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"Wetten, dass...?": Gottschalk holt Olympia nach Leipzig

Ein halbes Jahr nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung hat es Leipzig geschafft: Sportler und Medaillengewinner aller Olympiadisziplinen standen im Zentrum der Messestadt - dank Thomas Gottschalk.

Bei der 151. Ausgabe der ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" brachte der 54-Jährige olympisches Flair nach Sachsen. Mit Hockeyschlägern und Fahrrädern, im Judoanzug und Schwimmdress kamen zum Schluss hunderte Leipziger. Wettverlierer Gottschalk sollte am Sonntag als Strafe nun zwei Stunden Taxi fahren.

13,27 Millionen Menschen (Marktanteil 43,6 Prozent) schauten Europas erfolgreichste Unterhaltungsshow. Zum Vergleich: Auf den zweiten Quotenplatz kam am Samstagabend "Die Straße der Lieder" in der ARD mit 3,77 Millionen Zuschauern (14,5 Prozent).

Drei Filmstars auf dem Sofa

Während die Teilnehmer der Stadtwette bei kühlen Temperaturen im Freien zitterten, saßen gleich drei Hollywood-Stars bei Gottschalk auf der cremefarbenen Couch. Angelina Jolie und Colin Farrell ("Alexander") sowie Renée Zellweger ("Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns") stellten ihre neuen Filme vor, während die erfolgreichsten Fußballer der Welt, Franz Beckenbauer und Edson Arantes do Nascimento alias Pelé das Maskottchen der Fußball- Weltmeisterschaft 2006 vorstellten.

"Er sieht mir fast ein bisschen ähnlich", meinte Gottschalk mit gewohnt spitzer Zunge beim Anblick des Löwen Goleo mit der zotteligen Mähne. Die Spitzenkicker mussten die Wettcouch jedoch vorzeitig verlassen, da sich Beckenbauer zuvor drei Rippen gebrochen hatte und Pelé an Schmerzen in der Schulter litt.

Wettkönig des Abends wurde der in Hamburg geborene 21-jährige Student Matthias Ludwig. Im Spagat kletterte er, ein Tablett mit einer Flasche Wasser balancierend, einen fünf Meter hohen Schacht empor und servierte in luftiger Höhe ein Glas Wasser.

Jüngster Wettkandidat liebt es volkstümlich

Das Herz der Gäste hing aber an der Kinderwette des sieben Jahre alten Achim Kustermann. Der blinde Junge aus Schwaben erkannte anhand der Tastentöne eines Telefons die dazugehörigen Telefonnummern und brachte die rund 2300 Zuschauer im Saal der Leipziger Messe immer wieder mit seinen schlagfertigen Kommentaren zum Lachen. Von dem musikalischen Staraufgebot - Tina Turner, Seal, Destiny's Child und Elton John - wollte der jüngste Wettkandidat des Abends nichts wissen: "Ich höre lieber volkstümliche Musik."

Einige Längen, an der die abendfüllende Show oftmals leidet, machten die deutschen Gäste wieder wett. "Der Bulle von Tölz", Ottfried Fischer, begleitet von seiner Film-Mutter Ruth Drexel, überraschte mit der Ankündigung einer längeren Drehpause. "Letztens hat mich jemand auf dem Flughafen als 'Ochse von Tölz' begrüßt", sagte Fischer. Künftig wolle er wieder verstärkt zu seinen kabarettistischen Wurzeln zurückkehren.

Tobias D. Höhn/DPA / DPA