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68. Filmfestspiele in Venedig: Clooney trifft den Gott des Gemetzels

23 Filme gehen ins Rennen um den Goldenen Löwen von Venedig. George Clooney und Madonna bringen den roten Teppich zum Glühen. Regisseure wie Polanski und Cronenberg füllen die Kinosäle. Und Christoph Waltz ist auch da.

Von Sophie Albers

Der Anblick George Clooneys, der durch die Sonnenbrille lächelnd auf einem Boot durch Venedig schippert, ist schon ein Standard auf dem Filmfestival in der Lagunenstadt. Doch wird dem Hollywoodstar in diesem Jahr eine besondere Ehre zuteil: Seine vierte Regiearbeit "Die Iden des März" läuft nicht nur im Wettbewerb des ältesten Filmfestivals der Welt.

Das intelligente Politdrama eröffnet am Mittwochabend das Festival. Auf die Frage, was er lieber tue: Regie führen oder Schauspielern, erwiderte Clooney auf der Pressekonferenz gewohnt charmbolzig: "Ich mag es, unter meiner eigenen Regie zu spielen."

Von Madonna bis Polanski

Venedig hat in diesem Jahr viel vor: Kino-Schwergewichte wie Roman Polanski, Steven Soderbergh Abel Ferrara und David Cronenberg sind nach Italien gekommen, um ihre neuen Werke zu zeigen. Auch Popstar Madonna versucht sich als Filmemacherin mit einem historischen Drama über das britische Königshaus. Unter anderem Kate Winslet, Viggo Mortensen, Jodie Foster, Monica Bellucci, Keira Knightley, Gary Oldman und Oscar-Gewinner Colin Firth werden auf dem roten Teppich erwartet. 23 Filme gehen ins Rennen um den Hauptpreis.

Präsident der Jury ist Darren Aronofsky, der 2008 mit "The Wrestler" den Goldenen Löwen gewonnen hat und im März mit "Black Swan" einen Oscar. Der Regisseur scheint seiner Aufgabe mit gemischten Gefühlen entgegenzusehen: "Es ist fast unmöglich, Filme zu beurteilen", sagt er. Das sei fast ein bisschen so, als wolle man Äpfel mit Birnen vergleichen. Eines wisse er dann aber doch schon über den Gewinnerfilm: "Er sollte mich emotional und intellektuell berühren".

Starker Trost: Christoph Waltz

Deutschland ist in diesem Jahr nicht mit einem eigenen Werk im Wettbewerb vertreten. Ein schwacher Trost: Der kanadische Kult-Regisseur David Cronenberg tritt mit seinem in Teilen in Deutschland gedrehten Film "Eine gefährliche Methode" an. Starken Trost verspricht immerhin der stets gern eingedeutschte Österreicher Christoph Waltz. Der "Inglourious Basterds"-Star ist in Roman Polanskis "Carnage" zu sehen, einer Adaption des Bühnenstücks "Der Gott des Gemetzels" von Yasmina Reza. Ihm zur Seite stehen Kate Winslet, Jodie Foster und John C. Reilly.

Venedigs Preise werden am 10. September vergeben. Es wäre doch ein angemessener neuer Standard, wenn Christoph Waltz etwas gewinnt.

mit DPA