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Aus dem Gefangenenlager: Asylsuchender Kurde schreibt Buch per Whatsapp – und erhält australischen Literaturpreis

Der kurdisch-iranische Behrouz Boochani befindet sich seit 2013 in Einwanderungshaft auf der Insel Manus, wohin Australien damals asylsuchende Bootsflüchtling abgeschoben hat. Per Whatsapp hat er über das Lager berichtet, aus seinen Texten entstand ein Buch. Das wurde nun ausgezeichnet.

Behrouz Boochani sitzt lächelt auf einem Boot

Das undatierte Bild zeigt den iranischen Kurden Behrouz Boochani, der seit 2013 auf Manus Island im Gefängnis sitzt, er hatte in Australien Asyl gesucht. Am 31. Januar 2019 wurde der Journalist für sein Buch, das er mittels Whatsapp geschrieben hat, mit dem höchstdotierten australischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Victorian Prize for Literature.

AFP

"No Friends But the Mountains: Writing from Manus Prison" lautet der Titel, unter dem die Texte des kurdisch-iranischen Journalisten Behrouz Boochani, 35, als Buch erschienen sind. "Keine Freunde außer die Berge", das klingt so einsam wie das Leben im Exil wohl meistens ist, insbesondere aber an einem Ort, wo Nötigung, Misshandlung und Leid zum Alltag gehören. Die Gefangenen auf der Insel Manus, die zu Papua Neuguinea gehört, landeten dort ohne Anklage, Schuldspruch und Strafmaß, sie wurden inhaftiert, weil sie Asyl gesucht hatten. Boochani war es damals gelungen, sein Telefon in das Gefangenenlager zu schmuggeln, das inzwischen geschlossen ist. Mit dem Daumen berichtete er von dort, per Whatsapp, an Omid Tofighian, der seine Texte von Farsi ins Englische übersetzte. 366 Seiten umfasst sein Buch, das im Sommer 2018 publiziert wurde.

Am 31. 2019 Januar fand die Siegerehrung der Victorian Premier's Literary Awards 2019 statt, dem höchstdotierten Preis für Literatur in Australien. Boochani gewann sowohl in der Kategorie Non-Fiction als auch den "Overall" Victorian Prize, für beide Auszeichnungen zusammen wird er 125.000 Australische Dollar erhalten, knapp 80.000 Euro.

Die Ausnahme bei der Preisvergabe

Während Boochanis Kollegen in Melbourne bei der Siegesfeier ihre Preise entgegennahmen, sprach der inhaftierte Autor von Manus Island aus mit der BBC. "Auf eine Art bin ich sehr glücklich, dass wir in der Lage sind, Aufmerksamkeit für diese Not zu generieren. Und viele Menschen haben so von der Situation erfahren, was toll ist ...", zitiert ihn BBC News. "Auf der anderen Seite habe ich, glaube ich, nicht das Recht zu feiern – weil ich viele Freunde habe, die hier leiden. Das Wichtigste für uns ist, runter von dieser Insel zu kommen und ein neues Leben anzufangen." Die Jury hatte bei Boochanis Teilnahme eine Ausnahme gemacht, die Regeln sehen eigentlich vor, das die einreichenden Autoren australische Bürger bzw. ständige Bewohner des Landes sind.

"Wir sind Menschen, einfache Menschen"

2013 war Boochanis von Südostasien aus nach Australien gereist und war nach seiner Verhaftung zur Stimme eines Insiders aus dem umstrittenen Festnahmeverfahren geworden. Boochani schreibt regelmäßig für den britischen "Guardian" und twittert über das Leben auf Manus. Ferner hat er eine Dokumention aus der Haft gefilmt – mit dem Handy – und als Co-Regisseur herausgebracht. Der Titel lautet "Chauka, Please Tell Us The Time". Der Film lässt sich über Vimeo ausleihen.

Boochani möchte, dass die Leser seines Buches verstehen, dass es ein systematisches Bestreben gab, Geflüchtete und Asylsuchende ihrer "Identität, Menschlichkeit und Individualität" zu berauben. "Wir sind keine Engel und wir sind nicht böse", sagte er der BBC. "Wir sind Menschen, einfache Menschen, wir sind unschuldige Leute."

Quellen: "BBC News", Vimeo

Tourist hält giftigen Oktopus in der Hand
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.