Dank "Stranger Things" "Abba Gold" erobert nach 34 Jahren die Spitze der US-Charts

Stranger Things als Erfolgsbooster: Gruppenbild der Band Abba aus dem Jahr 1976
Endlose Erfolgsgeschichte: Dank der Serie "Stranger Things" und des Songs "Fernando" hat es Abba in den USA wieder an die Charts-Spitze geschafft
© Michael Putland / Getty Images
Auch das sind Folgen von "Stranger Things": Die schwedische Popgruppe Abba hat dank der Kultserie mit einem Greatest-Hits-Album von 1992 viele neue Fans in den USA gefunden.

Die Männer von Abba waren sich sicher: "Wir glaubten, dass die Zeit von Abba vorbei war", erzählt Björn Ulvaeus regelmäßig in Interviews, wenn er auf das vorläufige Ende der Band in den 1980er-Jahren zurückblickt. Die letzte Single "Under Attack" war 1982 erschienen – ihr Erfolg blieb überschaubar. Die Vier gingen getrennte Wege. Björn und Benny komponierten fortan Musicals, Agnetha und Anni-Frid forcierten ihre Solokarrieren. Und Abba war knappe zehn Jahre lang ziemlich out.

Endgültig vorbei war Abbas Zeit dann doch nicht. 1992 erschien die Hitsammlung "Abba Gold", mit der die Abba-Renaissance so richtig begann. Die Compilation wurde zum erfolgreichsten Abba-Album überhaupt und verkaufte sich weltweit mehr als 30 Millionen mal. Es folgten: "Mamma Mia" – als Musical, verfilmt und als Party-Konzept. 2021 dann das Comeback-Album "Voyage" und ab 2022 die grandiose Avatarshow "Abba Voyage" in London. Angeblich hat Abba bis heute insgesamt etwa 400 Millionen Tonträger verkauft und gehört damit zu den kommerziell erfolgreichsten Bands aller Zeiten.

"Stranger Things" verhilft Abba an die Spitze

Nun kann die Band ihrer unglaublichen Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen: Mitte Januar kletterte das Greatest-Hits-Album "Abba Gold" in den USA an die Spitze der Billboard Top Dance Album Charts. Ausschlaggebend waren offenbar etwa 15.000 verkaufte Album-Einheiten in der Woche vom 2. bis 8. Januar.

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Dabei hatte sich die schwedische Band in den Vereinigten Staaten immer eher schwergetan. Die einzige Single, die es auf Platz eins der Gesamtcharts schaffte, war "Dancing Queen" 1977. Vier Jahre später gelangte eine kombinierte Wertung der Songs "Lay All Your Love On Me", "Super Trouper" und "On And On And On" an die Spitze der Dance-Club-Auswertung.

Abbas Comeback "Voyage" stieg immerhin bis auf den zweiten Platz und wurde 2021 zum meistverkauften Album in den USA ingesamt.Trotzdem bleibt die Hitsammlung "Abba Gold" das bei Weitem erfolgreichste Album der Band überhaupt: Inzwischen findet es sich in Amerika seit weit mehr als 400 Wochen in der Billboard-200-Liste, welche Albumverkäufe aus allen musikalischen Genres vereint. 

Verantwortlich für den erneuten Boom des Albums dürfte die fünfte Staffel der Kultserie "Stranger Things" sein. Dort wird der Song "Fernando" in einer Schlüsselszene sehr prominent eingesetzt.

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Die Geschichte von "Fernando" ist eine ganz besondere: Ursprünglich hatten Benny und Björn den Song 1975 für Anni-Frids Soloalbum "Frida ensam" ("Frida allein") komponiert. Der zunächst schwedische Text – ein eher seichtes Liebes-Epos – wurde von Abba-Manager Stig Anderson geschrieben. Die englische Fassung, verfasst von Björn Ulvaeus, geriet hingegen zu einer Art Revolutionsballade, in der es um Erinnerungen an den mexikanischen Freiheitskampf ging.

Diese Fassung von "Fernando" wurde im März 1976 erstmals veröffentlicht. Das Stück gehört, obschon zunächst nicht als Abba-Song gedacht, mit weit mehr als sechs Millionen verkauften Singles zu den erfolgreichsten Liedern der Band. 

Kleine Randnotiz: "Fernando" gibt es auch in einer Version mit spanischem Text – und in einer durch und durch bizarren Variante: 

 

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1976 machte Abba Werbung für Unterhaltungselektronik und Haushaltsartikel der zu Panasonic gehörenden Marke National. Honorar: angeblich eine Million australische Dollar. Die umgetextete Werbefassung von "Fernando" geriet zu einer Lobpreisung der vielen schönen National-Produkte, die das Leben der Konsumenten selbstverständlich verbessern. Das Filmchen zählt zu den seltsamsten Dingen, die Abba je produziert hat. Danach ließ sich die Band nie wieder für Werbung dieser Art einspannen.

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