Vekaufsschlager Potter-Buch 15 Bücher pro Sekunde


Noch nie hat sich ein Buch so schnell verkauft wie der neue Harry-Potter-Roman: Bis zu 15 Bücher pro Sekunde gingen in Buchhandlungen weltweit über die Ladentheke. Und nicht nur die Händler, auch die Rezensenten sind mehr als zufrieden mit dem letzten Band der Potter-Saga.

In London standen sie zu Tausenden verkleidet vor den Buchläden. In New York ging die Schlange um den Straßenblock. In Berlin blieben hunderte Harry-Potter-Fans in der Nacht zum Samstag bis 1 Uhr auf, um als erste den siebten und angeblich letzten Band der Saga zu ergattern. Auch in Sydney, Bombay und Tokio wurden die letzten Sekunden im Chor heruntergezählt. Und schon wenige Stunden nach dem ersten Ansturm deutete sich an: Wohl noch nie hat sich ein Buch so schnell verkauft. "Harry Potter and the Deathly Hallows" ist der erwartete Verkaufsschlager.

"Wir haben in den ersten beiden Stunden 100.000 Exemplare verkauft", sagte eine Sprecherin der britischen Kette Waterstones's. Der Konkurrent WH Smith teilte mit, im Schnitt seien 15 Bücher pro Sekunde über die Theken gegangen. Der bisherige Rekord habe 2005 der Vorgängerband mit 13 Exemplaren pro Sekunde gehalten. Der Internet-Händler Amazon verbuchte 2,2 Millionen Vorbestellungen, 47 Prozent mehr als bei Band sechs. Es ist die Fortsetzung eines riesigen Erfolgs: Seit der Veröffentlichung des ersten Bandes 1997 sind mehr als 325 Millionen Bücher der Serie verkauft worden. Die Verfilmungen haben Milliarden eingespielt.

Weltweites Bangen um Harry

Es war allerdings nicht nur das Ende ihrer geliebten Serie, das Fans des Zauberschülers vor Aufregung zittern ließ. Autorin J.K. Rowling hatte angekündigt, dass mindestens zwei Charaktere sterben müssten. Erbittert verteidigte die ehemalige arbeitslose, allein erziehende Mutter und heutige Milliardärin dann über Monate das Geheimnis um die wichtigste Frage: Ist Harry selbst unter den Toten? "Ich musste mir einfach das Ende zuerst anschauen", sagte am Morgen Vineet Sharma in Bombay. In New York hatte die 26-jährige Julia Schafer dagegen nur einen Wunsch: "Ich hoffe wirklich, dass Voldemort stirbt. Das Böse muss ein Ende haben."

In Sydney wurde die wartende Menschenmenge von Musikern und Ratten-Dompteuren unterhalten, bevor 1500 Kinder mit zwei Dampfloks zur eigentlichen Verkaufsstelle gebracht wurden. In Indien und Taiwan gab es "Zauberfrühstücke". Eine Berliner Buchhandlung sprach von 500 Kunden, die bei der Eröffnung dabei gewesen seien. In Deutschland waren dabei jedoch weniger Verkleidete darunter als in London.

In 47 Minuten durch das Buch gerast

Ohnehin lief der Verkaufsbeginn dann doch nicht überall gleich ab. In New York zwangen die Buchhandlungen ihre Kunden, bis Mitternacht Ortszeit zu warten, mehrere Stunden nach der weltweiten Veröffentlichung. Und während die westlichen Fans nach dem Kauf kreischten und jubelten, fingen viele Japaner noch im Laden zu lesen an.

Auch britische Zeitungen setzten sofort ihre Mitarbeiter daran, um noch eine Rezension in die Samstagsausgabe zu bekommen. Die britische Rekord-Schnellleserin Anne Jones raste für die "Sun" in 47 Minuten durch das Buch. Sie war am Ende voller Lob: "Ich würde nicht ein Wort ändern." Auch Kate Muir von der "Times" zeigte sich begeistert: Die einzelnen Elemente der komplexen Handlung fügten sich nach all den Jahren präzise zusammen - wie ein magisches Türschloss in Hogwarts.

"The Deathly Hallows" erscheint zunächst nur auf Englisch, da wegen der Geheimhaltung auch Übersetzer kein Vorexemplar erhalten haben. Die deutsche Ausgabe soll am 27. Oktober veröffentlich werden, der Titel steht noch nicht fest.

Mike Collett-White und Justin Grant/Reuters Reuters

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