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Berlinale: Publikum feiert Nicolas Cage in «Adaptation»

Das Spielen einer Doppelrolle im Film «Adaptation» hat Schauspieler Nicolas Cage völlig durcheinander gebracht.

Das Spielen einer Doppelrolle im Film «Adaptation» (Adaption) hat Schauspieler Nicolas Cage völlig durcheinander gebracht. «Ich habe fast den Verstand verloren, weil ich immer zwischen den beiden Figuren hin und herspringen musste», sagte der Schauspieler, als er seinen Film am Samstag dem Berlinale- Publikum in Berlin vorstellte. Dort machte der Oskar-Preisträger ein überraschendes Geständnis: «Ich bin schüchtern.» Schon in der Schule sei es ihm schwer gefallen, Mädchen anzusprechen. «Es ist noch ein Problem. Aber ich arbeite dran», sagte er mit einem Augenzwinkern.

In der schwarzen Komödie von Regisseur Spike Jonze nimmt sich Hollywood selbst aufs Korn. Erzählte Jonze in seinem Erfolgs-Debüt «Being John Malkovich» (1999) aus der Sicht seines Schauspielers, muss dieses Mal sein Drehbuchautor Charlie Kaufman dran glauben. Sein Film-Kaufman (Cage) gerät in eine Schaffenskrise, als er ein Skript über einen Orchideendieb schreiben soll. All das wäre noch nicht so schlimm, wäre da nicht sein untalentierter Zwillingsbruder, der mit einem banalen Drehbuch Erfolge feiert und auch noch Erfolg bei Frauen hat. Realität und Fiktion verwischen in der Satire, die von den Zuschauern der Filmfestspiele gefeiert wurde.

Cage («Leaving Las Vegas») überzeugt in seiner Doppelrolle als intellektueller Zweifler und leicht ordinärer Luftikus. Besonders gut habe ihm seine Frisur im Film gefallen: halb Glatze, halb Kraushaar. Darin habe er sich wie ein «glatzköpfiger, französischer Pudel» gefühlt. Im Film handle es sich bei dem Drehbuchautor um einen «surrealistischen», nicht um den tatsächlichen, «biologischen» Kaufman, sagte Cage. Er habe den echten Kaufman aber beim Essen im Restaurant beobachtet, um Anregungen für seine Rolle zu bekommen.

In «Adaptation» brilliert an Cages Seite Hollywood-Star Meryl Streep, die für ihre Rolle in der Satire den Golden Globe bekam. Der Film läuft bei den 53. Berliner Filmfestspielen im Wettbewerb.