"Rennschwein Rudi Rüssel 2" Das Quieken der Lachmuskeln


Das Rennschwein Rudi Rüssel ist wieder da: Mit handfestem Ferkel-Slapstick hat Regisseur Peter Timm eine gelungene Fortsetzung der Schweinchen-Saga abgeliefert. Die Kids werden vor Freude laut grunzen.

Längst ist das Kinderkino auf das Schwein gekommen. Zuletzt jedoch drohten Waschbären und Pinguine den lustigen Ferkeln den Rang abzulaufen. Nun haben sich deutsche Produzenten wieder auf das Ur-Schwein Rudi Rüssel besonnen, das bereits vor zwölf Jahren über die Leinwand galoppierte. Die Fortsetzung "Rennschwein Rudi Rüssel 2" verbindet mit dem ersten Film zwar nichts mehr außer Rudis Stammbaum und die an den Urururenkel vererbten Lauf-Gene, aber dennoch macht die turbulente Kinderkomödie viel Spaß.

Ein kleiner Junge hat seine Mutter verloren und muss damit klar kommen.Vom viel reisenden Vater, einem Mathematikprofessor, oft allein gelassen, hat der neunjährige Nickel in der Wohnung ein pittoreskes Chaos angerichtet. Genüsslich schwenkt die Kamera so lange über Geschirrberge und Kleiderhaufen, bis es auch der kleinste Zuschauer kapiert: In diesem Saustall fehlt nur noch das Schwein. Und als dem einsamen Nickel beim Schulausflug zum Bauernhof ein Ferkel nachrennt und in seinen Rucksack flüchtet, wird der Haushalt komplett.

Der Vater kommt mit neuer Freundin und zickiger Tochter

Spätestens wenn Vater Thomas nach Hause kommt und seine neue Freundin Anja samt deren zickiger Tochter Feli mitbringt, geht es rund. Während der bocksbeinige Nickel überall Fotos seiner Mutter verteilt, versucht Feli eine neue Pinkelordnung durchzusetzen. Anja, vor der Nickel seinen Mitbewohner versteckt, wundert sich derweil über die Bettnässerei ihres Stiefsohnes in spe. Auch Vater Thomas setzt sich ohne Vorwarnung in die Hinterlassenschaften des Ferkels, und Feli verdirbt der Mief des rosa Wonneproppens gar einen ersten Flirt. Als sich die Kinder verbünden, um die Hochzeit zu verhindern - unter anderem wird das Bett angesägt - erreicht die Stimmung im Saal ihren Höhepunkt.

Ja, der Humor dieses Kinderfilms bewegt sich eher auf der handfesten Seite, und es ist einfach erfrischend mitzuerleben, wie sich kleine Zuschauer bei den Slapstick-Attacken auf Erwachsene vor Lachen ausschütten. Als Nickel aber mit Rudi die Flucht ergreift und die von Gewissensbissen geplagte Feli sich ihm anschließt, wird es richtig spannend. Bis die beiden am ihrem Ziel, einem Naturschutzgebiet für wilde Schweine an der polnischen Grenze, angekommen sind, müssen sie mit Hilfe ihres Schweinchen Schlau einige Abenteuer durchstehen. Zwei Bösewichte wollen die Kinder zwecks Lösegelds entführen, und auch ein Hunderennen muss absolviert werden, damit Rudi im Training bleibt.

Gutes Timing und gute Darsteller

Regisseur Peter Timm macht wieder alles richtig und beweist sein Händchen für Timing und für die kleinen Darsteller, die ganz natürlich wirken. Die Gefahren sind am Ende zwar etwas überdosiert, doch andererseits erinnern die beiden Doofi-Gauner an Pippi-Langstrumpf-Filme und sind beruhigend tollpatschig. Viele beiläufige Gags wie etwa Rudis Versteckspiel zwischen Plüschfiguren und auch der hübsche Abspann, in dem Rudi mit Trick- und Realfilm im Schweineparadies gezeigt wird, beweisen bis zum letzten Quieken inszenatorische Sorgfalt. Am nettesten ist aber, dass Rudi, anders als die Filmkollegen "Babe" und "Wilbur", die Schnauze hält.

Birgit Roschy/AP AP

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