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"Lindenstraße": Immer wieder sonntags

Zur 1000. Folge der "Lindenstraße" ist das gesamte aktuelle Ensemble aufgelaufen - in 45 statt den üblichen 30 Minuten.

Mehr als 20 Hochzeiten, über 30 Tote und ungezählte menschliche Tragödien: Es ist viel passiert, seit die TV-Serie "Lindenstraße" am 8. Dezember 1985 zum ersten Mal in der ARD ausgestrahlt wurde. Am 30. Januar ist die 1000. Folge der Kultserie mit dem Titel "Herzlichen Glückwunsch" gelaufen.

"Die Lindenstraße hat Fernsehgeschichte geschrieben und ist einer der wichtigsten Bausteine der ARD", sagt WDR-Programmdirektor Ulrich Deppendorf. Deshalb soll den Zuschauern die "Lindenstraße" noch lange erhalten bleiben: Bis 2008 sind erst kürzlich die Verträge mit der Produktionsfirma Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion (GFF) verlängert worden. "Vielleicht werden es auch noch einmal 20 Jahre", sagt Deppendorf.

Themen der Zeit aufgefriffen

Ob Homosexualität, Atomkraft oder Bundestagswahlen - das erfolgreiche Format hat es sich zum Markenzeichen gemacht, immer wieder politische und soziale Themen der Zeit aufzugreifen. "In Zukunft werden wir versuchen, uns noch mehr diesen Stoffen zu widmen", kündigte Produzent Hans W. Geißendörfer bei einer Jubiläumsfeier in Köln an. Die Auswahl der Inhalte werde nicht durch Spekulation auf Einschaltquoten bestimmt - derzeit verfolgen nach ARD-Angaben jede Woche rund fünf Millionen Zuschauer das Format.

Obwohl die Serie in München spielt, wird sie seit Beginn auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd gedreht. Dort ist die etwa 150 Meter lange Straße aufgebaut - allerdings bestehen die Häuser nur aus einer Fassade. Für viele Schauspieler ist diese Straße zu einer zweiten Heimat geworden. Immerhin 13 Darsteller der ersten Stunden sind auch heute noch dabei.

Auch Til Schweiger wurde hier groß

"Da muss man sehr viel Disziplin haben, um immer wieder frisch zu sein und gute Leistung zu bringen", sagt Marie-Luise Marjan, die "Mutter" Helga Beimer spielt. "Ich gehe deshalb abends nur aus, wenn ich am nächsten Tag keine Dreharbeiten habe." In der "Lindenstraße" sind jedoch auch bekannte Filmschauspieler groß geworden, die heute nicht mehr jeder mit der Serie in Verbindung bringt. So spielte Til Schweiger von 1991 bis 1992 als Jo Zenker mit.

Heute besitzt die "Lindenstraße" Kultstatus. In Deutschland und in der Schweiz gibt es derzeit 26 offiziell registrierte Fanclubs. Und auch die Wissenschaft zeigt großes Interesse an der Serie: 220 wissenschaftliche Arbeiten, darunter eine Habilitation, sind nach ARD-Angaben bereits zur Serie erschienen.

Mark Ludwig/DPA / DPA