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Harry Potter und der Phoenixorden: Harry Potter wird erwachsen

Schon nach Lesen der ersten Seiten des erschienenen neuen Harry-Potter-Buches haben Kinder in den USA ihr erstes Urteil gefällt: Der Zauberschüler sei in dem fünften Band auf dem Weg zum Erwachsensein.

Schon nach Lesen der ersten Seiten des am Samstag erschienenen neuen Harry-Potter-Buches haben Kinder in den USA ihr erstes Urteil gefällt. Dabei stellten einige von ihnen fest: Der Zauberschüler sei in dem fünften Band auf dem Weg zum Erwachsensein.

"Er ist wirklich dabei, ein Teenager zu werden"

"Harry wird erwachsen", sagte die elf Jahre alte Claire Bunschoten aus Chicago, nachdem sie 200 der 870 Seiten umfassenden US-Ausgabe gelesen hatte. "Er verliert oft die Geduld", fügte sie hinzu. "Ich glaube, er ist wirklich dabei, ein Teenager werden", sagte Evan Mahoney aus dem US-Bundesstaat Maine. Und auch er beobachtete, dass Potter in seinen neuen Abenteuern hier und da sein Temperament voll auslebe. Millionen meist jugendlicher Fans auf der ganzen Welt hatten in der Nacht auf Samstag vor den Läden Schlange gestanden, um als erste den fünften Band der Romanreihe der britischen Erfolgsautorin Joanne K. Rowling zu ergattern.

"Es war so schwierig für mich, das Buch wegzulegen; meine Mutter musste schreien", sagte Paige Morschauser aus North Carolina. Die 14-jährige Julie Theriault aus Kalifornien war schon am Samstag mit dem Buch fertig. "Bis jetzt ist das mein Favorit", urteilte sie. Kira Shipway (9) aber sagte, in dem Buch komme ihr Harry ein bisschen egozentrisch vor. "Es wirkt ein bisschen komplizierter und dunkler", sagte der zwölf Jahre alte Josh Pitt.

Potter bei Amazon ungeschlagen auf Platz eins

Beim Internet-Händler Amazon blieb der Potter-Roman am Montag ungeschlagen auf Platz eins der Verkaufs-Hitliste. Dicht gefolgt auf dem zweiten Rang fand sich auf Grund von Vorbestellungen die deutsche Ausgabe von "Harry Potter and The Order of the Phoenix". Dabei soll die deutsche Übersetzung erst im November erscheinen. Der Carlsen-Verlag rechnet dann mit einer Startauflage von 1,2 Millionen Exemplaren. Britische Buchläden hatten am Samstag im Schnitt mehr als acht mal in der Sekunde ein Potter-Buch verkauft. Auch in den USA entpuppte sich das Kinderbuch von Anfang an als Verkaufsschlager. Zusammen mit den Memoiren von Hillary Clinton sei der Roman von Rowling eines der Werke, das dem Buchgeschäft wieder Auftrieb gebe, sagte Steve Riggio, Chef des größten US-Buchhändlers Barnes & Noble Inc.. "(Harry Potter) ist ein Buch, das die Leute besitzen und sammeln wollen", fügte er hinzu.

Pressestimmen zum neuen Potter

In ersten Rezensionen der internationalen Presse wird insbesondere der gewachsene thematische Anspruch und die literarische Qualität des neuen Harry-Potter-Bandes hervorgehoben.

Die Tageszeitung "Iswestija" (Moskau) schreibt am Montag: ""Harry Potter" ist damit (wie einst die Werke von JRR Tolkien) zu einer neuen Religion für die Jugend geworden."

"The Observer" (London): "Rowling predigt nicht, aber in den beiden letzten Büchern gibt es wichtigere Dinge als Quidditch-Regeln oder Kröten-Verwandlungen. An keiner Stelle besteht auch nur die geringste Gefahr, dass sie den roten Faden verliert. Diese altmodische Geschichte von Gut gegen Böse muss man geradezu verschlingen."

"The Sunday Telegraph" (London): "Nichts fehlt in diesem Buch. Man muss es J.K. Rowling zugute halten, dass sie nicht knausert und ihr Niveau hält. Es ist ein langes Buch, und jede Seite ist gefüllt mit Aktionen und Details. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist es weniger ein Kinderbuch - es ist voller Politik und Intrigen. Vielleicht ist es sogar ein bisschen zu realistisch und zu wenig Hogwarts."

"Politiken" (Kopenhagen): "Nach den vielen Seiten lehnt man sich mit einem zufriedenen Gefühl zurück, weil auf den letzten 200 Seiten all die Dramatik losgebrochen ist, die man sich von J.K. Rowling schon viel früher im Buch gewünscht hätte."

"Berlingske Tidende" (Kopenhagen): "Keine Folge der Potter-Serie war so intensiv, komplex, und anspruchsvoll wie diese. Die Frage stellt sich, ob das Schwerere und der deutlichere literarische Anspruch den Geschmack einer bunt zusammen gesetzten Leserschar in gleichem Maß treffen wird wie die Vorgänger."