur autarken Stromversorgung. Das Gerät wirkt robust und besitzt einen hohen Bedienkomfort. Es eignet sich auch als vollwertige Powerbank. Mit DAB+ ist der digitale Empfang von Informationen gewährleistet, ohne Abhängigkeit vom Internet oder Mobilfunk. UKW rundet das Portfolio ab. Klare Kaufempfehlung für einen würdigen Gesamtsieger in unserem Test!
+ Vorteile:
- sehr robust und bedienungsfreundlich
- starker Akku, auch als Powerbank
- sehr helle Taschenlampe
- auch Batteriebetrieb möglich
– Nachteile:
- kurze Radio-Laufzeit nach der Kurbel-Ladung
- Tasten für Licht/SOS nicht optimal platziert
2. Kurbelradio-Klassiker im perfekten Format: Albrecht DR112
Optik und erster Eindruck: Die kantige Form und die grob-geriffelten Gehäuse-Ecken verleihen dem Kurbelradio von Albrecht einen robusten Charakter. Boxen und Kurbel an der Rückseite sind schwarz, ebenso das klappbare Solarpanel, das runde Thermometer und die Einfassung der seitlich platzierten Leuchten. Das Gehäuse selbst strahlt in einem knalligen Rot. Dieses Radio werden wir selbst in hektischen Situationen nicht übersehen. Zum Lieferumfang des DR112 gehören neben dem USB-C-Ladekabel ein schwarzer Karabiner, den wir rechts oben am Gerät einklicken. Der Haken sitzt stramm und sicher. Um das Radio mittels Karabiner am Gürtel zu befördern, ist es sicherlich etwas zu schwer. Ein Rucksack kann ein gutes halbes Kilo mehr hingegen gut vertragen. Auch die Option, das Radio an eine Zeltleine oder einen Ast zu hängen, erscheint uns praxisrelevant. Die Zahl der Anschlüsse ist beim Albrecht DR112 auf zwei begrenzt: 1 × USB‑Out und 1 × DC‑In, jeweils mit 5V. Wir können das Kurbelradio also nicht nur an der Steckdose laden, sondern auch zur Stromversorgung von Drittgeräten wie dem Handy nutzen.
Folgende Funktionen stehen beim Albrecht DR112 zur Verfügung:
- Audio über DAB+, UKW (RDS) und Bluetooth, Textmeldungen via DAB+
- Laden via Kurbel, über Solar oder USB-C
- Speichern von bis zu 4.000 mAh im internen Akku
- Uhr und Wecker
- Warnsirene (SOS-Notruf)
- Lampe als SOS-Notruf, Taschenlampe oder Leselicht
- Thermometer im Bereich –20 und +50°C
Bedienung: Nach dem Einschalten führt das Kurbelradio automatisch einen DAB-Sendersuchlauf durch. Der Erfolg ist hörbar: Von den filmgeprägten Vorstellungen eines rauschenden Notfall-Empfängers mit bruchstückhaften Worten verabschieden wir uns an dieser Stelle. Alles klingt nach einem vollwertigen Radiogerät. Wir hangeln uns einmal durchs Menü, ziehen zum Justieren der UKW-Sender die gut versteckte Antenne heraus und stellen fest, dass die Bluetooth-Verbindung zum Handy klappt. Aus den 5-Watt-Boxen strömen jetzt „Narzissen und Kakteen“. Die acht Tasten an der Frontseite des Radios sind relativ klein, aber klar beschriftet und gut zu ertasten. Nachdem wir das Radio zwei-, dreimal benutzt haben, gelingt uns das selbst im Halbdunkel. Die deutlich größere Taste für die Lampen ist separat platziert und befindet sich damit genau am erwarteten Ort. Ebenfalls separat, eingelassen an der Geräte-Unterseite, ist der SOS‑Notruf. Ein prominenterer Platz hätte sicherlich nicht geschadet. Die Kurbel, das Herzstück des Radios, liegt gut in der Hand. Beim Drehen erklingt ein hohes Surren, das nicht unangenehm ist. Eher eine Spielerei ist hingegen das Thermometer, das es bei den angezeigten Temperaturen doch arg übertreibt.
Klang und Lautstärke: Der Klang des Radios ist glasklar. Das gilt auch für UKW, allerdings müssen wir hier zunächst die Antenne genau ausrichten, um das Rauschen zu eliminieren. Überraschend ist, dass im Grunde kein Empfang möglich ist, wenn das Gerät am Strom hängt. Auch das Hören von Musik ist mit dem Albrecht DR112 möglich, die Bässe bleiben allerdings recht dünn und mit wachsender Lautstärke klingt alles ein wenig blechern. Die Sprachwiedergabe empfinden wir über die eng stehenden Stereo-Lautsprecher als makellos. Genau darauf kommt es an. Der Alarm erreicht in unseren Messungen 97 dB, was dem Geräuschpegel in einer sehr lauten Fabrikhalle entspricht.
Lade- und Nutzungszeiten: Laut Hersteller genügt es, die Handkurbel eine Minute lang zu drehen, um drei Minuten Radio zu hören. In unserem Test sind es sogar 4:15 Minuten. Es handelt sich allerdings um einen gemittelten Wert aus drei Messungen, die recht unterschiedlich ausgefallen sind. Weit über den Erwartungen liegt auch die Betriebsdauer nach dem halbstündigen Solar-Laden. Das Radio läuft danach fast 22 Minuten und damit deutlich länger als bei jedem anderen Gerät. Mit vollem Akku schafft es das Albrecht DR112, das Handy einmal fast vollständig zu laden. Unser iPhone zeigt am Ende einen Ladestand von 83 Prozent. Wenn wir das Radio selbst laden, dauert es circa drei Stunden. Ist der Prozess abgeschlossen, erlischt die winzige rote LED neben dem Stromanschluss.
Taschenlampe: Das DR112 hat mehrere Lampen mit unterschiedlichen Funktionen. Wir klappen das Solarpanel nach oben und bringen so ein Leselicht mit sechs weißen und sechs warmweißen LEDs zum Leuchten. Auf Knopfdruck lassen sich beide Sechserreihen einzeln zu- oder abschalten. Ist das Panel eingeklappt, dient derselbe Knopf zur Bedienung der seitlichen Taschenlampe, die wahlweise konstant leuchtet oder blinkt. Die Lichtintensität ist mit rund 150 Candela gering, reicht aber, um sich im Dunkeln zu orientieren. Eine punktuelle Beleuchtung ist schwieriger. Unterhalb der Taschenlampe befindet sich eine rot-blaue Notleuchte, die wir mit Drücken des SOS-Buttons zusammen mit der Sirene in Gang setzen.
Fazit: Das Albrecht DR112 ist solide, kompakt und einwandfrei verarbeitet. Die Kurbel an der Rückseite ist einfach zu bedienen, ebenso alle Knöpfe. Dieses gesamte Bedienkonzept ist stimmig und der Klang entspricht den Erfordernissen. Akku und Solarpanel hätten eine Nummer größer ausfallen können. Das gilt auch für die stark streuende Taschenlampe. Pluspunkte gibt es für das Leselicht.
+ Vorteile:
- sehr kompakt und hochwertig verarbeitet
- guter Klang insbesondere bei der Sprachausgabe
- überzeugende Laufzeiten nach Kurbel- und Solarladung
– Nachteile:
- SOS-Button etwas zu versteckt
- kein Batteriebetrieb möglich
3. Wie aus einem Guss: Vikeri HC-2415 weckt Vertrauen
Optik und erster Eindruck: Ummanteltes Gehäuse, gummierte Tasten und dazu die Tarnfarbe Armeegrün: Das Vikeri HC-2415 wirkt, als könne es viele Schlachten überstehen. Für ein Notfallradio ist das ganz bestimmt kein Nachteil und die veröffentlichten Werte bestätigen den Anspruch: Wasserschutzklasse IPX6, Akkugröße 12.000 mAh, Alarm bis 120 dB – der Hersteller hängt die Latte hoch. Zum Lieferumfang gehören bei diesem Kurbelradio zwei Tragegurte unterschiedlicher Länge, ein USB-C-Kabel zum Laden, ein Audiokabel und ein kleiner Kompass zur Orientierung im Gelände. Es gibt vier Anschlüsse, gut geschützt hinter einer schwarzen Silikonplatte: 1 × AUX‑In, 1 × DC‑In, 1 × DC‑Out und 1 × USB. Hinzu kommen zwei Kontrollleuchten zum Ladestatus.
Folgende Funktionen stehen beim Vikeri HC-2415 zur Verfügung:
- Audio über DAB+, UKW und Bluetooth
- Strom via Kurbel, Solar oder USB-C
- Akku mit bis zu 12.000 mAh, auch zum Laden externer Geräte
- Uhrzeit und Wecker
- Warnsirene (SOS-Notruf)
- Lampe als SOS-Notruf, Taschenlampe oder Leselicht
- Kompass
- Equalizer für optimierten Klang
Bedienung: Um die Sender in den unterschiedlichen Frequenzbereichen zu programmieren, kommen wir an der Bedienungsanleitung nicht vorbei. Immerhin befinden sich an der Frontseite zehn kleine Tasten, die wir trotz guter Beschriftung nicht sofort überschauen. Mit der Lektüre ist das schnell geklärt, allerdings bleibt unsere Senderausbeute jenseits von FM überschaubar. Mehr als drei, vier verrauschte Programme konnten wir nicht empfangen. Auch der Tipp des Herstellers, das Gerät zu drehen, um eine eingebaute Antenne besser zu positionieren, nützt da nichts. Radio, Uhr und Wecker haben wir nach kurzer Eingewöhnung im Griff, ebenso die Taschenlampe. Sie verfügt über einen separaten Knopf neben dem Solarpanel. Im Gegensatz dazu ist der SOS-Knopf zwar rot markiert, aber sonst integraler Bestandteil des Bedienpanels. Verwechslungen sollten Sie tunlichst vermeiden, denn bei einem „Fehldruck“ kommen 108 dB aus dem kleinen Kasten, gemessen aus einem Abstand von 50 Zentimetern. Dagegen ist der Presslufthammer ein ruhiger Geselle. Insgesamt kommen wir mit der Bedienung des Geräts gut zurecht. Wünschenswert wäre ein Drehrad für die Lautstärkeeinstellung. Diese verfügt über 32 Stufen, was das schnelle Anpassen per Tastendruck kompliziert macht.
Klang und Lautstärke: Das Vikeri HC-2415 geht bei Lautstärke und Klang weit über das übliche Maß hinaus. Wie entdecken beim Check aller Tasten sogar einen Equalizer, der neben „Standard“ die Optionen Pop, Rock, Jazz, Klassik und Country bietet. Das beste Hörerlebnis bietet der Jazz-Modus, was eher beim Camping als im Notfall wichtig sein dürfte.
Lade- und Nutzungszeiten: Der Akku des HC-2415 besitzt mit 12.000 mAh XXL-Format. Das ist von Vorteil, wenn das Kurbelradio als Powerbank dienen soll. Diesen Akku mit beständigem Kurbeln oder über Solar zu füllen, wird allerdings schwer – was auch unser Laufzeit-Test bestätigt. Während der Hersteller fünf Minuten Radioempfang nach einer Minute Kurbeln als Referenz angibt, war es bei uns nur eine Minute – bei drei Versuchen mit hoher Konstanz. Eine halbe Stunde Laden in der Sonne führte zu einer möglichen Radiozeit von drei Minuten und elf Sekunden, was ebenfalls kein Spitzenwert ist.
Taschenlampe: Bei ausgeklapptem Solarpanel schaltet sich automatisch das Leselicht ein, das aus acht LEDs besteht. Die benachbarte Taste dient dazu, die seitlich angebrachte Taschenlampe zu steuern. Es gibt zwei Helligkeitsstufen und einen Blink-Modus. Auf höchster Stufe zeigte unser Messgerät 4.580 Lux, ein sehr starker Wert.
Fazit: Das Vikeri HC-2415 ist ein Kraftpaket mit sattem Klang, einer hohen Akku-Kapazität und einer sehr hellen Taschenlampe. Das Äußere wirkt mit den seitlichen Einfassungen fast militärisch-robust. Mit der Kurbel kommen wir gut zurecht. Sie ist zwar relativ kurz, aber sehr leichtgängig. DAB+ gibt es bei diesem Notfallradio nicht.
+ Vorteile:
- sehr guter Klang
- starke Taschenlampe
- robustes Gehäuse
- großer Akku
- breiter Frequenzbereich und MP3
– Nachteile:
- kein digitaler Empfang über DAB+
- kein Bluetooth
4. Immer auf Empfang: das Kurbelradio Acta Berg 0002-AG
Optik und erster Eindruck: Das Notfallradio der deutschen Handelsmarke Acta Berg gehört zu den kleineren Modellen im Test. Es kommt, neben der Bedienungsanleitung, mit einer kleinen Tragetasche, einer Handschlaufe und dem Ladekabel. Mehr Zubehör gab es nirgends. Das Kurbelradio liegt gut in der Hand, und uns fallen sofort zwei Besonderheiten auf: Da ist zum einen das Batteriefach für drei AAA-Batterien an der Rückseite, womit Sie zusätzliche Optionen zur Stromversorgung bekommen. Zum anderen finden wir über und unter der eigentlichen Taschenlampe zwei gelb markierte Bereiche, die sich als fünf LEDs zur Beleuchtung entpuppen. Ein zusätzliches Leselicht ist separat an der Innenseite des Solarpanels untergebracht. Das Kurbelradio verfügt über einen USB-C-Eingang, einen USB-Ausgang und eine Kopfhörer-Buchse.
Folgende Funktionen stehen beim Acta Berg 0002-AG zur Verfügung:
- Audioinhalte über DAB+, UKW und Bluetooth
- Laden via Kurbel, Solar und USB-C
- Akku mit bis zu 5.000 mAh, als Powerbank nutzbar
- Betrieb auch über AAA-Batterien möglich
- Uhrzeit und Wecker
- Warnsirene als SOS-Notruf
- Taschenlampe oder Leselicht
- Kopfhörer-Anschluss
Bedienung: Das Notfallradio besitzt eine klare Menüführung. Ein Blick in die schriftliche Bedienungsanleitung ist dennoch von Vorteil, um tatsächlich alle Optionen zu erkennen. So gibt es zum Beispiel eine regulierbare Dynamic Rage Control und der Radiowecker verfügt über eine Schlummerfunktion. Probleme hatten wir mit dem Lichtknopf, der zwar gut platziert ist, aber nicht immer auf Druck anspricht. Weit ärgerlicher ist jedoch die Einbettung des benachbarten Solarpanels, das wir ohne lange Fingernägel oder Werkzeug kaum aus dem Gehäuse schälen.
Klang und Lautstärke: Woher nimmt der kleine Kasten dieses Volumen? Das Notfallradio von Acta Berg hat einen erstaunlich guten Klang, der mit wachsendem Lautstärkepegel sogar noch gewinnt. Kein Klirren, kein Klappern, einfach nur ein guter Sound. Von den 32 Lautstärkestufen haben wir im Normalbetrieb nicht einmal die Hälfte genutzt. Die Sender sind klar und beim UKW-Empfang selbst ohne ausgefahrene Antenne rauschfrei.
Lade- und Nutzungszeiten: Eine rote Leuchtdiode zeigt an, ob das Kurbelradio lädt. Das ist aufgrund des Solarpanels bei Tageslicht fast permanent der Fall, allerdings scheint die Leistungsaufnahme gering zu sein. Nach einer halben Stunde in der prallen Sonne können wir noch keine Veränderung beim Ladestand erkennen. Da der Akku zuvor leer war, bleibt das Radio auch nach dem Sonnenbad aus. Die alternativ eingesetzte Handkurbel sorgt dafür, dass nach einer Minute Kurbeln das Radio für 15 Sekunden läuft. Das ist kurz. Fairerweise müssen wir allerdings anmerken, dass Acta Berg in der Anleitung darauf hinweist, dass drei bis fünf Minuten Kurbeln für die Nutzung Voraussetzung sind. Einmal eingesetzt, schreiten die drei AAA-Batterien immer dann automatisch zur Tat, wenn der eingebaute Akku für den Betrieb nicht mehr ausreicht. Eine volle Aufladung des Akkus an der Steckdose dauert circa dreieinhalb Stunden.
Taschenlampe: Das Kurbelradio verfügt über eine dreistufige Taschenlampe und ein separates Leselicht mit fünf LEDs. Das Leselicht können wir nutzen, nachdem wir das kleine Solarpanel nach oben geklappt haben. Die Taschenlampe ist geeignet, sich im Raum zu orientieren, bündelt das Licht aber nur schwach. Wir messen 243 Lux. Beim Betätigen der SOS-Taste an der Vorderseite des Geräts morst die Taschenlampe SOS und es erklingt ein lauter Warnton. Wir messen 92 dB.
Fazit: Das Acta Berg 0002-AG überzeugt mit gutem Empfang und einem erstaunlich vollen Klang. Es bietet neben dem gut dimensionierten Akku auch die Möglichkeit, Batterien zu nutzen. Das Solarpanel hat in unserem Test nicht ausreichend Strom produziert, um das Radio zu betreiben. Auch die Stromausbeute beim Kurbeln fiel eher enttäuschend aus.
+ Vorteile:
- ausgezeichneter Klang
- Betrieb auch über Batterien möglich
- leichtgängige und leise Kurbel
– Nachteile:
- Solarpanel klemmt aus baulichen Gründen
- zu wenig Solarstrom für Nutzung im Test
5. Preis-Leistungs-Tipp ist klein, aber oho: Solarbaby Notfallradio
Optik und erster Eindruck: Mit dem Kurbelradio von Solarbaby halten wir die deutlich abgespeckte Version eines Notfallradios in den Händen und müssen erst einmal umdenken, um die Vorteile zu sehen. Das Gerät ist leicht und klein, kommt mit wenigen Bauteilen aus und die Bedienung erschließt sich hier tatsächlich auf den allerersten Blick: zwei Drehknöpfe für „Tuning“ und „Vol.“, also Frequenzwahl und Lautstärke. Zudem gibt es einen Schalter zum Umschalten zwischen „FM“ und „AM“ und eine mechanische Anzeige für die Frequenzen, nicht anders als bei einem Radio aus den frühen 50er-Jahren. Hinzu kommen die Handkurbel, das Solarpanel, die Antenne und die Taschenlampe. Es ist alles da, was es braucht – und mehr eben nicht. Uhr und Wecker gibt es zum Beispiel ebenso wenig wie einen Bildschirm. Wie sich die spartanische Ausstattung schlägt, werden die nachfolgenden Tests zeigen. Wetterfest gemäß Normen ist dieses Baby allerdings nicht und wir entdecken weitere Unterlassungssünden: Die Beschriftung der Anschlüsse fehlt und die SOS-Funktion ist arg versteckt.
Folgende Funktionen stehen beim Solarbaby-Notfallradio zur Verfügung:
- Audio über UKW und AM
- Strom via Kurbel, Solar und USB-C
- Akku mit bis zu 2.000 mAh, als Powerbank nutzbar
- Taschenlampe
- SOS-Notruf
Bedienung: Die Bedienung des Kurbelradios funktioniert problemlos mit einem Finger über die bereits erwähnten Drehknöpfe. Sie sind perfekt platziert und die geriffelte Struktur sorgt dafür, dass wir nicht abrutschen. Neben FM, AM, der Lautstärke und dem konkreten Sender existieren keine weiteren Auswahlmöglichkeiten, also auch keine komplexen Menüs. Für die Taschenlampe gibt es an der Oberseite einen separaten Knopf, gut genau dort platziert, wo wir ihn vermuten würden. Doppeltes Klicken führt allerdings nicht zu einer anderen Helligkeitsstufe, sondern startet den Alarm. Bloß gut, dass dieser mit 88 dB nicht ganz so laut ausfällt.
Klang und Lautstärke: Es war keine große Überraschung, aber mehr als Rauschen haben wir auf dem AM-Frequenzband nicht empfangen, selbst unter idealen Bedingungen im Freien. Ganz anders verlief die Sendersuche hingegen im Bereich FM. Hier herrschte an Sendern kein Mangel und bei ausgezogener Antenne ließen sie sich auch klar und rauschfrei einstellen. Im Wissen um die schwache Box waren wir am Ende auch vom Klang positiv überrascht. Für Sprache reicht das allemal, sogar für einen aufmunternden Song zwischendurch.
Lade- und Nutzungszeiten: Wir haben alle Geräte mit den identischen Kabeln geladen, die mitgelieferten Kabel also nicht genutzt. Das Radio von Solarbaby setzte hier allerdings seinen Willen durch, verweigerte mit unserem Equipment den Dienst und bestand auf seinem Originalzubehör. Damit klappte es dann problemlos. Das Kurbeln am Solarbaby-Radio ist zwar etwas laut – wir haben etwas mehr als 70 dB gemessen –, dafür aber sehr erfolgreich. Eine Minute Kurbeln erlaubte es uns, im Durchschnitt mehr als neun Minuten lang Radio zu hören. Da die Kurbel sehr leichtgängig ist und das kleine Gerät einfach zu halten ist, landet das Gerät bei der wohl wichtigsten Funktion ganz weit vorn. Ganz anders sah das Resultat beim Test des Solarpanels nach vollständiger Entladung aus. Trotz intensiver Sonneneinstrahlung und mehrerer Versuche entlockten wir dem Radio keinen Ton.
Taschenlampe: In puncto Licht werden wir von Solarbaby nicht gerade verwöhnt. Es gibt weder ein Leselicht noch unterschiedliche Helligkeitsstufen. Das Licht ist an oder aus, beim Alarm kann es auch blinken. Mit 236 Lux erfassen wir den zweitniedrigsten Wert im Test. Relativierend sei allerdings ergänzt: Im Alltag nutzen die meisten von uns die Taschenlampe des Handys, wenn sie durch den dunklen Garten schleichen. Dagegen ist die Taschenlampe von Solarbaby noch ein echter Scheinwerfer.
Fazit: Das Kurbelradio von Solarbaby hat einen klaren FM-Empfang und ist über die Handkurbel schnell aktiviert. Es erfüllt damit im Notfall seinen Zweck, kostet nicht viel, ist leicht zu handhaben und verbraucht wenig Platz. Wer sich dafür entscheidet, ist im Bedarfsfall also deutlich besser dran als ohne. Bei der Robustheit und den Zusatzfunktionen gibt es allerdings deutliche Abstriche. Wer mehr als ein Notfallgerät sucht, ist mit anderen Kurbelradios besser beraten.
Kurbelradio: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Worauf sollte ich beim Kauf eines Kurbelradios achten?
Mit einem Kurbelradio kann ich Informationen empfangen, auch wenn Stromversorgung, Internet und Mobilfunk nicht mehr funktionieren. Das Gerät ist autark, da Sie den benötigten Strom für den Empfang mit Handkraft selbst erzeugen. Die wichtigsten Kaufkriterien sind deshalb eine solide Bauweise, eine funktionierende Kurbel und ein möglichst guter Radioempfang. Solar, eine Taschenlampe, eine Powerbank-Funktion und der Notruf zählen beim Kurbelradio zum Standard und können sich im Notfall als hilfreich erweisen.
Brauche ich beim Kurbelradio UKW und DAB+?
Die Ultrakurzwelle „UKW“ ist noch immer essenziell für den Empfang regionaler Radiosender, aber ein Auslaufmodell. Früher oder später droht die Abschaltung. Mit DAB+ ist der digitale Nachfolger bereits etabliert und bringt einige Vor- und Nachteile mit: DAB+ ist rauschfrei und kann sogar Text im Display anzeigen. Wie bei UKW braucht es dafür weder Internet noch Mobilfunk. Der Empfang kann aber insbesondere im Inneren von Gebäuden instabil sein. Außerdem gilt DAB+ als Stromfresser, ist bisweilen beim Handkurbeln eher Ersatz als erste Wahl. Da sich UKW und DAB+ in ihren Stärken ergänzen, empfehlen wir Kurbelradios mit beiden Optionen.
Ist es sinnvoll, auch Kurz-, Mittel- oder Langwelle zu empfangen?
Einige Handkurbelradios bieten Mittelwelle (WM / AM), was im Notfall nützlich sein kann. So empfangen Sie Radiostationen aus anderen Ländern. Deutsche Programme sind, von wenigen Nischensendern abgesehen, allerdings nicht mehr darunter. Noch globaler ist die Reichweite der Kurzwelle (KW / SW). Selbst wenn ganz Europa schweigt, haben wir über Kurzwelle eine Chance, Sender aus Übersee zu empfangen. Spezieller ist der Empfang im Bereich VHF zwischen 30 und 300 MHz. Hier sind etwa die Amateurfunker zu Hause. Der Empfang in diesen Frequenzbereichen kann hilfreich sein, ist aber eher ein Zusatz-Feature.
Wie funktioniert ein Kurbelradio?
Das Kurbelradio und ein Fahrrad-Dynamo haben einiges gemein: Ein Generator wandelt die beim Kurbeln entstehende Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Den Strom speichert das Radio anschließend im Akku oder kommt direkt zum Einsatz. Kurbelradios lassen sich meist auch an der Steckdose, Powerbank oder über das integrierte Solarpanel laden.
Worauf sollte ich bei der Taschenlampe achten?
Es ist von Vorteil, wenn die Taschenlampe des Kurbelradios verschiedene Leuchtstufen besitzt, nicht zuletzt um Strom zu sparen. Die Bedienung sollte besonders intuitiv sein, da sie potenziell im Dunkeln stattfindet. Wichtigstes Kriterium ist die Helligkeit, wobei meist drei Fachbegriffe fallen: Lux, Lumen und Candela (lat. Kerze). Lumen stehen für die Lichtleistung, also die Helligkeit der Lampe. Bei Candela spielt zusätzlich die Bündelung des Lichts eine Rolle. Es geht um die maximale Helligkeit in der Mitte eines Lichtstrahls. Lux wiederum beschreibt die Lichtmenge, die tatsächlich auf einer bestimmten Fläche auftrifft.