HOME

Action! - Neu im Kino: Ein Mann für jeden Geschmack

Kuscheldaddy George Clooney? Der verschwitzte Sam Worthington? Charmebolzen Jean Dujardin? Oder doch lieber Witzbold Adam Sandler? stern.de präsentiert die wichtigsten Filmstarts der Woche.

Von Sophie Albers

"Ein riskanter Plan"

Kinotrailer: "Ein riskanter Plan"

Regie: Asger Leth
Darsteller: Sam Worthington, Elizabeth Banks, Anthony Mackie, Jamie Bell

Da ist er wieder, Sam "Avatar" Worthington. Und das auch noch auf einem Fenstersims, gefühlte 100 Stockwerke über dem Broadway in Manhattan. Während Polizei, Presse und Schaulustige angesichts des Lebensmüden ihren Job machen, will der Ex-Polizist doch nur - zugegeben auf verzweifelte Art - seinen guten Ruf wiederherstellen. Er ist das Ablenkungsmanöver für einen spektakulären Einbruch. "Ein riskanter Plan" ist ein schneller, aufregender Krimi, allerdings wird die Geschichte sofort sehr dünn, sobald man darüber nachdenkt. Sorry, Sam.

.

"The Artist"

Kinotrailer: "The Artist"

Regie: Michel Hazanavicius
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman

Eigentlich fehlen einem die Worte für dieses Stück Kinohimmel. "The Artist" ist der mutigste, konsequenteste, bestgelaunte und bestgehypte Film der vergangenen zehn Jahre. Entsprechend gab es zehn Oscar-Nominierungen für die schwarz-weiße, stumme Liebeserklärung ans Kino. Der französische Regisseur Michel Hazanavicius erzählt die Geschichte des Stummfilmstars George Valentin (einfach nur grandios: Jean Dujardin), dessen Karriere mit der Ankunft des Tonfilms zerbricht, und in den sich Nachwuchsstarlet Peppy Miller (wundervoll: Berenice Bejo) trotzallem Hals über Kopf verliebt. Elegant und liebevoll bis ins letzte Härchen einer Puderquaste auf dem Schminktisch zelebriert "The Artist" das was Kino ausmacht: Fantasie und Leidenschaft. Ein Muss, nicht nur für die Oscar-Jury.

.

"Drive"

Kinotrailer: "Drive"

Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston

Er hat zwar ein Milchgesicht, dafür sieht es dahinter und darunter deutlich erwachsener aus: Nach grandiosen Auftritten unter dem Mainstream-Radar ("Half Nelson", "Blue Valentine") hat Ryan Gosling jüngst endlich für alle sichtbar in "Ides of March" neben George Clooney brilliert. "Drive" ist nun sein alleiniges Starvehikel. In dem mit heftigen Gewaltausbrüchen durchsetzen Thriller, der zuweilen an eine künstlerisch-wertvolle Version von "Transporter" erinnert, gibt Gosling einen sehr schweigsamen Kriminellen, der letztlich doch irgendwie für das Gute kämpft. Tolle Bilder, toller Gosling, zuweilen allerdings etwas zu bedeutungsschwanger.

.

"The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"

Kinotrailer: "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"

Regie: Alexander Payne
Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges

Mmmmmmmmmmmmmmm, George Clooney. Der Mann ist so lustvoll harmlos wie ein Schluck Baileys oder auch der geschmolzene Schokoladenkern eines Muffins. Die Zeiten des tätowierten Halses aus "From Dusk till Dawn" sind lange vorbei. Und nun gibt es die Kirsche der Kuscheligkeit auf besagtem Muffin: Clooney als zerknirschter, aber wertesolider Vater, der Liebe finden muss, wo sie sich längst verabschiedet hat. Seine Frau liegt nach einem Sportunfall im Koma. Plötzlich muss sich der arbeitswütige Anwalt im Hawaiihemd - er darf das, er wohnt auf der Insel - der Erziehung seiner beiden Töchter stellen sowie dem Leben, das seine Frau führte, wenn er mal wieder keine Zeit für sie hatte. Clooney ist in Alexander Paynes positivem Familiendrama trotz hochgezogenem Hosenbund so angenehm entspannt, dass dieser Film selbst zum Schokomuffin wird. Allerdings fragt man sich schon, warum das gleich nach einem Oscar schreit.

.

"Jack und Jill"

Kinotrailer: "Jack und Jill"

Regie: Dennis Dugan
Darsteller: Adam Sandler, Katie Holmes, Al Pacino

In den USA ist der Simpelhumor von "Jack und Jill" bei der Kritik mit vollem Anlauf durchgefallen. Adam-Sandler-Fans haben die Geschichte vom ungleichen Zwillingspaar trotzdem auf Platz zwei der Kinocharts gehoben. Vielleicht weil Katie Holmes und Al Pacino mitspielen? Muss man nicht verstehen. Trotzdem war "Meine erfundene Frau" um Längen besser!

.