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Berlinale 2016: Die große Meryl-Streep-Show

Der Donnerstag ist auf der Berlinale ein Tag der Star-Superlative: Zuerst stellt Jury-Präsidentin Meryl Streep ihre "Untertanen" vor. Dann kommt George Clooney! Streep ist jedenfalls schon mal die Königin der Herzen.

Von Sophie "Meryl!" Albers Ben Chamo

Willkommen Meryl Streep! (mit Berlinale-Chef Dieter Kosslick)

Willkommen, Meryl Streep! (mit Berlinale-Chef Dieter Kosslick und Jury-"Untertan" Lars Eidinger im Hintergrund) 

Zuerst sieht man gar nichts - außer Fotografenhintern. Hinter der "Meryl-Wand" hört man sie lachen, und dann endlich taucht sie auf aus dem Meer der Kameras: Meryl Streep: Jurypräsidentin der 66. Berlinale. Das erste Mal Filmfest-Jurymitglied überhaupt. Und sie strahlt, wie nur Meryl Streep strahlt. Da können Clive Owen und Lars Eidinger, die zu ihrer Linken und Rechten sitzen, einpacken.

Ganz entspannt, wenn nach eigener Aussage auch total gejetlagt, gibt sie in der Jury-Pressekonferenz ihrer Freude Ausdruck, die kommenden Tage nichts anderes zu tun, als Filme zu sehen und darüber zu diskutieren. "Über das reden, woran uns allen so viel liegt." Wie sie die Jury "führen" soll, wisse sie allerdings noch nicht, sagt Streep, aber sie habe ja "Erfahrung beim Leiten einer Familie". Immer wieder dieses warme Meryl-Streep-Lachen. Und Lars Eidinger habe sie übrigens schon unter der Knute. "Es ist nett, der Boss zu sein." Grinsen.

"Hirn wie Schweizer Käse"

Einziger Moment der Irritation ist, als aus dem Publikum die Feststellung kommt, dass in der Berlinale-Jury nur Weiße sitzen. Doch der Versuch, die #OscarsSoWhite-Diskussion nach Berlin zu holen, scheitert zuerst an Eidingers lauter Überlegung, dass es auf Berlins Straßen nicht so viele Schwarze gebe, und dann wird eilig zur nächsten Frage übergegangen. Allerdings hat Streep die ganze Zeit zustimmend genickt und "Inklusion" zum obersten Gebot erklärt.

Als Streep nach ihren Lieblingsfilmen aus China gefragt wird, sagt die dreifache Oscar-Gewinnerin, dass ihr Hirn "wie ein Schweizer Käse" sei. Sie könne sich nicht mal die Filme ihrer Freunde merken, und das sei immer peinlich, wenn sie sie zufällig treffe. 

Mehr Frauen als Männer in der Berlinale-Jury - "Ha!"

Natürlich durften auch die anderen Jurymitglieder etwas sagen - übrigens vier Frauen und drei Männer ("Ha!", sagt Meryl Streep) - aber alle wollen nur "Meryl!".

So wie die Fans, die in einem großen Pulk auf der Straße bei den Limousinen warten und den Namen der Hollywoodgöttin skandieren. Und erstaunlicherweise - das kommt nämlich wirklich selten vor - nimmt Streep sich die Zeit und gibt Autogramme. Die Fans und Autogrammjäger können ihr Glück kaum fassen.

Meryl Streep

Meryl Streep geht jetzt Filme gucken

Und als wäre das nicht genug, steht sie kurze Zeit später plötzlich in der Hotel-Toilette nahe dem Saal der Pressekonferenz vor dem Spiegel. Einfach so. Mal sehen, womit George Clooney uns überraschen wird. 

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo