Für Sicherheit zu Hause
Haus und Hof gesichert: Fünf Überwachungskameras für den Außenbereich

Überwachungskamera für außen im Test: Fünf Geräte im Vergleich
Überwachungskamera für den Außenbereich: Wir haben fünf Produkte getestet und verglichen
© Basti Barsch / stern

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Überwachungskameras für den Außenbereich: Sie liefern Bilder vom eigenen Grundstück und melden verdächtige Bewegungen. Welche Kamera das am besten macht, lesen Sie im Test.

Eine Überwachungskamera für außen eignet sich nicht nur zum Schutz von Firmen und großen Arealen. Auch Privatpersonen können sie für den Heimbedarf erwerben. Mittlerweile steht ihnen eine große Produktpalette zur Verfügung. Denn die Hersteller versuchen nicht nur, mit günstigen Preisen und einer hohen Bildauflösung zu überzeugen, sondern auch die Anzahl der Funktionen wird immer wichtiger. Nachtsichtmodi, Solarmodule für eine unabhängige Stromversorgung, Anbindung ans Smarthome und künstliche Intelligenz zur Objekterkennung sind nur einige der Funktionen, mit denen Hersteller Kunden gewinnen wollen. 

Die große Anzahl an Modellen verwirrt Interessierte jedoch oft mehr, als dass sie ihnen weiterhilft. Der stern hat daher fünf empfehlenswerte Produkte in der Praxis getestet.

Überwachungskamera außen Test: Das sind die Modelle

  1. Eufy Security SoloCam S340 zum Shop
  2. Reolink Argus PT Lite mit Solarpanel zum Shop
  3. TP-Link Tapo C660 KIT 4K zum Shop
  4. Ring Außenkamera Pro zum Shop
  5. Ezviz HB8 Lite 4G Kit zum Shop

Weitere lohnende Modelle

Folgende Geräte haben wir nicht selbst getestet, sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen:

Testergebnis: Die beste Außen-Überwachungskamera

Unser Test hat gezeigt, dass sich die meisten Überwachungskameras nur in Nuancen unterscheiden. Die meisten besitzen eine Personenerkennung, lassen sich ins Heimnetzwerk integrieren und bieten eine Cloud zur Speicherung an. Zudem gibt es immer mehr Modelle, die sich mit Solarmodulen kombinieren lassen und somit unabhängig von Steckdosen betrieben werden können.

In unserem Testfeld konnte sich jedoch eine Kamera an die Spitze kämpfen und somit als Testsieger hervorgehen: die Eufy SoloCam S340. Vor allem das Dual-Objektiv, das gleichzeitig Tele- und Weitwinkelaufnahmen ermöglicht, stach positiv hervor. Hinzu kommen eine zuverlässige KI-Personenerkennung und eine unkomplizierte Einrichtung. Dank des internen Speichers entfällt die Notwendigkeit eines Abos oder einer zusätzlichen Speicherkarte, wodurch sich der Aufpreis von 200 Euro (UVP) teilweise kompensiert. Wer kein 5-GHz-WLAN benötigt und bereit ist, ein kostenloses Konto bei Eufy anzulegen, erhält hier das beste Gesamtpaket im Testfeld.

Wer hingegen sparen möchte, sollte einen Blick auf unseren Preis-Leistungs-Tipp werfen. Die Reolink Argus PT Lite kostet nur 120 Euro (UVP), punktet mit einem soliden 2K-Bild und einer Fast-Rundumsicht und funktioniert ohne die Erstellung eines Benutzerkontos. Eine einfache microSD-Karte reicht aus, um Aufnahmen zu sichern. Abstriche müssen Sie bei der Bildqualität in schwierigen Lichtsituationen und bei der etwas unzuverlässigen Objekterkennung machen.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

undefined

Über den Tester

Überwachungskameras vereinen vieles, was ich bisher in meiner Karriere als Tech-Journalist testen durfte: Kameras, Wildtierkameras, Balkonkraftwerke, Powerstations und Smarthome-Gadgets. So wie bei diesen Produkten erwarte ich auch von den Überwachungskameras, dass sie zugänglich und einfach in der Handhabung sind. Denn nicht nur Technik-Interessierte sollen sich sicher fühlen können.
Weitere Informationen über Basti Barsch

Vergleichstabelle: Überwachungskamera für außen im Test

Preis
Testsieger
eufy Security SoloCam S340
eufy Security SoloCam S340*
1.
Preis-Leistungs-Tipp
Reolink Argus PT Lite mit Solarpanel
Reolink Argus PT Lite mit Solarpanel*
2.
TP-Link Tapo C660 KIT 4K
TP-Link Tapo C660 KIT 4K*
3.
Ring Außenkamera Pro mit Netzstecker (Outdoor Camera Pro, neueste Generation) | Sicherheitskamera | Retinal 4K, 10x-Zoom | Privatsphäre-Einstellungen | 30 Tage Gratiszeitraum für Ring-Abonnement
Ring Außenkamera Pro mit Netzstecker (Outdoor Camera Pro, neueste Generation) | Sicherheitskamera | Retinal 4K, 10x-Zoom | Privatsphäre-Einstellungen | 30 Tage Gratiszeitraum für Ring-Abonnement*
4.
Ezviz HB8 Lite 4G Kit
Ezviz HB8 Lite 4G Kit*
5.
nicht in der Wertung
Blink Outdoor 4
Blink Outdoor 4*
6.
nicht in der Wertung
Google Nest Cam
Google Nest Cam*
7.
nicht in der Wertung
Arlo Pro 6
Arlo Pro 6*
8.
nicht in der Wertung
Aqara G5 Pro
Aqara G5 Pro*
9.
nicht in der Wertung
LITYMOL ZY-C9
LITYMOL ZY-C9*
10.
€ 128,99
88,99 €
125,40 €
199,99 €
169,99 €
106,00 €
€ 163,22
€ 159,99
Zum Anbieter
Zum Anbieter
Bewertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung Nicht in der Wertung
Auflösung in Pixel 2.880 × 1.620 2.304 × 1296 3.840 × 2.160 3.840 × 2.160 2.560 × 1.440 1.920 × 1.080 1.920 × 1.080 2.560 × 1.440 2.688 × 1.520 2.560 × 1.440
Interner Speicher 8 GB Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein 32 GB Nein
Speicher erweiterbar Nein 128 GB 512 GB Nein 512 GB Nein Nein Nein Nein 265 GB
Cloud-Speicher Ja (optional) Ja (optional) Ja (optional) Ja Ja (optional) Ja Ja Ja Ja (optional) Ja (optional)
Tag/Nacht-Sicht
Scheinwerfer
Personenerkennung
Stromversorgung (Stecker, Akku) Akku + Solar Akku + Solar Akku + Solar Netz Akku + Solar Batterie Akku Akku Netz Akku + Solar
24/7 Überwachung
Horizontale Drehung 360° 355° 360° 340° 355°
Vertikale Drehung 70° 140° 90° 80° 120°
Sichtfeld 135° 110° 105° 157° 90° 143° 130° 160° 133° 100°
IP-Schutzart IP67 IP67 IP65 IP65 IP65 IP65 IP54 IP65 IP65 IP66
WLAN 2,4 GHz 2,4 GHz 2,4 + 5 GHz 2,4 + 5 GHz 2,4 GHz 2,4 GHz 2,4 + 5 GHz 2,4 + 5 GHz 2,4 + 5 GHz 2,4 GHz
Mobilfunk (4G/LTE)
Sprachassistent Alexa / Google Alexa / Google Alexa / Google Alexa Alexa / Google Alexa Google Home Alexa / Google Alexa / Google / Apple / Matter k.A.
2-Wege-Audio
Erhältlich bei
-36%
128,99 €
199,99 €
129,00 €
129,00 €
199,99 €
199,99 €
389,95 €
-26%
88,99 €
119,99 €
-10%
125,40 €
139,90 €
329,80 €
199,99 €
169,99 €
106,00 €
154,99 €
-18%
163,22 €
199,99 €
-20%
159,99 €
199,99 €
159,99 €
159,99 €

* Herstellerangabe

So haben wir die Produkte ausgewählt

Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Überwachungskamera-Test ausgewählt:

  • Marke: Wir haben bei der Auswahl der Überwachungskameras darauf geachtet, dass wir Produkte von renommierten Marken bzw. Herstellern wählen.
  • Beliebtheit: Wir wollten Ihnen möglichst relevante Produkttests zur Verfügung stellen und haben daher jene Produkte bevorzugt, die aktuell hoch im Kurs stehen bei Käufern. Dabei setzen wir auf einen hohen Mix aus hohen Verkaufszahlen und guten Bewertungen.
  • Verfügbarkeit: Wir setzen voraus, dass die Produkte in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto einfach zu bekommen sind.
  • Ähnliche Preisklasse: Die Preise für Überwachungskameras variieren stark. Um die Produkte vergleichbar zu halten, liegen alle in der gleichen, mittleren Preisklasse.
  • Ausstattung: Wir haben uns für Geräte entschieden, die wenigstens 3 Megapixel Auflösung, einen optionalen Cloud-Speicher, einen Nachtsichtmodus, eine Personenerkennung und WLAN bieten.

So haben wir getestet

Los ging es bei allen Produkten mit dem klassischen Unboxing. Karton öffnen, Lieferumfang checken, Verarbeitung prüfen, mögliche Schäden ausschließen. Danach wurden die Kameras an einer Testwand montiert. Hierbei war vor allem wichtig, ob alle nötigen Schrauben und Dübel mitgeliefert wurden und ob eine passende Bohrschablone beilag. Das erleichtert die Montage erheblich und verhindert, dass die Überwachungskamera ins Wackeln gerät. Die Testwand ließ sich versetzen, sodass wir unterschiedliche Aufstellorte mit unterschiedlichem Lichteinfall testen konnten. 

Anschließend richteten wir jede Kamera über die zugehörige App ein. Wir achteten dabei darauf, ob die App die Nutzer klar durch die einzelnen Schritte führt. Auch die Frage, ob für die Nutzung zwingend ein Konto oder ein Abo erforderlich ist, floss in unsere Bewertung ein. Schließlich sollte eine Überwachungskamera im Idealfall auch ohne monatliche Zusatzkosten sinnvoll nutzbar sein.

Den größten Teil unseres Tests widmeten wir der Bild- und Tonqualität. Wir bewerteten die Schärfe und den Detailgrad der Aufnahmen bei Tageslicht und in der Dunkelheit. Die Gegensprechfunktion testeten wir hinsichtlich Sprachverständlichkeit und Zuverlässigkeit.

Ferner prüften wir alle relevanten Funktionen im Alltag. Dazu gehörten die KI-gestützte Objekterkennung, der Bewegungsalarm und die Schwenk- und Neigemechanismen. Wir prüften, wie präzise die Kamera zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheidet, wie schnell und zuverlässig Benachrichtigungen ankommen und ob sich Datenschutzzonen und Alarmzonen wie versprochen einrichten lassen.

1. Unser Testsieger: Eufy Security SoloCam S340

eufy Security SoloCam S340
eufy Security SoloCam S340*
128,99 €
199,99 €
-36%
129,00 €
129,00 €
199,99 €
199,99 €
389,95 €

Bild- und Tonqualität: Die Eufy SoloCam S340 besitzt zwei Objektive mit unterschiedlichen Auflösungen. Das Weitwinkelobjektiv nutzt 2.880 × 1.620 Pixel, um Bilder darzustellen, während das Teleobjektiv über einen Sensor mit 2.304 × 1.296 Pixeln verfügt. Beide liefern tagsüber detailreiche Aufnahmen, auf denen Personen selbst über ein Grundstück hinweg gut zu erkennen sind. Nachts können Sie zwischen einer schwarz-weißen IR-Aufnahme und einer Farbaufnahme mithilfe des 100-Lumen-Scheinwerfers wählen. Bei beiden nimmt die Bildqualität mit zunehmendem Abstand jedoch merklich ab. HDR (High Dynamic Range) bietet die Eufy ebenfalls nicht. Das kann bei stark unterschiedlichen Lichtverhältnissen, etwa in der Nähe von hellen Hausfassaden, gelegentlich zu Überbelichtungen führen.

Die Tonqualität liegt auf dem für diese Klasse üblichen Niveau. Die Gegensprechfunktion arbeitet zuverlässig und Stimmen sind gut verständlich. Auch wenn der Ton besser klingt als bei einigen Konkurrenten, ist er aber von Brillanz weit entfernt. Einen weiteren Wermutstropfen gibt es bei den Benachrichtigungen. E-Mail-Alarme unterstützt die Eufy SoloCam S340 nicht. Meldungen kommen ausschließlich per Push-Benachrichtigung aufs Smartphone.

Benutzerfreundlichkeit und Einrichtung: Die Montage der SoloCam S340 verlief in unserem Test reibungslos, da das Gehäuse klein und leicht ist. Zudem lag, wie bei der Konkurrenz, eine Bohrschablone bei, sodass wir die Löcher passgenau in die Wand setzen konnten. Das Gleiche galt für das Solarmodul, das dank Schablone und seiner geringen Größe schnell seinen richtigen Platz fand. Ein drei Meter langes Verlängerungskabel ermöglicht es zudem, dass sich das Modul nicht direkt neben der Kamera befinden muss. 

Negativ fiel auf, dass die Eufy wie bei anderen Konkurrenten nur an eine Wandhalterung gesteckt und nicht verschraubt wird. Sie sollten die Kamera daher hoch genug aufhängen, sodass sie niemand entwenden oder außer Gefecht setzen kann. 

Die Einrichtung über die App verlief im Test sehr flüssig, wenngleich die Benutzeroberfläche kleinere Unschönheiten aufwies. So passte beispielsweise manchmal die deutsche Übersetzung nicht in das angedachte Textfeld und wurde abgeschnitten. Dennoch war die App ohne Einschränkung nutzbar und führte uns Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Auch für weniger technikaffine Nutzer sollte sie gut zu bewältigen sein. Allerdings ist für die Nutzung ein kostenloses Eufy-Konto mit E-Mail-Adresse und Passwort erforderlich. Außerdem unterstützt die S340 nur das 2,4-GHz-WLAN-Band, das schnellere 5-GHz-Band fehlt.

Überwachungskamera außen Test: Eufy SoloCam S340
Die Eufy SoloCam S340 besitzt sowohl ein Tele- als auch ein Weitwinkelobjektiv
© Basti Barsch / stern

Funktionen: Die Ausstattung der Eufy SoloCam S340 kann sich sehen lassen, wobei das Dual-Objektiv das größte Alleinstellungsmerkmal ist. Weitwinkel und Tele lassen sich gleichzeitig in der App darstellen, was eine Kombination aus Übersicht und Detailansicht ergibt. Der motorisierte Schwenk- und Neigemechanismus ermöglicht eine volle 360-Grad-Drehung und deckt damit nahezu jeden Winkel ab. Mit der KI-Verfolgungsfunktion schwenkt die Kamera automatisch auf erkannte Objekte und arbeitet dabei stets präzise. Die Erkennung im Test war dabei deutlich zuverlässiger als bei manchem Konkurrenten. Haustiere lösten nur selten Alarm aus, Menschen hingegen erkannte die Software konsequent. Zudem definierten wir Datenschutzzonen, die nicht aufgezeichnet werden sollen. Auf den Aufnahmen ist dann ein geschwärzter Bereich zu sehen. Einziger Haken daran: Die Kamera lässt sich mit eingeschalteten Datenschutzzonen nicht mehr manuell schwenken und muss in einer starren Position verharren. 

Ein großer Pluspunkt ist hingegen der fest verbaute interne Speicher mit effektiv 7,3 Gigabyte Platz. Dadurch werden Aufnahmen direkt auf der Kamera gesichert, ohne dass eine microSD-Karte oder ein kostenpflichtiges Abo zwingend notwendig ist. Dennoch stehen Ihnen beide Möglichkeiten zur Verfügung. Wer mehr Kapazität benötigt, kann etwa einen Cloud-Speicher hinzubuchen. Das Speichern eines 30-Tage-Verlaufs für eine Kamera kostet etwa 2,60 Euro im Monat.

Fazit: Die eufy SoloCam S340 ist eine leistungsstarke Außenkamera, die vor allem mit ihrem Dual-Objektiv und dem integrierten Speicher überzeugt. Weitwinkel und Tele gleichzeitig im Blick zu haben, ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Auch die zuverlässige KI-Personenerkennung und die unkomplizierte App-Einrichtung haben im Test positiv überrascht. Abstriche müssen Sie beim fehlenden 5-GHz-WLAN, dem nicht austauschbaren Akku und dem obligatorischen Nutzerkonto in Kauf nehmen. Auch der Preis von 200 Euro (UVP) liegt höher als bei vielen Konkurrenten. Dafür benötigen Sie dank internem Speicher kein monatliches Abo oder eine extra Speicherkarte, was den Aufpreis etwas kompensiert. Wenn Sie dennoch die Cloud nutzen wollen, halten sich die Kosten im Rahmen.  

Reolink Argus PT Lite mit Solarpanel
Reolink Argus PT Lite mit Solarpanel*
88,99 €
119,99 €
-26%

Bild- und Tonqualität: Die Reolink Argus PT Lite verfügt über eine 2K-Auflösung von 2.304 x 1.296 Pixeln und liefert dadurch detailreiche und scharfe Aufnahmen. Allerdings schwächelt sie ein wenig bei Nacht und bietet auch kein HDR. Sie hat also einen geringen Dynamikumfang. Dadurch können bei ungünstiger Sonneneinstrahlung einige Bereiche überbelichtet sein, während die anderen zu dunkel sind. Das Problem wird vor allem in Nachtaufnahmen und bei Objekten, die zu nah im Vordergrund stehen, sichtbar. Beim Aufbau sollten Sie daher darauf achten, dass das Sichtfeld frei bleibt. Dann dürfte die Reolink für die meisten Anwender ausreichend gute Bilder liefern. Das Gleiche gilt für die Tonqualität. Der Lautsprecher klingt etwas schnarrend. Als Gegensprecheinrichtung oder um einen Alarmton zu senden, reicht er aber aus.

Benutzerfreundlichkeit und Einrichtung: Die Einrichtung der Reolink Argus PT Lite gelang im Test problemlos. Mithilfe einer Schablone ließen sich die Bohrlöcher präzise setzen. Alternativ hätten wir auch die Kamera mit einem Band ohne Bohren an einer Regenrinne festbinden können. Das Gleiche galt für das Solarmodul. Anschließend führte uns die App Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Positiv fiel dabei auf, dass wir keinen Account für die Kamera erstellen mussten. Sobald sie mit der App verbunden war, konnten wir alle Funktionen sofort nutzen. Wir benötigten lediglich eine nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Karte mit maximal 128 GB. Alternativ können Sie auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo abschließen. Der Preis hängt von der Anzahl der Kameras und davon ab, wie lange die Aufnahmen gespeichert werden sollen. 30 Tage Videoverlauf und eine Speicherkapazität von 16 GB kosten beispielsweise 3,60 Euro pro Monat. 

Überwachungskamera außen Test: Reolink Argus PT Lite
Die Reolink Argus PT Lite wird an der Halterung fest verschraubt. Diebe können sie daher nicht ohne Werkzeug entfernen
© Basti Barsch / stern

Funktionen: Die Ausstattung der Reolink Argus PT Lite ist ordentlich. Vor allem das schwenkbare Objektiv bietet viel Potenzial, um auch größere Flächen überwachen zu können. So deckt es ein horizontales Sichtfeld von 355° und ein vertikales Sichtfeld von 140° ab. Zudem besitzt die Reolink einen Akku, sodass Sie den Installationsort frei wählen, solange die Kamera dort noch ein WLAN-Signal empfängt. Den Akku laden wir entweder über das 2-Watt-Solarmodul oder alternativ über ein USB-C-Kabel. Für die WLAN-Verbindung unterstützt die Kamera sowohl das 2,4-GHz- als auch das 5-GHz-Band. Wenn die Kamera eine Bewegung wahrnimmt, meldet sie diese wahlweise per Push-Benachrichtigung oder E-Mail. Das klappte im Test gut. Gleichzeitig klassifiziert die Reolink die gefilmten Objekte in Menschen, Autos und „Anderes“. Allerdings war sie sich nicht immer sicher, was sich vor der Linse bewegte, und ordnete die Objekte teilweise der falschen Kategorie zu. Eigentlich lassen sich auch Bildbereiche festlegen, die nicht überwacht werden sollen. Bei uns funktionierte das jedoch nicht und es kam immer zu unnötigen Fehlalarmen.

Fazit: Die Reolink Argus PT Lite ist eine vielseitige Überwachungskamera für Innen- und Außeneinsätze. Die Kombination aus Akkubetrieb, Solarpanel-Option und Fast-Rundumsicht macht sie für viele Einsatzszenarien attraktiv. Die Kamera liefert dank ihres 2K-Sensors gute Ergebnisse, zeigt in einigen Situationen jedoch eine Überbelichtung. Einrichtung und Bedienung funktionieren hingegen einwandfrei. Besonders hat uns gefallen, dass wir die Kamera auch ohne Account oder Cloud nutzen konnten. Eine einfache microSD-Karte reicht aus, um die Aufnahmen zu speichern. So spart man sich die optionalen Cloud-Gebühren von mehreren Euro pro Monat. Zudem ist die Reolink Argus PT Lite mit einer UVP von 120 Euro die günstigste Kamera in unserem Testfeld.

TP-Link Tapo C660 KIT 4K
TP-Link Tapo C660 KIT 4K*
125,40 €
139,90 €
-10%
329,80 €

Bild- und Tonqualität: Die TP-Link Tapo C660 verfügt über eine echte 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) und liefert dadurch scharfe und detailreiche Aufnahmen. Selbst auf größeren Distanzen identifizieren Sie Personen, Fahrzeuge und sogar Gesichter. Auch bei Dunkelheit entstehen gute Nachtaufnahmen in Farbe. Bei Dunkelhalten schalten wir ein LED-Licht zu. Alternativ wechselt die Kamera in den Infrarot-Modus und startet auch ohne Lichtquelle eine schwarz-weiße Aufnahme. Die Tonqualität ist nicht herausragend, für eine Überwachungskamera aber ausreichend. Die Zweiwegkommunikation funktioniert zuverlässig und Stimmen sind verständlich. 

Benutzerfreundlichkeit und Einrichtung: Die Montage der Tapo C660 ist im Großen und Ganzen unkompliziert. Lediglich das recht große Gehäuse erfordert etwas mehr Platz an der Fassade. Das hat jedoch auch den Vorteil, dass Personen auf dem Grundstück die Kamera sofort bemerken sollten, was eine abschreckende Wirkung hat. Durch das dazugehörige Solarmodul wirkt die Tapo C660 noch wuchtiger. Dank eines Verlängerungskabels muss das Solarmodul aber nicht notgedrungen in der Nähe sein. Ansonsten lief der Aufbau reibungslos, da sowohl für die Kamera als auch für das Modul eine Bohrschablone sowie passende Schrauben und Dübel beilagen. 

Sobald die Kamera hing, mussten wir sie erst einmal einschalten. Das gelingt über einen Knopf oberhalb der Linse. Diesen erreichten wir jedoch nur, indem wir die Linse gegen einen Widerstand nach unten schieben. Das fühlt sich nicht intuitiv an und wir dachten, dass wir die Kamera dabei beschädigen könnten. Aber genauso sah es die Betriebsanleitung vor, und letztendlich hat es funktioniert. Unter der Abdeckung des Einschaltbuttons versteckt sich dann auch ein microSD-Kartenschacht.  

Die anschließende Einrichtung über die Tapo-App verlief im Test reibungslos. Nach dem Scannen eines QR-Codes, der Eingabe der WLAN-Daten und der Anlage eines Accounts war die Kamera einsatzbereit. Besonders gut gefallen hat uns, dass die Tapo C660 neben dem 2,4-GHz-Band auch WiFi 6 im 5-GHz-Band unterstützt. Das ermöglicht eine schnelle und stabile Verbindung über größere Distanzen. 

Überwachungskamera außen Test: TP-Link Tapo C660 KIT 4K
Aufgrund ihrer Größe sehen Sie die TP-Link Tapo C660 bereits aus der Ferne
© Basti Barsch / stern

Funktionen: Die Ausstattung der Tapo C660 lässt kaum Raum für Kritik. Der motorisierte Schwenk- und Neigemechanismus deckt horizontal 360 Grad und vertikal 90 Grad ab und ermöglicht somit eine nahezu vollständige Rundumsicht. Eine KI unterscheidet zudem zwischen Personen, Haustieren, Fahrzeugen und allgemeinen Bewegungen. Das funktionierte im Test auch zuverlässig. Zudem filterten wir Push-Benachrichtigungen nach Objekttyp, sodass beispielsweise nur Personenbewegungen eine Meldung auslösen. Die Kamera kann auch ein Objekt verfolgen, sobald sie es erkennt. 

Die Tapo C660 überwacht rund um die Uhr. Dabei filmt die Kamera mit einem Bild pro Sekunde, wodurch eine Zeitrafferaufnahme entsteht. Wird jedoch der Bewegungsmelder ausgelöst, nimmt die Kamera wie gewohnt mit 15 Bildern pro Sekunde auf. Dieser Modus verbraucht zwar mehr Strom und Speicherplatz, verhindert jedoch Lücken in der Überwachung. 

Da es keine interne Kapazität gibt, müssen Sie sich entweder eine microSD-Karte mit bis zu 512 GB besorgen oder ein Cloud-Abo abschließen. Schade ist zudem, dass der Kartenslot nicht gegen Diebstahl gesichert ist. Die Kamera sollte daher möglichst hoch angebracht werden, damit Einbrecher die microSD-Karte mit kompromittierenden Aufnahmen nicht klauen können. 

Fazit: Die TP-Link Tapo C660 kommt mit einer hohen Auflösung und einer guten Bildqualität. Zudem scheut sie auch die Nacht nicht und sendet mit modernem Wi-Fi 6 im Dualband. Auch die Montage und Einrichtung bereiteten keine Probleme. Lediglich die Größe der C660 ist etwas wuchtig. Wer eine dezentere Lösung sucht, muss sich nach einer anderen Kamera umsehen. Wenn die Größe jedoch zweitrangig ist, lohnt es sich, einen Blick auf die Tapo zu werfen. Denn mit einem Preis von 140 Euro (UVP) ist sie günstig und bietet dennoch ein starkes Gesamtpaket. Auch die Kosten für das Cloud-Abo halten sich in Grenzen. Für eine Kamera zahlen Sie monatlich 2,99 Euro, wenn Sie nur einen 7-Tages-Verlauf wünschen. Für 30 Tage sind es 3,49 Euro. 

4. Die Moderne: Ring Außenkamera Pro

Ring Außenkamera Pro mit Netzstecker (Outdoor Camera Pro, neueste Generation) | Sicherheitskamera | Retinal 4K, 10x-Zoom | Privatsphäre-Einstellungen | 30 Tage Gratiszeitraum für Ring-Abonnement
Ring Außenkamera Pro mit Netzstecker (Outdoor Camera Pro, neueste Generation) | Sicherheitskamera | Retinal 4K, 10x-Zoom | Privatsphäre-Einstellungen | 30 Tage Gratiszeitraum für Ring-Abonnement*
199,99 €

Bild- und Tonqualität: Die Ring Außenkamera Pro überzeugt vor allem durch ihre gute Bildqualität. Mit echter 4K-Auflösung (3.840 × 2.160 Pixel), einem breiten Sichtfeld von 140 Grad horizontal und 85 Grad vertikal und aktiviertem Auto HDR liefert die Ring Außenkamera Pro tagsüber eines der schärfsten und kontraststärksten Bilder im Testfeld. Auch bei Gegenlicht bleibt das Bild durch HDR deutlich besser ausgewogen, als man es von vielen Konkurrenten kennt. Auch nachts zeigt die Ring Außenkamera Pro, was sie kann. Denn selbst bei Dämmerlicht macht sie noch farbige Aufnahmen in hoher Qualität. Bei vollständiger Dunkelheit wechselt die Kamera auf eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Darstellung mit Infrarotbeleuchtung. Auf der Tonseite arbeitet die Gegensprechfunktion mit Geräuschunterdrückung, was für eine gute Verständlichkeit sorgt. Alle Umgebungsgeräusche unterdrückt sie jedoch nicht vollständig.

Benutzerfreundlichkeit und Einrichtung: Die Ring Außenkamera Pro wird ausschließlich per Kabel mit Strom versorgt. Weder gibt es einen Akku noch ein Solarmodul. Stattdessen ist im Lieferumfang ein USB-C-Netzteil mit einem 5,45 Meter langen Kabel enthalten. Dies schränkt die Montagefreiheit zwar ein, sorgt im Gegenzug jedoch für eine zuverlässige Stromversorgung. Die Ring Außenkamera Pro lässt sich auch nicht per Fernsteuerung schwenken und neigen. Sie müssen sich bei der Montage daher für einen festen Winkel entscheiden. Das breite Sichtfeld der Kamera gleicht dieses Manko jedoch aus. 

Ansonsten unterscheidet sich die Montage nicht wesentlich von der anderer Überwachungskameras. Mithilfe einer Bohrschablone lassen sich die Löcher perfekt setzen und die Kamera anschließend aufhängen. Ebenso verlief die Einrichtung über die Ring-App reibungslos. Die App führt den Nutzer strukturiert durch die einzelnen Installationsschritte, unterstützt Wi-Fi 6 im Dualband und verbindet sich sowohl mit dem 2,4-GHz- als auch dem 5-GHz-Band. Bei der Einrichtung gefiel uns nicht, dass wir unsere Wohnadresse zwingend angeben mussten. Unverständlich, denn andere Hersteller verzichten auf diese Angabe. Zudem startete automatisch eine 30-tägige Testphase des Ring-Abonnements, das zur Benutzung im Grunde zwingend nötig ist.

Überwachungskamera außen Test: Ring Außenkamera Pro
Der Winkel der Ring Außenkamera Pro lässt sich per Hand, aber nicht per Fernsteuerung anpassen
© Basti Barsch / stern

Funktionen: Die Ring-Außenkamera Pro ist randvoll mit Features. Neben der guten Bildqualität können Sie Bereiche definieren, die die Kamera überwachen soll. Das klappt mithilfe einer Karte, in der Sie die zu überwachende Zone markieren. Das ist besonders praktisch, wenn die Kamera in Richtung eines öffentlichen Gehwegs ausgerichtet ist, aber nur bei Betreten des eigenen Grundstücks Alarm ausgelöst werden soll. Interessant ist auch, dass die Kamera ihren eigenen Standort auf Ihrem Grundstück kennt und die Wege von Personen auf einer Karte nachzeichnen kann. 

Eine integrierte KI unterscheidet zudem zwischen Personen und Fahrzeugen, wie es auch bei vielen anderen Produkten der Konkurrenz der Fall ist. Doch die Ring-Kamera kann zusätzlich noch Pakete erkennen. Betritt der Postbote mit einer Schachtel in der Hand die Einfahrt, löst sie keinen Alarm aus. 

Das Gleiche gilt auch für die Funktion „Bekannte Gesichter“. Anhand biometrischer Daten erkennt die Kamera, wenn Freunde, Verwandte und Hausbewohner vor Ihrer Tür stehen, und verzichtet auf eine Meldung. Aus Datenschutzgründen ist diese Funktion, die sich noch in der Beta-Phase befindet, jedoch heikel. Sie müssen vorab die Einwilligung jeder einzelnen Person einholen, dass sie ihre biometrischen Daten verwenden dürfen. Ansonsten dürfen Sie sie nicht verwenden. 

Eine weitere KI-Funktion befindet sich in der Suche. Das gesamte Videomaterial durchsuchen Sie auf Wunsch nach bestimmten Ereignissen und Personen. Sie geben einfach Schlagwörter wie „rotes Fahrrad“ oder „Person mit Hund“ ein und schon spuckt die App Ergebnisse mit entsprechenden Objekten, Personen und Ereignissen. 

Eine elementare Funktion fehlt jedoch bei der Ring-Außenkamera Pro: ein Speicher. Sie können das Videomaterial weder intern noch auf einer microSD-Karte ablegen. Alle Aufnahmen landen ausschließlich in der Cloud – allerdings nur, wenn ein aktives Abo besteht. Ohne Abo können Sie keine der genannten Funktionen nutzen. Stattdessen stehen Ihnen im Wesentlichen nur die Live-Ansicht, der Bewegungsalarm und die Gegensprechfunktion zur Verfügung. 

 Fazit: Die Ring Außenkamera Pro bietet spannende Funktionen und zeigt, was man alles aus einer Überwachungskamera herausholen kann. Die Bildqualität überzeugt sowohl am Tag als auch in der Nacht, und zahlreiche KI-Funktionen runden das Gesamtbild ab. Allerdings müssen Sie dafür tief in die Tasche greifen. Denn nicht nur kostet die Ring mit 200 Euro (UVP) bereits mehr als die meisten Konkurrenten im Test, sie macht auch ohne ein Abo wenig Sinn. Zu viele Funktionen fehlen, wie etwa die Speicherung der Aufnahmen. Sie schalten Sie nur durch eine Monatsgebühr frei. Diese beginnen bei 3,99 Euro pro Monat und Kamera. Für mehrere Kameras zahlen Sie 9,99 Euro pro Monat. Wer die KI-Suche, die Gesichtserkennung und die 24/7-Aufnahme nutzen möchte, zahlt sogar 19,99 Euro pro Monat. 

Zusätzlich müssen Sie bereit sein, Abstriche beim Datenschutz zu machen. So müssen Sie dem Unternehmen Ring, das zu Amazon gehört, mindestens Ihre Adresse mitteilen. Wer bereits Amazon-Kunde ist und auch andere Smarthome-Produkte von Amazon wie Alexa nutzt, für den dürfte das verschmerzbar sein. Wir raten allerdings dazu, auf die optionale Gesichtserkennung zu verzichten, da diese rechtlich kritisch ist, wenn Sie keine Erlaubnis der Personen einholen. 

5. Die Unabhängige: Ezviz HB8 Lite 4G

Ezviz HB8 Lite 4G Kit
Ezviz HB8 Lite 4G Kit*
169,99 €

Bild- und Tonqualität: Die Ezviz HB8 Lite 4G besitzt eine Auflösung von etwas über 2K (2.560 × 1.440 Pixel). Zwar toppen dies einige Konkurrenten hier im Testfeld, dennoch reicht die Auflösung der Ezviz für Aufnahmen mit genügend Detailtiefe aus. Gerade am Tag erkannten wir Personen und Haustiere klar und deutlich. Auch bei Nacht liefert die Kamera eine insgesamt gute Performance. Neben der klassischen Infrarot-Nachtsicht steht auch eine farbige Darstellung mit integrierten Scheinwerfern zur Verfügung, die deutlich mehr Details sichtbar macht. Außerdem passt sich die Ezviz automatisch an das Umgebungslicht an, um stets ein optimales Ergebnis zu liefern. Selbst ohne HDR wiesen die Aufnahmen keine Über- oder Unterbelichtungen auf. In puncto Audio bleibt die HB8 Lite hingegen eher durchschnittlich. Die Zwei-Wege-Kommunikation funktioniert zwar zuverlässig und Stimmen sind verständlich, es fehlt jedoch etwas an Klarheit, was in dieser Geräteklasse allerdings typisch ist. 

Benutzerfreundlichkeit und Einrichtung: Dennoch gab es in unserem Test immer wieder kleinere Stolpersteine. Keiner davon brachte uns zu Fall, aber sie waren teilweise nervig.

So führte uns etwa ein QR-Code in der Verpackung zu der Anleitung. Diese gibt es jedoch nur als PDF, das sich auf dem Smartphone nur schwer lesen ließ. Ezviz hat auf das Beilegen einer gedruckten Variante verzichtet. Immerhin war eine Anleitung nicht wirklich nötig, da die Anbringung der Halterung aufgrund einer Bohrschablone selbsterklärend war. 

Auch die anschließende Einrichtung über die App verlief intuitiv, da sie Schritt für Schritt durch den Prozess führte. Danach dient die App als zentrales Steuerungselement, über das wir das Livebild, die Einstellungen und die Benachrichtigungen verwalteten. Um die App nutzen zu können, mussten wir wie bei fast allen Überwachungskameras zunächst einen kostenlosen Account anlegen. Zahlen müssen Kunden erst, wenn sie Cloud-Speicher benötigen. Dieser startet ab 4,99 Euro pro Monat, wobei nur eine Kamera inkludiert ist. Wer mehrere Kameras an seinem Haus anbringt, für den wird es teurer. Alternativ gibt es ein microSD-Kartenfach. Ein interner Speicher ist hingegen nicht vorhanden. 

Die Bedienoberfläche der App ist größtenteils klar strukturiert, wirkt jedoch stellenweise etwas verschachtelt, wenn es um erweiterte Funktionen oder detaillierte Anpassungen geht. Die App läuft weitestgehend flüssig, genehmigt sich jedoch kurze Ladepausen beim Aufbau eines Livebilds. Zudem ist sie stellenweise schlecht übersetzt. Wer seine Software aktualisieren möchte, stößt beispielsweise innerhalb eines Menüpunkts auf die Begriffe „Update“, „Upgrade“ und „Aufrüstung“.

Überwachungskamera außen Test: Ezviz HB8 Lite 4G
Die Ezviz HB8 Lite 4G besitzt ein großes Solarmodul und eine 4G-Antenne. Sie kann dadurch ohne WLAN- und Stromverbindung betrieben werden
© Basti Barsch / stern

Funktionen: Die Ezviz HB8 Lite 4G ist gut ausgestattet und eignet sich vor allem für den Outdoor-Betrieb. Denn neben dem Solarmodul und WLAN verfügt sie auch über eine 4G-Antenne. Dadurch können Sie die Kamera auch weiter weg vom Haus, beispielsweise an einem Schuppen, anbringen und autark betreiben. Einzige Bedingung: Sie benötigen eine SIM-Karte mit einem ausreichenden Datentarif. Zudem sollte das Solarmodul immer genügend Sonne abbekommen. Sollte die Batterie dann doch einmal leer sein, lässt sie sich aber auch an der Steckdose wieder aufladen.

Wie bei einigen Konkurrenten besitzt auch die Ezviz HB8 Lite 4G eine 24/7-Überwachung. Sie hört auf den Namen Always-On-Videomodus (AOV 2.0) und macht in Intervallen Aufnahmen. Diese lassen sich hinterher als Zeitraffervideo betrachten. Sobald eine Person erkannt wird, wechselt die HB8 wieder in den Normalmodus und zeichnet ein Video auf. Da der AOV viel Strom benötigt, bietet sich hier das Solarmodul als dauerhafter Versorger an. 

Praktisch ist auch der große Neigungswinkel. Dank des motorisierten Schwenk- und Neigemechanismus mit 340 Grad horizontaler und 80 Grad vertikaler Abdeckung liefert die Kamera eine nahezu vollständige Rundumsicht. Zudem gibt es einen Verfolgungsmodus. Erkennt die Kamera eine Person, schwenkt sie automatisch mit. Die Kamera sollte jedoch so positioniert sein, dass Personen nicht zu nah kommen können. Ansonsten hat sie Probleme, das Motiv im Fokus zu halten, und Personen könnten einfach durchrennen. Und das kann schnell passieren, da der horizontale Bildwinkel von 75 Grad nicht besonders weit ist. 

Schließlich wirbt der Hersteller noch mit einer KI. Sie soll Menschen und Fahrzeuge unterscheiden können und somit Fehlstarts vermeiden. Allerdings scheint sie nicht zuverlässig zu erkennen, was ein Mensch ist, denn bisher löste die Kamera bereits bei jeder vorbeilaufenden Katze aus. 

Fazit: Die EZVIZ HB8 Lite 4G hinterlässt im Test insgesamt einen soliden Eindruck, leistet sich aber an mehreren Stellen kleinere Schwächen. Ihre größten Stärken liegen in ihrer Flexibilität: Die 4G-Anbindung, der Solarbetrieb und der große Schwenkbereich machen sie besonders interessant für Orte ohne feste Strom- oder WLAN-Infrastruktur. Auch die Bildqualität ist für diese Klasse absolut in Ordnung.

Mit einem Preis von rund 170 Euro (UVP) bewegt sich die Kamera im Mittelfeld. Gemessen am Funktionsumfang ist der Preis gerechtfertigt – vor allem, wenn Sie die HB8 wirklich frei im Gelände nutzen wollen. Dafür fällt der Preis für den Cloud-Speicher recht hoch aus. Er beginnt bei 4,99 Euro pro Monat. Zwar ist der Speicherplatz nicht begrenzt, allerdings wird nur der Videoverlauf der letzten sieben Tage gespeichert. Zudem gilt das Angebot nur für eine Kamera. Wer mehrere Kameras nutzen oder einen längeren Verlauf von 30 Tagen speichern möchte, muss bis zu 14,99 Euro pro Monat zahlen. Das summiert sich über das Jahr. Gleichzeitig gibt es auch keinen internen Speicher. Wer sich nicht für das Abo-Modell entscheidet, muss also mindestens noch in eine microSD-Karte investieren, die immerhin bis zu 512 GB groß sein darf.   

Überwachungskamera außen: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Worauf sollte man beim Kauf einer Überwachungskamera achten?

Beim Kauf einer Überwachungskamera sollten Sie vor allem auf die Bildauflösung, die Nachtsichtfunktion, die Art der Stromversorgung und den Datenschutz achten. Eine Auflösung von mindestens Full HD (1080p), besser noch 2K, ist heute Standard. Sie sorgt dafür, dass Gesichter und Kennzeichen auch im Nachhinein erkennbar sind. Ebenso wichtig ist eine gute Nachtsichtfunktion. Infrarot-LEDs liefern ein schwarz-weißes Bild, während modernere Farbsensoren mit Starlight-Technologie auch im Dunkeln farbige Aufnahmen ermöglichen. Überlegen Sie außerdem, ob die Kamera per Kabel mit Strom versorgt werden soll oder ob eine Akku- oder Solarlösung für Sie praktischer ist. Zudem sollten Sie die Zusatzkosten im Blick behalten. Überwachungskameras besitzen nur selten einen internen Speicher. Sie müssen stattdessen in eine microSD-Karte investieren oder ein Cloud-Abo abschließen. 

Was bringen Solarmodule an Überwachungskameras?

Unter den richtigen Bedingungen sorgen Solarmodule dafür, dass Überwachungskameras auch ohne festen Anschluss mit Strom versorgt werden. Dadurch können sie flexibel auch an abgelegenen Stellen montiert werden, etwa an Gartenhäuschen, Einfahrten oder Zäunen. Entscheidend ist jedoch der Standort. Die Solarmodule müssen das gesamte Jahr über genügend Sonne abbekommen. Hilfreich sind hier Verlängerungskabel, durch die das Solarmodul auch weit weg von der eigentlichen Kamera stehen kann. Dennoch kann es im Winter, wenn die Sonne tief steht, an genügend Licht mangeln. Sollte sich der Akku nicht ausreichend aufladen, können Sie die Überwachungskamera auch abnehmen und an der Steckdose laden. Das ist jedoch oft unpraktikabel, da die Kameras hochhängen und in dieser Zeit auch nicht einsatzbereit sind.

Darf man eine Überwachungskamera im Garten installieren?

Grundsätzlich ja, aber mit klaren Einschränkungen. Sie dürfen Kameras installieren, solange diese ausschließlich das eigene Grundstück erfassen. Sobald die Kamera auch öffentliche Wege, Gehsteige oder das Nachbarhaus im Blickfeld hat, wird es rechtlich problematisch. In Deutschland gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die den Schutz personenbezogener Daten, auch von Videoaufnahmen, streng regelt. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, die Kamera entsprechend auszurichten und per Software einen Sichtbereich zu maskieren, der fremdes Eigentum oder öffentliche Bereiche ausblendet. Ein klärendes Gespräch mit den Nachbarn kann zusätzlich dazu beitragen, Konflikte von vornherein zu vermeiden.

Welche Strafen drohen bei einer Videoüberwachung?

Wer seine Überwachungskamera illegal betreibt, indem er etwa öffentliche Bereiche oder das Nachbargrundstück filmt, riskiert Strafen. Nach der DSGVO können Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Unternehmen verhängt werden. In der Praxis fallen die Strafen für Privatpersonen zwar deutlich geringer aus, Bußgelder im vier- bis fünfstelligen Bereich sind jedoch möglich. Hinzu kommen mögliche zivilrechtliche Konsequenzen. Nachbarn oder Passanten, die sich durch die Kamera in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlen, können auf Unterlassung und Schadensersatz klagen.

Ist ein Schild „Videoüberwachung" Pflicht?

Nach der DSGVO sind Betreiber von Überwachungskameras dazu verpflichtet, Betroffene darüber zu informieren. In der Regel geschieht dies durch ein gut sichtbares Hinweisschild, das auf die Videoüberwachung aufmerksam macht. Das Schild sollte so angebracht sein, dass Personen die Information erhalten, bevor sie den überwachten Bereich betreten. Das Schild muss mindestens darüber informieren, dass eine Videoüberwachung stattfindet. Wer auf ein solches Schild verzichtet, verstößt gegen die Informationspflicht und kann abgemahnt oder mit einem Bußgeld belegt werden.

Kann mein Nachbar eine Überwachungskamera verbieten?

Ihr Nachbar kann Ihnen das Aufstellen einer Kamera auf Ihrem eigenen Grundstück nicht grundsätzlich verbieten. Er hat jedoch das Recht, sich zu wehren, wenn die Kamera sein Grundstück, seinen Eingangsbereich oder ihn selbst erfasst. In diesem Fall kann er zivilrechtlich auf Unterlassung klagen und hat dabei gute Aussichten auf Erfolg. Denn deutsche Gerichte gewichten in solchen Fällen den Schutz des Persönlichkeitsrechts regelmäßig höher als das Sicherheitsinteresse des Kamerabetreibers. Fühlt sich Ihr Nachbar durch Ihre Kamera überwacht, ist ein offenes Gespräch oft der schnellste Weg zur Lösung des Problems. Lässt sich der Konflikt nicht beilegen, können beide Seiten die zuständige Datenschutzbehörde einschalten. Diese kann den Sachverhalt prüfen und im Fall einer rechtswidrigen Überwachung Maßnahmen anordnen.

Quellen: DSGVO

Mehr zum Thema