Interview Franziska van Almsick "Das Buch ist ein Traum von mir"


Franziska van Almsick hat ein Kinderbuch geschrieben. "Paul Plantschnase am Meer" soll Freude am Schwimmen verbreiten. stern.de hat mit der Sport-Ikone über ihren Sohn und den Unterschied zwischen Schwimmen und Schreiben gesprochen.

Frau van Almsick, wer ist Paul Plantschnase?

Paul Plantschnase ist ein kleiner Junge, der nicht schwimmen kann, und deswegen von anderen Kindern gehänselt wird. Doch dann lernt er hilfsbereite Freunde kennen, die ihm zeigen, wie das geht.

Was hat Sie zur Figur des Paul inspiriert

Die Figur hat sich mit der Zeit entwickelt. Die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben, hatte ich schon sehr lange. Natürlich sollte es in meiner Geschichte um ein Kind gehen. Ob Mädchen oder Junge, darauf habe ich mich erst festgelegt, als ich anfing zu schreiben.

Die Illustrationen in dem Buch stammen von Betina Gotzen-Beek. Wie sind Sie auf Sie gekommen?Und sieht der gezeichnete Paul Plantschnase so aus, wie Sie ihn sich vorgestellt haben?

Vor dem Gespräch mit dem Herder Verlag habe ich mir natürlich einige Illustratoren angeschaut. Es gibt sehr viele gute Illustratoren für Kinderbücher, und jeder hat so seinen eigenen Stil. Als mir der Verlag dann Betina Gotzen-Beek als Illustratorin für mein Buch vorgeschlagen hat, und ich einige ihrer Illustrationen gesehen habe, war ich ganz begeistert von ihr. Sie ist einfach toll.

Wie schwer war es, einen Verlag zu finden?

Na ja. Es hat zumindest eine ganze Weile gedauert, bis wir einen gefunden haben, der von Beginn an total begeistert war und mich deswegen auch überzeugt hat. Aufgrund der gemeinsamen Vorstellung und der Pläne für die Umsetzung habe ich mich für den Herder Verlag entschieden und bin bis heute sehr glücklich damit.

Wie lange haben Sie an der Geschichte gearbeitet?

Ich habe sie schon sehr lange mit mir herumgetragen. Leider habe ich es nie geschafft, mich hinzusetzen und sie auf Papier zu bringen. Doch dann, eines Abends, als mein Sohn bereits geschlafen hat, habe ich mich an meinen Laptop gesetzt, und es sprudelte geradezu aus mir raus. Ich habe an dem Abend fast die ganze Geschichte runtergeschrieben. Es war ein tolles Gefühl.

Was haben Sie dabei über sich selbst gelernt?

Das Kinderbuch zu schreiben und vor allem jetzt das Ergebnis zu sehen, ist natürlich wirklich der Hammer und macht mich sehr stolz. Es zeigt mir, dass man, wenn man einen Traum vor Augen hat, diesen auch verwirklichen kann, wenn man das wirklich will. Man muss aber was dafür tun und die Chance ergreifen, sobald sie da ist.

Kennt Ihr Sohn die Geschichte? Mag er sie?

Na klar. Er hört auch immer sehr gespannt zu und findet natürlich die Bilder klasse. Das hat mir auf jeden Fall schon mal gezeigt, dass "Paul Plantschnase" bei Kindern gut ankommt.

Wie wichtig sind Bücher für Sie und ihren Sohn?

Ich lese unwahrscheinlich gerne. Nicht nur eine bestimmte Kategorie. Meistens lese ich irgendwo etwas über ein Buch, und wenn mich das dann interessiert, wird es auch gekauft. Gemeinsam lesen oder vorlesen und Bilder anschauen steht bei uns täglich auf dem Programm. Ich muss auch sagen, dass ich ein bisschen stolz war, ihm eines Abends dann mein eigenes präsentieren zu können.

Ihr letztes Buch "Aufgetaucht" war biografisch. Warum nun ein Kinderbuch?

Schwer zu beantworten. Nach Beendigung meiner Karriere dachte ich, eine Biografie rauszubringen, in der noch mal alles über mein Leben drinsteht, schließt meine sportliche Karriere irgendwie ab. Zum Kinderbuch hat mich, glaube ich, mein Sohn inspiriert. Ich hatte, wie gesagt, etliche Kindergeschichten schon länger im Kopf. Aber ob ich jetzt einen Thriller oder einen Krimi schreiben könnte, das bezweifle ich.

Fühlen Sie sich beim Schreiben so wohl wie im Wasser?

Das Schreiben ist eine ganz andere Richtung. Schreiben beruhigt ungemein. Man gibt seine Gedanken frei und konzentriert sich ausschließlich darauf. Im Wasser konzentriert man sich auf seinen Körper. Man steuert alles vom Kopf aus, aber es geht wieder in eine völlig andere Richtung. Man steht völlig unter Strom, will sein Ziel unbedingt so schnell wie möglich erreichen. Bei einem Buch ist das anders. Solange keiner weiß, dass du eins schreibst, kann auch keiner etwas von dir verlangen. Man kann es selber steuern, wann man das Ziel erreichen möchte.

Wen wollen Sie mit Ihrer Geschichte erreichen?

Vor allem natürlich die Eltern. Es ist unheimlich wichtig, dass ein Kind richtig schwimmen lernt. Leider ertrinken jährlich in Deutschland immer noch zu viele Kinder, weil sie nicht schwimmen können. Bei den Kindern möchte ich zunächst einfach erreichen, dass ihnen die Geschichte gefällt. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich die Schwimmübungen so kindgerecht erzählt habe, dass sie auch verstanden werden. Natürlich soll es aber dabei auch unterhalten und Eltern wie Kindern Spaß machen.

Während Ihrer Schwimmkarriere waren Sie immer einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt. Spüren Sie hinsichtlich des Buches auch einen Druck?

Überhaupt keinen. Wie schon erwähnt: Es war ein Traum von mir, ich habe ihn verwirklicht, bin stolz auf das Ergebnis und freue mich nun auf die Reaktionen.

Gibt es weitere Pläne für Paul Plantschnase?

Das wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Interview und Konzeption: Beatrice von Mirbach, Carolin Stihler, Annabel von Gemmingen, Viktoria Meinholz


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