Olympische Spiele Darum stand der Aufritt des "Minion"-Eiskunstläufers auf der Kippe

Spanischer Eiskunstläufer im Minion-Kostüm, kurz vor Olympiastart
Kurz vor dem größten Auftritt seiner Karriere musste der spanische Eiskunstläufer Tomàs-Llorenç Guarino Sabaté um seine Olympia-Kür bangen
© Roger Evans / Imago Images
Ein Eiskunstläufer rauscht wenige Tage vor Olympia knapp an einem musikalischem Fiasko vorbei. Trotz Happy End zeigt der Fall ein altbekanntes Problem des Sports auf.

Der spanische Eiskunstläufer Tomàs-Llorenç Guarino Sabaté musste wenige Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Mailand um seinen Auftritt bangen. Grund dafür seien Urheberrechtsprobleme mit der Musik, wie der 26-Jährige am Montag in den sozialen Medien mitteilte. 

"Minion"-Look erobert Zuschauerherzen

Sabatés Kür ist ein wenig ausgefallen: in einem Kostüm aus gelbem T-Shirt und blauem Overall imitiert der Wintersportler auf der Eisfläche einen Minion. Die kleinen gelben Witzfiguren hatten ihren ersten Auftritt in dem Animationsfilm "Ich – einfach unverbesserlich" und haben als Publikumslieblinge bereits drei eigene Spin-off-Filme bekommen. Als heißer Medaillenanwärter gilt Sabaté mit seiner Kür nicht. Das Publikum ist dagegen begeistert von der unterhaltsamen Darbietung im ikonischen "Minion"-Look. 

Mit dem Medley aus Songs aus den Filmen ist der spanische Eiskunstläufer schon mehrmals aufgetreten. Kurz vor dem größten Auftritt seiner Karriere dann der Schock: wegen Problemen bei der Rechtefreigabe der Musik könnte seine Kür ins Wasser fallen. Nach monatelangem Training in enger Abstimmung mit der Musik dürfte diese Nachricht ein reiner Albtraum gewesen sein. "Trotzdem werde ich mich dieser Herausforderung stellen und alles tun, um das Beste aus der Situation zu machen", schrieb der 26-Jährige als Reaktion auf die Schocknachricht in den sozialen Medien.

Olympia-Auftritt doch noch gerettet

Dann die große Erleichterung: Der Eiskunstläufer darf doch mit der Musik von Universal Pictures auftreten, berichtete das spanische Eissportmedium "Hieloespanol". Der Ärger der Zuschauer auf Instagram über die plötzliche Entscheidung des Studios dürfte dabei keine unerhebliche Rolle gespielt haben. Damit steht dem Olympiadebüt des 26-Jährigen erst mal nichts mehr im Weg.

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Musikrechtsstreite wie dieser sind keine Seltenheit im Eiskunstlauf. Bei den letzten olympischen Winterspielen in Peking hatte ein US-amerikanisches Eiskunstlaufpaar für ihr Kurzprogramm den Coversong einer Indie-Pop-Band verwendet. Nach dem Wettbewerb hatten die Musiker Klage gegen die Eiskunstläufer, den Sportverband und den Fernsehsender NBC eingereicht. Sie hätten nie die Zustimmung zur Verwendung ihres Songs gegeben, so die Band.

Altbekanntes Problem im Eiskunstlauf

Nach Sabatés Fall werden erneut Stimmen für eine offizielle Reglung der Musikrechte laut. Die Internationale Eislaufunion (kurz ISU) arbeitet nach eigenen Angaben seit Jahren an einem System, das die Abwicklung der Musikrechte für Eiskunstläufer vereinfachen soll. 

Zwar sucht die ISU aktiv nach einer Lösung, am Ende des Tages sind jedoch immer die Wintersportler selbst dafür verantwortlich, die Rechte an ihrer Musik zu klären. Anstatt sich also ausschließlich auf das Training für den Wettbewerb konzentrieren zu können, müssen sich viele erst in das Rechtechaos mit den Musikfirmen stürzen. Oder sie müssen, wie in diesem "Minion"-Fall, wenige Tage vor dem Sportspektakel noch um ihren Auftritt zittern.

hku

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