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Autor Martin Walser: Die Zeit läuft den Ideen davon

Seine Bücher wie "Ein fliehendes Pferd" oder "Tod eines Kritikers" wurden zu Bestsellern. Auch mit 85 geht Martin Walser nicht die Ideen aus.

20 Romane hat Autor Martin Walser bisher veröffentlicht, dennoch sieht er sein Werk immer noch als Fragment. "Ein Ganzes kann es nie werden", sagte der 85-jährige Schriftsteller am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse. Das Leben lasse sich nicht einfach abrunden. In jedem Buch gehe es ihm zuerst immer darum, die richtige Tonart zu finden. Er sei für sich selbst der wichtigste Leser. "So interessant wie für mich kann es für keinen zweiten anderen sein."

In seinem neuen Roman "Das dreizehnte Kapitel" widmet er sich einem Liebespaar, das eine eigentlich aussichtslose Beziehung führt und dennoch daran festhält. Eine "dialektische Liebe" nennt es Walser, der sich im Buch stark auf die "negative Theologie" von Karl Barth bezieht, die für den Menschen keine feste Verheißung im Jenseits bietet. Gegenüber den großen Grüblern der protestantischen Kirche seien die Katholiken wie "Kinder im Sandkasten", meinte Walser. Kein Mensch könne aber nur mit Aussichtslosigkeit leben. Dies gelte auch für das Paar in seinem Roman.

ono/DPA / DPA
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