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"Baywatch" kehrt zurück Mit Atombusen gegen Atomwaffen


Von wegen sexy Rettungsschwimmer! David Hasselhoff, Pamela Anderson und Co. waren Agenten der CIA! Ein neuer Film deckt das Doppelleben der "Baywatch"-Stars auf. Aber können wir das wirklich glauben?
Von Jens Wiesner

Busen, Bojen, Badeanzüge. Mehr brauchte es nicht, um eine Generation pubertierender Teenies glücklich zu machen. Ja, sie war einfach gestrickt, die Rettungsschwimmerwelt am Strand von Malibu. So einfach wie unsere hormongetränkten Fantasien, wenn Pams Oberweite wieder einmal in Superzeitlupe über die Fernsehschirme wippte. In Echtzeit wären die armen Menschen wohl längst ersoffen, zu deren Rettung die Blondine da hechtete. Aber mal ehrlich: Wäre mir auch egal gewesen. Handlung fiel bei "Baywatch" schon immer in die Kategorie Nebensache.

Wer hätte gedacht, dass unter all dieser Oberflächlichkeit eine streng geheime CIA-Operation ablief? Dass unsere "Baywatch"-Helden von einst nur deswegen ihre Bodys in die Kameras hielten, um von ihrem eigentlichen Auftrag abzulenken - der Rettung der Welt? Denn während unsereins vor dem Bildschirm hechelte, griffen Superschurken nach der Macht. Und Menschen wie David Hasselhoff, Pamela Anderson und Alexandra Paul standen dazwischen, um ihre fiesen Pläne zu vereiteln.

Erstmals sprechen die Schauspieler von damals nun über ihre Zeit als CIA-Agenten. Zu verdanken ist dies vor allem den Ex-"Baywatch"-Stars Alexandra Paul (als Stephanie Holden) und Jaason Simmons (als Logan Fowler), die die alte Crew (Jeremy Jackson, Kelly Packard, Gena Lee Nolin, David Chokachi) wieder zusammentrommeln konnten. Doch weil derartig brisante Enthüllungen auch einem Ex-Agenten schnell das Leben kosten können, haben Paul und Simmons ein Spiel mit doppeltem Boden ausgefuchst: Warum nicht die Spionagestory als beißende "Baywatch"-Parodie verkaufen?

Zieht John Cleese die Badehose an!

Aber das Böse schläft nicht. Und schon arbeiten finstere Mächte (Rechtsanwälte) daran, den Film doch noch zu sabotieren. Denn wie soll man eine "Baywatch"-Parodie drehen, wenn ausgerechnet das so wichtige B-Wort durch die Rechteinhaber verboten wurde? Für den britischen Regisseur Chris Cottam kein Hindernis: "Wir machen einen Running Gag draus", diktierte der Brite den Journalisten des "Independent" in ihre Blöcke. Jedes Mal, wenn jemand "Baywatch" sagt, müsse eben etwas explodieren oder zu Bruch gehen. Hauptsache es kracht laut genug, um die Rechteinhaber nicht zu vergrätzen.

Auf den typischen "Baywatch"-Look muss das "B-Team", wie der Film heißen wird, aber nicht verzichten: Rote Badekleider wird es ebenso geben wie die charakteristischen Zeitlupen. Ob sich auch John Cleese in ein solches Textil zwängt, ist allerdings fraglich. Schließlich gibt der "Monty Python"-Star keinen als CIA-Agenten getarnten Rettungsschwimmer, sondern den Schnurrbart zwirbelnden Bösewicht Victor Van Vaught, der die Welt von seiner Yacht aus mit Atomwaffen bedroht.

Spielt "The Hoff" mit?

Doch so spektakulär dieser Casting-Coup auch sein mag, die wichtigste Frage steht noch unbeantwortet im Raum: Werden David Hasselhoff und Pamela Andersen mitspielen und über ihre Agentenaufträge von einst plaudern? Werden wir endlich erfahren, wie tief CIA-Mann Hasselhoff in den Fall der Berliner Mauer verwickelt war? Die Chancen stehen nicht schlecht: Schließlich war sich "The Hoff" in der Vergangenheit noch nie für eine Peinlichkeit zu schade und Geld gebrauchen kann der Mann eigentlich immer. Wie übrigens auch Pam, die sich gerade von ihrem zweiten Ehemann Rick Salomon scheiden lässt.

Bis es soweit ist, müssen wir uns mit alten "Baywatch"-Folgen trösten. Und werden den Vorspann plötzlich mit ganz anderen Augen sehen, wenn es im Titellied heißt: "Some people stand in the darkness. Afraid to step into the light. Some people need to help somebody. When the edge of surrender's in sight." CIA, na klar!


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