»PANIC ROOM« Beklemmende Nervenschlacht


Der Thriller »Panic Room« mit Jodie Foster ist derzeit der bestbesuchte Film in den USA. Jetzt ist er auch in den deutschen Kinos zu sehen.

Wer in New York eine Wohnung sucht, hört viele Großstadtlegenden. So soll es riesige Zimmerfluchten direkt am Central Park geben, die spottbillig sind, weil mietpreisgebunden. Manche Apartments sollen gar mit einer Art Bunker ausgerüstet sein, einem »Panic Room« mit Betonwänden, Stahltür, eigener Telefonleitung und Überwachungskameras. Ein solcher Panic Room als letzte Zuflucht ist Schauplatz für David Finchers Film mit Jodie Foster: ein Beispiel aus dem Subgenre des »Manhattan Luxus-Immobilien-Thrillers«, wie die »New York Times« spöttelt.

Zuflucht in den Panic Room

Meg Altman (Jodie Foster) zieht nach der Trennung von ihrem Mann zusammen mit Tochter Sarah (Kristen Stewart) in ein altes Haus, das mitten in Manhattan eher einer Festung denn einem Familienwohnsitz gleicht und einen geheimen »Panic Room« hat. Ein brutaler Einbruch in ihr frisch bezogenes Sandsteinhaus in New York treibt Meg und Sarah in den Panic Room des Gebäudes, ein gepanzertes und mit allen denkbaren High-Tech-Geräten ausgestattetes Refugium, das die Bewohner vor Eindringlingen schützen soll. Die beiden können nicht ahnen, dass ausgerechnet dieser Panic Room das Ziel des genau geplanten Einbruchs von Burnham (Forest Whitaker), Raoul (Dwight Yoakam) und Junior (Jared Leto) ist. Und sie werden vor nichts Halt machen, bis sie bekommen, wonach sie suchen ...

Klaustrophobisches Katz-und-Maus-Spiel

Für die 39-jährige Jodie Foster ist es der erste Thriller nach ihrem Oscar-Auftritt im epochalen »Schweigen der Lämmer«. Und so muss Regisseur David Fincher (»Seven«, »Fight Club«) mit einer hohen Erwartungshaltung des Publikums rechnen. Rasant gleitet die Kamera durch die Räume, verblüffend sind die Computereffekte und präzise die Dramaturgie in der klaustrophobischen Atmosphäre. Jäger und Gejagte rücken sich gefährlich nahe, Fluchten platzen in letzter Sekunde, Zeitlupen-Sequenzen lassen den Atem anhalten.

Doch düster und beklemmend wie »Seven« oder das »Schweigen der Lämmer« ist dieser Thriller nicht. Er bleibt auf eine eher simple Weise spannend und erlaubt sich manche Lücken in der Handlung. So sucht Meg in einer Szene nach etwas Essbarem für die wohl unterzuckerte diabeteskranke Tochter, in der nächsten bittet sie die Gangster aber - was unlogisch wirkt - um eine Insulin-Spritze, was bei einer Überzuckerung nötig wäre. Und warum sich eine allein erziehende Mutter ein Haus mit den Ausmaßen eines Gutshauses mitten in Manhattan leisten kann, wird auch nicht ganz klar.

Foster als Ersatz für Nicole Kidman

Jodie Foster, selbst mittlerweile zweifache Mutter, hatte die Rolle kurzfristig von Nicole Kidman übernommen, die sich bei den Dreharbeiten zu »Moulin Rouge« das Knie verletzt hatte. Foster, mit packendem Spiel wie (fast) immer, und Kristen Stewart, die der Mädchenrolle einen spröden Charme verleiht, sind ein glaubhaftes Mutter-Tochter-Gespann. Als Counterpart setzt Fincher auf ein Gauner-Trio, aus dem besonders Forest Whitaker (»The Crying Game«) als Ganove mit dem Herzen aus Gold herausragt.

Geteilte Meinungen

Finchers Thriller bekam unterschiedliche Kritiken. Die schauspielerischen Leistungen seien zwar gut, aber alle seien schon besser in ähnlichen Rollen anderorts zu sehen gewesen, urteilte die »New York Times«, die auch das Drehbuch für »nicht besonders originell« hielt. Für den britischen »Guardian« ist »Panic Room« zwar nicht so gut wie »Fight Club«, aber schlägt alles andere, was das Mainstream-Kino dieses Jahr bisher zu bieten hatte. Ähnlich schien auch das amerikanische Publikum zu denken, das den Film am ersten Wochenende zur Nummer Eins der Box-Office-Charts machte.


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