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DAS LITERATURJAHR 2001: ...und alle Fragen offen

Die einen bringen's einfach nicht, ein anderer führt Selbstgespräche, und der Großfürst der TV-Literaturkritik packt seine Sachen.

FehlanzeigeBenjamin v. Stuckrad-Barre

, einer der Leistungsträger der Literatur-Popper, zeigte auf MTV in seiner inzwischen eingestellten Sendung »Lesezirkel«, wie er sich verhält, wenn er in die Nähe wirklicher Literaten gerät: Der von Stuckrad eingeladene Robert Gernhardt wurde vom Gastgeber derart mit Missachtung gestraft, ständig unterbrochen und so uncool durch einen Kurz-Vortrag gehetzt, dass nur ein Schluss bleibt: Neid auf den Könner.

Unter der GürtellinieCatherine Millet

, Chefredakteurin einer Kunstzeitschrift, in ihrem Roman »Das sexuelle Leben der Catherine M.« auf 272 Seiten ihre sexuelle Autobiografie aus. Ohne jede Leidenschaft geht es um die Mechanik des Geschlechtsaktes - in Autos, auf Friedhöfen, auf Tischen, im Wald, zu zweit, zu dritt, mit Hundertschaften von Männern. Für Voyeure ist das Werk weniger geeignet. Die 53-jährige Autorin schildert ihre Erlebnisse mit dem geschulten Blick einer Kunstkritikerin. Frankreichs Groß-Kritiker Bernard Pivot fand, Millet habe »einen Klassiker« geschrieben.

Ego-InterviewMartin Walser

kreißt, gebiert er immer mehr als eine Maus. Sein neuer Roman »Der Lebenslauf der Liebe« führte zu einer mächtigen Interviewwelle im Lande, die Kritik war hin- und hergerissen. Auch dem stern gewährte der Dichter ein Interview. Allerdings wollte er im Nachhinein dann doch nicht gedruckt sehen, was er seinem Gesprächspartner Arno Luik in Stunden erzählt hatte. Zum Ausgleich schickte Walser dem stern eine eigene Version des Interviews - inklusive der Fragen an sich selbst. Weil der stern es doch lieber klassisch wollte und Walsers Werk nicht abdruckte, schickte der Dichter es dem »Spiegel«. Der druckte.

Vorhang zuMarcel Reich-Ranicki

auf dem ZDF-Sofa mit den Armen gerudert, mit dem Zeigefinger in die Luft gestochen, wegwerfende Handbewegungen gemacht und dabei auch unter Einsatz hochelaborierter Mimik - gibt es irgendeinen, der angeekelter gucken kann? - schlechte Bücher vernichtet oder talentierte Autoren in den Himmel gehoben: 400 Bücher in 77 Sendungen. Drei Nebendarsteller lieferten die Stichworte: Karasek in der Rolle des schwitzenden Milden, Sigrid Löffler als die unnahbare Zicke (später ersetzt durch Iris Radisch) und jeweils ein Gast als Vertreter des gesunden Menschenverstandes.

Über Haruki Murakamis Buch »Gefährliche Geliebte« gerieten sich Löffler (»literarisches Fast Food«) und Reich (»Weltliteratur«) dermaßen in die Wolle, dass Frau Löffler die Sendung zugunsten des Poltergeistes verlassen musste. Nun ist's vorbei mit dem Schauspiel, vorbei mit dem Gegrolle und Gefuchtel. Vorhang zu - und alle ein bisschen betroffen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(