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Neu auf Netflix Sextapes, Privatschulen und die Ivy League: "Do Revenge" zeigt, warum Rache nie eine gute Idee ist

Szene aus "Do Revenge"
"Do Revenge" ist ein farbenfroher Highschool-Film
© Kim Simms/Netflix © 2022
"Do Revenge" ist der neue Teenie-Film auf Netflix. Es geht um verletzte Egos, um Rache und nebenbei ums Erwachsenwerden. Eine Geschichte mit fragwürdiger Moral.

"Do Revenge" richtet sich an Jugendliche – und die, die es gerne wieder wären. Der Netflix-Teenie-Film spielt an einer Privatschule. Und die teilweise recht schnöseligen Schüler:innen reden von ihrer goldenen Zukunft an den acht renommierten amerikanischen Universitäten, auch genannt Ivy League.

Alles beginnt auf der Party von Drea (Camila Mendes, bekannt aus "Riverdale"), die so etwas wie die Queen der Rosehill High ist, und die später unbedingt an die Yale University will. Sie taucht in einem Feature der Teen Vogue auf und das will natürlich gefeiert werden. Mit dabei sind auch Leute, die Drea nicht so cool finden, wie etwa die klischeebehaftete "Instagram-Hexe". Auch Boyfriend Max kommt etwas zu spät, hat dafür aber ein Feuerwerk organisiert, so ist das eben in der Welt der Reichen und Schönen. Den Sommer können die beiden leider nicht zusammen verbringen, deshalb bittet Max seine Drea, ihm ein paar erotische Aufnahmen von sich zu schicken. Doch das geht gehörig nach hinten los (wie es leider häufiger der Fall ist).

Max veröffentlicht ein Sextape von Drea. Und plötzlich wird sie von all ihren Freund:innen ignoriert. Wobei: Richtige Freund:innen sind sie offensichtlich nicht gewesen. Doch ihr einstiger Status in der Schulwelt ist dahin. Einzig Außenseiterin Eleanor (Maya Hawke, bekannt aus "Stranger Things") ist noch für sie da. Gemeinsam hecken sie einen furchterregenden und komplizierten Racheplan aus, um sich an ihren Peinigern – oder wie sie es nennen: "Feinden" – zu rächen.

"Do Revenge": Teenie-Film mit fragwürdiger Moral

"Zwei verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld des Erwachsenenwerdens", so sehen sich die beiden. Melodramatisch, wie sie nun einmal sind. Dabei geht es in dem knapp zweistündigen Film vor allem um gekränkte Egos, Rache und Besessenheit. Aber auch der Wunsch, (wieder) zu den "Coolen" zu gehören ist wie in ungefähr jedem Teenie-Film vertreten. 

Irgendwie scheinen sie dabei aber das wirklich Wichtige aus den Augen zu lassen: die Möglichkeit, miteinander zu reden – und einander zu verzeihen. Stattdessen steigern sie sich in ihren Rachefeldzug und sind eine Verbildlichung der Redewendung "Blind vor Wut".

"Do Revenge" teasert schon in seinem Titel an, dass es sich aus dem breiten Spektrum der Gefühle vor allem dem der Rache widmen möchte. Doch man hofft, dass es vielschichtiger wird, dass andere Möglichkeiten als das aufgezeigt werden, dass am Ende eine Moral über allem steht. Doch das passiert nicht. Kann man als Zuschauer:in am Anfang die Wut wegen ders veröffentlichten intimen Materials noch nachvollziehen, so verliert man im Laufe der Zeit jegliche Sympathie, ja sogar jegliches Verständnis für die beiden Teenager. Und das ist schade, denn es hätte auch anders sein können.

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