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  • Eine Stadt wird bunt: Dieser Bildband zeigt, wie Graffiti-Kunst Hamburgs Antlitz verändert hat

Zum Artikel Eine Stadt wird bunt: Dieser Bildband zeigt, wie Graffiti-Kunst Hamburgs Antlitz verändert hat
Eat the Rich - Hamburg Ottensen 1988  Die beiden Sprüher Gagarin und Gabba brachten den linken Slogan im Zuge des Protestes gegen die zunehmende Gentrifizierung des Stadtteils als bunten Schriftzug an. 
Eat the Rich - Hamburg Ottensen 1988
Die beiden Sprüher Gagarin und Gabba brachten den linken Slogan im Zuge des Protestes gegen die zunehmende Gentrifizierung des Stadtteils als bunten Schriftzug an. 
© Antje F. Herbst/Courtesy: Gabba/Eine Stadt wird Bunt / PR
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Bunt statt Grau  Sind heute längst sämtliche Wände an der Bahnlinie bunt bemalt, stachen die die grellen Farben der Graffiti in den Achzigerjahren vor den leeren, grauen Wänden noch besonders krass heraus. Kein Wunder, dass Werke wie dieses von Eric aus dem Jahr 1987 vielen Sprühern als Klassiker im Gedächtnis haften blieben
Hip-Hop nonstop  Die erste Welle des modernen Graffiti kam mit der Hiphop- und Breakdance-Welle nach Deutschland. Gerade zur Anfangszeit waren Graffiti und die noch junge Hip-Hop-Kultur hierzulande kaum zu trennen. Die Posen der Sprüher waren dieselben, die man vom Breakdance kannte. In diesem Fall ist das kein Wunder: Can 2 (links) und Jase sind auch lange als Breakdancer aktiv. Beide sprühen auch Jahrzehnte nach dieser 1988 entstandenen Aufnahme immer noch.
Am Zug  Nicht nur die Wände wurden bunter, auch die S-Bahnen und Regionalzüge bekamen Farbe. Jepsy, der dieses Werk auf einem DB-Wagen malte, hat in der Szene geradezu Legenden-Status. Er gilt als einer der besten und aktivsten Sprüher der Neunziger.
Gefundene Jugend  In der Hamburger Szene wird das Buch sowohl als Geschichtswerk als auch als gemeinsames Fotoalbum geschätzt. Bei der Veröffentlichungsfeier in der Golden Handy Gallery in der Hamburger Neustadt herrschte die Stimmung eines Klassentreffens der alten Hasen - die in den Bildern aus ihrer Jugend schwelgten wie bei den Aufnahmen einer Klassenfahrt.
Zack an den Jungfernstieg  Der Jungfernstieg im Herzen Hamburgs diente der Szene lange als Treffpunkt, Corner genannt. Der perfekte Ort also, um die anderen Sprüher seine Werke sehen zu lassen. 
Burner auf Stahl  Der Schriftzug "Prime" weckt nicht nur farblich die Assoziation zu Feuer. Es handelt sich um einen "Burner" - ein besonders aufwendiges und qualitativ hochwertiges Bild. Das gilt sowohl für den detailreich gestalteten Schriftzug wie auch für die Figur und den Hintergrund. Dass das Werk zudem auf einer S-Bahn entstand, wertet es in der Szene noch einmal erheblich weiter auf. Das Foto erschien 1989 im stern zu einem der ersten deutschen Artikel über das Phänomen Graffiti.
Es geschah am helllichten Tag  Während meist der Schutze der Nacht als Tatzeit für die Sprühaktionen vermutet wird, lassen sich gerade Züge oft auch tagsüber verzieren. In den Achtzigern war das allerdings noch etwas häufiger der Fall als heute.
Gefährliches Hobby  Die Quellen der Bilder fallen so vielreich aus wie der Inhalt. Die Macher von "Eine Stadt wird bunt" jagten über fünf Jahre nach den alten Zeitzeugnissen, suchten auf Dachböden, in Archiven. Die drei Sprüher beim Überqueren der Gleise wurden 1988 von André Lützen eingefangen. Das Bild war Teil seiner Serie "Writer" im Rahmen seines Studium der Visuellen Kommunikation. 
Abhängen in der Bahn  Viele der Abbildungen in "Eine Stadt wird bunt" fangen nicht nur die Werke ein, sondern auch die Akteure und ihre Kultur. Hier posieren die beiden Sprüher Master Pit (sitzend) und der mittlerweile verstorbene Rest in der frisch betaggten S-Bahn.
Sucker - Hamburg Stellingen 1988  Direkt an den S-Bahngleisen prangte dieses Werk von King Zack, Justus und Cisco
Jungspunde und alte Herren  Das Klischee, dass vor allem Teenager dem Graffitivirus verfallen, mag damals noch richtig gewesen sein. Heute stimmt es nur noch bedingt. Zwar gibt es immer wieder Nachwuchs, ein großer Teil der Szene hat die Jugend allerdings längst hinter sich und besteht aus Vertretern der alten Garde, die auch jenseits der 30 und teilweise sogar 50 noch weiter legal wie illegal aktiv bleiben. 
Ärger mit den Sicherheitskräften  Nicht nur die Sprüher selbst waren nachts aktiv. Eine Zeitlang zerstörten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes immer wieder Graffiti und unterschrieben mit einem eigenen Sprayernamen - RKS. Die Beleidigung als "Toy" stellt in der Szene eine der gröbsten Abwertungen dar.
Aufbruch! - Hamburg Ottensen  Die politischen Sprüh-Wurzeln vor Ankunft des Graffiti im Stile der New Yorker Stils prägten auch die Szene, glauben die Macher von "Eine Stadt wird bunt". Und legten entsprechend Wert darauf, auch diese Wurzeln zu beleuchten.  Der Hamburger Professor Dr. Dr. Alf Trojan unterrichtete Medizinische Soziologie an der Universitätsklinik Eppendorf. Im Rahmen seiner Vorträge zeigte er immer wieder auch seine selbst fotografierten Aufnahmen von Hamburger Graffitis. Sie sind Teil des Stadtteilarchivs Ottensen.
Klettertour  Während politisches Graffiti in der heutigen Szene in der Regel keine große Rolle spielt, war das früher durchaus anders. Hier seilte sich Sprüher Eric von einer Brandmauer ab, um eine Klageschrift gegen die Bundesrepublik und seine Unterstützung der PKK auf die Wand zu bringen.
Eat the Rich - Hamburg Ottensen 1988  Die beiden Sprüher Gagarin und Gabba brachten den linken Slogan im Zuge des Protestes gegen die zunehmende Gentrifizierung des Stadtteils als bunten Schriftzug an. 

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