VG-Wort Pixel

Neuer Roman "Reckless: Steinernes Fleisch" Wenn der Funke beim Lesen überspringt


Auch wenn der Buchtitel eher an alte Landser-Heftchen erinnert, ist Cornelia Funke mit "Reckless: Steinernes Fleisch" ein märchenhafter Nachfolger für ihre Tinten-Trilogie gelungen. Als "märchenhaft" sieht die Bestseller-Autorin ihre Karriere allerdings nicht.

Bestseller-Autorin Cornelia Funke ("Tintenherz") glaubt, dass sie ihre Karriere nicht dem Zufall verdankt, sondern eigener Anstrengung. In einem Interview der "Berliner Zeitung" vom Dienstag sagte die 51-Jährige auf die Frage, ob ihre Karriere märchenhaft sei oder eher ein Beispiel für das alte deutsche Sprichwort "Jeder ist seines Glückes Schmied": "Ich glaube schon, dass eher das Sprichwort recht hat. Ich glaube, es lässt sich leicht ein märchenhaftes Schicksal schmieden, wenn man sich nur vornimmt, die eigenen Träume zu leben und fest daran zu glauben, dass das Leben ein ziemlich wunderbares Abenteuer sein kann - trotz all der Schrecken und der Dunkelheit, die einem auf dem Weg begegnen können. Man muss nur ausziehen und bereit sein, das Fürchten zu lernen."

Gerade ist ihr neuer Roman "Reckless: Steinernes Fleisch" erschienen - gleichzeitig in der deutschen, englischen, französischen und spanischen Ausgabe. An der Entwicklung der Handlung war der "Harry Potter"-Produzent Lionel Wigram beteiligt. "Wir haben es nicht eilig mit dem Verfilmen, aber ich bin sicher, dass Lionel eines Tages einen Film aus unserer Geschichte machen wird", sagte Funke. Es sei ihre Entscheidung gewesen, dem Buch einen englischen Titel zu geben. "Ich dachte ursprünglich, dass es in Deutschland 'Verwegen' heißen würde. Aber all meine internationalen Verleger haben entschieden, das Buch nach seinem Helden zu nennen. Nur in Russland bekommt es einen anderen Titel."

"Ich lasse keine kleinen Brüder erschlagen"

Die Helden heißen wie die Grimm-Brüder Jacob und Will. "Das passierte wirklich ganz ungeplant", erklärte Funke. Sie habe diese Märchen eigentlich nie gemocht "und konnte trotzdem nicht aufhören, sie zu lesen oder auf verkratzten Langspielplatten zu hören". Bei den gruseligen Erfahrungen, die ihre Hauptfiguren machen, hat sie sich zurückgehalten: "Ich lasse keine kleinen Brüder von Stiefmüttern erschlagen und kochen oder Väter Lust auf ihre eigenen Töchter bekommen. Die Finsternis in Märchen ist unmöglich in einem Buch, das auch von Kindern gelesen werden soll."

APN APN

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker