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Bundesliga-Teamcheck: SC Freiburg: Der Trainer ist der Star

Dem SC Freiburg steht eine schwierige Saison bevor: Fünf Leistungsträger haben die Breisgauer verlassen, dazu kommt die Belastung der Europa-League. Doch einer kann den Club vor dem Absturz retten.

Von Carsten Heidböhmer

In der vergangenen Saison war der SC Freiburg die Überraschungsmannschaft der Bundesliga. Obwohl sie über den drittkleinsten Etat verfügten, erreichten sie Platz 5 in der Bundesliga - und sind sogar Spitzenreiter in der Effizienz-Tabelle. Keine andere Mannschaft erspielte mit so wenig Geld so viele Punkte. Auch in dieser Spielzeit wird die Elf von Christian Streich finanziell wieder haushalten müssen. Das Gehaltsniveau bleibt niedrig - so droht der Club auch in Zukunft, wichtige Spieler zu verlieren.

Was ist neu?


Sage und schreibe neun Spieler stoßen zum Kader der Freiburger hinzu - viele kommen von ausländlischen Clubs wie Arsenal London, Sporting Lissabon, AJ Auxerre oder Dynamo Kiew. Sie zu integrieren, wird eine Herkulesaufgabe. Prominentester Neuzugang ist Mike Hanke, der ablösefrei von Borussia Mönchengladbach kam

Was ist gut?


Mit Torwart Oliver Baumann, Verteidiger Matthias Ginter und Mittelfeldspieler Jonathan Schmid konnten zumindest drei umworbene Stammkräfte gehalten werden. Von den neuen Spielern haben bislang Mike Hanke und der Sechser Francis Coquelin (von Arsenal ausgeliehen) einen exzellenten Eindruck hinterlassen. Mit Siegen gegen den griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus und den türkischen Erstligisten Akhisar Belediyespor sowie einem Remis gegen Athletic Bilbao ist die Vorbereitung sehr erfolgreich verlaufen. Es sieht ganz so aus, als habe Christian Streich mal wieder ein gutes Händchen bei den Neuverpflichtungen bewiesen. Nicht ohne Grund ruhen die Hoffnungen der Freiburger auf dem Trainer: Er verrichtet seit seinem Amtsantritt vor 19 Monaten hat er aus einem Abstiegskandidaten in ein Team verwandelt, das im oberen Tabellendrittel mitspielt. Verdienter Lohn: Bei einer Umfrage unter 228 Bundesligaspielern wurde Streich kürzlich zum "Trainer des Jahres" gewählt.

Was ist schlecht?

Mit Cedric Makiadi, Max Kruse, Daniel Caligiuri, Johannes Flum und Jan Rosenthal haben fünf Stammkräfte den Verein verlassen, im Fall von Max Kruse sogar ein aktueller Nationalspieler. Ein Aderlass in dieser Größenordnung ist nur schwer wegzustecken. Während die Freiburger in der vergangenen Saison um ein Haar in die Champions-League-Quali gerutscht wären, werden sie sich in dieser Spielzeit nach unten orientieren müssen. Das Team muss sich komplett neu finden, zudem haben die jungen Spieler wenig Erfahrung mit der Doppelbelastung aus nationaler Liga und internationalem Wettbewerb.

Was ist möglich?


Christian Streich ist zuzutrauen, dass er die vielen neuen Spielern innerhalb kürzester Zeit zu einer schlagkräftigen Truppe vereinen kann. Für Höhenflüge wie in der vergangenen Saison wird es jedoch nicht mehr reichen. Angesichts der körperlichen Belastung durch die Europa League wird es bei Freiburg darum gehen, den Klassenerhalt zu erreichen. Mit diesem Trainer und den noch verbliebenen Spielern sollte das aber locker drin sein.

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