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"Goethe!" - ein Dichterfürst im Kino Sie haben ihm ein Denkmal gebaut...


Sie haben ihm ein Denkmal gebaut - und jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut. Was schon die "Helden" wussten, hat sich Regisseur Philipp Stölzl zu Herzen genommen und den Vorschlaghammer beim Mythos Goethe angesetzt.

Lecket mich!" Gelb umrandet - und noch ein wenig dampfend - spricht die Botschaft im Schnee eine deutliche Sprache. Ob der echte Goethe wohl ähnlich reagierte, nachdem er 23-jährig durchs Juraexamen gefallen war?

Wer sich diese Frage ernsthaft stellt, für den ist Philipp Stölzls Film über die Jugendjahre des ehrwürdigen Dichterfürsten wahrlich nichts. Denn um historische Korrektheit geht es keinesfalls, wenn sich Stölzls Film-Goethe (Alexander Fehling, "Am Ende kommen Touristen") aufmacht, das Herz der hübschen Lotte (Miriam Stein) zu erobern.

Stattdessen hat der Regisseur einen Streifen kreiert, der Goethe ins modernde Studentenfilmgenre katapultiert und den deutschen Mythos á la "Shakespeare in Love" frech entstaubt. Hier darf Goethe zielgruppengerecht fluchen, saufen - und der Angebeteten auch körperlich seine Liebe beweisen.

Mit einer kleinen Hoffnung lassen sich vielleicht gar die Germanisten unter den Zuschauern wieder versöhnen: Vielleicht macht dieser Goethe 2.0 ja Lust auf mehr beim jungen Zielpublikum - und dieses mehr gibt es bislang nur an einem einzigen Ort: Den schriftlichen Werken des echten Dichterfürsten.

jwi

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