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stern-Interview: Gregor Gysi lobt den Kapitalismus

Seine Anerkennung spricht Gregor Gysi im stern-Interview den Leistungen des Kapitalismus aus. Die beachtliche Produktivität müsse erhalten werden. Er selbst produzierte gerade ein Stück Kommunismusgeschichte, ein Hörbuch mit Briefen zwischen Marx und Engels. Harry Rowohlt half.

Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linkspartei, Gregor Gysi, findet gute Seiten am Kapitalismus: "Der Kapitalismus hat eine beachtliche Produktivität an manchen Stellen zustande gebracht. Das muss man sich ansehen und sagen, die erhalte ich, und nicht, wie mache ich es kaputt", bekannte der 61-Jährige in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Bei der schrittweisen Überwindung des Kapitalismus und seiner Ungerechtigkeiten müsse man gleichwohl "alles mitnehmen..., was in ihm funktioniert".

Der Politiker hat jüngst zusammen mit Übersetzer und Autor Harry Rowohlt sowie Schauspielerin Anna Thalbach ein Hörbuch mit Korrespondenz der kommunistischen Vordenker Marx und Engels produziert. Im stern stellt sich Gysi im Interview zusammen mit Rowohlt. Seine rhetorische Gewandtheit erklärte der Linke mit seinem familiären Hintergrund: "Mein Vater redete gern und gut. Meine Mutter redete nicht so viel wie mein Vater, aber konnte das auch nicht schlecht. Wenn du dann ihr Kind bist, kannst du nicht mit irgendwas dazwischen gehen. Das heißt, es musste immer eine bestimmte Qualität haben, um überhaupt angebracht zu sein. Das schult", erzählte Gysi dem stern.

Mit sich selbst ist der Polit-Junkie allerdings noch nicht so im Reinen, gestand er. Harry Rowohlt müsse ein größeres Ego haben, "weil er sich mit sich wohlfühlt. Das müssen Sie erst mal hinkriegen. Ich brauche dazu zu viele Leute".