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"Krieg der Welten": Väter in Zeiten des Weltuntergangs

Wegen der obskuren PR-Taktik für Steven Spielbergs Endzeit-Werk "Krieg der Welten" hat es viel Ärger gegeben. Jetzt kommt der Film über außerirdische Killer und einen Vater endlich ins Kino - und bietet beste Unterhaltung der besonderen Art.

Von Florian Güßgen

Es ist ein Endzeitfilm. 9/11, Konzentrationslager, Flugzeugabstürze, Titanic, Estonia. Es ist ein düsteres Bildergemisch, das da im Kopf entsteht, angeregt von Steven Spielbergs Zitaten. Es sind Bilder des nahen Untergangs, der Katastrophe. "Krieg der Welten" ist ein Film, der die Empfindungen unserer Zeit widerspiegelt, das blanke Grauen angesichts der Anschläge, die Hilflosigkeit gegenüber einer tödlichen Wasserwelle, das kollektive Verlangen nach einem globalen Lichtblick, nach einem Anhaltspunkt für Hoffnung.

Cruise gibt den lausigen Vater

Ray Ferrier (Tom Cruise) allerdings ist wirklich der Allerletzte, der auf diese tiefen, weltumspannenden Sinnfragen eine Antwort wüsste. Nicht einmal die Hauptstadt Australiens kennt er - er, der hemdsärmelige New Yorker Dockarbeiter. Er ist geschieden, sein Kühlschrank ist leer, die Küche hat er in eine Werkstatt für Motoren-Bastelei verwandelt, die zwei Kinder leben bei der Mutter und deren geschniegeltem Neu-Freund. Ray ist ein lausiger Vater, die Nullnummer im zerstörten Familien-System. Robbie (Justin Chatwin), Rays halbwüchsiger Sohn, verachtet diesen Versager, er ist ein angry young man. Rachel (Dakota Fanning), Robbies jüngere Schwester, geht milder mit ihrem Vater um. Sie wirkt kränklich, verletzlich, aber in jedem Fall erwachsener als ihr Vater. Im Notfall ist es Robbie, der sie schützt und beruhigt, nicht Ray. Es sind gebrannte, enttäuschte Kinder, die Regisseur Spielberg hier zeigt. Die familiäre Katastrophe, den Zusammenbruch, haben sie schon hinter sich. In dem Dreier-Gefüge mit ihrem Vater sind nicht die Kinder, sondern Ray die Schwachstelle - Spielberg porträtiert Familienalltag im 21. Jahrhundert.

Aus der Nullnummer wird der Beschützer

Als H.G. Wells 1898 die Romanvorlage zu "Krieg der Welten" veröffentlichte, hatte er einen Vernichtungskampf im Sinn. Der Brite beschrieb dreibeinige Kriegsmaschinen - Tripods - mit denen die Außerirdischen ihren Vernichtungsfeldzug führten. 1938 verwandelte der grandiose Orson Welles diese Vorlage in ein Hörspiel; die Mär erzählt, dass viele Zuhörer die Fiktion für Wirklichkeit hielten - und in Panik verfielen. 1953 probten die Kampfmaschinen aus dem All, Symbole der menschlichen Urangst, erstmals im Kino die Ausrottung der Menschheit.

Jetzt sind sie wieder da. Irgendwann brechen sie ein in dieses Amerika der 90er Jahre. Plötzlich. Als sie über die Menschheit herfallen, hat Ray gerade wieder einmal die Kinder. In der Spielbergschen Version sind es stählerne, insektenartige Maschinen, mit denen die fiesen Außerirdischen die Erde umpflügen. Nach einem dumpfen Halali vernichten diese Ungetüme, töten sie. Dort, wo sie gewütet haben, wird die Erde von einem roten aderähnlichen Geflecht überzogen. Es ist eine bizarre, rot-braun-düstere Landschaft die sie hinterlassen.

Ray, Justin und Rachel fliehen. Sie rennen. Sie schwimmen. Ray kämpft zunächst nicht. Sein einziges Ziel ist es, seine Kinder in Sicherheit bringen. Aus Ray, der Nullnummer, wird Ray, der Vater, der nicht immer nur Beschützer ist. Vor dem Hintergrund des Weltuntergangs entspinnt sich der längst überfällige Konflikt mit Sohn und Tochter.

Gollum, Riesenpilze und eine Phallus-Karikatur

"Krieg der Welten" ist dabei fast schon ein ironischer Titel für einen Film, der sich nur auf das Beziehungsgeflecht dreier Menschen konzentriert. Freilich, Spielberg und Cruise schaffen es, den Anforderungen eines Blockbusters gerecht zu werden. Sie liefern Action, Maschinen, Krieg und beste Unterhaltung. Dennoch ist Spielberg in diesem Werk, das er in nur 72 Drehtagen inszeniert hat, auch gelungen, den Fokus fest auf der Familie zu halten. Und nicht nur das. Der Film ist nicht einmal platt. Der Regisseur hat sogar den Mut, inmitten des Weltuntergang-Lärms an entscheidenden Stellen auf plakative, einfache Antworten American style zu verzichten, im Ungefähren zu bleiben. Und so stammt dieser 135 Millionen Dollar teure "Krieg der Welten" zwar aus Hollywood, aber es ist, ob gewollt oder nicht, kein typischer Hollywood-Film. Er ist sperriger, irgendwie europäischer, zum Teil schrill künstlich, fast komisch, wenn etwa die Außerirdischen aussehen wie eine Mischung aus Gollum, schleimigen Riesenpilzen und einer Phallus-Karikatur mit drei Beinen. Monster und Untergangsszenarien der 50er und 60er Jahre kommen in den Sinn - die satte Farbgebung verstärkt diese Zitate. Spielbergs Kunstgriffe machen dabei locker wett, dass es ihm manchmal nicht gelingt, die Figuren scharf zu zeichen - und es auch den Dialogen zumeist an Spritzigkeit fehlt.

Fear globally, love locally

Spielbergs Film ist ein Spaß, der mit den Bildern unserer Ängste spielt. In der Wirklichkeit ist in den vergangenen Jahren das Undenkbare plötzlich wahr geworden. 9/11 hat Menschenleben ebenso vernichtet wie westliche Selbstsicherheiten, Naturkatastrophen verstärken das Gefühl der globalen Bedrohung. Spielberg überhöht, übertreibt dieses Gefühl, indem er, wie einst Wells, mit dem immer noch Unvorstellbaren spielt, jener Angst-Fantasie, die noch nicht Wirklichkeit geworden ist - dem Angriff der Außerirdischen. Gleichzeitig lacht Spielberg über diese Furcht, er zeigt, dass den Außerirdischen nicht beizukommen ist. Eigentlich. Verändert werden kann eigentlich nur etwas im Kleinen, in der Familie, im Freundeskreis, auch in unserem postmodernen Rollen-Chaos. Fear globally, love locally, dann kannst Du etwas bewegen, so lautet die Botschaft, die Spielberg freundlicherweise nicht mit konservativen Familienidealen anfettet. Im Gegenteil. Er leistet sich den Luxus, auf Erklärungen zu verzichten. Wir erfahren nicht, wo die Außerirdischen herkommen, was sie bewegt und wie sie besiegt werden können. Spielberg überlässt es uns, mit ihnen und der Angst umzugehen. Er gibt den Zuschauern Raum. Genau das macht aus einem unterhaltsamen einen besonderen Film. Allein das ist schon ein Lichtblick.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(