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"DDR-Show": Die Fernseh-Ostalgie geht weiter

Ab sofort beteiligt sich auch RTL an der Ostalgie-Welle im Fernsehen. Oliver Geißen und Katarina Witt moderieren zusammen die auf vier Teile angelegte "DDR Show".

Das ZDF hatte seine Ost-Show mit Andrea Kiewel und Marco Schreyl, Sat.1 den anschließenden Zweiteiler mit Ulrich Meyer und Axel Schulz. Erst an dritter Stelle mit dem vorläufigem Finale der Fernseh-Ostalgie folgt der Privatsender RTL, der normalerweise als Vorreiter bei neuen Fernsehtrends gilt. Die von Oliver Geißen moderierte "DDR Show" ist auf vier Teile angelegt und ist immer mittwochs um 21.15 Uhr zu sehen. An Geißens Seite: Katarina Witt, zweifache Eislauf-Olympiasiegerin der DDR.

Die Kritik an der TV-Ostalgie mit ihren möglichen Verharmlosungen ist bei Geißen und seinem Produzenten, Günther Jauch mit der Firma I&U, sehr wohl angekommen. "Wir nehmen die Kritik sehr ernst", sagt der gebürtige Hamburger Geißen. "Wir werden aber nichts verharmlosen. Klar ist aber, dass wir sehr viel wissen über die Umstände des Mauerbaus und der Schüsse an der Grenze, aber noch sehr wenig über den Alltag der Menschen in der DDR. Unter ihren Rahmenbedingungen hatten die Menschen auch sehr viel Spaß."

Gerangel um die Gäste

Im Vorfeld der ersten Ausgabe, die am vergangenen Freitag in Köln aufgezeichnet wurde, hatte ein mächtiges Gerangel um die Gäste eingesetzt. So gab Kai Pflaume seinem Stammsender Sat.1 den Vorzug, den Blick in Pflaumes Kinderzimmer, den sich Geißen für die "DDR Show" in seinem Sender gewünscht hatte, entfiel. In der RTL-Sendung gibt es dafür Einspieler mit Gregor Gysi, Gunther Emmerlich, Norbert Blüm, Die Prinzen, Dieter Bohlen, Jens Riewa und Nina Hagen. Die beiden letzten gaben sich allerdings auch bei Sat.1 die Ehre.

"Keine Ostalgie"

In der ersten Ausgabe präsentiert Katarina Witt unter anderem ihre Zeugnisse, Boxer Henry Maske zeigt "sein" Frankfurt an der Oder und stellt seine alte Plattenbau-Wohnung im 15. Stock vor. "Für mich gibt es keine Ostalgie", sagt Maske. "Ich betrachte es als meine Vergangenheit mit all ihren guten und schlechten Seiten." Weiterer Gast: Schauspielerin Kathrin Saß, bekannt aus dem Kino-Kassenerfolg "Good Bye, Lenin!"

Katarina Witt mit "zwinkerndem Auge"

Katarina Witt, einst als "schönstes Gesicht des Sozialismus" tituliert, führt neben Geißen durch die RTL-Show. Die 37-Jährige will ihre alte DDR mit einem "zwinkernden Auge" betrachten. Die Rückbesinnung auf die DDR sieht die Sportlerin auch als Folge des Filmes "Good bye, Lenin!", der im Westen und Osten Scharen in die Kinos lockte. "Die Menschen öffnen sich dem Thema - und man blickt dabei besonders auf die schönen Seiten zurück."

DPA