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Michel Houellebecq: Schriftsteller hält Pariser Attentäter nicht für "Dämonen"

Der französische Autor Michel Houellebecq nimmt die Attentäter von Paris in Schutz. Sie seien Kämpfer, "die ein klares Ziel verfolgen". Er kann sich sogar vorstellen, sie in einem Roman zu verewigen.

Der Roman "Unterwerfung" von Michel Houellebecq war 7. Januar in Frankreich auf den Markt gekommen. Am selben Tag hatten zwei islamistische Attentäter in der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris zwölf Menschen ermordet.

Der Roman "Unterwerfung" von Michel Houellebecq war 7. Januar in Frankreich auf den Markt gekommen. Am selben Tag hatten zwei islamistische Attentäter in der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris zwölf Menschen ermordet.

Die Attentäter von Paris sind nach Ansicht des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq, 56, keine Dämonen. "Sie sind Kämpfer, die ein sehr klares Ziel verfolgen", sagte der Bestsellerautor der Wochenzeitung "Die Zeit". Er könne sich vorstellen, ein Buch über sie zu schreiben: "Zumindest würde ich besser über sie schreiben als die Journalisten, die sie zu Dämonen erklären." In seinem Roman "Unterwerfung" schildert Houellebecq, wie Gleichgültigkeit und Desinteresse des etablierten Bürgertums der extremen Rechten und dem Islamismus in die Hände spielen.

Im "Zeit"-Interview sagte Houellebecq, eine Gesellschaft ohne Religion sei nicht überlebensfähig. "Jedes Mal, wenn ich auf eine Beerdigung gehe, spüre ich, dass der Atheismus unserer Gesellschaften unerträglich geworden ist."

Houellebecq hatte "Unterwerfung" am Montag in Köln vorgestellt. Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach den Anschlägen in Paris, bei denen islamistische Terroristen 16 Menschen töteten. Eines der Attentate galt dem Satiremagazin "Charlie Hebdo". Dort wurden am selben Tag 12 Menschen ermordet, als Houellebecqs Roman erschien. Er war auch Thema im Magazin.

ivi/DPA / DPA
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