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Action! - Neu im Kino Sex, Pop und Politik


Oscar-Gewinnerin Meryl Streep als eisenharte Politikerin? Reese Witherspoon zwischen zwei Agenten? Oder der nackte Michael Fassbender? stern.de präsentiert die wichtigsten Filmstarts der Woche.
Von Sophie Albers

"Die eiserne Lady"

Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Meryl Streep, Jim Broadbent, Richard E. Grant

Nein, Meryl Streep kann eigentlich nichts falsch machen. In ihrer Jahrhundertkarriere - "Kramer gegen Kramer", "The Hours", "Der Teufel trägt Prada" - hat die Mimin nie daneben gelegen, denn selbst wenn der Film Wünsche offen lässt, wird immer ihr Spiel gelobt. So auch in "Die eiserne Lady", der filmischen Annäherung an Großbritanniens umstrittene Ex-Premierministerin Margaret Thatcher. Mit Fokus auf deren Altersdemenz wird ein politisches Leben nacherzählt. Das mag man für unausgewogen und dem Schaden, den Thatchers Politik nicht nur in Großbritannien angerichtet hat, nicht angemessen halten, doch Streep ist einfach Streep, und das heißt sie ist mit Haut und Haaren Margaret Thatcher - oder zumindest die, die alle Welt nun dafür halten will. Und deshalb gab es dafür auch einen Oscar.

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"Shame"

Regie: Steve McQueen
Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale

Dass Michael Fassbenders Auftritt in Steve McQueens "Shame" nicht für den Oscar nominiert wurde, liegt allein daran, dass der Deutsch-Ire immer wieder in nackter Pracht durchs Bild rennt und auch noch ausgiebig beim Sex zu sehen ist. Das ist zu viel für Amerika. Aber notwendig für diesen beachtlichen Film. "Shame" erzählt von Sucht und Scham in unserer Gesellschaft, die Sex soweit abstrahiert hat, dass er zu reiner Werbebotschaft wird. Aber wofür eigentlich? Fassbender spielt Brandon, einen beruflich erfolgreichen Mittdreißiger mit oberflächlich guter Existenz, dessen Privatleben jedoch einzig aus Prostituierten, Pornos und Sex mit zufälligen Bekanntschaften besteht. Bis seine Schwester (großartig: Carey Mulligan) auftaucht, deren offen nach außen getragene Schwächen Brandon die eigene Unfähigkeit des Fühlens erkennen lässt. Das macht ihn zuerst wütend, dann verzweifelt. "Shame" ist der Film zur hilflosen Diskussion über die Pornografisierung der Gesellschaft - und ein tragisch-reales Abbild tiefster Menschlichkeit. Und ein weiterer Beweis für das große Talent von Michael Fassbender.

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"Das gibt Ärger"

Regie: McG
Darsteller: Reese Witherspoon, Chris Pine, Tom Hardy

Wäre nicht Tom Hardy ("Dame, König, As, Spion", "Batman") in diesem Film, gäbe es wahrlich keinen Grund, sich die 98 Minuten anzutun. Zwei CIA-Agenten - Testosteronbolzen mit unbegrenztem Zugang zu 007-Gadgets - verlieben sich in dieselbe Frau (Reese Witherspoon). Und weil sie eben Testosteronbolzen sind, gehen sie deshalb mit allem, was die vom Steuerzahler finanzierte Agenten-Ausbildung zu bieten hat, aufeinander los. Da Tom Hardy auch in "Dame, König, As, Spion" zu sehen ist, nehmen Sie lieber das Kinoticket.

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"König des Comics - Ralf König"

Regie: Rosa von Praunheim
Darsteller: Ralf König, Olaf Gabriel, René Krummenacher

"Schwul zu sein, bedarf es wenig. Ich bin schwul und heiß' Ralf König." Sein anarchischer Humor hat ihn in der Schwulenszene berühmt gemacht. Die Verfilmung seines Comics "Der bewegte Mann" (1994) brachte ihm den szeneübergreifenden Durchbruch. Seitdem ist Ralf König ("Das Kondom des Grauens") Mainstream und einer der bekanntesten Comiczeichner Deutschlands. Rosa von Praunheim hat dem bescheidenen Mann mit der beeindruckenden Beobachtungsgabe nun eine Dokumentation gewidmet.

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