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"Frankenweenie" im Kino Der süße Zombiehund will doch nur spielen


Als sein Hund stirbt, holt Victor seinen Spielgefährten mit Hilfe eines Experiments zurück ins Leben - der liebenswerte Zombiehund sorgt in Tim Burtons "Frankenweenie" für jede Menge Aufregung.

Warum sollten untote Wesen eigentlich immer böse sein? Eine berechtigte Frage, die Tim Burton da in seinem Gruselmärchen "Frankenweenie" aufs Korn nimmt. Der US-Regisseur verballhornt darin spielerisch den Frankenstein-Mythos und erweckt - anstelle der menschgewordenen, künstlichen Kreatur aus der Vorbildgeschichte - einen liebenswerten, kleinen Zombiehund zum Leben. Denn dieses niedliche Monster will die Menschen einfach nur lecken oder freudig mit dem Schwanz wedeln. Solange ihm der nicht mal gerade wieder vom halbvermoderten Hundekörper abfällt.

Der Vierbeiner Sparky ist der liebste Spielgefährte von Victor Frankenstein. Für den Namen von Burtons zehnjährigem Helden stand offenbar der Protagonist aus Mary Shelleys Roman "Frankenstein" Pate. Eines Tages wird dessen kleiner Kläffer Sparky bei einem Verkehrsunfall getötet. Als dann Victors Naturwissenschafts-Lehrer an einer Froschleiche vorführt, wie Muskeln toter Tiere auf elektrischen Strom reagieren können, fasst der Junge einen wahnwitzigen Entschluss: Er will mittels eines Blitzschlags Sparky aus dem Jenseits zurückholen. Und das Experiment gelingt! Wenn auch nicht in Perfektion. Denn Victor muss den zusammengeflickten Körper seines "Frankenhundes" wieder und wieder reparieren. Aber das schmälert nicht seine Freude über den wiederbelebten besten Freund.

Doch dann erfahren Victors Klassenkameraden von dessen Projekt - und zerplatzen fast vor Neid. Denn sicherlich ist dieses Kunststück der Wissenschaft den ersten Platz beim Schulwettbewerb wert! Das aber wollen die Mitschüler um jeden Preis verhindern. Sie stehlen Victors Idee und führen das Experiment mit ihren eigenen toten Haustieren durch. Aber irgendwas geht schief. So verwandeln sich Schildkröte, Katze, Hamster und Ratte in furchterregende Monster. Als sie beginnen, die Stadt zu bedrohen, suchen Victors Schulkameraden seine Hilfe. Wird es dem kleinen Helden gelingen, den Fluch zu bannen?

Nicht nur für Burton-Fans

Zehn Jahre nach seiner bereits zum Klassiker gewordenen Produktion "Nightmare before Christmas" holt Tim Burton eine Geschichte aus der Trickkiste, die er schon 1984 in einem Kurzfilm mit Schauspielern inszeniert hatte. Die animierte Langfilm-Version von "Frankenweenie" ist ein Märchen voller bizarrer Charaktere und monströser Kuscheltiere. Mit der Verbindung von schwarz-weiß gefilmten Stop-Motion-Figuren und 3D-Animation erhält das Drama einen plastischen Retro-Look.

Wie in "Nightmare before Christmas" oder "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" spielt auch in Burtons Film "Frankenweenie" die Musik eine überragende Rolle. Vor allem die humorvoll-schauerlichen Orchesterklänge aktivieren die mitreißende Energie der Trickfilm-Märchen und vertonen kongenial die jugendliche Verwunderung der Charaktere. In diesen Animationen - wie auch in vielen anderen Werken von Burton, etwa: "Edward mit den Scherenhänden", "Big Fish", "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Alice im Wunderland" - war dafür der Komponist Danny Elfman verantwortlich.

In der Schauerparodie "Frankenweenie", die teils zwar sehr gruselig, aber nie wirklich blutrünstig ist, bezieht sich Burton nicht nur auf das Vorbild "Frankenstein", von dem die Figur des Hundes Sparky die typischen Elektroden am Hals geerbt hat. Der Regisseur nutzt auch Verweise auf Horror-Klassiker wie den Monsterfilm "Gremlins" oder Stephen Kings "Friedhof der Kuscheltiere", um das Genre gewitzt zu überzeichnen. Für viele Kinogänger mit Sicherheit ein großer, familientauglicher Spaß. Für Burton-Fans sowieso.

Franziska Bossy, DPA DPA

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