HOME

"Das Wunder von Treviso": Die Sehnsucht nach Italien

Die Figuren heißen Luigi, Maria und Don Antonio. Ihre Geschichte von Liebe und Betrug spielt in Italien. Die Autorin Susanne Falk jedoch kommt aus einer ganz anderen Region: Norddeutschland.

"Geschrieben habe ich das Ganze wohl hauptsächlich aus Sehnsucht nach Italien", sagt Susanne Falk über ihren ersten Roman. Er heißt "Das Wunder von Treviso". Darin erzählt die 34-Jährige die Geschichte eines kleinen Betrugs, mit dem eine italienische Madonna zum Weinen gebracht wird. Es ist ein heiteres Buch, das viel Stimmung transportiert. Leichte Reiselektüre eben, die der Verlag im Ferienmonat Juli herausbringt.

Dabei ist es schon einige Zeit her, dass Susanne Falk, geboren im norddeutschen Kappeln, ein Jahr in Rom verbrachte. Dort sei die Idee zu dem Roman entstanden, berichtet die Archivarin, die heute mit ihrer Familie in Wien lebt. In der italienischen Hauptstadt sei sie oft an einem Friseurgeschäft vorbeigekommen, in dem ein älterer Herr Kindern auf Karussellfiguren die Haare geschnitten habe. Der Mann lieferte die Vorlage für eine ihrer Romanfiguren, den Friseur Luigi.

Marias blutige Tränen

Dieser Luigi verguckt sich in Maria, die Schwester des Dorf-Pfarrers Don Antonio. Der Vertreter Gottes wiederum ist es, der den Schwindel mit den weinroten Tränen der Madonna ersinnt und so reichlich Aufregung, Reporter und den Gesandten des Vatikans in das abgeschiedene Örtchen bringt.

Das Dorf Treviso selbst sei allerdings gar nicht nach einem italienischen, sondern nach einem spanischen Vorbild erdacht, erinnert sich Susanne Falk. Der Weg von der ersten Idee aus Rom bis zum fertigen Roman war - nicht nur deshalb - ziemlich lang: "Für die ersten 30 Seiten habe ich gut fünfeinhalb Jahre gebraucht, für die restlichen rund 200 Seiten dann sechs Monate." Und dass ihr Manuskript vom Verlag angenommen wurde, das sei für sie wie ein echtes kleines Wunder.

Petra Kaminsky/DPA / DPA