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"Als der Weichnachtsmann vom Himmel fiel": Wenn das Fest der Feste zur Konsum-Orgie verkommt

Cornelia Funke hat mit ihrem Roman "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" ein wunderschönes Weihnachtsmärchen für die Gegenwart geschaffen. Nun kommt die Verfilmung des Bestsellers ins Kino: Ein liebevolles Weihnachtsabenteuer mit reizenden Charakteren.

Weihnachten ist in Gefahr - zumindest das traditionelle, echte Weihnachtsfest mit Engeln, Wichteln und richtigen Weihnachtsmännern. Denn in der fantastischen Weihnachtswelt hat ein skrupelloser Geschäftemacher das Regiment übernommen; mit Hilfe seiner Nussknacker-Armee hat er alle Weihnachtsmänner ausgeschaltet und das Fest der Feste in eine Konsum-Orgie verwandelt. Nur einer wehrt sich noch gegen diese Machenschaften: Niklas Julebukk, der letzte echte Weihnachtsmann. Doch als er aus dem Himmel auf die Erde fällt, braucht er dringend die Hilfe von Kindern, um Weihnachten zu retten.

In vielen Familien gehört diese Geschichte mittlerweile fast ebenso zum Weihnachtsfest wie Tannenbaum, Adventskalender und Lebkuchen, denn Cornelia Funkes Roman "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" kann Kinder jedes Jahr aufs Neue fesseln. Der gleichnamige Film, der am Donnerstag (24. November) - drei Tage vor dem ersten Advent - in die Kinos kommt, hat ähnliches Potenzial. Ein zauberhaftes Weihnachtsmärchen, das Regisseur Oliver Dieckmann zwar mit vielen Effekten inszeniert hat, aber dennoch eine wundervoll-heimelige Atmosphäre verbreitet.

Alexander Scheer ("Sonnenallee") gibt den ganz untypischen Weihnachtsmann: Jung und schlaksig, ohne Bart und Bauch, dafür aber mit viel Energie und Optimismus. Den braucht er auch bei den trüben Aussichten in der Weihnachtswelt, in der nun Waldemar Wichteltod herrscht - schön übertrieben-dämonisch: Volker Lechtenbrink. Auf der Flucht vor dessen Schergen ist Julebukk mit seinem Schlitten - mehr eine Art altmodischer Wohnwagen - auf die Erde gestürzt und hat dabei auch noch das einzig verbliebene Rentier - Sternschnuppe - verloren.

Widerstand gegen Waldemar Wichteltod

Auf der Erde sieht es aber auch nicht besonders weihnachtlich aus: Zwei Wochen vor Heiligabend ist es grau und regnerisch, von weißer Pracht keine Spur. Und für den neunjährigen Ben (Noah Kraus) ist alles noch viel schlimmer. Seine Familie ist gerade von der Großstadt in die Provinz gezogen, wo Mama (Jessica Schwarz) versucht, ein Schokoladengeschäft zu etablieren, weil Papa (Fritz Karl) arbeitslos geworden ist; in der Schule hat Ben noch keine Freunde, und das interessante Nachbarsmädchen Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) mit dem zottelig-süßen Hund Wutz zickt auch nur rum. Doch da steht plötzlich dieser seltsame blaue Bauwagen an der Straße mit gar merkwürdigen Bewohnern.

Ben erfährt bald, dass es den Weihnachtsmann eben doch gibt, egal was die coolen Angeber-Kids in der Schule sagen - noch dazu lernt er die liebenswerten Weihnachtsengel (Christine Urspruch, Charly Hübner) sowie die komplett digital hergestellten Weihnachtskobolde Fliegenbart und Kleckerbart kennen, die als ebenso begnadete wie freche Handwerker jedes erdenkliche Geschenk herstellen können.

Natürlich kann Julebukk nur zusammen mit den Kindern den Widersacher Wichteltod besiegen und die Ordnung in der Weihnachtswelt wieder herstellen. Und natürlich bringt er ihnen am Ende auch die alte Weisheit nahe, dass Weihnachten mehr ist als Geschenke - aber eben nicht kitschig-zuckersüß wie in so mancher Hollywood-Schmonzette, sondern mit einem lausbübischen Zwinkern, das neben den Erwachsenen auch Kinder ab acht Jahren sicher richtig deuten können.

Patrick T. Neumann, DPA / DPA
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