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"Teufels Küche": Kochen für die Quote

Jetzt versucht sich auf RTL an einer Kochsendung. In "Teufels Küche" schwingen Prominente den Kochlöffel - und die Zuschauer greifen in bester "Dschungelshow"-Manier zum Telefonhörer.

Dass Kochen Quote verspricht, haben die meisten Fernsehsender schon längst begriffen. Mit einiger Verspätung springt jetzt auch RTL auf den Quotenzug auf. "Teufels Küche" heißt das neue Format, mit dem der Sender ab dem 8. April die Zuschauer für sich gewinnen will. Und dabei handelt es sich nicht um eine "ganz normale Kochsendung, sondern um ein Cooking-Event", so ein Sprecher des Senders. Das Konzept dafür stammt mal wieder aus Großbritannien. Schon mit dem von der Insel importierten "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" konnte RTL in Deutschland große Erfolge feiern. Und nun soll auch das nach dem britischen Vorbild von "Hell's Kitchen" entwickelte Format wieder die Kassen zum Klingeln bringen.

"Pfuschen gibt's nicht"

Und das lässt sich RTL auch im Vorfeld schon einiges kosten. Auf einer Spree-Insel in Berlin wird extra für die Show ein Nobelrestaurant errichtet. In diesem werden zehn Prominente unter Anleitung des Hamburger Sternekochs Christan Rach zwei Wochen lang die Kochlöffel schwingen. Allabendlich werden sie dort eine hungrige Meute von 60 Gästen verköstigen müssen. Dabei legt Rach, wie auch in seinem Hamburger Restaurant "Tafelhaus", größten Wert auf Qualität. "Pfuschen gibt's nicht." Was nicht hundertprozentig seinen Ansprüchen genügt, kommt gar nicht erst auf den Tisch. Und eines stellt der Chef schon von vornherein klar: "Ich bin da der General. Für die Kandidaten gibt es keine Gnade!" Er nennt das auch das "Highlander-Prinzip" - denn schließlich kann es nur einen geben, und das ist natürlich er.

An seine Seite stellt RTL die Allzweckwaffe Sonja Zietlow. Sie soll die Show moderieren und mit bissigen Kommentaren begleiten, wie sie es schon in der Dschungelshow getan hat. Anders als Rach hat sie mit Küchentätigkeiten wenig am Hut. "Ich hasse kochen", sagt sie. "Zu Hause macht das immer mein Mann."

Qualität statt Dschungelniveau

Mit "Teufels Küche" erhofft sich der Sender den nächsten Quotenknüller. Nicht ganz abwegig daher, dass die Küchenshow starke Ähnlichkeiten zur Dschungelshow aufweist. Und das nicht nur allein wegen Sonja Zietlow. RTL hat wieder C- und D-Promis - unter ihnen zum Beispiel Patrick Lindner - ausgewählt. Auch die Zuschauer dürfen wieder fleißig über das Telefon abstimmen, welcher Promi bis zuletzt bleiben darf. Dieses Mal soll aber kein Dschungelniveau erreicht werden. "Wir wollen nicht die Hose runterlassen, sondern Qualität produzieren" so der Sender. Dafür Sorge tragen muss Christian Rach. Den Promis will er richtig "Feuer unterm Hintern" machen. Und das allein verspricht wenigstens schon vielversprechender zu werden, als ein lethargisch in der Hängematte liegender Carsten Spengemann oder eine zum Gähnen langweilige Susan Stahnke.

Im Vorfeld nennt General Rach noch drei Todsünden, die er in der Küche auf keinen Fall durchgehen lässt: "Pfuschen, aufgeben und in der Nase bohren, wenn man denkt, keiner schaut zu." Dann mal guten Appetit!

Nele Justus