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Robert Saviano schreibt im stern: Ein Leben im Versteck

Er lebt ein Leben auf der Flucht an geheimen Orten, die ständig wechseln. Seit Roberto Saviano sein Erfolgsbuch "Gomorrha" herausgebracht hat, wird er von der neapolitanischen Mafia verfolgt. Im stern schildert er seinen gefährlichen Alltag.

Seit der Veröffentlichung seines Anti-Camorra-Bestsellers "Gomorrha" 2006 lebt der italienische Autor Roberto Saviano mit den Todesdrohungen der neapolitanischen Mafia. In einem exklusiven Text für den stern beschreibt Saviano, wie sich sein Alltag mit Bodyguards in ständig wechselnden Hotelzimmern und Geheimwohnungen anfühlt - und wie tiefgreifend sich sein Leben verändert hat.

So heißt es in dem Text in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe: "So zu leben macht einen kaputt. Alles bricht auseinander. Und mit den neuen Freunden, den neuen Orten, den neuen Gewohnheiten gibt es auch einen neuen Roberto Saviano, den die Umstände verändert haben. Er ist ein anderer geworden, anders als die Leute, mit denen er früher verkehrte. Wahrscheinlich ein schlechterer Mensch. Misstrauischer, weil ständig unter Beschuss; mehr auf sich selbst konzentriert, weil zum Symbol geworden."

Wochenlang ließ sich Saviano von stern-Fotograf Hans-Jürgen Burkard begleiten. Abgesehen von seinen Leibwächtern sind bislang nur sehr wenige dem bestens abgeschirmten Autor so nahe gekommen. Burkards Fotos zeigen eine zeitgenössische Ikone engagierter Literatur, die sich jeden Tag aufs Neue von der Notwendigkeit ihrer Arbeit überzeugen muss. "Es vergeht kein Tag, an dem ich 'Gomorrha' nicht hasse. Verabscheue. Sehe ich es in den Schaufenstern der Buchhandlungen liegen, wende ich mich ab", schreibt der Bestseller-Autor im stern.

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