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Xperia Z1 im Test: Sonys schöner Leistungsträger

Sony will mit dem Xperia Z1 in der Königsklasse der Smartphones mitspielen. Eine hochwertige Kamera und ansprechende Optik sollen den Sieg sichern. Was das Z1 kann, hat stern.de getestet.

Von Dominik Brück

Auf den Laufstegen der Smartphone-Welt zählt das Xperia Z1 sicher zu den Supermodels: Sonys neues Handyflaggschiff sieht einfach klasse aus und punktet mit einem edlen Design. Das Aluminiumgehäuse und die Rückseite aus Glas sind elegant verarbeitet. Die Anschlüsse an den Seiten werden mit Gummikappen verschlossen, die sich nahtlos in die Optik einfügen - zudem schützen die Verschlüsse das Z1 vor Staub und Wasser. In einer Tiefe von maximal einem Meter soll das Smartphone bis zu 30 Minuten wasserdicht bleiben.

Nur die Größe bleibt wie bei anderen 5-Zoll-Modellen Geschmackssache: Mit seinen Abmessungen von 144x75x9 Millimetern passt das Z1 noch ohne Probleme in die Hosentasche - die Bedienung mit einer Hand fällt jedoch schwer. Auch beim Telefonieren muss man auf verwunderte Blicke gefasst sein, wenn man sich das 169 Gramm schwere Maxi-Smartphone ans Ohr hält.

Spitzenleistung in fast allen Bereichen

Für die teils gewöhnungsbedürftige Größe, werden die Nutzer mit einem brillant aufgelösten 5-Zoll-Display in Full-HD entschädigt. Auch die Geschwindigkeit des Z1 erweist sich als fix. Der 2,2-Gigahertz-Prozessor und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen dafür, dass die Bedienung ruckelfrei funktioniert. Das Wechseln zwischen den Apps verläuft flüssig, und auch 3D-Spiele oder die Arbeit mit mehreren Apps gleichzeitig bringen das Z1 nicht an seine Grenzen. Das ist besonders hilfreich, da Sony auch für das Z1 seine eigene Benutzeroberfläche auf Android-Basis entwickelt hat. Die parallele Nutzung unterschiedlicher Apps ist hier ohne weiteres möglich: Eine Web-Suche, ein Taschenrechner, eine Notizfunktion und ein Timer können in frei verschiebbaren Fenstern während der Nutzung einer anderen App eingeblendet werden.

Auch unterwegs surfen Nutzer mit dem Xperia Z1 in Höchstgeschwindigkeit. Neben den gängigen deutschen Mobilfunkformaten, bietet Sony mit seinem neuen Modell bereits die Möglichkeit LTE-Verbindungen mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde zu nutzen. Das schafft derzeit nicht mal das iPhone 5S. Apples Smartphone bietet maximal eine Verbindung mit 100 Megabit pro Sekunde. Die Telekom und Vodafone bieten die schellen LTE-Dienste bereits in einigen Regionen an. Schade: Der hohe technische Standard überträgt sich nicht auf den Lautsprecher des Z1. Obwohl die Sprachqualität beim Telefonieren in Ordnung ist, klingt Musik aus dem Smartphone blechern. Besser verarbeitet ist der Akku des Xperia Z1. Mit einer Größe von 3000 Milliamperestunden sorgt die Stromquelle dafür, dass man es bei normaler Benutzung locker über den Tag schafft.

Spielplatz für Hobbyfotografen

Obwohl das Z1 in allen Bereichen eine hervorragende Qualität bietet, können die Kamera und die dazugehörige App noch einen drauf setzen. Mit insgesamt 20,7 Megapixeln, einem besonders Lichtempfindlichen Sensor und zusätzlichem Bildprozessor, lassen sich Aufnahmen in sehr guter Qualität machen. Die integrierte Kamera-App leistet dabei im Automatikmodus brauchbare Ergebnisse. Wer selbst Einstellungen wie Helligkeit und Kontrast vornehmen will, kann dies im manuellen Modus tun und bekommt Veränderungen durch die Einstellungen sofort auf dem Display angezeigt. Was dabei nervt: Die maximale Auflösung von 20,7 Megapixeln lässt sich nur im manuellen Modus einstellen, die App startet jedoch jedes Mal im Automatikmodus.

Auch das Bearbeiten der Bilder ist in der Kamera-App oder einem der mitgelieferten Bearbeitungsprogramme möglich. So lassen sich verschiedene Filter und Effekte für ein Bild anwenden. Besonders lustig ist dabei die sogenannte "Augmented Reality", die beispielsweise Dinosaurier oder Märchenfiguren durch das Bild laufen lässt. Panoramaaufnahmen und die "Timeshift Bildfolge", die vor und nach Betätigen des Auslösers verschiedene Aufnahmen macht und den Nutzer die beste auswählen lässt, gehören ebenfalls zum Kamerapaket. Damit bietet das Xperia Z1 derzeit die beste Smartphone-Kamera, die auf dem Markt verfügbar ist. Hobbyfotografen werden damit auf jeden Fall ihren Spaß haben.

Beschränkter Speicher

Die gemachten Bilder lassen sich zusammen mit Videos, Musik und Dokumenten auf einer Micro-SD-Karte speichern. Das ist auch dringend notwendig: Nur elf Gigabyte internen Speicher bietet das Z1. Apps und Spiele müssen hier gespeichert werden und lassen sich nicht auf die SD-Karte übertragen. Wer viele Apps herunterlädt, kann daher schnell Platzprobleme bekommen.

Fazit: Smartphone der Spitzenklasse mit Abzügen in der Endnote

Das Xperia Z1 spielt aktuell in der Bundesliga der Smartphones mit um die Meisterschaft. Sony ist es gelungen, für einen Preis ab 599 Euro, geballte Hightech-Power in ein optisch edles Design zu verpacken. Die Kamera ist die derzeit beste auf dem Markt und auch in punkto Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit braucht sich das Z1 nicht zu verstecken - besonders, da der neue LTE-Standard mit dem Z1 bereits möglich ist. Leichte Abzüge bekommt das Smartphone aufgrund des geringen Speichers und der Tonausgabe beim Abspielen von Musik. Auch die Größe, welche die Bedienung des Z1 mit einer Hand schwierig macht, ist ein Kritikpunkt, der jedoch sehr von persönlichen Vorlieben abhängig ist. Alles in allem bleibt das Z1 jedoch ein hochwertiges Smartphone der Spitzenklasse, das Kunden bedenkenlos als Alternative zu Apple, Google und Co. erwerben können.