„Geschmacklose Wurstfabrik“
Quentin Tarantino lästert über Hollywoodfilme

Quentin Tarantino liest lieber ein Buch, als einen aktuellen Hollywoodfilm zu schauen.
Quentin Tarantino liest lieber ein Buch, als einen aktuellen Hollywoodfilm zu schauen.
© imago/Avalon.red / Kay Qiao / Avalon

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Am aktuellen Hollywood-Kino findet Quentin Tarantino offenbar keinen Gefallen. Über den Zustand der Traumfabrik lästerte er jetzt deutlich.

Er gilt als Meister der anspruchsvollen Hollywoodfilme, die dennoch die Massen begeistern. Jetzt hat US-Regielegende Quentin Tarantino (63) über den aktuellen Stand des Filmemachens in Hollywood abgelästert. In einem Essay für das renommierte Filmmagazin "Sight and Sound", über den unter anderem "Variety" berichtet, schreibt der Regisseur von "Pulp Fiction" und "Django Unchained", es sei für ihn heutzutage "fast unmöglich", einen neuen Film anzuschauen, ohne ihn "in der Luft zu zerreißen".

Tarantino nennt Hollywood "geschmacklose Wurstfabrik"

Weiter führt der Oscarpreisträger aus: "Mängel, Ungereimtheiten, Anbiederung an das Publikum, Fehlbesetzungen oder einfach nur blöder Mist ruinieren in der Regel jeden neuen Film, der aus dieser geschmacklosen Wurstfabrik kommt, die sich früher einmal Hollywood nannte. Heutzutage ruft das gesamte Konzept dessen, was ein Film eigentlich ist, in mir eher Verachtung als Nachsicht hervor."

Nur vier Filme aus den "letzten sechs Jahren", also dem aktuellen Jahrzehnt, haben Tarantino nach eigener Aussage zugesagt: Steven Spielbergs (79) "West Side Story" aus dem Jahr 2021 sowie die ersten beiden Teile von Kevin Costners (71) auf vier Filme angelegter Western-Filmreihe "Horizon - Eine amerikanische Saga". Der zweite Teil dieser Reihe ist allerdings noch nicht offiziell in den Kinos erschienen.

Und noch einen weiteren Film nennt der Regisseur, der zuletzt "Once Upon a Time in Hollywood" mit Leonardo DiCaprio (51) und Brad Pitt (62) in den Hauptrollen in die Kinos brachte, in seiner bisherigen Bestenliste des Jahrzehnts: den Netflix-Actionreißer "The Rip" mit Ben Affleck (53) und Matt Damon (55) in den Hauptrollen. Im Film von Regisseur Joe Carnahan (57) habe "das Gesamtpaket gestimmt". Tarantino lobt "Carnahans Regie, die großartige Besetzung, die visuelle Gestaltung des Films (verantwortet von Kameramann Juan Miguel Azpiroz) - doch das wahre Glanzstück dieser hervorragenden Gesamtkomposition ist das sensationelle Drehbuch von Carnahan und Michael McGrale". Der Titel habe ihn folglich "sofort gepackt und über seine gesamte Laufzeit hinweg komplett gefesselt".

Auf der Kritiken-Sammelseite "Rotten Tomatoes" steht "The Rip" indes derzeit bei einer Bewertung von 77 Prozent positiver Kritiken, was ordentlich, aber nicht großartig ist.

Star-Regisseur liest "lieber ein Buch"

Neben den genannten Titeln habe Tarantino auch an "ein paar anderen" Gefallen gefunden, doch habe er zugleich in den vergangenen Jahren nichts gesehen, "was mich wirklich in seinen Bann gezogen und in das magische Land des Vergnügens entführt hätte, das ich früher regelmäßig besucht habe und das der Grund dafür war, dass ich Filme mehr liebte als alle anderen Kunstformen". Heutzutage lese er daher "lieber ein Buch", fügte Tarantino noch hinzu.

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