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Tomas Tranströmer Schwedischer Dichter bekommt Literaturnobelpreis


Der Lyriker Tomas Tranströmer wird in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Der 80-jährige Schwede überzeugte die Jury mit seinen "dichten, klaren Bildern, die den Lesern einen neuen Zugang zur Wirklichkeit ermöglichen".

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an Tomas Tranströmer (80) aus Schweden. Das teilte die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm mit. Tranströmer ermögliche den Lesern durch seine "dichten, klaren Bilder einen neuen Zugang zur Wirklichkeit", hieß es zur Begründung.

Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Der Literaturnobelpreis wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht - dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Tranströmer gilt seit Langem international als einer der bedeutendsten Lyriker. Der Sohn einer schwedischen Journalistenfamilie studierte in den 50er Jahren Psychologie, Literatur- und Religionsgeschichte in seiner Geburtsstadt Stockholm.

Seinem erlernten Beruf als Psychologe blieb Tranströmer bis zu einem schweren Schlaganfall 1990 treu. Auch nach dem schriftstellerischen Debüt 1954 arbeitete er weiter als Anstaltspsychologe mit jugendlichen Straftätern. Später war er halbtags als Berufsberater in verschiedenen Arbeitsämtern tätig. Tranströmers Gedichtbände sind in rund 50 Sprachen übersetzt. Sein Gesamtwerk besteht aus weniger als 100 Texten.

Visionen statt Ideologien

Im Gefolge der 68er-Bewegung wandten sich viele Leser von Tranströmer ab. Seine zuversichtliche, wenig konfrontative Poesie leiste keinen Beitrag zu den Tagesdiskussionen, lautete der Vorwurf der Kritiker. Tranströmer betonte in diesem Zusammenhang, dass sein Schaffen nicht auf Ideologien, sondern auf Visionen zurückzuführen sei.

Tranströmer lebt seit seinem Schlaganfall mit seiner Frau Monica Bladh zurückgezogen in Stockholm. Obwohl der Lyriker an einem weitgehenden Verlust des Sprechvermögens (Aphasie) leidet, brachte er in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau 1993 seine Memoiren "Die Erinnerungen sehen mich" und in den folgenden Jahren mehrere neue Gedichtbände heraus.

Im vergangenen Jahr bekam der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa den wichtigsten Literaturpreis der Welt.

fro/DPA DPA

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