Figur mit dicker Nase
Das sagt der Künstler über Guido Westerwelles Grabstein

  • von Kai Franzke jr.
Guido Westerwelle lächelt, im Portrait
Der ehemalige FDP-Politiker Dr. Guido Westerwelle ist vor zehn Jahren an Leukämie verstorben
© Getty Images
Guido Westerwelles Grab auf dem Kölner Friedhof Melaten ist eins der bekanntesten: Auf dem Grabstein sitzt eine lächelnde Figur mit dicker Nase. Was hat es damit auf sich?

Dieser Artikel erschien zuerst bei RTL.de. 

Über einem sehr gepflegten und mit viel Liebe bestücktem Blumenbeet, steht die Grabplatte mit „Dr. Guido Westerwelle“, der am 27. März 2061 geboren wurde. Die Passanten sehen einen Kopf mit knolliger Nase, lockigem Haupt und einer lebensfrohen Miene. Die kraftvolle, lustig wirkende Erscheinung steht auf dem Grabstein und fasziniert die Gedenkenden. Auch zehn Jahre nachdem Westerwelle einer Leukämie-Erkrankung erlegen war, führen Friedhofs-Führungen am Grab des ehemaligen Spitzenpolitikers vorbei.

Was ist das Geheimnis hinter der Skulptur an Westerwelles Grab?

Es ist ein „Freundschaftsdienst” für den aus Bonn stammenden Westerwelle. Der „Malerfürst“ Markus Lüpertz (84), einer der bekanntesten deutschen Künstler und ehemaliger Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, kannte den Politiker durch Westerwelles Ehemann Michael Mronz. Lüpertz zu RTL: „Diese Skulptur ist für meinen Freund Guido entstanden. Mir ist sein Tod sehr nahe gegangen und es war meine Art, mit seinem Tod umzugehen. Meine Frau und ich waren mit Michael Mronz und ihm sehr gut befreundet.“

Weiter sagt der Ausnahmekünstler: „Ich kann meine Kunst auch nicht erklären. Die Skulptur entstand aus der freundschaftlichen Verbundenheit zu Guido. Er war ein Mensch und Politiker, der in der heutigen Zeit sehr fehlt. Das habe ich darin verarbeitet. Daher kann ich auch nicht sagen, wie lange ich dafür gebraucht habe. Sie ist quasi vom Himmel gefallen.“

Im Gespräch mit Lüpertz merkt man, wie sehr er von Westerwelle als Mensch überzeugt war, und so hätte er ihm gerne auch einen Besuch am Grab abgestattet. „Das tut mir sehr leid, dass ich an diesem Tag nicht zugegen sein kann, aber das werde ich schnellstens nachholen“, so Lüpertz.

Der Leidensweg von Guido Westerwelle

Am 20. Juni 2014 wurde bekannt, dass Guido Westerwelle, der bis zum 17. Dezember 2013 Außenminister war, an Leukämie erkrankt war. Er begann eine Chemotherapie in der Kölner Uniklinik, samt einer Stammzelltransplantation. Vier lange Monate verbrachte der FDP-Mann im Krankenhaus.

Im Herbst 2015 dann der Rückschlag und Westerwelle musste erneut in klinische Behandlung. Er verstarb in der Uniklinik am 18. März 2016 im Alter von nur 54 Jahren an den Folgen seiner Krankheit. Sein Lebenspartner Michael Mronz führt als Vorstandsvorsitzender die Westerwelle Foundation weiter, die junge Unternehmer in Schwellen- und Entwicklungsländern fördert.

Quellen: eigene RTL-Recherche

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